Samstag, 27. März 2010

13. Tag - 26.03.2010, Abschied nehmen

Am Morgen fiel nach dem Aufstehen natürlich der erste Blick in die Gäste-Toilette: wie war es den Mädchen über Nacht wohl ergangen?
Am Vorabend war es noch ziemlich laut gewesen in der Siedlung, das Militär hatte an seinem Übungsplatz wieder einmal geschossen, aber deutlich hörbar mit sehr großem Kaliber...
Das dröhnte bis zu uns - und mir taten die Kätzchen in dieser Umgebung nach der OP sehr leid. Aber sie saßen aufrecht in ihren Transportboxen und schauten mich an. Also frühstückten wir schnell und fuhren dann mit den beiden Boxen zu dem Haus in der Rauhesvej, wo wir sie eingefangen hatten - denn wie üblich wollten wir die Tiere dort aussetzen, wo wir sie eingefangen haben.

Zuerst lockten wir den Kater herbei, weil wir hofften, dass seine Anwesenheit eine beruhigende Wirkung auf die Mädchen haben könnte. Tatsächlich ließ er sich nicht lange bitten - und während er noch fraß, ließen wir erst Luna und dann Nora frei.
Ich war gespannt, wie gut sie laufen könnten nach der Nacht in der Box.

Aber es war unglaublich: Luna drückte mit dem Kopf so heftig gegen die Tür des Transportkastens, dass sie mir viel zu früh entkam und uns leider kein "Entlassungsfoto" gelang. Bei Nora konnten wir den Sprung in die Freiheit dafür wieder festhalten.


Beide flüchteten sofort unter die Terrasse ihres Ferienhauses - Felix hingegen blieb völlig unbeeindruckt an seinem Napf sitzen. So viel also zu meinem Plan...


Luna sahen wir dann nochmal kurz, aber dann mussten wir uns trennen, ohne dass wir uns noch einmal hätten verabschieden können - unsere Heimfahrt wartete.

Ein letztes Mal ging ich dann zu der Terrasse des Hauses in der Humlegardsvej, wo jede Nacht jemand zum Fressen gekommen war - aber auch bei meinem letzten Besuch dort, blieb mir ein Blick auf den Besucher verwehrt...
Zuverlässig hatte er jede Nacht die Schüssel geleert, wer auch immer es war.

Dann packten wir den Rest zusammen - wir hätten unser Auto vor Fahrtantritt nach Bjerregard und nun bei der Rückfahrt mal wiegen müssen.

Auch unser neues Futterhaus hatten wir bei Per's letztem Besuch mit zu ihm ans Haus genommen und es wettergeschützt aufgestellt.
So wird es nun einfacher, zumindest das Trockenfutter für die Miezen an Per's Haus so zu stellen, dass nicht auch ungebetene Besucher an dem Mal teilnehmen.

Zu oft waren dort freilaufende Hunde von Urlaubern und Igel (die Letzteren haben immer wieder ihre Parasiten dann auch an die Katzen weitergegeben) am gedeckten Tisch aufgetaucht.

Letztlich starteten wir um 10 Uhr unsere Heimreise.
Ein Zwischenstopp kurz vor der Grenze zu Deutschland bei Hanne (und ihren Katzen).
Sie lud uns ein auf einen Kaffee und Brote - und wir berichteten ihr von unseren diesjährigen Erlebnissen, die sie wiederum in ihrer Katzenzeitschrift verarbeiten wird und unser Projekt damit auch bei Katzenfreunden in Dänemark bekannt macht.

Dann die Weiterfahrt Richtung Hessen.
Irgendwo zwischen Hamburg und Hannover erreichte uns dann die angekündigte Schlechtwetterfront mit Hagel und Starkregen und zuvor auch noch ein dicker Stau vor'm Elbtunnel.

Trotzdem waren wir froh, um einen Tag verlängert und damit auch die letzten beiden entdeckten Mädchen, Nora und Luna, noch kastriert zu haben.

Und schließlich erreichte uns noch eine wunderbare Mail von den Urlaubern aus der Rauhesvej:
Sie hatten am späten Nachmittag sowohl Luna als auch Nora gesehen - sie tollten sogar schon wieder gemeinsam herum und fraßen - Nora war sogar schon den Tag über mit "ihrem Felix" am Haus unterwegs.

Also hatten wohl auch diese beiden jungen Kätzchen - sie sind gerade mal ein Jahr alt - die OP gut überstanden.
Das freut uns sehr und wir hoffen, dass eine Bekannte, die in vier Wochen nach Bjerregard fahren wird und ein Haus ganz in der Nähe bezieht, vielleicht sogar genau diese drei sehen und füttern wird.

Sehr erfolgreich waren wir dieses Jahr und so werden wir in Kürze auch nochmal an dieser Stelle ein Resumee unserer bisherigen Tätigkeit in Bjerregard schreiben.

Bis dahin,
Anke

Donnerstag, 25. März 2010

nochmal 12. Tag - letzter in Bjerregard

Ein wunderschöner Tag ist vorüber, es war sonnig und am Nachmittag 18 Grad!
Wir konnten noch einmal auf der Terrasse die Meerluft genießen, denn wir mussten ja auf den Anruf aus der Tierklinik warten.
Und ich wurde immer nervöser.

Irgendwann hielt ich's nicht mehr aus und wir fuhren gen Nörre Nebel.
Als wir um kurz nach 16 Uhr da waren, sagte man uns, dass die Katzen fertig zur Abholung seien, ja,
zwei Mädchen !!!!
Wir hatten also tatsächlich richtig gelegen dieses Mal, und die Mädchen haben es uns leicht gemacht.
Ich bin sehr froh, dass wir uns die Mühe noch einmal gemacht haben, auch wenn es dann morgen vor der Heimfahrt mehr Streß gibt, wenn wir die Miezen noch herauslassen müssen.

Als wir sie abholten, waren sie jedenfalls noch sehr benommen.
Also ließen wir sie im Auto, bis es dunkel wurde.

Einen letzten Spaziergang machten wir noch - noch einmal vorbei an dem Haus der Rauhesvej, an dem wir die Mädchen gefangen hatten.
Felix lag dort auf der Terrasse in der Sonne.

Er bekam natürlich noch einen Beutel Feuchtfutter und zum Schmusen war er auch wieder aufgelegt.
Danach überkam ihn - deutlich sichtbar - die pure Lebensfreude an diesem schönen Tag: einen der Holzpflöcke benutzte er als Kratzbaum, wickelte sich förmlich darum herum.
Ich hoffe, er passt gut auf sich auf und findet immer nette Menschen, die er um seine Pfote wickeln kann...;-)

In Hegnet sahen wir dann zum Abschied noch unseren Pummel - auch hier ließen wir bei den Urlaubern im Nachbarhaus, die uns unterstützt hatten, noch einige Dosen Feuchtfutter.


Als es dann dunkel war, holten wir die beiden Katzen ins Haus und stellten sie in die warme Gäste-Toilette, wo sie die Nacht in ihren Boxen verbringen sollten.
Auch in der Tierklinik hielt man diese Lösung für eine Nacht für die geeignetere, auch wenn es mir schwer fällt, sie in den Körben sitzen zu lassen.

Anke

12. Tag - 25.03.2010

Es ist erst 10:40 Uhr, trotzdem gibt es etwas zu berichten.
Gestern Abend noch haben wir uns entschieden zu versuchen, das Katzenmädchen einzufangen.
Und so wurde der Wecker ganz früh gestellt, da wir nicht wissen, an welchem Haus die Tiger schlafen und ob sie vielleicht auch schon früh gefüttert werden - dem mussten wir auf jeden Fall zuvorkommen.

Zudem hatten uns die Urlauber an dem Haus in der Rauhesvej erzählt, dass es bei ihnen insgesamt drei Tiger sind...
Das Eine war ein Kater, der Schmuser,
das Zweite ein Mädchen, etwas zurückhaltender und in der Färbung auch grau-schwarz, aber weniger schwarze Zeichnung.
Tja, und das Dritte hatte ich am gestrigen Abend nicht gesehen, hatte also keine Ahnung, wer oder was es sein könnte.

Also war ich um 07:30 Uhr an dem besagten Ferienhaus.
Kaum hatte ich meinen Rucksack abgestellt, schon kam der kleine Kater zu mir zum Köpfchen geben.

Wir haben sehr ausgiebig geschmust und ich bat ihn, sein Mädchen zu rufen, denn ich hätte leckeres Frühstück...;-)
Aber zuerst kam sonst niemand. Also bekam er einen Beutel Feuchtfutter, den er gierig verschlang.
Bei all der Schmuserei wurde immer wieder deutlich, dass dies 100%ig ein Kater ist, also wurde er Felix genannt, zumal er mit seinem weichen Fell und seiner Färbung mich sehr an einen Kater erinnert, den ich kannte.
Und dann lugte auf einmal unter der Terrasse ein zweiter Katzenkopf hervor.
Lange blieb die Katze dort sitzen, offensichtlich deutlich ängstlicher als Felix.
Dann aber siegte der Hunger.
Und als sie zu mir kam, wurde sofort klar, dass es nicht die Begleitung von gestern war, es war deutlich brauner gefärbt.
Egal, trotzdem sagte ich Thomas Bescheid, dass er mit der kompletten Ausrüstung zu mir kommen möge.
Bis dahin hielt ich die Beiden "bei Laune".
Zu viel fressen dürfen die Tiere nicht vor der Narkose, aber ein bißchen Katzenmilch würde sie hoffentlich davon abhalten, ihrer Wege zu gehen.
Zudem müsste ich sicher auch zum Locken in die Falle noch ein wenig Futter geben.

Dann kam Thomas und wir stellten die Falle auf.
Und plötzlich erschien auch noch die dritte getigerte Mieze, das Mädchen von gestern.

Nun wurde es schwierig.
Denn Felix war so aufdringlich, überall der Erste, wenn Futter auch nur zu riechen war!
Wie sollte ich das Mädchen in die Falle bekommen ohne Felix???
Da ja alle Drei nicht sehr ängstlich waren, hockte ich mich direkt neben die Falle - etwas, das ich bei Fenja nie hätte tun können.
Aber hier, bei drei Katzen, die um die Falle herumschlichen, konnte ich mich nicht auf die normale Auslöse-Methode verlassen.
Aber auch über die Handauslösung ging es nicht.
Felix war einfach immer mit drinnen - ein unglaublicher Kater.

Nun gut, dann griff ich zum letzten Mittel:
Ich nahm also Felix auf den Arm und setzte ihn von Hand in unseren Transportkorb.
Den Deckel zu und ab ins Auto, vorübergehend.
Denn wenn er anfinge zu randalieren, würden die anderen Beiden kein Vertrauen mehr fassen.
Nachdem er im Auto war, konnte ich mich um die beiden anderen Tiger kümmern.
Es schaut ganz so aus, als seien es beide Mädchen.
Das wäre ja tatsächlich noch ein Volltreffer am letzten Tag.
Auch wenn nur eines ein Weibchen wäre, nun wollten wir zur Sicherheit beide einfangen.
Mit Futter dann waren sie beide drauf und dran in die Falle zu gehen.
Dann kam ein großer Lastwagen - nun, und jeder kann sich vorstellen, was passierte: ab ins Gebüsch.
Aber es dauerte nicht lange, der Hunger war größer.
Wieder das Erste in die Falle, es saß schon ganz vorn - nun nur nicht nervös werden.
Dann auch das zweite Tier - ich ließ den Metallbolzen los. Klapp!
Beide sind drin.

Schnell ins Auto mit ihnen, und Felix schnell aus seiner "Haft" entlassen.

In der Tierklinik war man überrascht, uns nochmal zu sehen.
Die Tierärzte seien derzeit alle im Außendienst, hieß es.
Aber man werde eine der Tierärztinnen in der Freizeit anrufen. Wow.
Und Karen sagte sofort zu, in die Klinik zu kommen.

Nun sitzen wir hier und warten auf den Anruf: Kater/Katze oder Katze/Katze ?

Anke

Mittwoch, 24. März 2010

11. Tag - 24.03.2010

Oh, was für ein Tag!!!

Die kleine Suse hatte wunderbar gefressen und war begierig darauf herausgelassen zu werden, und bei meinem ersten Blick aus dem Fenster am Morgen konnte ich dies auch verstehen; es war sonnig.
Aber zuerst wollten wir ja einen zweiten Versuch wagen wegen des kleinen getigerten Pummelchens in Hegnet.

Pünktlich um 08:40 Uhr waren wir da, um uns herum waren noch alle Vorhänge an den Häusern zugezogen.
Und schon als wir an dem Haus ankamen, wer kam da unter der Terrasse hervor?
Das Pummelchen!
Also in der üblichen Art die "Futterspur" in die Falle gelegt...
Und schwups, schon war sie drinnen.

Und ab nach Nörre Nebel!
Brav war die kleine Pummel, sogar in ihrer Falle fraß sie noch die restlichen Brocken Feuchtfutter. Offensichtlich trug sie ihren Namen zu Recht.
Nachdem wir sie abgegeben hatten, bereiteten wir uns auf die Freilassung von Suse vor.
Das Einpacken in der Sauna klappte recht gut, sie war zwar sehr ängstlich, aber nicht panisch.
Aber natürlich machte sie auf der Fahrt nach Hegnet in ihren Korb.

Dann in der Arvidvej die Klappe geöffnet.
Doch Suse blieb erst einmal sitzen, schaute sich um, dann mich nochmal an.
Dann ein Sprung aus dem Kasten und ab über die Heide auf und davon...



Am Nachmittag dann Kaffetrinken mit Per und Warten auf den Anruf aus der Tierklinik.
Dann das Telefonat. Nein, nicht möglich, ein junger Kater!
Wir müssen es einfach in der Zukunft schaffen, den Tieren unter den Schwanz zu schauen, bevor wie sie einfangen.
Auf einen anderen Augenschein kann man sich nicht verlassen!
Naja, nun ist er eben kastriert - als wir ihn abholten nochmal ein sehr nettes Gespräch in der Tierklinik.
Auch dort durften wir nun unsere Flyer auslegen.
Über die Jahre hat man wohl erkannt, dass unser Engagement keine "Eintagsfliege" ist.
Nun, die Klinik verdient ja auch nicht wenig Geld mit uns. Wer lässt schon sonst in vier Jahren dort so viele Katzen (und nun auch Kater) kastrieren?
Aber wir sind froh, dass man uns dort inzwischen immer einen Termin frei macht.

Am Abend dann fuhr ich mit dem Fahrrad noch eine ganz langsame Runde durch die Siedlung.
Und dann - wie immer am letzten Tag:
In der hinteren Rauhesvej querte ein kleines Tigerchen die Straße.
Sofort hielt ich an.
Ich hockte mich hin und schon kamen zwei Tiger aus dem Strandhafer.

Eines war ein Kater, das konnte ich gleich erkennen. Er schmuste sofort mit mir, krabbelte auf meinen Schoß und ließ sich streicheln - so ein unglaublich weiches Fell und ein lautes Schnurren.
@ Birgit: Viel Spaß in ein paar Wochen!

Das musste Verwandschaft von Tilman und Leni sein!
Und dann war auch ein Blick unter den Schwanz seiner Begleitung möglich: oh weh, ein Weibchen!
Was tun: morgen noch kastrieren lassen und schon am Freitag aussetzen, denn da müssen wir heimfahren.
Wenn nicht wird sie unweigerlich einen Wurf Junge bekommen.
Meine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Lustig war allerdings, dass beim Füttern ein Pärchen an mir vorbeilief und sagte, ich müsse mir keine Gedanken um die Katzen machen, "es gebe doch da ein deutsches Pärchen, das sich um die Katzen kümmere". Dann sagte die Frau: "Oder sind Sie das?".
Ja, sie habe "über uns" im Internet gelesen!

Später setzten wir dann noch unseren Kater "Pummel" in Hegnet aus.
Und das hatten wir noch nie:
Zwar schoß er wie eine Kanonenkugel aus dem Korb, als die Tür sich öffnete (auf dem Foto ist links nur noch der letzte Teil seines Schwanzes zu erkennen) -


aber er kam gleich wieder zurück, als wir die Futterschüsseln neben der Terrasse füllten!
Ein Pummelchen eben mit gutem Appetit! Schön.

Viel Glück Euch kastrierten Katzen in Hegnet!!!

Anke


Dienstag, 23. März 2010

10. Tag - 23.03.2010

Wohl zu wenige Daumen-Drücker heute, leider. Aber der Reihe nach:
Noch am gestrigen Abend hat unsre kastrierte Suse gefressen und auch am Morgen war das Feuchtfutter-Schüsselchen leer und die Katzenmilch getrunken; das Klo aber selbstverständlich nicht benutzt...;-)



Pünktlich um 08:30 Uhr waren wir in Hegnet.
Von einem Nachbarhaus lugten hinter den Dünen drei Katzenköpfe hervor. Das versprach Erfolg.
Und ganz schnell war auch tatsächlich Jannik an der Schüssel - super.
Wie am gestrigen Tage lief er nach dem Fressen davon.
Und dann begann die Warterei. Sonnig war's, aber auch windig und damit kalt.
Eine Stunde, keine weitere Katze, mit Anbruch der zweiten Stunde sahen wir wieder einen Tiger, also wieder in "Lauerstellung"; aber ein Vierbeiner kam nicht, nur die Möwen klauten doch tatsächlich das vor der Falle ausgelegte Futter.
Drei Stunden vergingen so und keines der anderen Tigerchen ließ sich auf unserer Terrasse sehen.
Thomas sah eines von ihnen, aber es lief weg von uns - vielleicht an eine andere Futterstelle?
Sehr enttäuscht machten wir uns auf den Heimweg. Erst einmal war da Aufwärmen angesagt.
Denn man muss schon in der Nähe der Falle bleiben, um zu schauen, wer hineingeht, aber noch wichtiger ist, dass nicht eines den Auslöser betätigt und derweil eine zweite Katze im Bereich der Klappe sitzt...

Beim Heimkommen hatte uns Suse wieder eine Freude gemacht und gefressen.
Sie können wir mit gutem Gewissen morgen entlassen.

Und dann dachten wir darüber nach, ob wir vielleicht unsere Anwesenheit hier noch um einen Tag verlängern sollten - um morgen einen allerletzten Versuch zu starten...

Am Nachmittag ein langer Spaziergang, der uns gegen 18 Uhr wieder nach Hegnet führte.
Und während ich die Schüsseln füllte und dabei auch Fenja sah, entdeckte Thomas an einem nahegelegenen Haus drei Tiger-Katzen.
Ich eilte also herbei und sprach natürlich auch gleich die daneben wohnenden deutschen Urlauber an.
Ja, ihnen seien die Tiere auch schon aufgefallen und gefüttert habe man auch!
Und ein Tigerchen mit einer Ohr-Tätowierung habe man entdeckt.

Also schauten Thomas und ich genauer.
Und tatsächlich: Es war Einar! Und dann sahen wir auch die "begehrte" Lolo, die wir manchmal auch "Pummelchen" nennen, weil sie ein kleines Bäuchlein hat.


Das dritte Tigerchen konnten wir nicht identifizieren, aber Thomas sagt, es sei noch sehr klein.

Also stand unser Entschluss fest:
Morgen ein erneuter Versuch!

Der Abend verlief ruhig - bei Suse und auch bei uns.

Anke

Montag, 22. März 2010

9. Tag - 22.03.2010

Ja, es gibt auch heute wieder etwas zu berichten.
Um 07:30 Uhr hatten wir uns den Wecker gestellt und sind bei wunderschönem Wetter auch gern aufgestanden, denn wir hatten ja Pläne für den heutigen Tag.
Also waren wir auch um 08:45 Uhr in Hegnet - und schon beim ersten Blick auf die Terrasse in der Arvidvej sahen wir einen der Tiger auf dem Gartentisch sitzen.

Wunderbar, dachte ich, das ist unser Tigerchen.
Beim Näherkommen war aber gut zu erkennen, dass es sich nicht um das von uns "Suse" genannte Mädchen handelte, sondern um Jannik.

Na gut, also eine Dose Feuchtfutter auf und Jannik schmatzte zufrieden.
Und nachdem er gefressen hatte, ging er seiner Wege. Also bis dahin alles planmäßig.
Dann wurde die Falle bestückt, denn jetzt könnte ja eines der Mädchen kommen.
Thomas setzte sich ins Auto, ich blieb auf der Terrasse, um im Notfall einschreiten zu können.
Und wirklich: ein paar Minuten später erschien wieder Jannik und wollte frech das Futter in der Falle fressen. Also ging ich dazwischen und jagte ihn davon, denn für einen Kater hatten wir heute keine Zeit.

Dann wieder ruhig hinsetzen und warten.
Und dann kam eines der anderen Tiger, nicht Einar und auch nicht mehr Jannik, nein, das kleine bräunliche.
Es schnupperte dort, wo sonst immer die Futterschüsseln stehen. Dann lief es um die Falle herum, wollte schon mit der Tatze hinein - Herzklopfen bei mir...
Dann huschte es von der Terrasse und lief davon.

Also weiter warten...
Und langsam wurde es kalt in dem starken Wind.
Aber dann erschien doch Suse, das andere Mädchen (oder doch zumindest eine Katze, die wir für weiblich hielten).
Leider haben es uns die Tiger (bis auf Jannik) alle bisher nicht erlaubt, mit einem Blick unter den Schwanz das Geschlecht definitiv zu klären.

Suse fraß also zuerst das Futter vor der Falle, dann die erste Portion darin und schließlich auch die auf den Auslöser gelegten Brocken.

Aber die Pfötchen behielt sie immer brav vor demselben.
Mein Herz klopfte bis zum Hals!
Am liebsten hätte ich ihr einen kleinen Schubs gegeben.
Dann sah sie mich an und wollte sich umdrehen um wieder aus der Falle zu gehen. In diesem Moment trat sie auf den Auslöser - klapp!
Schnell die Falle zum Auto und ab in die Tierklinik.
Auch Suse gefiel das Eingesperrtsein natürlich überhaupt nicht.

Beim Abgeben sagte man uns, dass wir leider kein zweites Tier bringen dürften heute, sie hätten zu viel zu tun.
Also fuhren wir zurück und fütterten die verbliebenen Tiger - auch das kleine braune Tigerchen kam noch einmal vorbei und fraß nun gut 200 Gramm.
Auch Fenja sahen wir in weiter Entfernung; aber sie will wohl mit Menschen nichts mehr zu tun haben.
Aber das ist jetzt auch ganz O.K. so.

Am Nachmittag holten wir unsre Suse in Nörre Nebel ab.
Alles war gut verlaufen, erst ein Jahr ist sie alt, wiegt 2,8 kg.
Sie war noch ziemlich benommen.
In der vorbereiteten Sauna wollte sie auf die Holzbank springen, stürzte aber rückwärts wieder ab.
Sie scheint viel scheuer, als Fenja es war.
Mal sehen, wie es in den zwei Tagen wird mit ihr...
Hoffentlich frisst sie.

Am Abend fuhr ich dann mit dem Fahrrad nochmal nach Hegnet: alle leeren Schüssel wurden gefüllt, zu Gesicht bekam ich niemand.

Danach noch eine Runde durch unsere Siedlung: Alle Straßen langsam abgefahren, keine Katze - nur vier Hasen - gesehen.
Gibt es außer bei Per wirklich keine Katzen mehr hier!?

Für morgen ist die letzte Einfang-Aktion für dieses Jahr geplant.
Also wieder um 07:30 Uhr aufstehen und auf Erfolg hoffen!
Daumen drücken, bitte.

Anke

Ein Haufen Bilder

Sonntag, 21. März 2010

8. Tag - 21.03.2010

Das Aufstehen fiel sehr leicht heute, wunderbarer blauer Himmel und Sonnenschein.
Also gleich vor dem Frühstück auf's Fahrrad und nach Hegnet gefahren.
Ein Blick an den Futterplatz und ich wollte meinen Augen nicht trauen: da saß das Tigerchen bereits auf dem Gartentisch auf der Terrasse und wartete. Naürlich lief sie dann erst einmal unter die Terrasse, kam aber schon bei dem Geräusch des Öffnens der Dose wieder hervor und wollte sich nicht lange gedulden.
Es handelte sich um das kleinen Tigerchen mit der "etwas platten Nase" - irgendwie sind wir uns sicher, dass es ein Mädchen ist, also haben wir es "Suse" genannt.
Sie steht für uns gedanklich schon fest für morgen auf der "Kastrations-Planung".

Als sie schon fraß, kam noch ein zweiter Tiger, deutlich größer und schön grau-schwarz gezeichnet, auf jeden Fall Jannik (, also einer der Katzen aus dem November-Aufenthalt).
Und dann sah ich noch ein Paar Ohren hinter der Stufe der Holzterrasse: ein anderes braunes Tigerchen mit wenig Zeichnung - auch sie ist bestimmt ein Mädchen, also heisst sie nun "Lolo".


Schließlich fraßen alle Drei gemeinsam zwei 400-Gramm-Dosen Feuchtfutter und gingen dann ihrer Wege.
Noch einmal füllte ich die Schüsseln, ließ auch ein bißchen Trockenfutter da, denn sicherlich würden über den Tag noch Fenja und vielleicht auch Einar hierher kommen.

Übrigens: Fenja habe ich am gestrigen Abend gesehen, sie scheint die OP wirklich gut überstanden zu haben.
Nur Einar haben wir leider seit seiner Entlassung noch nicht wieder entdeckt. Hoffentlich geht es auch ihm gut und er hält nun nur einfach einen großen Abstand zu uns Menschen ein...

Außerdem fasste ich gestern den Mut und ging mal zu den dänischen Bewohnern des Nachbarhauses von dem in der Arvidvej, an dem wir derzeit füttern (für Wiebke: also Euer Haus von letztem Oktober).
Ein älterer Herr kam an die Tür und zum Glück verstand er sehr gut die deutsche Sprache.
Er fand toll, was ich ihm von den Katzen erzählte und dass wir so etwas in unserem Urlaub machen.
Nein, es störe ihn nicht, dass wir dort über die Dünen laufen.
Leider kennt er aber den Hausbesitzer des Hauses nebenan nicht mit Namen, so dass wir ihn nicht ansprechen können, ob wir dort vielleicht eine feste Futterstelle einrichten können, denn das wollten wir ja eigentlich in Hegnet.
Da das Haus nicht vermietet wird, wäre es ideal!

Am späten Vormittag machten wir dann einen längeren Spaziergang: viele Urlauber sind inzwischen angekommen hier in Bjerregard. Die Zeit des großen Hungers ist also hoffentlich vorbei.

Samstag, 20. März 2010

7. Tag - noch was zu melden?


Neblig war der Tag an der Nordsee. Windstill, deswegen verzog sich die Suppe nicht.

Der Bettenwechsel samstags bringt Unruhe in die sonst so ruhige Siedlung. Wichtig für uns, dass das Haus im Arvidvej auch heute nicht bezogen wurde.
Am Nachmittag trafen wir dort recht pünktlich den kleinen, pummeligen Tiger, der eigentlich bereits kastriert sein sollte. Vielleicht schaffen wir es ja am Montag.


7. Tag - 20.03.2010, erster Eintrag

Es regnet heute bisher schnürl... puh.
Also sind wir etwas länger im Bett geblieben, da wir ja so konkret niemanden versorgen mussten oder doch zumindest niemand auf uns wartet.
Um 08:45 Uhr machte ich mich dann trotzdem auf - gut eingepackt gegen die Feuchtigkeit und mit angewärmtem Futter im Rucksack - nach Hegnet.
Alle hinterlassenen Schüsseln waren zwar geleert, aber es kam niemand zum Frühstück, trotz geraumer Wartezeit meinerseits.
Beim Heimfahren sah ich dann eine junge Frau ganz in der Nähe meiner Futterstelle. Die Familie war offensichtlich gerade dabei abzureisen.
Ich war wieder einmal mutig und fragte, ob sie in ihrem Urlaub hier Katzen gesehen habe.
"Ja", sagte sie und im weiteren Gespräch berichtete sie von drei Tiger-Katzen, die sich abends an ihrer Terrasse einfanden, da sie sie dort fütterte.
Aha, sollten das die drei Tiger aus dem November sein?
Nun kommt es darauf an, dass wir sie stationär in diesem Bereich, besser noch einem Haus, halten können.
Wieder - völlig durchnässt - im Ferienhaus angekommen, schaute Thomas (, der inzwischen Brötchen geholt hatte) dann auf mein Bitten gleich nach, ob das Ferienhaus vielleicht in der nächsten Woche leer steht.
Leider nein, so müssen wir also schauen, wo wir die Drei zuverlässig füttern können, damit wir am Montag gleich früh einfangen können!

Dass auch in der Humlegardsvej die Schüssel leer war, ist wohl nicht nötig zu berichten.
Auch ein Katzenhaar war zurückgeblieben - nur gesehen haben wir den "Fresser" bisher nicht.

Es ist 12:30 Uhr und regnet immer noch.
Das wird kein Katzen-Tag für uns. Schade.

Anke

Freitag, 19. März 2010

6. Tag - 19.03.2010

Fenja hatte gut gefressen über Nacht - aber natürlich war sie nicht auf ihrem Klo...
Nun gut, ist ja nicht das erste Mal, dass unsere Mädchen die Katzentoilette mißachten und "es einfach einhalten".

Nach einem schnellen Frühstück wollten wir dann ja die nächste Kandidatin in der Arvidvej einfangen.
Also waren wir gegen 10 Uhr dort, parkten das Auto an einem Nachbarhaus und richteten die Falle ein. Ein bißchen Feuchtfutter hinein, Thomas zog sich zurück ins Auto und ich wollte mich gerade hinter dem Windschutz des Hauses verstecken, als schon das erste Tigerchen um's Eck kam...
Einmal vor der Falle geschnuppert und dann hinein - und schon schlug sie zu.
Ein Foto gelang mir gerade noch, dann schnell die Falle ins Auto, mit einer großen Decke zudecken, denn der Vierbeiner war wild!!

Und dann haben wir das Tigerchen in der Klinik abgegeben, und ich sagte noch: "Wir wissen dieses Mal aber nicht, ob männlich oder weiblich."
Egal, auf jeden Fall sollte es kastriert werden, wenn's schon mal gefangen war.
Die Überraschung würde uns am Nachmittag erreichen.

Dann fuhren wir ins Ferienhaus zurück.
Nun musste Fenja in den Korb, um sie wieder zu ihrem Haus zurückzubringen.
Es war gar nicht so einfach, aber schließlich hatten wir sie eingepackt.
Die Fahrt war problemlos, allerdings - was soll ich sagen - pieselte sie doch tatsächlich in ihren Korb, und zwar eine ganze Menge, so dass das arme Ding dann in ihrem Urin saß und entsprechend nasse Pfötchen bekam.
Dann in Hegnet wurde der Korb auf die Terrasse gestellt.
Thomas mit dem Fotoapparat ein Stück entfernt - und dann sollte der große Moment kommen.
Und: jawohl!, der Deckel war auf, Fenja sah sich einmal um und sprang heraus.
Urin spritzte und das Mädchen rannte in gestrecktem Galopp - um das Haus herum und dann sahen wir sie am Nachbarhaus wieder, wo sie sich ganz genüsslich hinhockte und....
Immerhin hatte sie es drei Tage eingehalten.
 

Eine zweite Katze durften wir wegen mehrerer Kastrationen in der Tierklinik leider nicht mehr anliefern, so dass wir einen ruhigen Nachmittag verbrachten.
Auch über einstündiges Warten an dem Haus in der Humlegardsvej erbrachte keine Katzensichtung - nur die Schüssel war natürlich wieder leer.

Und dann gegen 16:30 Uhr rief Sanne von der Tierklinik an:
Wir könnten unseren Kater abholen!
Ja, tatsächlich, unser erster männlicher Patient.
Nun, wir hatten keine Chance, zuvor das Geschlecht zu bestimmen.
Ein braver Patient war er auch nicht gerade: Dem Tierarzt biss er in den Finger und im Korb gebärdete er sich auch wie wild.
Aber da er nur ein Jahr alt ist, werden ihm durch die Kastration wenigstens die Katerkämpfe erspart bleiben und zumindest er zeugt keinen Nachwuchs mehr!
Identifiziert ist er übrigens auch:
Es ist einer der Kater, den wir im November fütterten. Sein Name ist ab sofort "Einar".
Und markiert wurde er auch.

Nun haben wir noch eine Chance auf eine Kastration am Montag, die wir unbedingt nutzen wollen!

Am Abend dann setzten wir den Kater wieder aus. Er war wieder fit auf den Beinen und das Eingesperrtsein war nichts für ihn.

Und siehe da, wen wir an dem Haus in Hegnet wiedersahen: Fenja.
Sie saß bereits am Haus und wartete auf ihr Abendessen. Die Freude bei uns war groß.
Schön, wenn wir sie bis zu unserer Abreise noch täglich füttern und ihre Genesung beobachten können.

Anke

Donnerstag, 18. März 2010

5. Tag - 18.03.2010

Ein guter und ereignisreicher Tag war heute !
Allerdings begann er am Morgen mit Frustration meinerseits: Fenja hatte wieder nichts gefressen über Nacht, dabei wollte ich sie doch erst in die Freiheit entlassen, wenn ich weiß, dass alles in Ordnung ist mit ihr, also auch mit der Verdauung...
Nun, was half's, also habe ich es mit Käse und vielem Anderen aus dem menschlichen Kühlschrank versucht - nichts.
Schließlich dann mit Ölsardinen - und dann war der Bann gebrochen.
Am Mittag fraß sie die Sardinen und danach dann auch einen halben Beutel whiskas.
Jetzt muss sie heute Nacht nur noch die Toilette nutzen, dann können wir sie morgen mit gutem Gewissen gehen lassen!

Was ist noch passiert:
Am Vormittag sind wir dann in die Arvidvej gelaufen. Natürlich waren die am Abend gefüllt hinterlassenen Schüsseln geleert und wir hatten uns dick angezogen, um uns dort ein bißchen einzurichten und zu warten, wer sie denn leert.
Einen Hund konnte ich ausschließen, da die Näpfe noch sehr genau an ihren Plätzen standen.
Und bei genauerer Inaugenscheinnahme entdeckte ich es dann auch: ein verräterisches Katzenhaar!
Und fast im selben Moment meldete mir Thomas, der sich einige Häuser entfernt mit Blick in meine Richtung positioniert hatte, dass sich ein Tiger der Terrasse nähert.
Und dann tauchte es auch auf, das Tigerchen.
Ein hübsches mit rundem Gesicht und ziemlich dickem Bäuchlein - trächtig?
Leider konnten wir das Geschlecht nicht eindeutig bestimmen, aber es handelte sich ganz offensichtlich um einen der Tiger vom November - Thomas hat es ja heute Nachmittag schon vorweg genommen.

Und dann erschien auch noch ein zweites Tigerchen; deutlich scheuer und deutlich schlanker.
Also werden wir morgen ganz früh frühstücken und dann in die Arvidvej fahren:
Fenja entlassen und hoffentlich eine neue Kandidatin einfangen!
Wenn es denn eine Kandidatin (die Betonung liegt auf "in") ist?!

Beide Tiger hatten auf jeden Fall großen Appetit, so dass auch am Abend die Schüsseln geleert waren und selbstverständlich neu gefüllt wurden für die Nacht.


Ja, und dann gibt's noch etwas zu erzählen:
Auf unserem nachmittäglichen Spaziergang entdeckten wir windgeschützt neben einem Büschel Heidekraut eine alte Bekannte: Jule!

Sie kam sogar vorsichtig zum Köpchen-geben, ging dann aber wieder ihrer Wege.

Und, als sei es noch nicht genug der Erfreulichkeiten: nur 100 Meter entfernt, getarnt in der der Sonne liegend fanden wir noch jemanden: Lilly.
Nach Ansprache plapperte sie uns voll... als hätte sie uns die Neuigkeiten eines ganzen Jahres zu erzählen.
Wunderbar war es, sie so gesund zu sehen und zu wissen, dass auch sie schon seit zwei Jahren keinen Nachwuchs mehr bekommen kann!
 

Auf dem Rückweg meiner abendlichen Fütterung in der Arvidvej schaute ich - nur mal so, weil bisher immer ergebnislos - an einem Haus in der Humlegardsvej vorbei, an dem ich bereits am ersten Abend eine Schüssel mit Trockenfutter abgestellt hatte.
Und sie war fast leer! Zwei zerbrochene Pellets lagen noch darin.
Also stellt sich die Frage: wer frisst hier?
Nun, vielleicht erfahren wir es noch, auf jeden Fall wurde auch diese Schüssel frisch gefüllt.

Nun hoffen wir noch auf eine Fenja mit viel Appetit für die Nacht - und dann war es wirklich ein gelungener Tag!

Anke

Die nächsten Kandidatinnen

Am Haus im Arvidvej, an dem wir im November die Siam und die vielen Anderen gefunden hatten, fanden wir heute morgen zwei weitere Katzen.

Diesen Tiger konnten wir anhand dieses Bildes von November letzten Jahres wieder erkennen:
Morgen früh werden wir versuchen, beide einzufangen und zur Kastration nach Nörre Nebel zu bringen.

Thomas

Mittwoch, 17. März 2010

4. Tag - 17.03.2010

Leider ist Fenja doch nicht eine solche Muster-Patientin geblieben, wie sie es uns gestern glauben machen wollte: Nichts hatte sie gefressen über Nacht und auch heute den ganzen Tag konnte ich sie nicht locken.
Alle Sorten Katzenfutter habe ich probiert, sogar Geflügelwurst für Menschen, um sie mit der Würze auf den Geschmack zu bringen. Keine Katzenmilch, nichts.
Nun hoffe ich auf die heutige Nacht!
Wenn das nichts wird, müssen wir sie morgen nach Hegnet zurückbringen, obwohl ich sie eigentlich gern noch bis Freitag bei uns behalten hätte, damit sie sich noch ein wenig ausruhen könnte im Warmen.
Aber sie ist eben eine "Wildkatze", und dies macht sie uns deutlich.

Auch sonst gibt es leider nicht wirklich gute Neuigkeiten:
Per haben wir heute am Nachmittag zufällig getroffen. Und er berichtete uns, dass er "seinen" Kater Peter seit Weihnachten nicht mehr gesehen hat. Er befürchtet - und ich auch - dass es Peter nicht mehr gibt.
Neun Jahre alt wäre er geworden - für einen reinen Freigänger, der viele Revierkämpfe ausgetragen hat, eigentlich ein schönes Alter. Und er lebte, wie es sich eben für einen Kater gehört, wie es die Natur vorgesehen hat. Also will ich nicht trauern - traurig sein darf ich aber trotzdem, und bin es auch.
Denn auch für uns gehörte Peter eben einfach zu Bjerregard!

Am späten Vormittag waren wir wieder in Hegnet an dem Haus, an dem wir Fenja eingefangen haben. Der Napf war leer und stand noch ordentlich an seinem Platz, so dass ich glaube, dass es zumindest kein Hund war, der ihn geleert hat.
Am Abend kurz vor dem Dunkelwerden war ich dann nochmal da - und wieder war die Schüssel sauber geleert - 400 Gramm immerhin!

Morgen werden wir wohl dort Zeit verbringen, um den "Fresser" zu entdecken.
Echte Katzensichtungen gab es auch heute leider keine.
Der Winter scheint tatsächlich einige Opfer gefordert zu haben.

Noch hoffen wir aber.
Anke

Dienstag, 16. März 2010

3. Tag - 16.03.2010

Morgens ein bedeckter Himmel und auch ein wenig Regen, trotzdem ging's direkt nach dem Frühstück nach Hegnet.
Ausgerüstet waren wir mit der Falle, Futter zum Anlocken und - ganz optimistisch - auch schon mit dem Transportkorb, um die Katze nach ihrer Kastration wieder nach Hause zu transportieren.
In der Arvidvej angekommen, packten wir die Falle aus und wollten uns in Ruhe an dem Haus einrichten, an dem wir die Siam-Mama am gestrigen Tage entdeckt hatten. Viel Zeit zum Einrichten blieb uns allerdings nicht, denn SIE saß bereits an der Terrasse und wartete.
Also, ganz schnell die Falle heraus und in den Windschutz gestellt.
Dann mit Futter bestückt und ein Stück weggehen....
Aber das Mädchen war sehr vorsichtig.

Also musste ich weiter weg, auf die Terrasse des nächsten Hauses. Thomas behielt derweil die Falle fest im Blick - und wir warteten und bibberten.
Kalter Wind machte die Sache nicht wirklich angenehm, aber nach etwa 30 Minuten machte es "klapp" und wir wussten, dass wir Erfolg hatten.
Also schnell zur Falle, das Mädchen ins Auto geladen und nach Nörre Nebel gefahren.
Ohne Anmeldung in der Klinik - ob das gut gehen würde?
Ja, dank Gerhard und Sanne, die uns gleich herzlich begrüßten, durften wir "unsere" Siam zur Kastration  abgeben (übrigens die 7. Katze, die wir inzwischen dort kastrieren lassen!).
Stolz fuhren wir nach Hause.
Am Nachmittag dann holten wir sie ab und quartierten sie in unserer Sauna ein.
Hellwach war sie schon wieder und ein bißchen sauer auf uns...

Und dank Wiebke, die sie im letzten November bereits an ihrem Ferienhaus gefüttert hatte, hat sie auch schon einen Namen: Fenja.

Weitere Katzensichtungen gab es nicht an diesem Tag, obwohl wir noch eine große Runde gingen.
Aber als wir nach dem langen Spaziergang nach Hause kamen, konnten wir feststellen, dass unsere Fenja ein echter Muster-Patient ist: sowohl gefressen hatte sie, als auch ihre Katzentoilette benutzt!!!

Also, weiter so!
Anke

Montag, 15. März 2010

2. Tag - 15.03.2010

Morgens schien die Sonne ins Schlafzimmer - ein gutes Vorzeichen?
Wie oft hatten wir schon in den ersten Tagen keine Katzen entdecken können... Ob es dieses Mal auch so werden würde?
Vor dem Frühstück noch machte ich mich mit dem Fahrrad auf zu Per, um die dortigen Gesellen zu versorgen. Zu Gesicht bekam ich aber niemand.

Nach dem Frühstück ging's dann zu Fuß nach Hegnet.
Neben dem Haus in der Arvidvej, an dem wir im November so viele Katzen füttern konnten, wollten wir mit der Suche beginnen.
Und wir mussten nicht lange suchen: Direkt neben diesem Haus in den Dünen saß sie und schrie ihre Rolligkeit in die Welt hinaus: die Siam!
Als sie uns entdeckte, lief sie unter die Terrasse.

Also, schnell, Futter in eine Schüssel und in den überdachten Teil der Terrasse gestellt.
Ein bißchen vorsichtig ging sie zu den Schüsseln, fraß mit lautem Schmatzen das Feuchtfutter und anschließend noch ein wenig Trockenfutter.
Dann lief sie von dannen, wieder laut miauend auf der Suche nach einem Kater...
Offensichtlich hat der lange kalte Winter auch hier die Rolligkeit deutlich später einsetzen lassen, als in den Jahren zuvor, als die Katzen um diese Zeit schon etwa 30 Tage trächtig waren.
Gut sieht sie aus die Siam-Mama. Wie hat sie es nur geschafft, in den harten Monaten ausreichend Nahrung zu finden? Vielleicht ist es ihr besonderes Aussehen, das die Menschen dazu bringt, ihr Futter hinzustellen.


Nun, also werden wir morgen nach dem Frühstück nach Hegnet fahren und die Gute einfangen und zur Kastration bringen. Hoffentlich klappt's und hoffentlich sind morgen nicht noch mehr Katzen an dem Haus, sonst wird es schwer, ein ganz bestimmtes Tier in die Falle zu locken.

Der Nachmittag verging dann mit einem langen Spaziergang durch die Siedlung bei tollem Sonnenschein - aber ohne weitere Katzensichtungen, obwohl Thomas sich sehr bemühte...

Auch die an ein paar unbewohnten Häusern hinterlassenen Trockenfutter-Portionen waren nicht angerührt.

Aber: ein Anfang ist gemacht, wunderbar!

Anke


1. Tag – Sonntag, 14.03.2010, Ankunft

Etwas später als sonst sind wir losgefahren. Eine Pause bei Göttingen zum Frühstück und dann noch ein verabredetes Treffen mit Wiebke, um den im November von Bjerregard vermittelten Pelle zu besuchen, nahe Hamburg.
Pelle geht’s super. Er räkelte sich entspannt im warmen Wohnzimmer und wird nun, nach den notwendigen Impfungen und der Kastration, zum Freigänger - sogar mit Katzenklappe!

Wir erreichten Bjerregard, und damit unser neues Haus in der Rauhesvej, gegen 17 Uhr.
Hier im hohen Norden wurde es immer sonniger, aber ein kalter Wind bläst (+2 Grad).
Auspacken und während Thomas das Abendessen vorbereitete, fuhr ich mit dem Fahrrad schnell zu Pers Haus.
Noch während ich die Näpfe reinigte, maunzte es hinter mir: Carrie saß in den Büschen.
Sie wartete geduldig, bis ich fertig war und dann ging’s an den Napf.
Carrie ist so ein echtes Erfolgserlebnis: Da sie ja bereits vor ihrer Kastration bei Per lebte und daher genügend Futter bekommt, hätte sie nun schon über viele Jahre für ungewollten Nachwuchs hier in Bjerregard gesorgt.
So ist sie nun ein regelmäßiger und willkommener Gast an der Futterschüssel und wenn Per zuhause ist, auch in seinen Räumen.
Gedanken machten wir uns über die letzten Monate aber um all die Anderen ohne Futterplatz.
Der Winter war so kalt und lang, Schneereste sind noch immer an vielen Stellen vorhanden.
Wie viele der Miezen diese harte Zeit wohl überlebt haben?
Ob wir dieses Jahr umsonst hier sind?
Durchgefroren saß ich selbst dann beim Abendessen in banger Hoffnung, was uns in den nächsten Tagen hier erwartet.

Dienstag, 2. März 2010