Posts mit dem Label Ben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Ben werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Sonntag, 7. Juni 2020

Aufarbeitung 2019 - Juli am Fjord und in Vejlby Klit, Teil 1

Anfang Juli 2019 erhielt ich eine Mail von einem deutschen Paar, das Ende Juni/Anfang Juli Urlaub in Vejlby Klit gemacht und eine Katze am Ferienhaus hatte.
Aber es war eben nicht nur eine Katze, die sie gefüttert hatten, nein, es steckte, wie so oft, eine Geschichte dahinter...
Bereits bei ihrer Ankunft im Ferienhaus wurden sie von dieser Katze begrüßt, freundlich und zutraulich.
Brigitte und ihr Mann gingen davon aus, dass es die Katze des Ferienhausbesitzers ist.
Einige Tage später stellte sich aber heraus, dass sie offenbar tragend war - und zwar schon relativ weit.
Sie war nicht markiert und so glaubten sie an eine Streunerin und fassten den Entschluss, sie am Ende ihres Urlaubs mit nach Hause zu nehmen.
Doch es kam anders, denn Liza, so hatten sie sie genannt, verschwand eines Nachmittags und kehrte erst drei Tage später (ohne dicken Bauch, aber mit freigenuckelten Zitzen!) zurück.


Eine Mitnahme kam nun nicht mehr infrage, denn es war nicht zu klären, wo Liza ihre Kleinen geboren und abgelegt hatte.
Stattdessen fanden sie mich und mein Projekt im Internet und schrieben mir eine Mail.

Ein Besuch in Vejlby Klit im Sommer erschien mir nach dieser Meldung sinn- und reizvoll, und ich hatte Ende Juli ohnehin eine Woche Urlaub geplant.
Also sagte ich (mal wieder) meinen Wanderurlaub ab und bat meine Freundin Sabine in Nörre Nebel um Obdach für eine knappe Woche, denn ein halbwegs erschwingliches und dennoch nettes Ferienhaus war nicht mehr zu bekommen.
Der Plan war, meine bekannten Futterplätze abzuklappern und Liza und ihre Kitten mit nach Deutschland zu holen. Kastrationen und weitere größere Aktionen hatte ich nicht vor.

Wahrscheinlich denken nun viele: "Das ist ja verrückt, denn wer weiß, ob ich die Katze 4 Wochen später überhaupt finde und dann noch die Kleinen entdecken werde....".
Ja, das stimmt, aber ohne ein bisschen "verrückt" gäbe es diese ganze Arbeit für die dänischen Streuner nicht.

Also startete ich am 17.07. mitten in der Nacht.
Die Fahrt lief prima und ich wollte auf dem Weg in Ballum, kurz hinter der Grenze an einem größeren Futterplatz, noch Futter abgeben.
Nach Ausladen der Säcke und Dosen noch ein kurzer Blick zum Futterhaus.
Da saß eine der Miezen zusammengekauert auf der Wiese.
Ich kannte das Katzenmädchen. Es war eines der im Juli 2017 kastrierten Tiere, das mir aber bereits im März letzten Jahres bei einem Zwischenstop nicht wirklich gesund wirkte - jedoch nicht mehr in die Falle ging.
Der Fütterer berichtete mir auch, dass sie Schwierigkeiten beim Kauen hätte und er deshalb, speziell für sie, das Futter püriert.
Als ich das Mädchen sah, hörte ich bereits das Problem. Das Atmen war ein Rasseln und aus der Nase tropfte eitrige Flüssigkeit. Zudem hörte sie mich anscheinend nicht.
Das war meine Chance. Schnell eilte ich zum Auto, setzte eine Transportbox zusammen und rief beim Tierarzt meines Vertrauens an, ob ich rasch mit einem Notfall vorbeikommen könnte.

Ich stellte der Mieze Futter direkt vor die Nase und als sie den Kopf vorstreckte, griff ich zu.
Beim Tierarzt bot sich ein Bild des Jammers - es blieb nur noch die Erlösung.
So hatte ich mir meinen Anreisetag nicht vorgestellt - aber ich hatte die Hoffnung, dass es die einzige traurige Begebenheit sein würde.

Bei Sabine angekommen, gab es in kurzen Hosen bei Sonnenschein einen Kaffee auf der Terrasse. Wunderbar.
Danach fuhren wir nach Bork Havn: ein Rundgang durch die Siedlung mit der Entdeckung potentieller Futterstellen (wo ich ja schon mal da bin, vielleicht gibt es doch etwas zu tun...) und ein Eis am Hafen.
Fast wie echter Urlaub...;-)

Und am nächsten Morgen wieder Bork Havn.
Sabine und ich sprachen eine ältere dänische Dame an, vor deren Tür eine Schale mit Katzenfutter stand.
Sie hatte eine eigene Katze, wusste aber, dass ein Kater an ihrem Haus herumstreunt - und ein älterer Herr in der Nähe füttere eine Katze, die vor kurzem auch Junge zur Welt gebracht hatte.
Wir fanden die Futterstelle und der Herr berichtete, dass die Kleinen nun wohl gut zwei Monate alt und schon ein paar Mal mit dort gewesen seien - die Mutter aber relativ regelmäßig zum Fressen komme.

So wollte ich es doch mit einem Fang zur Kastration versuchen, da ich eine Trächtigkeit wohl nicht zu befürchten hatte, stellte die Falle (zuerst einmal unscharf) auf und eine Kamera dazu - und kaum hatte ich mich umgedreht, war das Mädchen auch schon da...


Mangels Tierarzt-Termin wurde es an diesem Tag jedoch nichts mehr mit einem Fang-Versuch.

Dafür gab es am Hafen ein Wiedersehen mit der 2016 kastrierten Hanna.
Damals gab es dort noch die vermüllte Hütte eines Alkoholikers, der darin die Katzen des Hafens eher unregelmäßig fütterte. Fünf Katzen hatte ich dort fangen und kastrieren lassen können.
Nachdem der Mann verstorben war, wollte man nicht mehr so viele Katzen am Hafen.
So wurde dann auch der von mir kastrierte (und durch Chip und Tätowierung markierte) Aaron von einer der "Tierschutzorganisationen" eingefangen und eingeschläfert.
Bescheid bekam ich damals nicht, wahrscheinlich wurde noch nicht einmal ein möglicher Chip ausgelesen - leider erlebe ich das in Dänemark immer wieder.
Eine weitere kastrierte Mieze wurde, so berichtete der Hafenmeister, von Urlaubern mit nach Hause genommen.
Und Hanna blieb am Hafen. Sie hat eine feste Hütte als Unterschlupf


und wird regelmäßig gefüttert - und steigt, wenn ihr Fütterer kommt, sogar in dessen Auto um eine Runde um den Hafen gefahren zu werden...;-)
Immerhin scheint für sie gut gesorgt zu sein, denn Fell und körperlicher Zustand sehen gut aus.

Am nächsten Morgen fuhr ich dann wie geplant die fast 100 km nach Vejlby Klit, um vielleicht wirklich Liza und ihre Jungen zu finden...

Früh morgens im Ferienhausgebiet angekommen, waren noch kaum Urlauber unterwegs und ich ging eine Runde - tatsächlich fand ich ein Haus, an dem zwei (leere) Tellerchen standen und auf dem Rasen des Nachbarhauses saß ein bekanntes Katzengesicht:

Tim, kastriert im März 2016

Und da die Futterstelle nicht weit von dem Ferienhaus von Brigitte entfernt war, wollte ich hier später nochmals vorbeischauen.

Zwischendurch ein kurzer Blick nach meinem Futterhaus im Viktoriavej.
Schön, dass dort ebenfalls zwei bekannte Miezen zu finden waren:

Ben und Thea (beide kastriert im März 2016)
                                          
Bei meiner Rückkehr zu dem Ferienhaus mit den Tellerchen waren die dänischen Besitzer dort.
Als ich auf sie zuging um sie anzusprechen, fiel mein Blick auf die Katze, die sich dort aufhielt: Liza!
Ich hatte sie also wirklich gefunden.
Allerdings wussten die dänischen Hausbesitzer nichts von möglichen Jungen, so setzte ich mich auf einen der grasbestandenen Wälle zwischen den Häusern und wartete.
Aber Liza schien kein Interesse daran zu haben, dort wegzugehen.
Und so wartete ich weiter - und fragte irgendwann die deutschen Urlauber im Nachbarhaus, ob sie denn vielleicht die Katze kennen.
"Ja klar, und wir haben sie und die Schwarze mit weiß (gemeint war Tim) auch schon gefüttert.", war die Aussage - auch dort aber keine Kenntnis von möglichen Kitten.

Schließlich, nach 2-3 Stunden des Wartens erhob sich Liza, aber nur um auch auf dem Nachbargrundstück nochmal zu betteln....
Dann aber schien sie ein Ziel zu haben. Sie lief durch die Büsche in Richtung der Schienen, weg von der Siedlung....
In einigem Abstand folgte ich ihr, immer wieder schaute sie sich um, so dass ich ihr viel Raum ließ.
Einige größere Büsche waren dazwischen, ich befürchtete bereits, sie verloren zu haben, ging in ihre Richtung langsam hinterher.
Mist, da saß sie, als wollte sie checken, ob ich ihr folge, also bog ich ab, tat so, als hätte ich sie nicht gesehen.
Und dann setzte auch sie sich wieder in Bewegung und lief in Richtung eines Hauses.
Ah, dachte ich, das ist also Dein Platz.
Aber dann.... sie sprang auf eine kleine Mauer an dem Haus, lief sie entlang und mit einem Satz von unten in den Dachüberstand!

Oh nein! Das konnte jetzt nicht sein!
Da käme ich niemals dran....
In der Nähe war ein Däne, der gerade den Rasen mähte, wie sich herausstellte der Hausbesitzer.
Und da wir uns nicht verständigen konnten, machte er sich sogar die Mühe mit mir zum Ferienhausvermieter zu fahren, damit man dort übersetzen könnte.
Im Ergebnis war es aber leider so, dass es keinen Zugang zum Dach gab, keine Luke, keine Treppe.
Ich war so nah dran und doch so weit weg....
Verdammt.
Aber sie hatte sich einen tollen und sicheren Platz für ihre Kleinen ausgesucht, eine tolle Katzenmama!

So fuhr ich enttäuscht zu Sabine zurück.
Dennoch sollten die verbleibenden Tage noch aufregend und erfolgreich werden!

Anke

Dienstag, 10. Januar 2017

Vejlby Klit: 13 von 16 Katzen in 3 Tagen

Am Morgen die erste Runde zu den beiden Futterhäusern hier im Bereich der Viktoriavej.
Gute Nachrichten gab es dabei von dem kleinen Haus, welches nur für das Geschwisterpärchen Kiddie und Morten gedacht ist und das mir von Linne, die Kiddie sogar streicheln kann, auch bezahlt wurde.
Beide Miezen gingen seit Aufstellen des Hauses direkt hinein und haben darin nicht nur gefressen, sondern nutzen es auch, um darauf zu sitzen.
Das klappt also wenigstens.
Kiddie in und auf dem Haus (oben), Morten drinnen, Kiddie draußen (unten)

Schlechte Nachrichten jedoch weiterhin von dem großen Futterhaus.
Auch die Idee, die Schalen ganz nach vorn zu schieben, hat nicht geholfen.
Die Wildcam zeigte nur Ben und Thea und es wurde auch kaum etwas gefressen über die Nacht.
Wir haben also entschieden, dass ein weiteres Loch in das Haus hineingeschnitten werden muss, damit die Katzen sich nicht "in die Enge getrieben" fühlen, da sie sich ja offensichtlich nicht gut genug verstehen bzw. die ständige Anwesenheit von Ben den anderen Fellnasen Probleme bereitet.
Gleich nach meiner Rückkehr nach Hause werde ich den Grundstücksbesitzern eine Mail schreiben - mit dem für die Futtergabe verantwortlichen Hans habe ich bereits heute am Nachmittag darüber gesprochen.
Bis es so weit ist, werden die Katzen zusätzlich zu den beiden Schüsseln am Eingang des Futterhauses auch noch auf der Terrasse gefüttert.
Es scheint nicht zu ändern...

Dann tauchte an unserem Ferienhaus am Vormittag noch die kleine Lille auf. Super.
Eine Portion Futter bekam sie natürlich, streicheln lassen wollte sie sich leider nicht.

Lille

Am Nachmittag hieß es dann so langsam wieder alle Kameras einsammeln.
Gute Laune brachte die Auswertung der Wildcam von dem aufgestellten Futterhaus bei Anette im Neerlandiavej.
Sowohl Saba, als auch Misel und die gelegentlich vorbeikommende Lena haben das Haus angenommen.
Und anscheinend hat Anette einen zusätzlichen Futtergast, den sie selbst noch gar nicht kannte und den nur die Kamera offenbarte.
Es ist ein schlankes Kätzchen, das ich bereits im Mai auf einer Wildcam hatte, jedoch noch nicht live gesehen habe. Entsprechend ist es also höchstwahrscheinlich auch noch nicht kastriert.
Saba (oben links), Lena (oben rechts), noch Unbekannt (unten links), Misel (unten rechts)
Am Nachmittag erschien dann auch Tim an unserem Ferienhaus.
Nachdem der sich bei uns fest einquartierte Tom ihn dann aber von der Terrasse jagte, entdeckte ich ihn kurze Zeit später wieder in der Nähe des neuen Futterhauses:

Tim
Keine weiteren Katzensichtungen erbrachte unser Aufenthalt.
Nun, wir waren ja auch nur wenige Tage hier, kein Wunder also eigentlich.
Wobei dennoch die Freude darüber groß ist, dass wir fast alle im März und November hier in Vejlby Klit kastrierten 16 Tiere in diesen Tagen wiedergesehen haben.
Nur der alte Theo, der noch sehr junge Krümel und das kleine Nebelchen fehlen leider.

Morgen geht es nach Hause.
So ganz konnten wir unser Ziel nicht erreichen, aber wir hoffen, dass wir noch Abhilfe schaffen können.
Vielen Dank an alle Unterstützer, die sich hier inzwischen gefunden haben!

Anke

Nicht alles läuft glatt.... Leider

Am Morgen zuerst (und noch vor dem Frühstück) zum neuen Futterhaus, während Petra Zuhause ein super-leckeres Rührei mit Gemüse vorbereitete.
Leider zeigte sich auf der Wildcam jedoch nicht das erwünschte Ergebnis.
Im Gegenteil: nur Ben war in der Nacht in das Futterhaus gegangen. Das ist sehr ungewöhnlich und nicht wirklich meinem Wunsch und meiner Hoffnung entsprechend.
Mal sehen, was über den Tag passieren würde.

Ein Spaziergang durch die Siedlung erbrachte nur eine Katzensichtung, ein komplett schwarzes Tier, vermutlich Hugo (die Gegend würde passen):

wahrscheinlich Hugo

Am frühen Nachmittag konnten wir dann das zweite Futterhaus aufstellen im Neerlandiavej, also in einem anderen Bereich der Siedlung.
Es hat einen guten Standort bei einer netten Dänin, die an ihrem Haus bereits seit mehreren Jahren füttert und bislang noch keinen wettergeschützten Platz für das Futter hatte.
Da helfe ich dann natürlich besonders gern:

das neue Futterhaus mit seinem notwendigen Equipment

Auch hier stellte ich, um die ersten Besuche(r) überwachen zu können, eine Wildkamera dazu.
Schließlich wollen wir sicher sein, dass zumindest Saba und Misel ihren neuen Futterplatz annehmen werden.

Und als wir gerade wieder ins Auto steigen wollten, entdeckten wir Lena, die auf dem Weg zu eben dieser Futterstelle war.
Die Hübsche war ja bereits beim Einfangen im März relativ zutraulich. Auch jetzt ließ sie mich beim Füttern immerhin auf gut einen Meter heran, so dass ich auch sie entwurmen konnte.


Am Nachmittag wurde das Wetter dann schlechter, leider.
Es kam kräftiger Wind auf, und es begann auch zu nieseln.
Dennoch führte mich der Weg natürlich nochmals zu unserem ersten Futterhaus.
Wieder dieselbe Situation. Vier Katzen erwarteten mich: Ben, Thea, Tilda und Tim.
Nur Ben ging jedoch in das Futterhaus hinein, die anderen Katzen blieben in "sicherer" Entfernung und miauten mich an.
Die Situation macht mich traurig. Woran nur kann es liegen?
Ist Ben zu sehr Macho und Platzhirsch, so dass die anderen Katzen Angst haben sich mit ihm ein Futterhaus zu teilen?
Ist der Eingang für den Anfang zu klein (, da ich ihn ja absichtlich wegen der unerwünschten Mitfresser verkleinert habe)?
Solche Probleme gab es bislang noch nie. Obwohl an den Häusern auf Römö und in Hemmet Strand ebenso viele Tiere fressen.
Was also kann man tun?
Ein zweites Loch hinein schneiden würde dem Sinn des Hauses zuwider laufen.
Den Eingang vergrößern ebenfalls.
Vielleicht wird es der Hunger der Tiere richten - wobei ich keinesfalls möchte, dass sie sich von dieser nun so regelmäßig aufgesuchten Futterstelle entfernen.
Die Zeit für eine Lösung drängt, zumal wir schon am Mittwoch wieder heimfahren müssen.

Wieder Zuhause grübelte ich nach und ging nochmals zurück zum Futterhaus.
Ich zog die Näpfe fast bis zum Eingang nach vorn, so dass die Katzen nun auch fressen können ohne eine Pfote in das Haus hineinsetzen zu müssen.
Vielleicht würde das als erster Schritt ausreichen.

Nachdem ich schließlich unzufrieden, kalt und etwas nass wieder am Ferienhaus angekommen war und den Schlüssel aus meiner Jacke herausholen wollte, zog ich dabei auch noch die getauschte Speicherkarte mit aus der Tasche.
Und wie es manchmal so ist, fiel die Karte in der Hülle (offenbar völlig senkrecht) in den Schlitz zwischen den Holzlatten des Treppenaufgangs. Oh nein, nicht auch noch das!
Hindurchgreifen war nicht möglich, zudem war die Treppe auch seitlich komplett verkleidet.
Lösen ließen sich die Bretter auch nicht und das Ofenbesteck war zu dick...
Petra hatte schließlich die rettende Idee: ein Kleiderbügel sollte helfen.
Er wurde aufgedreht, durch die Bretter in Richtung des 25 cm darunter befindlichen Sandes gesteckt um dort die Speicherkarte Zentimeter für Zentimeter in Richtung Treppenrand zu schieben.


Schließlich war es gelungen und ich konnte das gute Stück unter der Verkleidung hervorangeln.
Puh. Ein wenig Glück nach heute überwiegender Unzufriedenheit mit einem ungelösten Problem...

Anke

Sonntag, 8. Januar 2017

Das erste Futterhaus in Vejlby Klit

Gut geschlafen haben wir in der vergangenen Nacht.
Ich selbst ruhiger, als in 90% der letzten Nächte hier, denn zumeist stand ja irgendwo eine Falle scharf oder saß irgendeine (unzufriedene) Katze in einem Umsetzkäfig oder einer Box, um die man sich sorgte...
Dieser Aufenthalt soll ja aber einzig dazu dienen den Fellnasen auch in den urlauberarmen Monaten die dringend benötigte Nahrung zu bieten.
Also keine Fänge und damit kein Stress für mich/uns - und auch nicht für die Katzen.

Gleich nach dem Frühstück gingen wir wieder zu Nanny und Kurt.
Wir hatten gestern versprochen ihnen einige Flyer zu überlassen, die sie bei der Eigentümerversammlung im Mai verteilen könnten.
Außerdem entschieden wir zusammen, wo wir das Futterhaus auf ihrem Grundstück positionieren würden.
Und so machten Petra und ich uns gleich nach der Rückkehr ins Ferienhaus daran, das Haus zusammenzubauen und "aufstellfertig" herzurichten.


Meine Arbeit fand dabei unter den strengen Augen von Morten statt, der den ganzen Vormittag an unserem Haus unterwegs war und zwischenzeitlich sogar mit einer Maus erschien, die er genüsslich verspeiste:


Da soll mal wieder einer sagen, dass gefütterte oder kastrierte Katzen keine Mäuse fangen!!!
Morten jedenfalls war ganz sicher satt und kastriert ist er auch. ;-)

Auch das anschließende Aufstellen des Hauses an seiner endgültigen Position wurde überwacht.
Zu diesem Zweck fanden sich (natürlich) Ben, aber auch Thea und Tilda an der Futterstelle ein, die sich nach dem Fressen dann ausgiebig putzten:

Tilda auf dem Geländer, Thea unten

Die beiden Mädchen bekamen bei dieser Gelegenheit auch gleich noch eine Wurmpille von mir.
Und schließlich war Ben dann der Erste im (noch fast leeren) Futterhaus.


Am Nachmittag warteten wir dann leider vergeblich auf Morten, so dass unser nächster wichtiger Plan für den heutigen Tag verschoben werden musste.

Dafür stromerten Petra und ich nochmal durch die Siedlung. Petra stieß dabei auf die kleine Kiddie, die Schwester von Morten, die an "ihrem" Haus in den Rosenbüschen saß.


Ich hatte leider im südlichen Teil der Siedlung keine Katzensichtungen, allerdings den Termin zum Aufstellen des zweiten Futterhauses für die Katzen Saba, Misel und Lena für morgen ausgemacht.

Und bei meiner Rückkehr ins Ferienhaus stand dann die Tür offen. Das konnte nur für Katzenbesuch sprechen - und zwar für eine Mieze, die umschlossene Räume ertragen kann, was längst nicht alle verwilderten Katzen können!
Ein Blick ins Haus: Tom war zu Gast bei uns. Wie schön, der Schmusekater schlechthin.

Tom
Nach zwei Portionen Futter inklusive Wurmpille machte er es sich dann auf dem Boden vor der Couch gemütlich und blieb, bis Petra vorhin ins Bett ging.

Ich selbst machte mich nach dem Abendessen nochmal auf zu einem kurzen Check des neuen Futterhauses:
Die Wildcam zeigt, dass drei der Katzen es schon angenommen haben. Nämlich Ben, Tim und Lille.


Leider hat sich Thea bislang nicht hineingewagt, aber sicher wird auch sie ihre Scheu noch verlieren, wenn sie hungrig genug ist.

Herzlichen Dank jedenfalls schon einmal an Nanny und Kurt für Eure Unterstützung!

Anke

Samstag, 7. Januar 2017

Dänemark im Januar - erstmals seit 14 Jahren

Relativ abrupt habe ich geendet im November, kein Bericht mehr von Zuhause, meine übliche Zusammenfassung fehlte.
Aber alles war gut verlaufen. Am Freitag habe ich noch drei Kater des Hofes in Klegod kastrieren lassen, an dem ich im September mit den Mädchen begonnen hatte.
Kastriert würden sie nun sicherlich alle dort bleiben können und als Katzenkumpels groß werden, ohne sich gegenseitig zu bekämpfen und vielleicht sogar den Schwächsten "wegzumobben"...
Auch die Heimfahrt verlief ohne Probleme. Das Wetter meinte es gut mit uns.

Heute schreibe ich nun, weil es viel zu berichten gibt, denn ich bin (wenn auch nur für fünf Tage) in Dänemark!
Tatsächlich sind es fast genau 14 Jahre her, dass dies Alles seinen Anfang nahm - denn mein erster Aufenthalt im Ferienhausgebiet Bjerregard war im Januar 2003.

Ich wohne dieses Mal wieder in Vejlby Klit, denn ich habe es geschafft (mit Unterstützung/Erlaubnis von vielen Seiten), mehrere Futterhäuser in dieser Siedlung aufstellen zu dürfen. Dazu aber in den kommenden Tagen mehr.

Jedenfalls bin ich (wieder zusammen mit Petra) bereits gestern in Nymindegab bei Sabine angekommen.
Dort haben wir die erste Nacht geschlafen.
Nach dem Frühstück fuhren wir also nach Jegum. Wir trafen uns dort mit Elisabeth und Walter, da bei den von ihnen am Ferienhaus gefütterten Katzen im kommenden März eine Fang- und Kastrationsaktion geplant ist.
Lily

Auf dem Rückweg schnell ein Auge auf das Futterhaus in Hemmet Strand:
Tatsächlich entdeckten wir die liebe Lily in den Büschen. Sie miaute uns herzzerreißend an!
Warum nur? Bei einem Blick in das Futterhaus wurde es klar: alles leer!!!
Oh weh. Gut, dass ich Trockenfutter dabei hatte.
Schnell die Behälter mal komplett ausgeputzt, trocken gewischt und wieder befüllt.
Und sofort kam sie näher und ließ es sich schmecken.

Und da uns der Weg zurück sowieso an Bork Havn vorbei führte, hielt ich nochmal an den Fischerhütten am Hafen.
Die Tür der relativ vermüllten Hütte war geschlossen - wahrscheinlich wegen der Kälte. Aber durch den Glaseinsatz konnte ich Hanna und eines ihrer Kinder erkennen. Super. Auch ihnen geht es gut.

Im Anschluss packten wir bei Sabine alles zusammen und starteten Richtung Norden. Gegen 15 Uhr trafen wir in Vejlby Klit ein.
Gleich hatten wir dann einen Termin bei einem dänischen Pärchen, an dessen Haus wir bereits im Carport gefüttert hatten und mehrere Tage eine Wildkamera laufen ließen.
Viele Miezen waren regelmäßig an dieser Futterstelle, da auch die Hausbesitzer während ihrer Anwesenheit die Katzen hier füttern.
Das Gespräch, bei dem auch Hans und seine Frau anwesend waren (Hans ist seit Dezember unser "Katzen-Fütterer" in Vejlby Klit), war so positiv!
Ich habe die Erlaubnis erhalten, ein Futterhaus aufzustellen, um das Futter etwas geschützter vor Witterungseinflüssen, aber auch nicht erwünschten "Mitfressern" (wie Hund und Fuchs), anbieten zu können.
Ich freue mich riesig und wir werden das Haus gleich morgen aufstellen, um die ersten Tage mit der Kamera überwachen zu können und zu schauen, wie die Tiere es annehmen.

Und während wir noch bei der Tasse Kaffee zusammensaßen, erschienen draußen die Miezen zum Fressen. Neben dem dicken Ben noch diese drei:
Thea, Leon (der zweite weiße Kater) und Tim

Als wir dann zurück zum Freienhaus kamen um dann endlich auch das Auto aus- und das Haus einzuräumen, kam auch schon der erste neugierige Vierbeiner zu uns: Morten.


Er wagte sich sogar ein Stück in den Flur unseres Ferienhauses hinein und fraß dann mit Appetit 200 Gramm Feuchtfutter.
Mit ihm haben wir am morgigen Tag noch etwas ganz Besonderes vor:
Wieder mal geht es um eine neue technische Errungenschaft.
Dazu aber morgen mehr - wenn es hoffentlich geklappt hat!

Anke

Donnerstag, 24. November 2016

Ein Fang - aber was für einer...

Um 06:45 Uhr klingelte heute Morgen der Wecker. Zwar eine kurze Nacht, immerhin aber ohne Unterbrechungen.
Rasch fuhr ich in den Viktoriavej um die Falle an dem Haus aufzustellen, an dem nun zweimal morgens Mortens kleine Schwester gefressen hatte.
Kiddie, wie sie von dem dänischen Ehepaar, das sie füttert, genannt wird, sollte ja unbedingt noch kastriert werden.

Nach dem Scharfmachen der Falle frühstückten wir und danach ging die Fahrt mit den beiden gestern kastrierten Tieren Lotte und Torben nach Vrist.
Beide Miezen hatten abends in ihrer Box noch eine Kleinigkeit gefressen und am Morgen mit dem Futter sogar noch eine Wurmtablette bekommen.
Lotte ließ sich nach Öffnen des Türchens nicht lange bitten, Torben hingegen schaute herum, minutenlang, dann plötzlich jedoch rannte auch er davon.

Lotte

Zurück im Ferienhaus wollte ich gerade die am gestrigen Abend gefangenen Tiger-Katzen ins Auto laden, da kam ein Foto der Wildcam außerhalb der 30 Minuten-Reihe - Kiddie erschien an der Falle:

Kiddie
In der riesigen Hoffnung, dass das Mädchen hineingehen würde, wurden die beiden Anderen besonders schnell sicher im Auto verstaut. Dann schon kam das neue Foto: ja, sie war drinnen!
So konnte ich also mit drei Katzen gen Ringköbing starten. Perfekt.

Als ich die drei dort abgab, hoffte ich auf zwei Weibchen und machte einen kleinen Stadtbummel mit Einkehr in einem Café.
Zurück in der Tierklinik berichtete man mir, dass es tatsächlich zwei Mädchen waren!
Eines der Tigerchen ist ein ca. 2-3 Jahre junges Kätzchen, das aber selbst bereits des Öfteren Kleine hatte, so die Tierärztin.

Wieder Zuhause angekommen, machten wir nach dem Kaffeetrinken noch eine Runde zu Fuß durch die Siedlung.
Natürlich war Ben wieder am Futterplatz. Dieser verfressene Kater. Er scheint sich wirklich gar nicht mehr wegzubewegen von der Futterstelle, um auch bloß nichts zu verpassen.

Ben

Ein absoluter Schmusekater, der so sehr einen guten Platz irgendwo bei lieben Menschen auf der Couch verdient hätte!

Endlich traf ich dann auch eine Dänin in der Straße Vejlby Klit an, die hier wohnt und seit einigen Jahren auch Katzen füttert, die gelegentlich bei ihr vorbeikommen.
Sie erlaubte uns auf Nachfrage in der heutigen Nacht eine Falle auf ihrer Terrasse aufzustellen.
Bekannt waren ihr eine weiße kleine Katze und ein getigertes Tier.
Natürlich dachte ich sofort an Krümel... den kleinen kaum halbjährigen weißen Kater, den Elly und ich im März fangen und kastrieren lassen konnten.

Nachdem wieder alle Futterstellen aufgefüllt waren, positionierte ich die Falle und dann setzten wir uns zum Abendessen.
Nicht lange dauerte es, da bekam ich dieses Foto:


"Das ist Krümel.", schoss es mir durch den Kopf.
Ich sprang auf, stieg ins Auto und fuhr zu der Falle. Langsam ging ich um das Haus herum. Dort saß die schmale weiße Katze. Ich sprach sie an und sie schaute zu mir, lief nicht sofort weg.
Also tatsächlich Krümel.
Aber bei genauerem Hinsehen: Nein, diese Katze hat keine Tätowierungen in den Ohren und der kleine dunkle Fleck auf dem Kopf ist auch anders als bei Krümel.
Das konnte jetzt nicht wahr sein.
Sollte es sich wirklich um die Mutter all der weißen Tiere in der Siedlung handeln?

Sofort zog ich mich ein paar Meter zurück, nachdem ich nochmal ein paar kleinere Kügelchen Leberwurst in die Falle gelegt hatte.
Ganz still setzte ich mich in eine Ecke der Terrasse, machte meine Taschenlampe aus und wartete.
Einige Minuten später "Klapp". Drinnen war die Katze.
Zuhause nochmals ein genauer Blick in die Ohren: Nein, da ist keine Tätowierung - noch nicht ...;-)



Meine Güte, bin ich nun gespannt, ob es tatsächlich "die weiße Katzenmama" ist.

Der Rest des Abends verlief entspannt. Die kastrierten Katzen fraßen ein wenig und wir füllten nochmals die Näpfe am Carport in der Viktoriavej - nachdem die letzten Hunde-Gassigänger ihre Runden gedreht haben.

Die Falle auf der Terrasse lasse ich scharf.
Da ist ja noch das unbekannte Tigerchen... und eigentlich der letzte Fang-Abend für diesen Urlaub.
Leider.

Anke

Mittwoch, 23. November 2016

Besseres Wetter und wieder zwei Fänge

In der letzten Nacht hatte Tom mir zu fast vier Stunden durchgehendem Schlaf verholfen, da er gegen drei Uhr so lange von außen an dem Auslöser der offenstehenden Falle im Viktoriavej herumfummelte um an das darin befindliche Futter zu kommen ohne selbst hineinzugehen, dass sie schließlich zuschlug.
Als ich dies auf der Wildcam sah, stand ich nicht auf um sie wieder scharf zu stellen, sondern drehte mich einfach müde um - schließlich war er ja nicht gefangen, sondern nur die Falle unscharf.

Um 8 Uhr machte ich mich mit den beiden Fängen von gestern auf den Weg nach Lemvig zur dortigen Tierklinik.
Im Anschluss entließen wir (nachdem er hier im Haus noch "Frühstück" und eine Wurmpille bekommen hatte) den lieben Morten an seiner Geburtsstätte im Viktoriavej.

Morten nach seiner Freilassung

Sichtlich entspannt verließ er den Korb und freute sich über seine wiedergewonnene Freiheit, fraß eine große Portion, spielte mit den Grashalmen, rieb sich an Büschen und Balken und kam immer wieder auf uns zu gelaufen.
Schweren Herzens fuhren wir dann zurück ins Ferienhaus, um dort selbst in Ruhe zu frühstücken.
Im Anschluss reinigte ich das bereits benutzte Equipment und schon kam der Anruf aus der Tierklinik: ein Mädchen und einen Kater hatten wir gestern gefangen!
Beide waren nun kastriert und könnten bald abgeholt werden.
Das Mädchen hatte schon mehrfach Junge, so sagte mir die Mitarbeiterin.

So fuhren wir vorher nur kurz nach Vrist, wo am Fangplatz vom gestrigen Abend wiederum die Futterschüssel geleert worden war - weshalb wir uns entschlossen dort am Abend nochmal unser Glück zu versuchen.
Die beiden kastrierten Miezen holten wir danach ab und hofften auf eine ebenso unproblematische Folgenacht wie bei Morten.

Eine Runde noch durch die Siedlung zum Austausch der Speicherkarten der Wildkameras.
Die Schwester von Morten hatte wieder an dem Haus gefressen, an dem wir sie am Sonntag entdeckt hatten und ich nun morgen früh versuchen will sie zu fangen.

Auch die Auswertung der Kamera an dem Futterplatz im Carport in der Viktoriavej war spannend.
Da war so richtig was los in den letzten Stunden:
Ben, Lille, Tom, Tilda, Thea, Tim und zwei noch unkastrierte Tiere, die ich bereits im Mai entdeckt hatte.


Meine Güte, es wäre so wunderbar dort in der Nähe eine feste Futterstelle zu haben!
Sie würde den Tieren das Leben (insbesondere im Winter) so viel leichter machen.
Wenn es jemanden gibt, der mir da helfen könnte, wäre ich so dankbar.
Es geht um den geeigneten Platz dafür und die Betreuung - für die Ausstattung und finanzielle Unterhaltung würde von mir gesorgt.

Am Nachmittag fuhren Petra und ich wieder nach Vrist.
Wie verabredet, bauten wir die Falle an dem Haus auf, an dem wir gestern gefangen hatten.
Und schon kurze Zeit später hatten wir die erste Katze darin.
Ein ganz schlankes noch sehr junges Tigerchen:


Kaum war es nach Hause gebracht, meldete die Kamera uns einen erneuten Fangerfolg: wahrscheinlich ein Geschwisterchen, denn es war ebenso schmal und die Zeichnung fast identisch.

Hiernach tat sich bis um 23 Uhr nichts mehr, so dass wir uns entschlossen, mal eine Nacht sicher durchschlafen zu können und bauten die Fallen ab.
Natürlich nicht, ohne alle uns bekannten Futterstellen nochmals aufzufüllen.

Anke

Dienstag, 22. November 2016

Wieder viel Regen, aber zwei Fänge

Wie erwartet, erbrachte die Nacht leider nichts Gutes mehr.
Zwar wurde ich durch die regelmäßigen Fotos der Funkkamera geweckt - diese dienen aber nur der Sicherheit, dass tatsächlich noch ein Netz vorhanden ist für die Übertragung.
Ein Motiv zur Auslösung war leider nicht vorhanden.

Erst morgens nach dem Aufstehen erschien auf einer der Kameras eine Katze - noch neben der Falle.
Und ich hoffte auch, dass sie sich den Stress des Hineingehens ersparen würde, denn es sah ganz deutlich nach der im März kastrierten Lena aus.
Da ich die Fallen nun sowieso abbauen wollte, fuhr ich also dennoch dorthin.
Naja, und wie zu erwarten, hatte sich die dreifarbige Lena tatsächlich wegen Hungers in die Falle begeben.


Vorsichtig ließ ich die heraus. Zwar lief sie nicht panisch davon, kam aber auch nicht mehr zurück, obwohl ich ihr an der Terrasse eine Schüssel mit Katzenfutter aufstellte. Armes Ding.

So machte ich mich also mit dem einen gefangenen Kater auf nach Ringköbing in die Tierklinik.
Während der Kater dort kastriert wurde, machte ich einen Abstecher nach Klegod um dort mal auf dem Hof vorbeizuschauen, auf dem ich im September mit der Kastration dreier Katzendamen weiteren Nachwuchs zu vermeiden half.
Allen Katzen geht es gut. Und von den dort lebenden Tieren sind nur noch drei Kater unkastriert. Sollte ich einen Tag Zeit haben diese Woche, würde ich auch die gern noch in die Tierklinik fahren.

Dann holte ich aber zuerst einmal den kastrierten Kater "Morten" (Petra gab ihm diesen außergewöhnlichen Namen) beim Tierarzt ab.
Der junge Mann hatte die OP gut überstanden.

Am Nachmittag folgte dann bei strömendem Regen ein Gang durch die Siedlung.
Es wunderte mich eigentlich nicht, dass ich nur den weißen Kater zu Gesicht bekam - der Schmuser, der sich nun tatsächlich durch den Chip als "Ben" herausstellte!
Außerdem wechselte ich an der Futterstelle die Speicherkarte - und um es vorweg zu nehmen, kam bei der Durchsicht ein nicht geringer Zorn in mir auf:


Das ist unglaublich. Ein angeleinter Hund, der Mensch also in unmittelbarer Nähe, frisst mit Einverständnis seines Besitzers in Schüsseln (und nicht für ihn!) aufgestelltes Futter.
Glauben diese Urlauber, dass das mit zum Service gehört?

Dafür stimmte mich der liebe Morten dann im Ferienhaus wieder milde.
Er war hungrig. Als wir ihn mit einem Löffel durch das Gitter zu füttern versuchten, war er so gierig, dass er sich den Löffel in seinen Korb hineinzog, was Petra und mich zum Lachen brachte.
Vielleicht sollten wir ihm am besten die Dose direkt ebenfalls hinzu geben... ;-)

Morten

Am Abend erweiterten Petra und ich dann wie angekündigt unseren Radius auf die direkt nördlich an Vejlby Klit angrenzende Siedlung Vrist.
Wir überlegten zuerst, ob wir nur Futterstellen einrichten oder direkt mit dem Fangen beginnen sollten.
Wir entschieden uns für letzteres und hatten, wie sich herausstellte, gut gewählt.
Denn wir waren gerade wieder Zuhause angekommen und wollten uns Abendessen machen, da zeigte die Kamera die erste Katze:


Also ab ins Auto, die Katze umgeladen und die Falle wieder scharf gestellt.
Zeit zum Essen blieb uns danach - doch dann mussten wir uns erneut aufmachen und den zweiten und letzten Fang für den heutigen Abend holen:



Ich bin sehr gespannt, welche Geschlechter diese beiden haben...
Nicht, dass es nach dem morgigen Vormittag 3:0 für die Männer steht!

Nun jedenfalls bin ich schrecklich müde und werde schlafen gehen.
Die Tierklinik wartet um 07:30 Uhr auf meinen Anruf.

Morgen werden wir uns dann sicherlich bei Tageslicht nochmal in Vrist umsehen, um vielleicht weitere geeignete Plätze für unsere Fallen zu finden.

Anke

Montag, 21. November 2016

Schlechtes Wetter, dennoch keine Langeweile

Eine anstrengende Fahrt war es gestern: gut 900 Kilometer bis Vejlby Klit.
Mal wunderbarer Sonnenschein, mal ein kurzer Hagelschauer, regnete es bei unserer Ankunft am Ferienhaus und es war schon dunkel.
So räumten wir nur schnell das Auto aus und richteten uns im Haus ein.
Dann ab ins Bett...

Heute nach dem Frühstück wollte ich dann Petra die Örtlichkeiten der Siedlung zeigen, an denen Elly und ich im März unsere Fänge hatten und das Haus, an dem ich hoffte, das noch unkastrierte Geschwister-Pärchen finden und fangen zu können, das ich mit Martina im Mai entdeckt hatte.

Auf dem Weg dorthin streiften wir also an den Häusern entlang und wollten auf jeden Fall mal vor zum Strand.
Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte, denn tatsächlich saß kurz vor den Dünen im Strandhafer eine graue Katze - sich zum Schutz vor dem Wind ganz tief nach unten duckend.
Als sie dann beim Näherkommen langsam davonlief, glaubte ich meinen Augen nicht trauen zu können:
Es war der Kater des Geschwister-Pärchens, der da vor uns saß und völlig ausgehungert war.
Er war sogar bereit uns zu einem nahegelegenen Haus zu folgen, wo wir ihm natürlich eine Portion Feuchtfutter zu fressen gaben - in der Hoffnung ihn an dieser Stelle am Abend vielleicht fangen zu können:


Der weitere Weg führte uns in den Viktoriavej:
Hier entdeckten wir an einem Haus einen der bereits kastrierten weißen Kater, der die letzten 14 Tage hier von deutschen Urlaubern gefüttert worden war (ich hatte dies von den Beiden mitgeteilt bekommen).
Ob es Ben oder Leon ist, der vom wilden Streuner zum Ober-Schmuser mutiert ist, wird in den nächsten Tagen das Chip-Lesegerät klären - denn die einheitlich schmutzig-weiße Fellfärbung lässt eine eindeutige Identifizierung nicht zu.

Die nächste Katze, die wir entdeckten, befand sich nur 50 Meter weiter.
Hier wollten wir gerade an einem unter einem Carport eingerichteten "Futterplatz" mit ein paar Schüsseln dieselben füllen, als uns aus den Büschen jemand anmiaute.
Noch ein guter Bekannter: Tim - ebenfalls im März kastriert!

Tim

Damit noch nicht genug, saß wieder nur knappe 100 Meter weiter eine andere Katze geduckt in den Büschen.
Das gibt es doch gar nicht, dachte ich: es war das Mädchen des Geschwister-Pärchens!


Auch sie, die uns ebenfalls laustark aufforderte ihr doch endlich etwas zum Fressen zu geben, wurde natürlich gleich gefüttert.
Und sie schlang das Futter herunter, als hätte sie seit Tagen nichts gefressen, die arme Kleine.
Puh, ob wir sie wohl dort irgendwo fangen könnten die nächsten Tage??

Dann ging es weiter auf eine Runde bis in die nördlichste Ecke der Siedlung - ohne weitere Katzensichtungen.
Erst auf dem Rückweg, wieder im Viktoriavej angekommen, entdeckten wir die nächste bekannte Mieze: Lille.

Lille
Da es dann auch wieder zu regnen begann, gingen wir langsam zum Ferienhaus zurück.

Eine kleine Runde machte ich noch allein am Nachmittag - an den Futterschüsseln im Carport hatten zwischenzeitlich drei Katzen ihren Hunger gestillt.
Aber es waren die, die wir auch schon live gesehen hatten: Lille, Tim und (wahrscheinlich) Ben.

Ben? Oder doch Leon?

So entschlossen wir uns für den Abend die Geschwister zu fangen zu versuchen und machten uns nach dem Essen auf den Weg in den Viktoriavej.
Wir stellten die Falle wind- und regengeschützt auf.

Danach fuhren wir in den Lucievej, dorthin, wo wir bei unserem Rundgang am Vormittag den Kater entdeckt hatten.
Und, so als hätte er auf uns gewartet, saß er an dem Haus und machte sich mit einem lauten Miau bemerkbar.
Also Futter in die Falle - aber wir mussten uns noch nicht einmal entfernen, er ging in die Falle, trotzdem wir direkt daneben saßen.
Fang Nummer 1 für diesen Aufenthalt war geglückt.
Der Kater wurde schnell in den kleineren Umsetzkäfig umgeladen und dann ins heimische Bad gebracht.



Vorhin saß ich dann schon hier beim Schreiben, als sich die Funkkamera aus der Viktoriavej meldete. Eine Katze war auf dem Weg zur Falle:


Aber leider war es nicht das Katzenmädchen, das wir fangen wollten, sondern der im März kastrierte Kater Tom, den wir 10 Minuten später wieder in die Freiheit entließen.
Übrigens war der Herr danach entspannt genug, noch eine Schüssel mit Feuchtfutter zu fressen..;-)
Dann ging er nach einer Streicheleinheit seiner Wege.

Tom - gut zu erkennen an dem weißen Kinn und den markanten weißen Zehen

Die Falle ist nun wieder scharf und die Nacht wird schlaflos - obwohl ich kein gutes Gefühl habe...

Anke

Samstag, 19. März 2016

6. Tag - letzter Tag in Vejlby Klit, aber ganz sicher komme ich wieder

Am Morgen war, wie hier inzwischen schon gewohnt, zuerst einmal die Freilassung der am Vortag kastrierten Tiere an der Reihe.
Dies lief sehr entspannt ab, die weißen erwachsenen Herren, denen wir die Namen Ben und Leon gegeben hatten, waren sehr ruhig:

Ben kurz vor seiner Freilassung
Den kleinen Krümel behielten wir noch bis zum Nachmittag, da wir ihn noch in Ruhe füttern wollten.

Als Ben dann seinen Korb verlassen hatte und wir an dem Haus die Futterschüssel neu befüllen wollten, trauten wir unseren Augen nicht:
Auf der Terrasse des Hauses kam uns Tom entgegen und wollte gleich um meine Beine streichen.
Noch viel besser aber war, dass auf der Fußmatte des Hauseingangs eine weitere Katze saß:


Es war ein hübsches grau-weißes Tier.
Es erinnerte mich unglaublich an den Kater, den wir in Bjerregard im zweiten Dänemark-Jahr (2004) an unserem Haus hatten und der uns letztlich auch mit dazu bewegte, dieses Projekt zu beginnen.
Herr Nebel hatten wir den Kater damals genannt - wegen seiner Fellfarbe.

Am heutigen Morgen dann hatte ich also wieder ein so hübsches Tier vor mir und wieder war es zutraulich und ließ sich streicheln.
Und es ließ einen Blick unter den Schwanz zu: ein Mädchen. Wow.
Also gaben wir dem aufdringlichen Tom auf der Terrasse Feuchtfutter und füllten für das grau-weiße Mädchen etwas Futter in eine Schüssel.
Diese stellten wir in den nach Bens Freilassung nun leeren Transportkorb.
Das kleine Mädchen ging mit den Vorderpfoten hinein und ich half mit sanften Druck nach, schob sie hinein und schloss die Klappe.
Nun war dann doch ein wenig Randale angesagt im Transportkorb, also schnell eine Decke darüber und ab nach Hause.
Ein Telefonat mit der Tierklinik in Lemvig: Ja, wir könnten um 10:15 Uhr kommen.
Wunderbar, so hatten wir noch Zeit für das Frühstück.

In der Tierklinik warteten wir dann, bis der heutige Fang in Narkose lag, wollten wir doch wirklich ganz sicher sein, noch ein Mädchen gefangen zu haben.
Ja, es wurde uns bestätigt.
Juchhu!
Bis zur Abholung würden noch ein paar Stunden vergehen, die wir nutzten, um bei den in Vejlby Klit ansässigen Ferienhausvermietern unsere Flyer auszulegen und mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.
Leider war der Novasol-Mitarbeiter nicht wirklich interessiert.
Bei ihm hatte man den Eindruck, dass er selbst die Katzen als „Problem“ empfindet - hingegen waren die Damen der anderen Büros ehrlich interessiert und berichteten von Katzen in Vejlby Klit.
Zudem erfuhren wir sogar, dass es im Herbst eine schwarz-weiße Katzenmama mit drei weißen Jungtieren gegeben hatte.
Oh, also hatte unser kleiner Krümel ursprünglich noch zwei Geschwister…
Und anscheinend war es doch nicht die Mutter, mit der er da vor zwei Tagen so idyllisch im Gras lag.

Aber wer kennt schon die Verwandtschaftsverhältisse in einer Katzenpopulation, wenn es sich denn nicht um Rassekatzen und ihre Züchter handelt…
Hier sind es oftmals nur Spekulationen, wer da mit wem vielleicht wie verwandt sein könnte ;-)

Im Anschluss durfte auch der kleine Krümel in die Freiheit.
Zwar lief er direkt davon, blieb dann aber doch neugierig herausschauend unter der Terrasse sitzen.

Krümel nach seiner Entlassung
Ein goldiger kleiner Kerl, den Elly und ich sehr ins Herz geschlossen haben.
Wir wünschen ihm (wie natürlich auch allen anderen Katzen) alles Gute!

Da ein Ferienhaus ganz in der Nähe der Entlassungsörtlichkeit über die letzten Tage von Dänen bewohnt war, gingen wir im Anschluss zu der auf der Terrasse sitzenden Dame, um nach Katzen zu fragen.
Es entwickelte sich ein sehr nettes Gespräch auf englisch, in dem die Dänin uns sagte, dass sie unsere Arbeit ganz super finde und bat uns um einen Flyer, den sie in ihr Gästebuch legen wollte.
Perfekt.

Am frühen Nachmittag konnten wir dann die kastrierte Katze von der Tierklinik in Lemvig abholen.
Nebelchen, so habe ich sie genannt, hatte alles gut überstanden und war von der Tierärztin auf etwa 4-5 Jahre geschätzt worden.
Und auch sie war bereits wieder rollig gewesen!

Nachdem wir sie zurück ins Ferienhaus gebracht hatten, machten wir uns auf eine Runde durch den nördlichen Teil Vejlby Klits.
Hierbei sprachen wir auch etliche Urlauber und auch dänische Hausbesitzer an. Viele von ihnen sprechen ja (zum Glück für uns) deutsch oder englisch.

Allen war das „Katzenproblem“ bekannt und alle waren hoch erfreut über unsere Arbeit.
Wir ernteten sehr viel Lob und ein älteres dänisches Paar versprach uns sogar, dass man meine Sache in der Eigentümerversammlung ansprechen wolle!
Das ist absolut erfreulich. 
So könnte Unterstützung zustande kommen, wie ich sie inzwischen auch in Bjerregard erfahre - oder zumindest doch das Wissen über das Katzenprojekt.

Von vielen Urlaubern wiederum bekamen wir gesagt, dass man „viele Katzen“ gesehen habe.
Mit einem jüngeren deutschen Pärchen kamen wir ebenfalls in ein super-nettes Gespräch.
Die Beiden erzählten uns, dass sie nicht zum ersten Male hier seien und über diesen Urlaub sehr viele Katzen an ihrem Haus gefüttert hätten.
Einige von ihnen hätten sie aus früheren Aufenthalten wiedererkannt - von einem Tier vermuteten sie aufgrund der Dicke und Form des Bauches, dass es zur Zeit schon wieder tragend sei.
Auch hier freute man sich über das Projekt.
Schön, so viel Lob und Zustimmung für die Kastrationen zu erfahren!

Auch entdeckten wir bei unserem Rundgang noch die bereits kastrierten Katzen Tilda, Theo und Tim:
oben Tilda, unten Theo und Tim
Wunderbar, sie gesund und mit gutem Appetit nochmal vor der Abreise angetroffen zu haben.

Ein paar Hinweise auf uns noch nicht bekannte Katzen erhielten wir auch.
Diese Tiere gilt es - wie immer - beim nächsten Aufenthalt hier ausfindig zu machen und ebenfalls zu kastrieren.

Am Abend sammelten wir dann alle Kameras und Futterschüsseln ein und hinterließen an einigen der Häuser, an denen wir gefüttert hatten, noch Trockenfutter unter den Terrassen.

Morgen treten wir dann, wenn Nebelchen entlassen ist, unsere Heimreise an.
Und wie immer wird es in den kommenden Tagen irgendwann eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse der letzten vierzehn Tage geben.

Bedanken möchte ich mich aber schon jetzt vor allem bei Elly, die mich in dieser zweiten Woche mit sehr viel Tatkraft unterstützt hat.
Sie war eine perfekte Hilfe mit unglaublich viel Engagement. Mein „Lehrling“ hat gute Arbeit geleistet und ich würde mich sehr freuen, wenn sie mich im nächsten Jahr wieder hierher begleitet - denn zu tun gibt es ja reichlich!

Tja, und dann natürlich auch ein Dank an die Tierarztpraxis in Süderlügum und auch die Tierklinik in Lemvig - und selbstverständlich an alle Urlauber und dänischen Hausbesitzer, die uns halfen oder noch helfen werden.

Es kann gar nicht genug Unterstützer geben in dieser Sache - den Fellnasen zuliebe, die jede gute Tat wert sind!