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Donnerstag, 10. März 2016

5. und 6. Tag - "Soll" erfüllt - aber es steht 5:2...


Aufgrund der gestrigen Abend/Nacht-Fangaktion versuche ich die beiden letzten Tage zusammenzufassen.

Gestern um 4 Uhr morgens hörte ich etwas laut klappern. Ich schimpfte schon ein wenig über die Miezen, die mir nun doch wieder meine Nachtruhe raubten.
Aber nein, plötzlich war ich hellwach. Das Geräusch kam ja von der Falle auf meiner Terrasse.
Den Vorhang ein wenig beiseite gezogen, saß da tatsächlich ein schwarzes Tier und randalierte wild.
Gut, dass mich in den folgenden fünf Minuten niemand sah, als ich den schwarzen Wilden in den Abstellraum trug…;-)

Als der Wecker um 07:15 Uhr klingelte, entließ ich zuerst die drei Fänge vom Wohnhaus des Reiterhofs in Sönderstrand.
Wie schon berichtet, waren es neben der Katzenmutter zwei Kater.



Wie üblich bekamen auch sie bei der Entlassung ihre Namen: Anna, Silas und Lukas.

Lukas ganz links, Silas in der Mitte, Anna ist schon weg...

Anna verschwand im gestreckten Galopp in die Büsche, die beiden Kater ließen sich etwas bitten, liefen dann aber auch davon.

Dann fuhr ich mit dem Fang der Nacht zum Tierarzt.
In der Wartezeit ein ausgiebiges und gemütliches Frühstück beim örtlichen Bäcker.
Meine Treuekarte von dort (den Tierarzt-Besuchen sei Dank) brachte mir sogar einen Gratis-Cappuccino ein ;-)

Und bei der Abholung erfuhr ich (was aber eigentlich ja schon klar war), dass es sich wiederum um einen Kater handelte, der mir in die Falle gegangen war.
Es ist einfach unglaublich. Wo stecken nur all die Katzenmädchen?

Nachmittags dann nutzte ich den perfekten Sonnenschein und reinigte das Futterhaus in der Inselmitte gründlich.

Am Abend war dann die Großaktion am Hotel Kommandoergaarden geplant.
Equipment eines Katzenfängers...;-)

Das Auto bis zum Anschlag voll gepackt, fuhr ich auf meinen Posten nahe des Futterhauses.

Eigentlich hatte ich ja geplant, alle Katzen zu fangen und bis zum Abbruch der Aktion festzusetzen.
So stellte ich beide Fallen auf.

Und es dauerte nicht lang, da machte es auch schon „klapp“
Ich traute meinen Augen nicht: eine noch nicht kastrierte Katze - aber eine, die ich im November schon auf der Wildcam gesehen hatte, ein graues Tier:


Also, schnell in einen Umsetzkäfig umgepackt, denn er (das war aufgrund der Kopfform klar) würde mich auf jeden Fall zum Tierarzt begleiten.

Danach kam Mia. Bei ihr wusste ich, dass ich sie anfassen kann.
Also griff ich sie mir und setzte sie „händisch“ in einen der Körbe.

Dann ging alles schnell.
Plötzlich kamen vier Katzen auf einmal zum Futterhaus, dann noch eine fünfte hinzu.
Also gut, das musste doch auch anders abzuarbeiten sein, als mit Fallen…
Zwei große Dosen aufgemacht, in das Unterteil des Trockenfutter-Spenders geschüttet und den Damen und Herren hingestellt.

Olaf, Knut, Rieke und Ulla

So konnte ich diese hungrigen Mäuler perfekt auf einmal stopfen - und, es sei verraten, bei vieren funktionierte es auch wunderbar und sie störten nicht mehr an der Falle.

Als ich dann wieder um die Ecke bog und zu einer der Fallen hinsah, war darin bereits das nächste Tier: Grete.
Das traf sich gut.
Denn sie wollte ich aufgrund ihres extremen Katzenschnupfens und der Schonhaltung der rechten Hinterpfote ja auf jeden Fall mit zum Tierarzt nehmen.

Madita
Im Innenhof des Hotels entdeckte ich dann noch Madita - die später auch noch in die Falle ging.


Eine augenscheinlich sehr alte Katze sah ich bereits, als es noch hell war. Sie hätte ich gern gefangen, denn es scheint ein Weibchen zu sein.
Aber sie tat mir den Gefallen nicht, obwohl sie, wie ich später bei der Auswertung der Fotos sah, mehrfach im Dunkeln um die Falle herumschlich.

Während des anschließenden Wartens gingen dann Knut und Thor in die Falle.
Was für ein wunderschöner Kater dieser Thor doch ist:

Thor
Den Rest der Zeit wartete ich bis 1 Uhr vergebens.
Aber die Wildcam zeigte mir am Morgen, dass auch keine andere Katze mehr gekommen war über Nacht.

So kann ich nun also sagen, dass mit Stand des gestrigen Abends von den seit November 2013 ursprünglich 18 am Hotel Kommandoergaarden kastrierten Katzen sicher noch 10 Tiere dort sind:
Grete, Thor, Madita, Knut, Olaf, Rieke, Mia, Ulla, Torge und Magnus.
Hinzugekommen sind der graue gefangene Kater und die wahrscheinlich alte schwarze Katzendame (hoffentlich bekommt sie keine Jungen mehr!).

Der Verbleib der Anderen ist ungewiss.
Ich weiß lediglich von einem überfahrenen getigerten Kater, der eine Tätowierung hatte (wahrscheinlich war es Sixty), und von einem Anwohner gegenüber erfuhr ich, dass sich bei ihm ein roter Kater eingefunden hatte, der erkrankt war und schließlich starb (dies könnte Erik gewesen sein).


Wodan
Heute am Morgen nun entließ ich zuerst den hier am Ferienhaus gefangenen Kater, der den Namen Wodan erhielt:


Der arme Kerl geriet auf der bereiften Holzterrasse erst einmal ein bisschen ins Rutschen…


Dann fuhr ich mit dem Grauen und Grete zum Tierarzt.
Wie sollte es anders sein, war das Graue natürlich tatsächlich ein Kater.
Und Grete war beim Tierarzt so lieb, dass wir sie uns ganz ohne Betäubung in Ruhe anschauen konnten.
Die leichte Lahmheit war zumindest keiner knöchernen Verletzung geschuldet. Hoffen wir also, dass es sich wieder gibt.
Und gegen die Schnupfennase gab es ein Medikament mit Depotwirkung.
Drücken wir ihr die Daumen, dass ihr das hoffentlich bald kommende warme Wetter Linderung verschafft.
Aber es wäre nicht richtig gewesen, Grete einzuschläfern, ihr Lebenswille (und übrigens auch ihr Appetit!) ist zu groß.
Vertilgte sie beim Aussetzen am Hotel auch gleich schnurrend und schniefend einen ganzen Beutel Feuchtfutter:
Grete
Der Nachmittag war für mich dann mit dem Säubern der Boxen und Fallen ausgefüllt.
Im Anschluss noch ein ausgiebiger Gang durch Lakolk mit seiner Ladenzeile - jedoch ohne neue Erkenntnisse.

Am frühen Abend begab ich mich nochmal nach Sönderstrand.
Molly und Max im Reitstall geht es super.

Anna, Silas und Lukas wurden zumindest von den Reitstall-Besitzern schon wieder gesehen, seien aber wohl sehr zurückhaltend im Moment. Kein Wunder!

Die Auswertung der Wildcam an der Kompost-Futterstelle ergab die erfreuliche Sichtung einer alten Bekannten, der lieben Meike:

Meike

Leider keine Kirsten, keine Prinsesse und vor allem keiner der kastrierten Kater im Bereich Sönderstrand… Ob hier doch die Jäger manchmal Hand anlegen, um Hasennachwuchs und Vögel zu „schützen“? 

So habe ich nun tatsächlich alles geschafft, was ich mir für diese Woche vorgenommen hatte.
Morgen ist mein letzter Tag auf der Insel - wer weiß, was er noch bringt...

Freitag, 13. März 2015

7. Tag - vorerst letzter auf der Insel Römö


Gestern Abend gab es noch die beabsichtigte Fang-Aktion am Hotel Kommandoergarden.
Es ging uns um drei ganz bestimmte Katzen, eine davon kannten wir „live“ (die Schwarze mit dem weißen Unterfell), eine „live“ immerhin vom letzten November (die Kuh-Katze) und eine nur von der Auswertung der Wildkamera in den vergangenen Tagen (ein helles, langhaariges Tier).

Kater oder Katze?

Kurz nachdem wir am Futterhaus angekommen waren, waren auch schon einige Vierbeiner da.
Alle warteten offensichtlich auf die Fütterung.
Zwei (Hauke und Henrik) konnten wir gleich zufriedenstellen und hofften, dass sie uns beim Fangen nicht mehr dazwischenkommen.
Diese taten uns auch den Gefallen, aber da waren ja noch viele andere Fellnasen.
Kaum stand die Falle, war Olaf drinnen.
Nun entschieden wir, die gefangenen Katzen einfach in die Umsetzkäfige umzupacken und im Auto „zwischenzuparken“. So könnten sie uns wenigstens nicht nochmal stören.
Das nächste Klapp - wieder eine alte Bekannte: Rieke.
Und kurze Zeit später dann war Mia in der Falle.

Und danach war es wie abgeschnitten.
Bei nur um die 0 Grad setzten wir uns dann ins Auto. Und plötzlich tauchte die Kuh-Katze auf. Aber sie lief zielstrebig von A nach B, würdigte weder das Futterhaus noch unsere Fallen auch nur eines Blickes…

Weil dann wieder nichts passierte, ging ich zu dem Müllplatz.
Und dort saßen denn auch Knut, Torge und die schwarze Katze mit den weißen Stellen, die Mia so ähnlich sieht.
Und hier gab es eine erfreulich Überraschung bzw. Entdeckung meinerseits: dieses Tier war markiert - und zwar mit einem Kreis im Ohr. Es konnte sich also nur um Ulla handeln.
Merkwürdig, nun hat also auch sie diesen Fell-Veränderung.
Meine Güte, den beiden muss es wirklich kalt gewesen sein über den Winter.
Aber die Haut war weiß und sah weder schuppig noch gerötet aus.
Aber dennoch reifte in mir der Entschluss, die ohnehin gefangen im Auto sitzende Mia mit zum Tierarzt zu nehmen, um die Sache mal anschauen zu lassen.

So konnte ich nun aber auch diese drei füttern, sehr gut.

Torge, Knut und Ulla
Danach stieg ich zu Thomas ins Auto und nun mussten wir doch die Standheizung mal einschalten, so kalt war es.

Und dann hieß es warten…. warten… warten…
Dann erschien ein helles Tier an der Falle, es zog sich das erste Stück Wurst heraus, dann das zweite Stück.
Dann musste es weiter hineingehen, beim nächsten Stück noch weiter. Dann „klapp“.
Als wir in die Falle schauten, naja, ein bisschen enttäuscht waren wir schon. War doch auf den ersten Blick klar, dass da ein Kater in der Falle saß, riesig groß, kräftig und rot.


Nein, das war nicht das Tier von der Wildkamera.
Aber gut. Wir ließen die erste noch im Auto festgehaltene Katze frei, um den Großen in den Umsetzkäfig zu packen.
Meine Güte, was für eine Randale.. Gut, dass zwischen ihm und uns ein Gitter war.

Dann wieder Warten, wieder schlich die Kuh-Katze über den Hof, wieder interessierte sie die Falle nicht im Geringsten.
Und dann nochmal „klapp“.
Auch dieses Mal war es aber augenscheinlich ein Kater, schon wieder ein großes und kräftiges, dieses Mal getigertes Tier.
Beide Kater hatten wir noch nie am Hotel gesehen, auch nicht auf der Wildkamera.
Es scheint also tatsächlich so zu sein, dass nicht alle Katzen regelmäßig jeden Tag dort erscheinen.

Nach einer weiteren Wartezeit packten wir schweren Herzens zusammen - nicht ohne die Futterschüsseln nochmals zu befüllen und ins Futterhaus zu stellen.
Das war es dann also für diesen Urlaub auf Römö. Schade.

Dann rasch Zuhause die Kater in den Abstellraum und selbst ins Bett.
Nur knapp sieben Stunden später klingelte der Wecker.

Komfortabel war das Aussetzen von Odin, da wir ihn ja hier auf der Terrasse gefangen und so auch hier wieder aussetzen konnten.

Odin beim "Frühsport"..;-)

Dann die Kater und Mia ins Auto und schnell wieder ans Hotel, die Wildkamera geholt und Grete einpacken, um sie zur Untersuchung mit zum Tierarzt zu nehmen.
Wir hatten uns das ganz leicht vorgestellt. Aber ganz so war es nicht.
Der Mitarbeiter des Hotels, der Grete derzeit an seiner Wohnung füttert, wollte sie hochheben, aber sie entwand sich seinem Griff.
Also gut, dann musste ich eben ran.
Futter in einer Schüssel - und dann griff ich ihr ins Genick.
Es war nicht einfach, sie versuchte sich aus meinem Griff zu drehen, kämpfte gegen das Einpacken mit aller Macht, aber ich konnte sie ohne Verletzungen (weder auf ihrer noch auf meiner Seite) in die Box schieben.

Beim Tierarzt ging alles schnell und problemlos:
Die Kater waren rasch kastriert, Mia scheint eine Allergie zu haben, zumindest keine Parasiten. Aber wirklich tun kann man für eine „wildlebende“ Katze an einer Futterstelle mit 10-15 anderen Tieren eben leider auch nichts.
Und die arme Grete hat zwar keine ernsthafte Verletzung am Bein, dafür aber einen chronischen Katzenschnupfen. Sie wird ihre Rotznase behalten.
Eigentlich müsste sie inhalieren, aber wer will sich darum kümmern?
So bekam sie zumindest eine Depot-Spritze, vielleicht hilft auch das nun hoffentlich trockener und wärmer werdende Wetter.
Das sind die sehr traurigen Seiten an unserer Arbeit hier: Man kann für das einzelne Individuum nur sehr eingeschränkt etwas tun.

Am Nachmittag hieß es ein paar hundert Fotos sortieren und zum wiederholten Male Fallen, Umsetzkäfige und Transportkörbe säubern - zumal Grete sich sehr stinkig entleert hatte…


Die Wildkamera an der Kompost-Futterstelle in Sönderstrand musste noch eingesammelt werden. Auch dort hinterließen wir einen Brief und eine Wurmpille für Meike.

Danach schauten wir bei Therese, der Besitzerin, am Hotel Kommandoergarden vorbei.
Wir brachten ihr die laminierte Übersicht der bereits kastrierten Katzen am Hotel und sagten ihr, dass sie die Fotos doch ruhig aushängen könne, damit die Urlauber informiert sind über die Kastrationen.
Zudem wiesen wir darauf hin, dass ihre die Katzen fütternde Tante doch in jedem Falle nur das Futterhaus nutzen solle zum Füttern und nicht auch am Müll wieder etwas hinstellen möge.

Zur Sicherheit gegen das Eindringen von Hunden in das Futterhaus brachten wir noch ein Holzbrett am Haus an.
Die Wildkamera wird uns morgen zeigen, ob die Katzen mit diesem Brett vielleicht auch ein Problem haben…

Resumee:

Wir haben dieses Mal hier auf Römö eine weibliche Katze und sechs Kater kastrieren lassen können.

Beim Sichten der Fotos am Nachmittag stellte ich jedenfalls fest, dass wir von den 15 am Hotel kastrierten Katzen immerhin sicher 11 wiedergesehen haben.


Dennoch bleibt am Hotel noch etwas zu tun.
Die abendliche Überwachung des Futterhauses scheint in den ersten Tagen eines Aufenthaltes sinnvoll zu sein, um daraus Schlüsse über die anwesenden Katzen ziehen zu können.
Zudem berichtete uns Therese auch von Katzen an ihrem Pferdestall. Keine der Katzen habe sie sich angeschafft, alle seine über die Jahre einfach zugelaufen.
Wahrscheinlich gibt es dort also noch weitere Katzen, vielleicht haben sich dorthin aber auch die übrigen vier kastrierten Tiere zurückgezogen, die wir selbst nun in diesem Urlaub nicht mehr entdeckt haben.
Außer Acht lassen darf man aber auch nicht die direkt angrenzende Durchgangsstraße der Insel. Sie stellt eine große Gefahr für die Katzen dar - zumal Thomas Henrik oder Olaf auch über die Straße flitzen sah.

In Sönderstrand haben wir nur eine von uns in den vergangenen Jahren kastrierte Katze live gesehen, nämlich Kirsten.
Und Meike war deutlich auf der Wildkamera zu erkennen.

Meike

Leider fehlen jedoch die vielen anderen Tiere, die wir in den Vorjahren kastrieren ließen.
Da ist vor allem die so zutrauliche und verschmuste Konni gewesen - wobei sie durchaus auch von Urlaubern mitgenommen worden sein könnte.
Tja, und dann fehlen auch noch einige Kater.
Um hier noch ein bisschen genauer schauen zu können, werden wir wohl bei unserem nächsten Römö-Aufenthalt wieder in Sönderstrand wohnen.

Nun geht es morgen aber zuerst einmal an den Ringköbing-Fjord, nach Hemmet Strand.
Hier hoffen wir, unsere Fangquote wieder ein bisschen mehr zum weiblichen Geschlecht hin verschieben zu können!
Allerdings kennen wir zwar einige der an der Futterstelle verkehrenden Tiere von Fotos - die Geschlechter konnten jedoch bislang allesamt noch nicht festgestellt werden.
Es werden also in jedem Falle spannende Tage am Fjord.
Und einige Stunden wollen wir ja auch in Bjerregard verbringen! Darauf freue ich mich besonders.

Anke

Samstag, 7. März 2015

1. Tag - Anreise und erste Katzen


Die Zeit zwischen unserem Aufenthalt im November und dem jetzigen verging so schnell.
Gepackt hatten wir auch flott dieses Mal - trotzdem haben wir bislang noch nichts festgestellt, was wir vergessen hätten. Aber das wird noch kommen…;-)

Die Fahrt war sehr entspannt und bei schönem Wetter.
Da wir auch wieder dasselbe Haus haben, hat inzwischen alles seinen Platz und das Einräumen ging uns gut von der Hand.
Nach einer kurzen Pause und einem Kaffee machten wir uns auf den Weg.
Erst zum Haus der verstorbenen Karstine in der Inselmitte.
Dort sahen wir nach dem Futterhaus - gut gepflegt und mit Trockenfutter im Spender. Eine Katze sahen wir jedoch nicht. Aber wir füllten Feuchtfutter mit Katzenmilch auf und stellten die Wildkamera dazu. 
Denn es interessiert uns sehr, wieviele der Katzen hier noch fressen. Im November waren es noch mindestens neun Tiere.

Danach ging’s weiter in den Süden der Insel, nach Sönderstrand.
Ziel war der als Futterstelle umgebaute Komposter (das Ferienhausgrundstück eines älteren dänischen Paares), an dem wir im November (die bereits kastrierte) Meike und (mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit) deren Mutter auf der Wildkamera hatten.
Natürlich war die Mutter nun eines unserer erklärten Ziele.
Also füllten wir Feuchtfutter auf (Trockenfutter war reichlich vorhanden) und stellten die Wildkamera dazu.
Dann wollten wir weiter zum Hotel.

Auf dem Rückweg sagte Thomas plötzlich: „Schau mal.“ und 100 Meter vor uns lief über den Sönderstrandvej eine Katze - viel weißes Fell war zu erkennen.
Thomas hielt an, ich mit Rucksack und Futter schnell raus aus dem Auto und einen parallelen Weg zu der Katze eingeschlagen.
Langsam ging ich auf ein Grundstück, auf dem die Katze nun etwa sein musste.
Und plötzlich schaute sie mich um die Hausecke an.


Es brauchte nicht lang und ich erkannte sie als eben diese Katze, die am Komposter auf der Wildkamera war und die wir erstmals im Winter 2012/13 gemeldet bekommen hatten.
Und ich hatte Glück: die Katze war zutraulich!
So fiel ein Blick unter den Schwanz leicht: ein Mädchen.
Und verschmust ist sie, schnurr, schnurr. Also schnell gefüttert und gestreichelt.
Thomas, der zwischenzeitlich auch das Auto geparkt hatte, gelang dann auch ein schönes Foto:


Leider haben wir morgen keinen Tierarzt an der Hand. So mussten wir das Mädchen (, das übrigens wunderbar weiches, fast plüschiges Fell hat) wieder gehen lassen.
Hoffentlich sehen wir sie wieder und können sie die Tage noch fangen.
In jedem Fall werde ich morgen Abend an diesem Haus auf sie warten, es scheint ein üblicher Weg von ihr zu sein - obwohl natürlich die Straße, die direkt zum Strand führt, eine der stärker befahrenen auf der Insel ist!

Danach dann zum Hotel Kommandoergarden.
Hier war die Enttäuschung groß.
Unser Futterhaus stand noch - allerdings viele Blätter darin. Eine kleine Schüssel im Haus, in der sich offensichtlich zuvor Feuchtfutter befunden hatte, war komplett leer, leider auch kein Behältnis für Trockenfutter vorhanden.
Also ging ich an den Müllplatz nahe der Küche und dem Hintereingang, wo bis letzten November gefüttert wurde (, wenn denn gefüttert wurde…).
Und dort saßen dann auch zwei Katzen.
Mia erkannte ich sofort, und ein hübscher kleiner Tiger miaute mich an, war aber sehr zurückhaltend.
Ich ärgerte mich sehr, schien es mir doch, als würden die Katzen dort wieder auf Futter warten.
Ich sprach die Miezen dann an, lockte sie.
Und sie folgten mir umgehend in Richtung des knapp 50 Meter entfernten Futterhauses.
Also anscheinend ist ihnen auch dieser Weg nicht unbekannt.
Vielleicht doch ein gutes Zeichen!

Hauke und Mia
Beim Füllen der Schüsseln am Futterhaus erschien noch ein weiterer schmaler Tiger.

Leider blieb es aber bei den Dreien.
Und wir sind sehr gespannt, ob sich bis zum morgigen Vormittag im Futterhaus etwas verändert, ob die Katzen also heute Abend noch etwas zu fressen bekommen hätten.

Und nach der Sichtung der Fotos eben sind wir uns relativ sicher, dass die beiden Tiger die von uns im November kastrierten Hauke und Torge sind.

Die ersten Stunden also schon spannend - und verbunden mit dem Ziel des Fangs eines bestimmten Tieres. Hoffentlich schaffen wir es!

Anke

Mittwoch, 26. November 2014

5. Tag - spannende Geschichten


Wie schon gewohnt, ging der erste Weg am Morgen zum Hotel Kommandörgarden.
Dort entließen wir zuerst zwei der Mädchen, die gestern beim Tierarzt waren:
Rossi, die hübsche rötlich gezeichnete und die kleine Mia, die nochmals in Narkose gelegt, aber bereits im März kastriert worden war.

Und der Kater Henrik durfte auch nach draußen, denn auch er war wach genug, die Pupillenreaktion normal.

Henrik
Die beiden Mädchen liefen nicht davon. Nein, sie blieben so „aufdringlich“, wie sie es bereits beim Einfangen waren. So eine Entlassung ist einfach entspannt. Perfekt für beide Seiten. ;-)

Rossi (links) und Mia

So konnten wir sie sogar beide noch nach ihrer Entlassung füttern.
Das haben wir selten.

Danach kam die kleine Kämpferin Freya an die Reihe.
Sie zeigte uns, wie es in den meisten Fällen ist: Sie rannte geradezu in die Freiheit.
Und dies, da wir sie hier ja auch eingefangen hatten, direkt auf unserer Terrasse.

Freya
Nach Füttern am neuen Futterhaus in der Inselmitte fuhren wir zum Tierarzt - leider ja heute nur mit einer Katze, von der wir sogar vermuteten, dass es sich um einen Kater handelt.
Schon eine Stunde nach der Abgabe konnten wir ihn wieder abholen. Es war ein Kater, den wir Hauke nennen.

Nach einer kurzen Mittagspause fuhren wir nach Sönderstrand, um nochmal nach der aufgestellten Wildkamera zu schauen, die an dem umgebauten Bio-Komposter steht, an dem wir im März auch bereits Meike (2013 kastriert) wieder entdeckt hatten und froh waren, dass sie nun eine feste Futterstelle hatte.

Die Hausbesitzer waren gerade da. Wir hatten sie noch nicht persönlich kennengelernt, lediglich Flyer mit einem Hinweis auf die dänische Seite unserer Homepage hinterlassen.
Also stellte ich mich kurz vor. Der ältere Herr war begeistert von unserer Arbeit.
Und er berichtete, dass er gerne die Katzen füttere - und er freue sich, dass er nun sogar ein hübsches Kätzchen habe, das er sogar streicheln könne.
Er tue das gern und er wünschte uns für unsere Arbeit alles Gute.
Gerne dürften wir die Kamera bei ihm stehen lassen.

Später bei der Auswertung der Fotos sahen wir tatsächlich eine alte Bekannte - was uns riesig freute!

Meike
Danach durfte auch die gestern kastrierte dünne Annika am Hotel wieder in ihre Büsche flüchten, wozu sie keine zweite Aufforderung benötigte. 

Annika
Für den Abend hatten wir uns eine (wahrscheinlich letzte für diesen Urlaub) Fangaktion vorgenommen.
Zu diesem Zweck hatten wir uns Leberwurst, Geflügelwurst und Thunfisch besorgt.
Denn bereits gestern merkte man den Katzen an, dass die Angst vor der Falle stärker war, als die Lust auf das, was darin lag.
Da mussten wir schließlich gegensteuern…

besondere Fangmethoden

Und so waren wir auch erfolgreich.
Bei 3 Grad Außentemperatur fingen wir nach zweieinhalbstündiger Wartezeit immerhin zwei Katzen ein, die wir noch nicht kastriert haben.

Nun sind es nach unseren Beobachtungen noch zwei Tiere, die wir noch nicht gefangen haben.
Eine von ihnen ist sehr auffällig weiß-schwarz gefleckt, sie erkennen wir auch im kommenden März und können sie zu den anderen auseinanderhalten!
Das andere ist sicher ein Kater. Der macht uns also zumindest in Sachen Nachwuchs keine Probleme.

Schließlich hatten wir noch ein gutes Gespräch mit der Hotelbesitzerin Therese.
Wir haben gemeinsam einen Platz für ein Futterhaus gefunden.
Dieses befindet sich relativ wettergeschützt von dem Müllplatz entfernt und wird dann als neue Futterstelle dienen.
So müssen die Tiere nicht mehr zwischen den Scherben und Zigarettenkippen auf dem Boden fressen.
Wir sind sehr froh darüber.
Therese war zudem erstaunt, wieviele Tiere wir nun bereits bei ihr kastrieren konnten.
Zusammen mit den Katzen aus dem März sind es nun allein am Hotel  9 Katzenmädchen und 5 Kater!
Mal sehen, welches Geschlecht morgen noch dazu kommt.

Eine letzte spannende Aktion muss ich nun zum Abschluss des Tages ebenfalls berichten:
Im Mai war einem Urlauber sein Siam-Kater Aramis auf Römö entlaufen.
Der Besitzer hatte zwar Hinweise auf das Tier erhalten, hatte ihn aber bis jetzt nicht zurückbekommen.
Nachdem er auf unser Projekt aufmerksam geworden war, hatte er uns angeschrieben.
Und wir hatten natürlich bei unseren Gesprächen mit den Hotel-Mitarbeitern in den letzten Tagen auch den Siam-Kater angesprochen.
Und heute nun berichtete uns eine Mitarbeiterin, dass sie den Kater bereits über den Sommer immer wieder am Pferdestall des Hotels gesehen habe.
Aufgrund meines Hinweises habe sie ihn nun im Gästebad eingesperrt.
So gingen wir gemeinsam nach dort.
Und tatsächlich: Da saß Aramis!
Wir nahmen ihn sofort an uns und brachten ihn in unser Ferienhaus.

der im Mai entlaufene Aramis heute in unserem Ferienhaus
Sein von mir informierter Besitzer ist sehr froh - morgen wird der Kater abgeholt und nach Hause zurückgebracht.

Übrigens sieht Aramis sehr gut genährt und gesund aus.
Er hat sich die Monate perfekt durchgeschlagen. Es scheint ihm nicht schlecht ergangen zu sein.
Schön, dass er den kalten Winter nun nicht mehr hier auf der Insel verbringen muss. ;-)

So versöhnt uns dieser Tag mit dem gestrigen, ja doch ein bisschen traurigen.

Anke

Dienstag, 25. November 2014

4. Tag - Erfolge, aber auch Trauriges


Am Morgen wurden zuerst unsere drei Patienten von gestern wieder in die Freiheit entlassen.
Stine - schnell weg...
Die beiden Mädchen waren dabei richtig schnell.

Stine





Ulla
Das Katerchen ließ sich bitten, lief dann aber auch davon.

Torge
Dann die Katzenkörbe reinigen und ab zum Tierarzt.

Da wir fünf Tiere brachten, fuhren wir nach der Abgabe wieder zurück ins Ferienhaus, da die Kastrationen erst etliche Stunden später fertig sein würden.

Bei schönem Wetter waren wir am Nachmittag dann unterwegs.
Ein langer Gang durch Sönderstrand brachte mir nur eine, aber immerhin die Sichtung von Kirsten ein, die sich im Moment an einem Haus in der Straße Dvaergternen eingerichtet hat, obwohl sie dort nicht gefüttert wird (es ist das Haus, das wir selbst im März bewohnten).
Leider aber ist sie, so sagten mir die Urlauber, allein dort erschienen.
Das ist kein gutes Zeichen, wie ich finde, denn sonst waren sie und Moritz immer unzertrennlich. Was mag ihm wohl zugestoßen sein?

Später trafen wir uns an dem Haus in der Inselmitte, das der älteren Dame, Karstine, gehörte, mit deren Sohn und einer guten Bekannten, Petra.
Leider ist Karstine nun vor einigen Monaten verstorben. Wir wollten also gemeinsam mit dem Sohn überlegen, wie es dort mit den Katzen weitergeht.

Die Fütterung hat in den letzten Monaten Petra übernommen. Sie ist Mitarbeiterin bei einem Ferienhausvermieter und füttert zweimal wöchentlich an Karstines Haus. So war das neue Futterhaus auch dringend nötig, um das Futter trocken zu halten, da nicht täglich jemand da sein kann, der sich kümmert. Das Futter selbst schicken wir auch zu Petra, die es dann in Rationen mit nach Römö nimmt.

Karstines Sohn ist mit der Verfahrensweise so einverstanden. Die Katzen dürfen bleiben, zumindest vorerst.

Das Futterhaus haben wir an einem etwas geschützten Platz aufstellen können. Über den Winter wird es trotzdem seine Bewährungsprobe erfahren…

Ja, und als wir schon mal an der Futterstelle waren, sahen wir auch eine der Katzen, die wir noch nicht fangen konnten, die aber offensichtlich schon alt sein musste, was das Aussehen des Fells sogar auf der Wildkamera zeigte. Tatsächlich gelang es uns, dieses Tier einzufangen.
So nahmen wir es am Abend mit zum Tierarzt, da wir dort ja ohnehin die anderen fünf abholen mussten. Wir wollten überprüfen lassen, ob es der Fellnase noch gut geht.

Die Katze wurde also in Narkose gelegt, denn anfassen ließ sie sich nicht. Und dann stellten wir fest, dass sie ein offenbar schon seeeeeeehr altes Mädchen war, das zudem erheblich von Parasiten befallen war und sich wohl auch kaum noch putzte.
Wir befürchteten alle, dass sie es sicher nicht mehr lange schaffen würde. So entschlossen wir uns, sie von der Narkose über die Regenbogenbrücke zu schicken.
Armes Mädchen, nun hatte sie von uns noch nicht einmal einen Namen bekommen können.
Einmal mehr macht uns das traurig - aber vielleicht waren wir auch zur richtigen Zeit am richtigen Ort, damit sie nicht in ein paar Wochen hätte leiden müssen und ihr keiner zu einem raschen Ende hätte verhelfen können.
Schlaf gut, kleines altes Mädchen. Zumindest hattest Du ein langes Leben ohne Hunger - dank Karstine.

Gute Nachrichten gab es dann aber noch von den gefangenen Katzen.
Drei Mädchen wurden kastriert und ein Kater.
Der aufmerksame Leser fragt sich nun, was mit dem fünften Tier ist, das wir am Morgen zum Tierarzt gebracht hatten.
Nun, das war ein bereits im März kastriertes Mädchen, dessen Tätowierung wir aufgrund der schwarzen Fellfarbe leider in der Falle nicht hatten erkennen können.
So war sie leider umsonst in Narkose gelegt worden - und muss nun ebenso wie die anderen die Nacht bei uns verbringen.

Der Abend am Hotel Kommandörgarden brachte mir leider nur einen neuen Fang ein:
noch unbekannten Geschlechts
Ein weiteres Tier, das in die Falle ging, war der erst am Morgen entlassene graue Kater.
Er hat offensichtlich schnell vergessen - oder großen Hunger.
Zudem schlichen Knut und Madita um die Falle herum.

So haben wir nun am Hotel von den im März kastrierten Katzen immerhin drei wiedergesehen:
Knut, Madita und Mia.
Madita
Und während unserer Wartezeiten dort haben wir vier Katzen entdeckt, die wir noch nicht gefangen haben.
Also geht es morgen Abend weiter.

Anke