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Montag, 13. Januar 2020

Aufarbeitung 2019 - Mai in Bjerregard, Teil 1

Eine Woche Urlaub im Mai, so recht hatte ich keine Idee, wohin ich fahren sollte, also entschied ich mich für Dänemark...;-)
Kastrationen würden schwierig, denn es ist die Zeit in der die Mädchen hochtragend sein bzw. irgendwo ganz Kleine liegen haben könnten, die auch 24 Stunden allein noch nicht überstehen würden.
Aber gucken war möglich, und so kam mir Bjerregard in den Sinn. Von dort aus könnte ich einige meiner alten Orte aufsuchen, um zu schauen, wer von den bekannten Fellnasen noch dort ist und ob alle Futterstellen noch existieren.

Martina begleitete mich und ich hatte das Haus gebucht, an dem im November 2018 die Katzenmutter mit ihren Kleinen gesichtet worden war, die ich auch fangen und kastrieren lassen konnte.
Natürlich war ich in der Hoffnung, die Miezen vielleicht wiederzusehen, denn die Tiere suchen erfahrungsgemäß ja Häuser, an denen sie gefüttert wurden, immer wieder auf.

Und tatsächlich:
Da wir tolles Wetter hatten, konnten wir am zweiten Tag draußen Kaffee trinken und plötzlich kam eine Fellnase um die Ecke...Arianna.
Erst noch etwas scheu, wurde sie über die Tage immer zutraulicher und entspannter.
Einen Tag später kam auch Alessa hinzu, und die beiden Schwestern tollten nach dem Fressen ausgiebig auf dem Grundstück herum.
Einmal erschien auch Mutter Aurora - wunderbar, denn so wusste ich, dass es allen Dreien gut ging und durch die Kastrationen im November sicherlich die Geburt von 6-10 Jungen (allein in diesem Jahr) in der Siedlung verhindert worden war.
Arianna und Alessa, geboren im Frühsommer 2018, kastriert im November 2018

Auch meine allererste (und noch bestehende) Futterstelle in Dänemark suchte ich auf, befindet sie sich doch im Bjerregardsvej.
Leider sind einige der zu Anfang des Projektes kastrierten Katzen inzwischen verstorben, aber ein zugewanderter Kater war bislang noch unkastriert und wurde daher von mir zur Kastration gefangen.
Damit wird es nun dort wohl keinen Russisch Blau-Nachwuchs mehr geben... gut so.

Little Bamse

Zufällig waren während meines Aufenthalts auch Katzen-Freunde in Bjerregard. Sie schrieben mir, dass sie eine Mieze an ihrem Ferienhaus haben.
Da sie die Menschen nicht nahe an sich heranließ und man in den schwarzen Ohren eine Tätowierung nicht sicher erkennen konnte, wollten wir sie zur Sicherheit fangen um zu prüfen, ob sie kastriert ist.
Aber die Kleine kannte offensichtlich eine Falle, denn sie ging nicht weiter als bis vor den Auslöser hinein.
Und mit den Fotos, die Daniela und Marcus und auch die Wildcam machten, konnten wir Marie mit fast 100%iger Sicherheit identifizieren!
Wie schön, denn sie sah gut aus - eine weitere Katze, die seit ihrer Kastration 2013 im Ferienhausgebiet lebt und offenbar gut zurechtkommt.

Marie

Und schließlich berichtete mir eine regelmäßige Bjerregard-Urlauberin noch von einem dänischen Paar, das seit vielen Jahren eine Katze füttere...
Ich hatte eine Idee, sowohl wer die Menschen, als auch die Katze sein könnten - aber ganz glauben konnte ich es nicht.
Dennoch machte ich mich auf den Weg zu dem beschriebenen Haus.
Ich traf die Menschen an, sie kannten mich und meine Arbeit und sie wussten auch, dass ich "ihre" Katze kenne und ließen mich ins Haus.
Auf der Terrasse saß sie, mir blieb fast das Herz stehen und ein paar Tränen flossen, als ich Jule dort erblickte:

Jule, die erste kastrierte Katze.....

Tausend Gedanken und Erinnerungen schossen mir in den Kopf:
Unsere allererste kastrierte Katze in Dänemark!!!

Jule kurz vor ihrem Fang im Jahr 2007

Damals noch ohne jegliche Katzenfang-Erfahrung, mit einer geliehenen Falle und die Tierklinik in Nörre Nebel erklärte uns für verrückt, als wir anfragten, ob man uns eine Sommerhauskatze kastrieren würde...
Seither ist viel passiert, und 342 weitere Katzen wurden kastriert!
Mehr davon im nächsten Eintrag, Mai Teil 2.

Anke

Freitag, 22. November 2019

Houstrup und Jegum im März 2019

Auch in der zweiten Woche wollte ich natürlich etwas tun, obwohl die Kastrationen nun in einer Tierklinik durchgeführt wurden.
Dankenswerterweise übernahm die Fahrten dorthin und auch die Abholung Biancas Mann auf dem Weg zur Arbeit. Ich musste die Katzen nur bis zu einem Treffpunkt auf dem Weg bringen und fühlte mich bei den Übergaben ein bisschen wie ein "Katzen-Dealer"...;-)

Kurz vor meiner Ankunft in Blåvand im März hatte ich ja noch Fotos von zwei neuen Katzen an einer Futterstelle eines dänischen Ehepaares in Jegum Ferieland bekommen (siehe mein Eintrag vom 08.03.).
Da Jegum tatsächlich nicht weit entfernt ist von Blåvand und es in Blåvand nichts Konkretes mehr für mich zu tun gab, entschloss ich mich zum Aufstellen einer oder zweier Falle(n) in Jegum an mehreren Nachmittagen, Abenden und Nächten und zeitgleich ebenfalls an Biancas Ferienhaus in Houstrup.

Und da ich sowieso gerade dort war, stellte ich an ein weiteres von mir aufgestelltes Futterhaus in Jegum auch eine Wildcam um zu sehen, wieviele der alten Bekannten dort noch zum Fressen kommen.
Tatsächlich konnte ich mich über ein paar von ihnen freuen:

oben beste Freunde Filip und Linn, unten Filipa und Aksel, alle kastriert im März 2017

Eine neue Katze versuchte ich dort auch zu fangen, sie erschien über die Nacht auch ein paar Mal an der Falle, war aber zu vorsichtig, um hinein zu gehen.



An dem anderen Futterhaus hatte ich mehr Glück:
Zwar fing ich auch zwei der bereits kastrierten Katzen - und diese zeigten sich bei ihrer Befreiung ziemlich ungehalten...;-)
Aber auch zwei kräftige bislang unkastrierte Kater wurden zum "Opfer". Einer davon hatte in kürzester Zeit die komplette Pappe in der Falle zerlegt.
Bei dem Zweiten wäre mir Angst und Bange geworden, wäre zwischen ihm und mir nicht das Gitter der Falle gewesen. Er war ja soooooooo sauer!

Leif (oben) und Ubbo (unten)

Zuletzt wurde mir dann von der Besitzerin des Ferienhauses noch die kleine getigerte Mae per Hand in die Box gesetzt. Auch diese noch junge Fellnase war neu am Haus.
Alle drei Kastrationen verliefen gut.
Leider wurde mir erst nach der Kastration von Mae gesagt, dass man sie vermitteln möchte, weil sie so zutraulich ist.
Super für Mae, dass sie die Chance hatte einen schönen Platz zu bekommen - aber ich hätte mich gefreut, wenn man die Kastration über den neuen Besitzer veranlasst hätte, da Mae wirklich zutraulich war und gut auf einer Pflegestelle hätte untergebracht werden können.

Denn, und dies sei hier noch einmal deutlich gesagt:
Mein Projekt hat die Kastration der in den dänischen Ferienhausgebieten mehr oder weniger verwildert lebenden (und auch verbleibenden) Katzen zum Ziel, um deren Zahl langfristig zu reduzieren und ihr Leben durch die Kastration zu erleichtern.
Nicht für jede Streunerkatze ist ein Platz auf einer Couch frei, und wir Deutschen sollten nicht vergessen, dass es auch bei uns viele unversorgte Katzen gibt, die verborgen in Hinterhöfen, an Müllcontainern und nicht zuletzt auf Bauernhöfen leben.

An einem Futterhaus in Houstrup wartete ebenfalls Arbeit auf mich, die noch in der ersten Woche parallel zu Blåvand getan werden konnte.
Die Aufklärung über die Wildkamera zeigte neben zwei Bekannten (die Kater Ebbi und Jonas) weitere zwei oder drei getigerte Katzen.

So stellte ich die Falle scharf und meine Funkkamera dazu.
Bianca erklärte sich bereit, bei Auslösung der Falle direkt dorthin zu fahren, da sie sich in der Nähe aufhielt.
Natürlich war Ebbi der Erste, der sich fangen ließ - aber Bianca war zur Stelle und er durfte wieder gehen. Danke, Bianca!


In den (sehr) frühen Morgenstunden des folgenden Tages konnten dann aber doch noch zwei neue Katzen gefangen werden, zwei Mädchen - offenbar Mutter und Tochter.

Jule (oben) und Marga (unten)
Beide waren echte Ferienhauskatzen und bei ihrer Freilassung so schnell, dass ich nur ihre Schatten fotografieren konnte.

So beendete ich meinen März-Aufenthalt mit 29 Kastrationen.
Zwei weitere gefangene Katzen mussten aufgrund ihrer Erkrankungen, die ihnen nach Einschätzung des Tierarztes unglaubliche Schmerzen bereitet hatten, eingeschläfert werden.
Ihnen zum Andenken diese Fotos:

Bei beiden Tieren hätte ich niemals erwartet, dass ich sie nicht wieder freilassen kann....

Doch Tränen und Wut gehören leider in fast jedem meiner Aufenthalte dazu.
Über die Situation der Tiere und die Dummheit und Ignoranz der Menschen.

Zum Glück gibt es aber auch wunderbare Momente meiner Arbeit.
So auch im Mai, als ich eine Woche in Bjerregard verbrachte...

Anke

Sonntag, 4. Mai 2014

Resumee #Bjerregard2014


Bjerregard besuchten wir dieses Jahr im Anschluss an die Woche auf Römö.
Wir hatten vor, vor allem im Ferienhausgebiet Hemmet Strand (auf der anderen Seite des Ringköbing Fjords) mit Kastrationen einen Anfang zu machen und natürlich nach „unseren“ bereits kastrierten Miezen in Bjerregard und Hegnet zu schauen.

In Hemmet gelang es uns eine Katze und zwei Kater einzufangen und kastrieren zu lassen.
In Bjerregard/Hegnet sahen wir von den 19 über die Jahre kastrierten Tiere folgende 14 Katzen wieder, hatten sie auf der Wildkamera (leider war das falsche Jahr eingestellt) bzw. bekamen sichere Rückmeldungen, dass es ihnen gut geht:

Jule – kastriert 2007
hier im März 2014

Lilly – kastriert 2008
hier im März 2014

Carrie - kastriert 2008
hier im März 2014

Jette – kastriert 2009
hier im März 2014

Fenja – kastriert 2010     zwar keine eigene Sichtung, aber sichere Meldung

Einar – kastriert 2010
hier im März 2014

Ole – kastriert 2010
hier im März 2014
Suse – kastriert 2010
hier im März 2014
Nora – kastriert 2010
hier im März 2014

Luna – kastriert 2010
hier im März 2014
Jannik – kastriert 2011
hier im März 2014
Uta – kastriert 2010     zwar keine eigene Sichtung, aber sichere Meldung

Kimi – kastriert 2012
hier im März 2014
Bamse – kastriert 2013
hier im März 2014

Besonders freut uns natürlich, dass alle diese Katzen gesund aussehen und inzwischen entweder von dänischen Bewohnern der Siedlung versorgt werden oder unsere Futterstelle kennen und nutzen!
Ein toller Erfolg, der anspornt.

Anke

Donnerstag, 27. März 2014

13. Tag - #Bjerregard2014



Die Nacht war für mich sehr durch Nachdenken geprägt.
Am Abend hatten wir Lily nämlich nicht mehr in den Aufwachkäfig gepackt, da sie bereits in ihrer kleinen Transportbox alles andere als still hielt.
Sollten wir sie also wirklich noch zwei Tage behalten?

Lily
Am Morgen, als es dämmerte, hörten wir durch zwei Räume, dass auch das Mädchen offensichtlich wach geworden war und nicht in ihrer Box bleiben wollte. Gut, dass so eine Transportbox ausbruchssicher ist. Jedenfalls war sie offensichtlich mehr als bereit in die Freiheit entlassen zu werden.
So packten wir sie ins Auto. In Hemmt waren nicht nur beide Fallen leer, sondern auch die davor platzierten Trockenfutter-Stückchen nicht angerührt.
Die Fallen und Fangaktion hatten in der Katzenpopulation wohl doch viel Unruhe gestiftet. Nun, so sind unsere Kastrationsaktionen für dieses Jahr abgeschlossen.

Lily wurde sehr entspannt in die Freiheit entlassen, sie blieb im Gebüsch sogar nochmal sitzen und drehte sich zu uns um, bevor sie sich davon machte.

Alles Gute, kleine Lily! Eine Hoffnung haben wir noch, Dich vielleicht nochmal wiederzusehen, nämlich auf der Wildkamera, die wir noch bis morgen Nachmittag dort stehen lassen. Das wäre schon sehr beruhigend.

Auf dem Rückweg holten wir die Wildkamera aus der Arvidvej und fanden bei einer Durchsicht unsere Vermutung bestätigt: Suse und Einar geht es gut, sie sind Hegnet treu geblieben.

In der Mittagszeit wurden dann Fallen, Umsetzkäfige und Transportkörbe gründlich gesäubert und für die Heimfahrt am Samstag bereitgestellt.
Danach noch eine Runde über die Futterstelle (Bamse erhielt bei seinem dichten Fell ein Spot-on gegen Flöhe) und (wie jeden Tag bisher) ging es auch an dem Haus vorbei, an dem unsere erste kastrierte Katze (im Jahr 2007) Jule versorgt wird. Bis jetzt hatten wir sie aber nicht gesehen, nur gestern hatte ich eine Futterschüssel auf der Terrasse entdeckt.

Und heute: Ja! Sie saß tatsächlich dort, die kleine Jule.
Jule, erste kastrierte Bjerregardkatze
Unser erstes „Bjerregarder Erfolgsmodell“. Ein bisschen scheuer ist sie geworden, aber ihre charakteristischen Kerben auf der Nase und die Zeichnung sprechen für sich. Es ist Jule.
Ach, ist das schön.

Anke

Sonntag, 12. August 2012

Katzensichtung im Bjerregardsvej 61

Am vergangenen Dienstag wurde diese Katze am späten Abend im Bjerregardsvej 61 gesehen. 
Anhand dieses Bildes sind wir leider nicht 100%ig sicher, um welchen Gesellen es sich dabei handelt.


Es könnte sich um Nora oder Jule handeln.

Vielen lieben Dank an Steffi, Achim und Isabelle,
und viele Grüße an Bjerregardausreißer Pepe!


Sonntag, 11. März 2012

Tag 1, 11.03.2012 – Ankunft


Alles Katzenfutter hatten wir schon am gestrigen Abend verpackt, der Rest folgte heute vor der Abfahrt. Unsere Dänin Ronja beäugte alles ganz misstrauisch und stieg natürlich auch kurz ins Auto - einig waren wir uns aber darin, dass sie nicht mitkam nach Bjerregard.

Die Fahrt verlief völlig stressfrei - zudem hatten wir einen kurzen Stopp auf Kaffee und Kuchen und einen netten Schwatz bei unserer Freundin Wiebke nahe Hamburg.

Um 16:30 Uhr schließlich erreichten wir Bjerregard. Ganz auf die Schnelle wurde alles ins Haus gebracht, um noch bei Licht einen ersten Gang zu unserer Futterstelle zu machen - ohne aber tatsächlich mit einer Katzensichtung zu rechnen.

Bei Per wurden dann die Näpfe gefüllt (er ist über’s Wochenende unterwegs) und natürlich vor allem die Wildkamera aufgebaut. Die wollen wir nun auch ein paar Tage dort stehen lassen, um zu erfahren, wer sich dort das Futter schmecken lässt und ob es „nichtkätzische Mitesser“ gibt, die wir eigentlich nicht wollen…
Lilly, 11.03.2012

Keine Katze tauchte auf, während wir uns dort aufhielten, noch nicht einmal Gismo. Aber auf dem Heimweg sahen wir unsere erste Mieze für diesen Urlaub: unverkennbar Lilli!!! Und beim Füttern war sogar ein Foto möglich. Leider schon mit Blitz, weil es bereits dunkel war, aber immerhin. So ist sogar die Tätowierung gut zu erkennen.

Ein Stück weiter lief uns dann noch Jule über den Weg. Sie war an ihrem Zuhause und entschwand auch dorthin, bevor ich die Kamera herausholen konnte.