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Freitag, 22. November 2019

Houstrup und Jegum im März 2019

Auch in der zweiten Woche wollte ich natürlich etwas tun, obwohl die Kastrationen nun in einer Tierklinik durchgeführt wurden.
Dankenswerterweise übernahm die Fahrten dorthin und auch die Abholung Biancas Mann auf dem Weg zur Arbeit. Ich musste die Katzen nur bis zu einem Treffpunkt auf dem Weg bringen und fühlte mich bei den Übergaben ein bisschen wie ein "Katzen-Dealer"...;-)

Kurz vor meiner Ankunft in Blåvand im März hatte ich ja noch Fotos von zwei neuen Katzen an einer Futterstelle eines dänischen Ehepaares in Jegum Ferieland bekommen (siehe mein Eintrag vom 08.03.).
Da Jegum tatsächlich nicht weit entfernt ist von Blåvand und es in Blåvand nichts Konkretes mehr für mich zu tun gab, entschloss ich mich zum Aufstellen einer oder zweier Falle(n) in Jegum an mehreren Nachmittagen, Abenden und Nächten und zeitgleich ebenfalls an Biancas Ferienhaus in Houstrup.

Und da ich sowieso gerade dort war, stellte ich an ein weiteres von mir aufgestelltes Futterhaus in Jegum auch eine Wildcam um zu sehen, wieviele der alten Bekannten dort noch zum Fressen kommen.
Tatsächlich konnte ich mich über ein paar von ihnen freuen:

oben beste Freunde Filip und Linn, unten Filipa und Aksel, alle kastriert im März 2017

Eine neue Katze versuchte ich dort auch zu fangen, sie erschien über die Nacht auch ein paar Mal an der Falle, war aber zu vorsichtig, um hinein zu gehen.



An dem anderen Futterhaus hatte ich mehr Glück:
Zwar fing ich auch zwei der bereits kastrierten Katzen - und diese zeigten sich bei ihrer Befreiung ziemlich ungehalten...;-)
Aber auch zwei kräftige bislang unkastrierte Kater wurden zum "Opfer". Einer davon hatte in kürzester Zeit die komplette Pappe in der Falle zerlegt.
Bei dem Zweiten wäre mir Angst und Bange geworden, wäre zwischen ihm und mir nicht das Gitter der Falle gewesen. Er war ja soooooooo sauer!

Leif (oben) und Ubbo (unten)

Zuletzt wurde mir dann von der Besitzerin des Ferienhauses noch die kleine getigerte Mae per Hand in die Box gesetzt. Auch diese noch junge Fellnase war neu am Haus.
Alle drei Kastrationen verliefen gut.
Leider wurde mir erst nach der Kastration von Mae gesagt, dass man sie vermitteln möchte, weil sie so zutraulich ist.
Super für Mae, dass sie die Chance hatte einen schönen Platz zu bekommen - aber ich hätte mich gefreut, wenn man die Kastration über den neuen Besitzer veranlasst hätte, da Mae wirklich zutraulich war und gut auf einer Pflegestelle hätte untergebracht werden können.

Denn, und dies sei hier noch einmal deutlich gesagt:
Mein Projekt hat die Kastration der in den dänischen Ferienhausgebieten mehr oder weniger verwildert lebenden (und auch verbleibenden) Katzen zum Ziel, um deren Zahl langfristig zu reduzieren und ihr Leben durch die Kastration zu erleichtern.
Nicht für jede Streunerkatze ist ein Platz auf einer Couch frei, und wir Deutschen sollten nicht vergessen, dass es auch bei uns viele unversorgte Katzen gibt, die verborgen in Hinterhöfen, an Müllcontainern und nicht zuletzt auf Bauernhöfen leben.

An einem Futterhaus in Houstrup wartete ebenfalls Arbeit auf mich, die noch in der ersten Woche parallel zu Blåvand getan werden konnte.
Die Aufklärung über die Wildkamera zeigte neben zwei Bekannten (die Kater Ebbi und Jonas) weitere zwei oder drei getigerte Katzen.

So stellte ich die Falle scharf und meine Funkkamera dazu.
Bianca erklärte sich bereit, bei Auslösung der Falle direkt dorthin zu fahren, da sie sich in der Nähe aufhielt.
Natürlich war Ebbi der Erste, der sich fangen ließ - aber Bianca war zur Stelle und er durfte wieder gehen. Danke, Bianca!


In den (sehr) frühen Morgenstunden des folgenden Tages konnten dann aber doch noch zwei neue Katzen gefangen werden, zwei Mädchen - offenbar Mutter und Tochter.

Jule (oben) und Marga (unten)
Beide waren echte Ferienhauskatzen und bei ihrer Freilassung so schnell, dass ich nur ihre Schatten fotografieren konnte.

So beendete ich meinen März-Aufenthalt mit 29 Kastrationen.
Zwei weitere gefangene Katzen mussten aufgrund ihrer Erkrankungen, die ihnen nach Einschätzung des Tierarztes unglaubliche Schmerzen bereitet hatten, eingeschläfert werden.
Ihnen zum Andenken diese Fotos:

Bei beiden Tieren hätte ich niemals erwartet, dass ich sie nicht wieder freilassen kann....

Doch Tränen und Wut gehören leider in fast jedem meiner Aufenthalte dazu.
Über die Situation der Tiere und die Dummheit und Ignoranz der Menschen.

Zum Glück gibt es aber auch wunderbare Momente meiner Arbeit.
So auch im Mai, als ich eine Woche in Bjerregard verbrachte...

Anke

Freitag, 8. März 2019

Los geht's - Ankunft in Blåvand

Nicht umsonst habe ich in der letzten Woche noch einen Fanö-Abschlussbericht geschrieben.
Denn nun bin ich in Blåvand.

Nach neun Stunden Fahrt bin ich heute am Nachmittag hier angekommen.
Für das Ferienhausgebiet Blåvand (grob zwischen Esbjerg und Bjerregard) habe ich mich entschieden, weil mir Bianca berichtete, dass sie von dort immer wieder kleine oder kranke Katzen auf ihren Gnadenhof Janderup gebracht bekommt oder zumindest Meldungen erhält.
Auch mir selbst war vor Jahren bereits erzählt worden, dass ich in Blåvand ganz sicher viel zu tun hätte. Aber Anderes war dazwischen gekommen.

So reiste ich dann heute mit mehr Fanggerät an, als jemals zuvor:



Leider kamen seit dem Spätherbst des letzten Jahres, als ich das erste Mal mit direkten Anwohnern Kontakt hatte, kaum Meldungen über Aufenthaltsorte von Katzen.
Dabei ist mit Hinweisen so viel geholfen, wenn man wirklich erfolgreich sein will und schon beim ersten Aufenthalt eben nicht mit zehn kastrierten Tieren zufrieden ist.

Heute jedoch erhielt Bianca nach einem erneuten Aufruf in einer dänischen Gruppe durch eine Bekannte endlich etliche weitere Meldungen!
Einige der Hinweise betreffen die Haupteinkaufsstraße von Blåvand - es könnte also auch sein, dass es dieselben Streuner sind, die sich an verschiedenen Futterstellen durchfressen.
Aber ein paar Örtlichkeiten befinden sich auch inmitten der Ferienhäuser.
Ein guter Anfang!

So war ich abends auch nochmal unterwegs, während sich die meisten anderen Menschen schon im Ferienhaus auf der Couch befinden.
Und, siehe da, wenigstens fünf Streuner an einer Futterstelle konnte ich entdecken:


Zusammen verputzten sie 800 Gramm Feuchtfutter und auch noch ein bisschen Trockenfutter.

Morgen gibt es tagsüber eine Sichtungs- und Aufklärungsrunde.
Denn auch ich selbst muss mich in diesem neuen Gebiet zuerst einmal orientieren.

Neben Blåvand habe ich übrigens noch eine neue kleine Baustelle in Jegum Ferieland, die ich hoffentlich abarbeiten kann - an einer Futterstelle sind dort nämlich zwei Katzen aufgetaucht, die ich noch nicht kenne:


Und Bianca wird versuchen in der nächsten Woche parallel im Ferienhausgebiet Houstrup zu fangen, da ich nicht überall gleichzeitig sein kann (obwohl ich es gern wäre).
Auch dort gibt es Futterstellen - an beiden sind zwei oder drei neue Katzen zum Fressen erschienen.
Ich bin gespannt, ob es auch ein Wiedersehen mit alten, bereits kastrierten, Bekannten gibt an diesen Stellen. Ich wünsche es mir!

Wieviele gefangene und kastrierte Katzen es wohl werden in den kommenden zwei Wochen....

Anke

Freitag, 9. März 2018

Futterstellen auf Fanö, Kastrationen in Vejlby Klit und anderes

Die Überschrift wundert vielleicht, liegen doch die beiden Örtlichkeiten 140 km auseinander.

Aber mein Erfolg auf Fanö im November brachte mich dazu Futterstellen auf der Insel einzurichten, um die kastrierten Katzen, die sich an wenigen Stellen mit einer großen Anzahl von Tieren aufhalten, über die kalte Jahreszeit versorgen zu können.

Um nicht wieder ein Ferienhaus auf der Insel mieten zu müssen und flexibler zu sein, quartierte ich mich Anfang Dezember letzten Jahres bei meiner Freundin Sabine in der Nähe von Bjerregard ein.
Von hier aus konnte ich in kurzer Zeit auf die Insel Fanö und auch nach Nörre Lyngvig - denn von dort war mir berichtet worden, dass eine der im September kastrierten Katzen wieder Junge bekommen hatte...😲

Zuerst waren die Futterhäuser auf Fanö an der Reihe.
Der Aufbau verlief unkompliziert. Ich hatte zwei Helferinnen und inzwischen ja auch genug Erfahrung. Und im südlichen Rindby gelang uns auch sofort nach Aufstellen des Hauses die immer hungrige Ginny an und schließlich sogar in das Futterhaus zu locken, so dass sie schon kurze Zeit später regelmäßig ein und aus ging:


Mit diesem Anfang würden auch andere Katzen den Weg finden!
Danke, Cassandra, für Deine Tätigkeit als "Katzenfänger von Fanö".

Der folgende späte Nachmittag führte mich dann an den Hafen von Nörre Lyngvig.
Die beiden Kleinen entdeckte ich bald und zum Glück dauerte es auch nicht lang und ich konnte sie fangen.
Um die Mutter werde ich mich jedoch erneut kümmern müssen. Vielleicht ist sie in der Tierklinik schlicht vergessen worden zu kastrieren.
Natürlich waren die Fischer etwas ungehalten, denn sie hatten sich auf mein Versprechen verlassen, dass es von den Katzen dort keine Nachkommen mehr geben würde...
Immerhin geht es aber den drei erwachsenen Miezen gut dort, und die Kleinen musste man nach meinem Fang auch nicht mehr versorgen.

Finja, Afra und Mikkel

Schon mal "in der Nähe" wollte ich dann auch einen Abend für eine der Futterstellen in Vejlby Klit opfern, denn Anette (die dort fütternde Dänin) hatte berichtet, dass sie auf ihrer Terrasse wieder kleine Kätzchen gesehen habe im Spätsommer.
Tatsächlich konnte ich in einer Nachtaktion zwei der neuen Tiere fangen - beides waren jedoch Kater, so eilig wäre es hier also nicht gewesen. ;-)

Mattes und Malthe

Zwei Tage stand dann die Wildcam während meiner Anwesenheit auch in Houstrup - und ich bekam Inka mit ihren Jungen zu Gesicht. Sie suchen das Futterhaus zu meiner Freude ebenfalls regelmäßig auf:
Jonas, Lea und ihre Mutter Inka

Tja, und zum Abschluss meines Aufenthalts war es dann nochmals Fanö:
Die im November kastrierte Tara hatte ja drei Junge mit zum Ferienhaus gebracht. Auch sie waren erst 11-12 Wochen alt und hätten eine schwere Zeit vor sich, also wollte ich sie mitnehmen zur Vermittlung in Deutschland.

Es gelang die zwei noch dort befindlichen Kleinen zu fangen, so trat ich meinen Heimweg mit vier Katzenkindern an:


Wie sich später herausstellte, waren es vier Mädchen!!!
Danke, Sabine, dass Du mich in den Tagen so toll unterstützt und das Wohnzimmer vorübergehend als Katzenasyl zur Verfügung gestellt hast.


Damit schloss ich das Jahr 2017 mit sechs Dänemark-Aufenthalten und insgesamt 80 Kastrationen ab.
Puh, auch ich bin gerade erstaunt über diese unglaubliche Zahl...

Anke

Freitag, 15. September 2017

Die angekündigte Nacharbeit... und mehr

Noch einen Aufenthalt gab es außerplanmäßig. In der letzten Augustwoche war ich allein unterwegs und hätte nie erwartet um diese Jahreszeit so viele Kastrationen durchführen lassen zu können.
Aber der Reihe nach:
Die ersten Tage führten mich in Grenznähe - wie schon berichtet, wollte ich ja nochmal nacharbeiten an den Höfen in Ballum.
Und die Katzen sind an der Futterstelle inzwischen auch relativ zutraulich und kommen zu den Fütterungszeiten in großer Zahl.
Der provisorische Unterstand dient dabei nicht nur als Dach gegen Regen...:

diese Katzen sind bereits alle kastriert

Aber ich hatte ja vor, den Katzenbestand dort nach Möglichkeit etwas zu reduzieren und wollte daher ein paar der Jungtiere zur Vermittlung einfangen.



Die Kleinen werden noch leicht zutraulich und sicher irgendwann verschmuste Hauskatzen mit Freigang.
Und es würde jemand geben, der sich auch in Krankheit und im Alter um sie kümmert - abgesehen davon, dass an der Futterstelle wirklich genügend Katzen versorgt werden müssen und dies auch irgendwie bezahlt werden muss.





Die Fangaktion gestaltete sich nicht ganz so leicht wie gewünscht, wenn auch letztlich ohne größere Schwierigkeiten...
Meine Fütterin Rita meinte die Miezen in eine Transportbox locken und dann die Klappe schließen zu können.
Auch hatte Rita die Tage zuvor bereits "trainiert" und die Kleinen kannten die Box.

Dennoch war ich skeptisch, stimmte aber zu.

Tatsächlich waren schnell zwei der Kleinen in der Box. Aber mit dem heftigen Ansturm gegen die sich schließende Tür hatte Rita nicht gerechnet. Und schwupps waren die Kleinen wieder draußen - und nun natürlich etwas skeptisch und deutlich vorsichtiger.
Also musste schließlich doch die Falle her, und damit lief es auch problemlos, da die Kleinen brav hintereinander kamen und nicht gemeinsam in die Falle liefen.



Im Vorfeld hatte ich geklärt, dass sie mir von einer deutschen Tierhilfseinrichtung abgenommen und von dort vermittelt werden.
Paarweise mussten die Miezen die Nacht bei mir verbringen - aber sie fraßen, und das war ein gutes Zeichen.
Traurig, ihnen nun vorerst das freie Leben entziehen zu müssen, gab ich sie also am nächsten Tag ab.

Aber es gab auch noch Anderes zu tun an dieser Stelle. Waren ja im Umfeld noch einige andere unkastrierte Katzen.
Und auch hier war ich in den beiden mir zur Verfügung stehenden Tagen erfolgreich:

Zwei Kater und zwei Katzen

Und so scheint die Futterstelle im Bereich Ballum nun gut versorgt.
Ein Futterhaus für die Schlechtwettertage haben Rita und ich für die rund 15 Katzen ebenfalls aufgebaut.
Und die restlichen drei Kleinen will sie in den kommenden Wochen eigenständig (nun mit ein bisschen mehr Erfahrung) selbst einfangen und zum Kastrieren bringen.
Danke, Rita, für Alles!

Die nächste "Baustelle" meines Aufenthalts war ein Ferienhaus im Bereich Houstrup. Über meine Freundin Bianca war mir dort eine Katzenmutter mit ihren Kleinen gemeldet worden.
Da die Katzen bei den dänischen Hausbesitzern gern gesehen sind und gefüttert werden, war das Fangen nicht zeitaufwändig, da sie zuverlässig in der Nähe des Ferienhauses waren.
Und als ich das erste Kleine sah, war ich auch relativ sicher, dass eine Kastration bereits möglich war und die Jungen dazu nicht mehr zu klein waren.

Ebbi, ein Bekannter, der Urlaub auf dem Houstruper Campingplatz machte, unterstützte mich am Morgen des 31.08.
Die Mutter ist sehr zutraulich, so dass sie leicht mit Futter in eine Transportbox zu locken war und der "Fang" damit gänzlich entspannt verlief.
Auch das erste Kleine ließ nicht lange auf sich warten.


Und während ich auf der Fahrt in die Tierklinik war und Ebbi die Falle überwachte, ging auch das zweite Junge, ein Katerchen, in die Falle.

Am Nachmittag durfte ich die Familie abholen:
Die Mama, ihre Tochter und der kleine Kater waren wohlauf und nach der Freilassung am nächsten Tag auch bereits danach wieder beim Fressen auf der Wildcam zu sehen.

Links die Kleinen Lea und Jonas, rechts die Mutter Inka

Vielen Dank auch Dir, Ebbi, für Deinen Einsatz für die dänischen Fellnasen!

Schließlich erhielt ich noch eine Nachricht von Urlaubern aus dem Bereich Nörre Lyngvig. Auch diese Deutschen hatten Katzen entdeckt und baten mich um Unterstützung.
Dem Zufall sei dank und ich konnte helfen, da ich mich ja gerade selbst in Dänemark befand.
Und so hatte diese Geschichte einen besonders guten Ausgang, den ich im nächsten Eintrag erzählen werde.
.... ach ja, und dann gibt es sogar noch Spannendes aus Bjerregard zu berichten. Aber auch das demnächst.

Anke

Freitag, 14. April 2017

Update - was aus der Houstruper Campingplatz-Katze und ihren Kleinen geworden ist...

Während meines Aufenthaltes in Dänemark im vergangenen September nahmen deutsche Zeltplatz-Urlauber aus Houstrup Kontakt zu mir auf. Ich hatte darüber bereits aktuell berichtet.
In ihrem Vorzelt hatte im August eine selbst noch junge Katzenmutter drei Kleine zur Welt gebracht.
Die Katze wurde liebevoll versorgt. Da aber für die Camper das Saisonende nahte, überlegte man sich was man tun könnte um den Fellnasen zu helfen.
Die Idee war die Kleinen mit nach Deutschland ins Tierheim zu nehmen und die Mutter zu kastrieren und vor Ort zu belassen.
Doch als ich die kleine Familie sah, war sofort klar, dass es noch einige Wochen zu früh war um die Jungen von ihrer Mutter zu trennen.


So schlug ich vor, dass ich seit vielen Jahren mal wieder eine Ausnahme machen und die gesamte Familie mit nach Deutschland nehmen und hier vermitteln würde.
Mutter und ihre drei Babies packten wir während der langen Autofahrt selbstverständlich in einen großen Transportkorb und Trine säugte ihre Kleinen sogar.
Sie selbst bekam während einer Pause von Martina und mir eine große Portion Katzenmilch.
Und sie meisterte diesen Umzug so toll!
Auch hier Zuhause erwies sie sich als vorbildliche Mutter:

Trine mit ihren Kleinen: Rasmus, Nila und Niklas

Relativ zeitnah ließ ich sie dann kastrieren.
Trine heisst jetzt Rosi
Und ein Bluttest ergab, dass sie zum Glück auch keine der ansteckenden Katzenkrankheiten hat.

Schnell hatte sich auch eine Familie gefunden, die sie aufnehmen wollte. Die Menschen waren mir sehr sympathisch und da der Platz auch passte, sagte ich zu.
Trine zog also als Erste der Familie um in eine neues Zuhause mit Freigang - zu einem bereits dort lebenden Kater.
Natürlich war die Übergabe daher besonders spannend und ich besonders aufgeregt...;-)
Aber Trine war (wieder einmal) so unbeschwert und unkompliziert, dass der Kater Lucky geradezu überrumpelt wurde von seiner neuen vierbeinigen und so charmanten Mitbewohnerin und sie schnell akzeptierte.

Ein aktuelles Foto von Trine, jetzt Rosi, zeigt, wie wohl sie sich fühlt.

Für die Kleinen wurde es ungleich schwerer, wahrscheinlich aber hauptsächlich deshalb, weil ich selbst mich nur schwer trennen konnte, da ich für diese kleinen Bündel Fell und Glück schließlich die Verantwortung übernommen hatte.
Mitte November war es aber auch hier soweit und Rasmus und Nila gingen zu zweit zu einer netten, jungen Familie mit Kindern. Auch in diesem Haushalt lebt bereits eine erwachsene Katze. Aber auch hier lief es problemlos.
Und auch Nemo und Nora, wie sie jetzt heißen, sind inzwischen kastriert, haben sich eingelebt und sind Freigänger.


Übrig blieb also Niklas.
Der machte mir nach seiner ersten Impfung großen Kummer. Er fraß nicht mehr, hatte hohes Fieber und war völlig matt. Ein Besuch der Notfall-Sprechstunde beim Tierarzt war nötig. Zum Glück war bald darauf alles wieder in Ordnung.
Doch dabei blieb es nicht. Überall und nirgends, wo der kleine Kerl ständig war, hatten wir ihn schon im Auto eingesperrt und den Schwanz (zum Glück nur leicht) geklemmt.
Ein echter Tollpatsch. Und so gab es für mich nur eine Lösung: Niklas würde mein neuer Kater im Haus werden.
Und er hat bereits sämtliche dazu gehörende Aufgaben übernommen:
Lang schlafen, Mäuse fangen,

Niklas
die Katzenmädchen ärgern und ihnen das Futter wegfressen - und überhaupt nur Unfug im Kopf haben...;-)  Aber das ist OK.

Anke

Samstag, 18. März 2017

Der letzte Abend in Jegum...zumindest vorerst

Morgen geht es wieder nach Hause, meine zwei Wochen hier in Jegum sind nun vorbei.
Es war ein unglaublich erfolgreicher Aufenthalt.
Insgesamt konnte ich 20 Katzen (neun Mädchen und elf Kater) fangen und kastrieren lassen.

Neben Jegum Ferieland war ich mit meinen Unterstützerinnen auch in Houstrup aktiv und einen Tag allein auch wieder in Bork Havn.
Aufgrund einer dringenden Familienangelegenheit musste Elly mich leider bereits am Dienstag schon wieder verlassen, so dass ich die letzten Tage nun allein verbrachte, aber bei einer abendlichen Fangaktion Unterstützung von Bianca bekam.
Danke Dir dafür, Bianca - auch für Deine weitere Hilfe durch Deinen Wohnort hier ganz in der Nähe, Deine dänischen Sprachkenntnisse und Deine Liebe zu den Fellnasen!

Wieder einmal stellte ich fest, dass diese Zeit eine gute Jahreszeit für die Arbeit in meinem Projekt ist.
Keine der Katzen war bisher tragend, sondern lediglich rollig oder gerade gedeckt.
Es waren noch nicht allzu viele Urlauber da, so dass ich die Tiere zu den selbst eingerichteten Futterstellen ziehen konnte um sie dort zu fangen.
Sämtliche Katzen waren in einem futtermäßig angemessenen Zustand.

Die beiden hier in meinem letzten Eintrag erwähnten Fänge in Houstrup waren Kater und Katze.

hier Noah und Nanne bei ihrer Freilassung in Houstrup
Am nächsten Tag folgte dort noch ein Kater, den ich Ebbi nannte:

Ebbi
Auch den roten Kater von der Wildcam hier in Jegum konnte ich "dingfest" machen und kastrieren lassen.
Kasper
Am Dienstag entdeckte ich dann bei meiner Katzensuch-Runde ein kleines Tellerchen auf der Terrasse eines Ferienhauses - nicht weit weg von dem Café und Kaufmann hier im Ferienhausgebiet Jegum.
Also füllte ich das Tellerchen neu. Die menschlichen Bewohner waren zu dieser Zeit nicht anwesend. Als ich zwei Stunden später wiederkam, war der Teller bereits leer.
Und dann bemerkte ich, dass ich beobachtet wurde:


Ein kleines Wesen, sicher nicht älter als ein halbes Jahr...
Also die Wildcam an die Terrasse und den Teller erneut großzügig aufgefüllt.

Und die Sichtung am nächsten Morgen machte Mut zur Hoffnung auf weiteren Fangerfolg.
Ich hatte die Bilder bereits auf Facebook gepostet.
Denn es war nicht nur diese eine Katze, die dort fraß, sondern noch drei weitere:

So war klar, was am nächsten Abend auf dem Plan stehen würde...;.)

Und tatsächlich waren die beiden Kleinen schnell gefangen. Bianca und ich konnten darauf sogar im Auto warten.
Die anderen Beiden ließen sich jedoch mehr Zeit. Bianca schickte ich nach Hause, ich selbst suchte mir einen kuscheligen Platz vor dem Ofen in meinem Ferienhaus und hielt die von meiner Funkkamera übersandten Fotos im Blick.
Tatsächlich fing ich um kurz nach 24 Uhr die getigerte Katze und um kurz nach 5 Uhr dann die schwarze Mieze mit dem weißen Kinn.
Dies bedeutete für mich ins Auto zu steigen, zum Fangort zu fahren, die Katze aus der Falle umzusetzen, die Falle wieder neu zu bestücken und scharf zu machen.
Müde war ich deshalb auf der Fahrt zum Tierarzt, aber auch glücklich, noch vier weitere Tiere kastrieren lassen zu können.
Zwei Stunden später erfuhr ich: es waren zwei Katzen und zwei Kater!
Die beiden erwachsenen Tiere wurden, wie üblich, bereits am Folgetag wieder entlassen,

Liam schaut noch, während Sofia davonläuft

die beiden Kleinen behielt ich noch einen Tag bei mir, da sie auch in Gefangenschaft gut fraßen und ich sie an dem Schlechtwetter-Tag noch im warmen Haus lassen wollte.

Derweil beschäftigte ich mich am Freitag anders - wiederum mit einem erfreulichen Ergebnis.
Dazu aber mehr, wenn ich morgen wieder Zuhause bin, denn jetzt muss ich ins Bett.
Es liegen über 800 km Autofahrt vor mir.

Anke

Montag, 13. März 2017

Zweite Woche mit zwei weiteren Fängen gestartet

Am Samstagmorgen konnte ich nach dem Aufstehen den hier im Ferienhausgebiet am Vortag gefangenen Kater entlassen.
Harry, so habe ich ihn genannt, wartete zuerst einen Moment, dann schnell heraus aus dem Korb, um sich in gebührendem und sicherem Abstand nochmals nach mir umzusehen:

Harry nach seiner Freilassung

Im Anschluss putzte ich sämtliche Fallen, Umsetzkäfige und Transportboxen.
Und dann fuhr ich nach Husum, wo ich Elly, die mich in der zweiten Woche unterstützt, vom Zug abholte. Martina hingegen verabschiedete ich, denn sie fuhr wieder nach Hause.
Danke, Martina, für Deine Hilfe!

Als Elly und ich dann schließlich am späten Nachmittag in die Siedlung zurückkamen, schauten wir natürlich bereits aufmerksam nach rechts und links - und tatsächlich entdeckten wir eine schmale, kleine, schwarze Katze, die wir hier noch nicht gesehen hatten, am Buschwerk neben einem Grünstreifen:


Schnell das Auto am Straßenrand geparkt, versuchten wir ihr zu folgen, verloren sie dann aber im Bereich Blabaervangen aus den Augen.
Nach einem gemütlichen Abendessen dann ab ins Bett. Das erste Mal in dieser Woche ohne Wecker oder ohne eine Wildcam überwachen zu müssen...
Beim Aufwachen heute dann stellte ich fest, dass es bereits 11:15 Uhr war.... Ups...

Nach dem Frühstück also eine Runde durch die Siedlung - leider ohne jede Katzensichtung.

So stellten wir am Abend eine Falle in Houstrup auf, dort, wo wir am Freitag bereits das schwarze Katzenmädchen fangen konnten, das übrigens bei seiner Entlassung so gar nicht gehen wollte und es sich im Korb gemütlich gemacht hatte:


Kurz nachdem wir die Falle scharf hatten und wieder Zuhause waren, bekamen wir eine Meldung der Wildcam, dass sich eine Katze an der Falle befand (, die dann auch hineinging):


Ein zweiter Fang gelang vier Stunden später, so dass nun zwei Katzen in unserem Gästebad auf die morgige Kastration warten:


Was die Geschlechtsbestimmung betrifft, wage ich noch keine Prognose.
Mit einem solchen Erfolg an dieser Futterstelle hatten wir aber tatsächlich nicht gerechnet.
Wir werden in den kommenden Tagen sehen, ob es dort noch mehr Tiere gibt.

Anke


Sonntag, 5. März 2017

Neues "Revier" mit viel Arbeit

Endlich gibt es wieder etwas zu berichten - quasi "live" aus einem für mich neuen Ferienhausgebiet.
Gestern sind wir angekommen in Jegum Ferieland, wieder in Dänemarks Westen, etwas südlich von Bjerregard und einige Kilometer im Landesinnern.
Die Fahrt war sehr entspannt. Gutes Wetter, nicht viel Verkehr und kein Zeitdruck.
Nur leider gab es im Ferienhaus eine schlechte Nachricht: Die Heizung ist wegen technischen Defektes ausgefallen... Erst morgen steht ein Monteur zur Verfügung.
Daher hieß es heute bei nur 4-6 Grad: Ofen an um die Raumtemperatur erträglich zu machen!

Nach dem Frühstück zog es uns direkt zu einer Futterstelle, deren Betreuer wir im vergangenen September durch einen Hinweis eines jungen deutschen Pärchens kennenlernten.
Er berichtete uns damals, dass er die Katzen schon seit Jahren füttert und diese natürlich auch regelmäßig zu ihm kommen.
Auch ein paar Fotos hatte er mir geschickt, so dass ich wusste, nach wem ich Ausschau halten muss und wen es zu fangen gilt.
Drei Katzenmädchen waren ganz sicher dabei...

Außerdem hatte ich Hinweise auf weitere Tiere in der Siedlung bekommen, und das auf der Suche nach Baby im September durchstreifte Gebiet Houstrup, wo ich die Katze Frida kastrieren lassen konnte, ist ebenfalls nicht weit entfernt und verspricht weitere Arbeit.
Also reichlich zu tun für 14 Tage.

die Karte von Jegum - nützlich für eine Orientierung im Gebiet

Leider wurden Martina und ich bereits bei unserer ersten Runde am Vormittag total nass, denn es regnete teilweise stark.
Dennoch entdeckten wir an der Futterstelle zwei Katzen und installierten auch direkt die Wildcam um Informationen über die aktuellen Kostgänger zu erhalten.
Mehr blieb für uns wegen des Wetters vorerst nicht zu tun.
So begaben wir uns - nachdem wir wieder etwas getrocknet waren - um die Mittagszeit Richtung Hemmet Strand um nach dem dortigen Futterhaus zu sehen.
Kaum ausgestiegen, wurden wir auch schon lautstark aus dem Gebüsch heraus anmiaut.
Kein Zweifel, was dieses Miauen heißen sollte: Ich habe Huuuuunger!

Lily, kastriert 2014

Natürlich wurde Lily sofort gefüttert: 200 Gramm verputzte sie wie nichts.

Ein Blick in das Futterhaus bestätigte meine Vermutung: alles war wie leer gefegt. Kein Krümel Trockenfutter mehr in irgendeiner Ecke!
Sehr ärgerlich, denn dieser Zustand wurde mir bereits einige Male in den vergangenen Monaten beschrieben.
Doch die Organisation für diese Futterstelle wurde mir aus der Hand genommen von einem deutschen Paar, das mit dem Hausbesitzer befreundet ist, so dass ich mich hier leider nicht mehr einmischen kann und soll.
Schlimm nur, dass diese Befindlichkeiten einzelner Menschen auf dem Rücken der Tiere ausgetragen werden!
Denn die Miezen haben in diesem Winter offenbar mehrfach vor leeren Futterspendern gestanden...:-(

Am Nachmittag fuhren Martina und ich dann nochmal zu der Futterstelle hier in Jegum. Eigentlich planten wir eine der Fallen "zur Gewöhnung" aufzustellen und unscharf zu lassen.
Da sich jedoch wieder zwei Katzen im unmittelbaren Umfeld aufhielten und anscheinend Hunger hatten, dachten wir: "Warum nicht versuchen?".
... und 15 Minuten später hatten wir die erste Katze gefangen.
Wir setzten das Tier in einen kleineren Käfig um, machten die Falle erneut scharf und fuhren schnell zurück zum Ferienhaus um die Funk-Wildcam zu holen und die Falle vom Ferienhaus aus überwachen zu können.
Schon bei unserer Rückkehr zur Futterstelle saß das zweite Tier in der Falle.

die ersten beiden heutigen Fänge
Und auch danach schlichen noch zwei weitere Miezen um die Falle herum.
Wie es aber schon so oft war, fraßen sie das Futter bis kurz vor den Auslöser ohne diesen zu betreten...
Erst um 22 Uhr bekam ich eine erneute Meldung über einen Fang: Von Gewicht, Geruch und Benehmen sicherlich ein Kater!
Auch dieser wurde am eigenen Ferienhaus untergestellt und die Falle nochmals scharf gemacht.
Bis jetzt jedoch ohne weiteren Erfolg. Leider.

Anke

Donnerstag, 10. November 2016

Rückführung über Grenzen hinweg

Mitte Oktober bekam ich eine Nachricht von Urlaubern aus Houstrup.
Sie fütterten an ihrem Haus seit ein paar Tagen eine Katze.


Da sie in den Ohren tätowiert war, fragte man bei mir nach, ob die Mieze "eine von unseren" sei.
Sofort erkannte ich, dass das nicht der Fall war. Aber natürlich wollte ich gern helfen.
Und zum Glück gibt es da ja inzwischen ein kleines (aber sehr feines und funktionierendes!!!) Netzwerk.

Nachdem Romi und Sandra die Tätowierung im Ohr auslesen konnten (gut, dass die Mieze so brav war), konnte ich mit dieser Information bei meiner Katzen-Freundin Bianca in Dänemark anfragen.
Und Bianca begann sofort zu telefonieren. Diverse Tierschutzvereine und Tierärzte - und schließlich stand es fest:
Die Katze war Monate zuvor an einen neuen Platz gekommen und dort entlaufen.
Die Besitzer, ein dänisches Ehepaar, hatte schon alle Hoffnung verloren, ihre Katze nochmal wiederzufinden.
Nun konnten sie sie wieder mit nach Hause nehmen! Perfektes Timing - noch vor dem Winter.

Vielen Dank an Romi und Sandra für Eure Hilfe - und natürlich an Bianca, die wieder einmal Unmögliches möglich gemacht hat!

Anke

Mittwoch, 19. Oktober 2016

Nach Dänemark ist vor Dänemark...

Da war ja noch was nachzutragen von meinem letzten Aufenthalt...;-)

Am letzten Tag machten Martina und ich uns nämlich auf nach Bjerregard.
Viel ging mir durch den Kopf, als ich all die Stellen, Häuser und Straßen aufsuchte, an denen ich vor 13 Jahren das erste Mal war und die Ferienhäuser sah und Wege ging, an die ich viele schöne Erinnerungen habe.
Wir sahen Suse in Hegnet:


An einem anderen Haus in der Arvidvej entgegneten die Urlauber auf die Frage nach einer Katzensichtung im Urlaub: "Ja, Fenja."
Ich war überrascht, dass jemand eine Katze gleich beim Namen nennen kann, aber die junge Frau entgegnete, man habe den Flyer im Haus und natürlich gleich nachgesehen, welche Katze ihnen da über den Weg gelaufen ist.
Toll zu erleben, wie dieses Projekt immer mehr Menschen erreicht!

Natürlich entdeckten wir auch wieder Bamse und an der Futterstelle auch Kimi, der aber leider gar nicht gut aussieht. Zum Glück geht Per, unser Katzenbetreuer vor Ort, mit ihm zur Tierklinik. Bei der Behandlung unterstütze ich selbstverständlich finanziell.
Nach diversen Untersuchungen befürchtet man leider einen Tumor am Ohr oder einen Abszess, der einfach nicht heilen will... Wir werden sehen, wie es weitergeht.

Bei Karin konnten wir sie selbst, aber auch die Vierbeiner Jette und Jannik antreffen:


Wie schön!

Aus Houstrup erreichte uns dann noch die Meldung, dass Frida die Kastration offenbar gut überstanden hat, denn sie erschien zum Abendessen wieder im Engvejen, wo sie von den Urlaubern Anne und Mathias noch bis zu deren Urlaubsende weiter versorgt wurde. Danke dafür!

Da ich dort nach der Freilassung von Frida zwei Tage auch noch die Wildcam stehen hatte, wissen wir außerdem, dass es auch in Houstrup noch mehr Katzen gibt - war ja eigentlich klar...;-)
Denn diese hier kam auch zu den von Anne und Mathias gut gefüllten Näpfen:

unbekannten Geschlechts und sicher noch unkastriert

lecker!
Später fuhren wir dann nochmal nach Bork Havn.
Wir wollten am letzten Abend ganz gemütlich ein Eis am Hafen essen. Und das Wetter spielte mit.
Statt Sekt also ein Eis auf die Erfolge dieses Aufenthalts, die vielen neuen netten Kontakte und die vielen Unterstützer meiner Sache.
Ich bin dafür sehr dankbar!

In der Fischerhütte entdeckte ich dann auch die frisch kastrierte Hanna.
Sie lag inmitten des Mülls auf dem (wohl für die Katzen frei geräumten) Sessel:


Ich hoffe nur, dass der Hüttenbesitzer die Tiere tatsächlich durchgängig (zumindest mit Futter) versorgt, insbesondere in der nun folgenden Jahreszeit.

Und was die neue Aufgabe im Bereich Oksböl, genauer gesagt Jegum Ferieland, betrifft, so haben Martina und ich ein deutsches Paar kennengelernt, das ein Ferienhaus in dieser Siedlung hat.
Seit Jahren füttern sie dort Katzen, da sie sich auch immer über einen langen Zeitraum in Dänemark aufhalten. Auch hatten sie schon über Kastrationen nachgedacht, waren allerdings nach ihren Aussagen mit ihrer Idee ebenso abgewiesen worden, wie Thomas und ich zu Anfang.
So habe ich nun also mit dem Paar ausgemacht, dass die Tiere bei meinem Dänemark-Aufenthalt im kommenden März nach Möglichkeit alle gefangen und kastriert werden.
Hier ein Foto des morgendlichen Treibens:


- wobei noch eine ausgewachsene Katze und ein Kater fehlen.

Wie immer in den letzten Jahren komme ich also zu der Erkenntnis, dass mir die Arbeit nicht ausgehen wird bei meiner Tierschutzarbeit an der Westküste Dänemarks.

Anke

Freitag, 23. September 2016

Nachtschicht und neue Baustellen

Am Dienstagmorgen war ich wie ausgemacht an dem entsprechenden Hof in Klegod.
Leider lief es aber nicht ganz so wie geplant, denn wir konnten zwar zwei der Katzenmädchen direkt mit der Hand in die von mir bereitgestellten Körbe setzen, der Kater witterte aber gleich die "Gefahr" und entwand sich dem Griff von Marianne.
Natürlich ließ er sich danach auch nicht mehr greifen - genauso wenig erschien das älteste der dortigen Katzenmädchen, ein buntes 5-jähriges.

So fuhr ich mit zwei Tieren zum Tierarzt, wo alles problemlos verlief - ich aufgrund der Fahrt- und Wartezeit allerdings bis zum Nachmittag brauchte.
Und, um das vorweg zu nehmen, konnte ich beide auch bereits am Abend wieder am Hof freilassen, da diese dort einen Unterschlupf haben und sich nicht erst um einen sicheren Platz kümmern mussten.
Geradezu aufdringlich waren am Abend dann die kleinen Katzen des Hofes, sie hätte man direkt mitnehmen können…;-)
oben links "Tyv", oben rechts "Blacky"
Am Nachmittag entschlossen wir uns dann unser Glück am Abend in Bork Havn zu versuchen, war uns die Situation dort doch einfach ein Greuel.
Mit Unterstützung von Martinas Freund, der zu einem Kurzbesuch zu uns ins Ferienhaus gekommen war, da er ebenfalls gerade frei und Interesse an meiner Arbeit geäußert hatte, fuhren wir also mit Einbruch der Dunkelheit zu dritt zum Hafen.

Die drei kleinen Katzen und ihre Mutter waren auch direkt zu entdecken.
… und der erste Fang ging schnell und unproblematisch und wurde sofort im Auto verstaut.
Aber wie befürchtet, hatten die übrigen Tiere dann Angst vor der Falle, in der gerade ihr Geschwisterchen gefangen worden war.
Sie liefen zwar um die Fallen herum, gingen aber nicht hinein.
Also war Warten angesagt, langes Warten.
Dann aber doch, Klapp! Das nächste Kleine.
Danach geschah lange Zeit nichts, so dass ich eine der Fallen umstellte ans andere Ende der Fischerhütten - und wir schließlich tatsächlich auch noch die Katzenmutter fangen konnten.

Bei der Rückfahrt zum Ferienhaus, auf der ich wirklich müde war, wurde mir sehr bewusst, dass ich mir in diesem Urlaub wohl ein Ferienhaus am „falschen Fleck“ gesucht, da ich mich im Vorfeld auf Klegod und die Arbeit dort konzentriert hatte.
Dabei bekam ich deutlich mehr in den weiter entfernt liegenden Gegenden zu tun.

So nahm ein junges Paar Kontakt zu mir auf, die ein Haus im Bereich Oksböl (nahe Nörre Nebel und Varde) gemietet hatten und dort ebenfalls eine Mieze am Haus fütterten.
Hinzu kam die Beobachtung am Hafen von Bork Havn.

Jedes Mal war dies eine weite Anfahrt und damit viel Zeit auf der Straße, die man nicht den Gebieten selbst widmen konnte.
Leider war das aber so nicht vorauszusehen.
Also, Augen zu und durch.
Um kurz nach 1 Uhr kamen wir wieder im Ferienhaus an, die drei Fänge aus Bork Havn schnell in der Abstellkammer verstaut - und ins Bett?
Nein, denn ein Blick auf die Wildcam am Haus zeigte, dass auch hier eine Katze an der Schüssel auf der Terrasse war. So wurde auch hier schnell noch eine Falle scharf gemacht.


… und tatsächlich schlug sie um kurz nach 3 Uhr zu.
Puh, raus aus dem Bett, Falle abgedeckt und die Katze ins Auto gestellt, denn sie war wirklich wild und ich wollte sie deshalb nicht zu den inzwischen ruhigen Tieren aus Bork Havn packen.

Um 6:30 Uhr klingelte dann wieder mein Wecker.
Alle vier Katzen eingeladen und dann nochmal beim hiesigen Hof vorbei.
Dort konnte ich dieses Mal das hübsche (noch unkastrierte dreifarbige) Mädchen ebenfalls einpacken.
So ging es dann mit fünf „Aufträgen“ zum Tierarzt:
2 x erwachsen und weiblich
1 x erwachsen und vermutlich männlich
2 x ca. 5 Monate und vom Geschlecht unbekannt

Die Wartezeit verbrachte ich wie immer beim örtlichen Bäcker (das habe ich bei Facebook ja schon geschrieben ;-) ) und erfuhr bei der Abholung, dass es sich bei den Kleinen um einen Kater und eine Katze handelte und der wilde letzte Fang tatsächlich ein Kater war.
Super.
Also Rückfahrt…
Und später am Abend im Beisein der Familie noch das Mädchen direkt am Hof (es heisst dort Tobi) entlassen. Es war wieder fit genug.

Ganz früh am nächsten Morgen dann den Kater Rasmus hier direkt am Ferienhaus in die Freiheit geschickt - er ist einer von der Sorte, bei der mir in der Dunkelheit kein Foto der Entlassung gelang.

Mit den restlichen Dreien fuhr ich, um keinesfalls aufzufallen, noch im Dunkeln nach Bork Havn - auch da war leider kein Foto möglich, so dass mir nur die der Drei in Gefangenschaft blieben:

links oben "Kalle", rechts oben "Agneta", unten die Mutter "Hanna"

Nach dem Frühstück im Ferienhaus fuhren wir - eigentlich nur auf dem Weg von A nach B - nochmal zum Hof.
Die Miezen überfielen uns da geradezu und fanden meinen Bus zuerst total spannend und schließlich wohl auch für einen Mittagsschlaf geeignet.

ein windgeschützter Platz - zum Spielen und Schlafen...;-)

Es fiel uns schwer, die Fellnasen schließlich wieder hinauszuschieben.
Aber wir wollten ja noch weiter. 

Denn inzwischen war noch eine Meldung bei mir eingegangen:
Eine selbst noch sehr junge Katzenmutter hatte im August auf dem Campingplatz in Houstrup fünf Kleine bekommen, von denen zwei direkt bei der Geburt gestorben waren.
Die restlichen drei versorgte die Mama sehr gut und blieb im Bereich eines bestimmten Wohnwagens, wo sie auch gefüttert wurde.


Da nun aber die Camping-Saison zu Ende geht, sorgt man sich um die Kleinen und es war guter Rat teuer.
Zuerst hatte man überlegt, die Mutter kastrieren zu lassen und die Kleinen mit nach Deutschland zu nehmen und dort eventuell einem Tierschutzverein zur Vermittlung zu geben.
Die Jungen waren aber noch zu klein, um sie nun schon von ihrer Mutter zu trennen.
So entschlossen wir uns also, dass ich die Vier mit nach Hause nehme, dort noch ein wenig beieinander lassen und schließlich vermitteln werde.
Die Mutter nun sich selbst zu überlassen, wäre keine gute Wahl.

Und noch eine Baustelle taten Martina und ich auf.
Der Hinweis kam über das junge Pärchen aus dem Ferienhausgebiet im Bereich Oksböl.
Sie hatten auf der Suche nach einem möglichen Katzenbesitzer ihrer zugelaufenen Mieze herumgefragt und von einem bestimmten Haus erfahren, an dem „viele“ Katzen zu finden seien.
Wir konnten das Haus finden und, ja, dort gibt es zu tun.
Mehr dazu aber in einem der nächsten Einträge…

Anke