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Freitag, 13. November 2015

6. Tag - letzter Tag



Schon, als ich gestern Abend noch am Schreiben des Weblogs war, meldete sich bei mir die Funk-Wildcam. Ich hatte mir ja vorgenommen, die Falle um 20 Uhr abzubauen, um nicht wieder unruhig zu schlafen, weil sie auslösen könnte…

Um 19:13 Uhr tat sich aber etwas an der Falle.


Eine Tiger-Katze mit weißen Füßen - also vermutlich die, die die Urlauber am Mittag gesehen hatten.
Irgendwie sah es für mich nach einem Kater aus.
Also überlegte ich schon, ob ich ihn wirklich fangen wollte…
Noch einmal wegen eines Katers fast 130 km nach Deutschland fahren?

Nun, kurze Zeit später war das Tier in der Falle und ich fuhr hin, um ihn abzuholen.
Oh ja, das war ein Kater, und was für einer!
Ein großes, stattliches Tier, das mich anbrummte, als ich mich näherte.
Das Umladen von der Falle in den Umsetzkäfig war dann auch nicht ganz einfach, gelang aber ohne Zwischenfälle.

Nun gut, wenn ich schon mit einem Tier fahren sollte, dann könnte es auch noch ein zweites werden.
Also wurde die Falle erneut bestückt und scharf gestellt.

Der Kater wurde im Abstellraum „geparkt“, nun musste ich mich um Mimi kümmern.
Dieses Katzenmädchen ist einfach ein Traum!
So schade, dass sie niemand hat, der sie streichelt, sich um sie kümmert und vor dessen warmem Ofen sie schnurren und einschlafen darf.
Und sie war müde.
Im Sitzen senkte sich langsam der Kopf, das Schnurren wurde langsamer und leiser, die Augen gingen zu… Ups, und dann wurde sie wieder wach davon, dass ihr Kopf nach unten nickte.
Zu goldig!

Die Nacht verlief dann auch ohne Störungen. Ich konnte sechs Stunden durchschlafen.
Dann wurde ich durch ein „Pling“ wach, konnte aber auf dem Wildcam-Foto nichts erkennen.

Am Morgen dann zur Fallenkontrolle:
Wieder ein Igel, und wieder dieselbe Schweinerei in der Falle. Grrrrrrrrrrr.

Also gut, dann brachte ich den gefangenen Kater, der übrigens den Namen „Pit“ bekommen hat, zur Kastration in die Tierklinik Nörre Nebel.
Lang schon waren wir nicht mehr dort - aber dieser eine Kater sollte möglich sein und ich würde mir die weite Fahrt an meinem letzten Tag sparen.

Bis zu Pits Abholung beschäftigte ich mich mit putzen - und natürlich mit Mimi, die ich eigentlich so gar nicht wieder hergeben möchte…

Mittags brachte ich Pit ins Ferienhaus. Da er noch tief schlief, konnte ich ein Foto von ihm bei geöffnetem Korb machen:

Pit

Und danach entließ ich Mimi an dem Ort ihres Fangs.
Aber so einfach war das nicht. Mimi wollte nämlich nicht gehen.

Mimi

Sie kam immer wieder zurück zu mir und schnurrte und wollte schmusen.
Schließlich lief sie davon in die Hecke zwischen den Grundstücken, buddelte die Erde auf und verrichtete ihr Geschäft.
Ich nutzte die Gelegenheit und machte mich davon.

Am Nachmittag dann fuhr ich nach Bjerregard.
Leider war kein Wetter, um einen weiten Gang durch die Siedlung zu machen.
So besuchte ich also die Dänin Jette, bei der Suse lebt (, die auch gerade Zuhause war):

Suse

Dann ein Abstecher zu dem dänischen Paar, das sich rührend um Nora kümmert.
Sie lag dort auf der Couch, stand dann für mich aber sogar mal auf.

Und schließlich ging ich auch zu Karin, wo Jannik und Jette inzwischen schon seit ein paar Jahren Zuhause sind.
Jette ist nun fast nur noch drinnen, da sie komplett taub ist - Jannik ist dafür noch immer ein stattlicher Draußen-Kater, der sein Haus und seine Terrasse verteidigt!

Jannik

Wieder zurück im Ferienhaus, sah ich nach Pit, der inzwischen schon wieder aufrecht im Korb saß.
Dennoch muss er sich mit der Freilassung bis morgen gedulden.
Er sollte mir dankbar sein, denn draußen tobt ein Sturm und peitscht der Regen.
Arme Mimi und all die anderen Katzen, die keinen Ofen haben, an dem sie sich wärmen können!

Morgen geht es wieder nach Hause.
Das Wetter soll sowieso nicht gut sein, und in Sachen Katzen kann ich nichts mehr tun.
Dann mache ich mich auf den Heimweg und freue mich auf Thomas!
Und das nächste Mal sind wir wieder zusammen hier in Dänemark. Gut so.

Anke

Donnerstag, 12. November 2015

5. Tag - Allerlei



Das war eine Nacht!
Ich glaube, weder Mimi noch ich haben ein Auge zu gemacht. Mimi unterhielt mich mit ihrem unzufriedenen Gesang. Eingesperrt sein war blöd!
Martin hingegen war total still.

Nachdem der Wecker geklingelt hatte, entließ ich zuerst Martin direkt hier am Haus, da ich ihn ja auch hier gefangen hatte.
Sofort nach Öffnung der Tür des Katzenkorbes rannte er davon:

Martin "auf der Flucht"

Mit Mimi fuhr ich dann zum Tierarzt.
Auch die Fahrt war alles andere als still - obwohl ich kein Radio eingeschaltet hatte…;-)

Die OP verlief gut. Mimi war nicht trächtig, aber sie hat schon mehrfach Kinder geboren. Und ihr Ernährungszustand sei gut, sagt die Tierärztin.
Klar, Mimi versteht es ja auch, Menschen für sich zu gewinnen.
Obwohl jetzt die „entbehrungsreiche Jahreszeit“ beginnt.
Wieder im Ferienhaus stellte ich das Mädchen dunkel und warm.

Mimi - noch im Tiefschlaf

Dann holte ich die Falle dort ab, wo ich gestern Mimi gefangen hatte, denn über Nacht war sie noch scharf - natürlich hatte ich sie am Morgen vor der Fahrt zum Tierarzt noch überprüft und geschlossen.

Danach hatte ich vor, mein Domizil etwas aufzuräumen. Die letzten Tage war wieder einmal wenig Zeit dafür.
Plötzlich klingelte mein Handy.
Es war eben jene Urlauberin, die mir sagte, dass gerade eine weitere Katze auf der Terrasse ihres Ferienhauses war, offenbar dort, wo kleine Reste des Futters aus der Falle zurückgeblieben waren.

So schnell ich konnte packte ich meinen (hier immer griffbereiten und „voll ausgestatteten“) Rucksack, die Funk-Wildcam, die Falle, ein Handtuch, Foto, Autoschlüssel und ab die Post zu dem besagten Ferienhaus.
Leider war die Katze jedoch davongelaufen.
Wieder ein Tiger, aber mit weißen Pfoten. Das hatte ich hier noch nicht gesehen - insbesondere war es dann auch sicher nicht Martin!

Die Falle war dennoch schnell aufgebaut.
Die Funk-Wildcam dazu, und ich konnte zurück und mich um den Haushalt kümmern…

Am späteren Nachmittag fuhr ich dann nochmal nach Hemmet Strand.
Und wen „erwischte“ ich gerade um Futterhaus?
Die innig schmusenden Porthos und Ormi.
Bei meinem Eintreffen zogen sie sich zwar in die angrenzenden Büsche zurück, behielten mich und meine Tätigkeit dort aber genauestens im Auge.

Porthos und Ormi

Ich baute die Wildcam ab, füllte die Trockenfutterautomaten im Futterhaus und auch - ein letztes Mal - den großen Plastiknapf mit Feuchtfutter.
Ormi wagte sich dann sogar auf drei Meter an mich heran!

Vorhin habe ich nach Mimi geschaut. Ihr geht es bestens.
Es gelang mir auch ihre Unterlage in der Box frisch zu machen - einmal hat sie nämlich bereits hineingemacht…
Und sie bekam sogar eine Portion Feuchtfutter, die sie gierig verschlang.
Ich hoffe nur sehr, dass die heutige Nacht ruhiger wird.
Eigentlich müssten wir doch beide müde sein - ich jedenfalls bin es.

Bei der Auswertung der Wildcam-Fotos von Hemmet gab es dann tatsächlich noch eine Überraschung.
Eine Katze, die ich noch nie gesehen und bisher auch noch nicht auf der Kamera hatte!


Aufgrund der Größe denke ich jedoch, dass es ein Kater sein müsste.
Zumindest hoffe ich es!

Naja, habe schon mit Thomas besprochen, dass wir dann vielleicht im nächsten März wieder eine Woche unserer 14 Tage Dänemark in Hemmet Strand verbringen.
Von da aus ist es ja auch nicht weit bis Bork Havn.
Oder in Bork Havn wohnen und nach Hemmet fahren…
Ist ja noch ein bisschen Zeit bis dahin.
Aber planen gehört dazu und macht großen Spaß!

Anke

Mittwoch, 11. November 2015

4. Tag - endlich erfolgreich!



Kurz nachdem ich gestern meinen Beitrag hier im Weblog veröffentlicht hatte und gemütlich auf der Couch saß, machte es draußen auf der Terrasse „Klapp“.
Kurz danach kam auch die Übertragung der Funk-Wildkamera.
Ich hatte eine (wilde) getigerte Katze in der Falle:


Also schnell nach draußen, das Tier umgesetzt und die Falle wieder neu scharf gestellt.

Bei einem Blick auf die Vorderpfoten konnte ich erkennen, dass ich leider nicht Mimi/Pussi gefangen hatte. Schade, aber egal, immerhin!
Das Kätzchen schrie jämmerlich. Ich hatte den Eindruck, als müsste die ganze Ferienhaussiedlung gleich aus dem Fenster schauen. Gut nur, dass kaum Urlauber da sind im Moment. Sicherlich hätte sonst jemand dieser armen Katze zu Hilfe eilen wollen.
Nachdem ich sie aber in die Abstellkammer gestellt, mit einem Handtuch komplett abgedeckt und das Licht ausgeschaltet hatte, wurde sie ganz schnell still.
Zufrieden, aber angespannt, setzte ich mich wieder auf die Couch. Schließlich war die Falle ja weiterhin scharf.
 

Und wieder meldete die Kamera ein Lebewesen.
Bei einem Blick aus dem Fenster entdeckte ich einen Igel.
Also wieder nach draußen und den kleinen Kerl mit sanften Druck zum Weglaufen bewegt.


Des Nachts wurde ich dann wiederum durch ein „Pling“ auf dem Handy geweckt - die Wildkamera meldete sich erneut. Aber wieder war es nur ein Igel, allerdings hatte sich die Falle hinter ihm geschlossen und er hatte sie bereits reichlich vollgesch….
So befreite ich das kleine Stacheltier (nachts um 00:30 Uhr!), das das Katzenfutter genüsslich gefressen hatte und schloss die Falle. Dort würde nun ohnehin niemand mehr hineingehen.
Davor blieb jedoch eine neue Schüssel mit Futter - vielleicht käme ja wenigstens noch eine Fellnase vorbei, die ich dann auf der Kamera hätte.

Am Morgen um 06:30 Uhr klingelte der Wecker.
Die gefangene Mieze hatte mich schlafen lassen. Sie/Er war total still.
Schließlich wollte ich pünktlich um 9 Uhr beim Tierarzt sein und der Weg dorthin ist lang.

Gleich wurde mein Fang in Narkose gelegt und ich erfuhr, dass es sich um einen Kater handelt.
Schon nach einer knappen Stunde, die ich zum Frühstücken in einem Café, zum Einkaufen und Tanken nutzte, holte ich „Martin“ wieder ab.
Den Namen hat Thomas von Zuhause ausgewählt, so können wir uns sein Kastrationsdatum gut merken…;-)

Martin noch im Halbschlaf

Übrigens ist Martin unsere 70. kastrierte Ferienhaus-Katze!
Eigentlich wäre das ein Grund zum Anstoßen. Aber ich bin ja leider allein… 
Sicher werden wir das jedoch nachholen!

Schon auf der Rückfahrt nach Bork Havn begann es zu regnen.
So lud ich am Ferienhaus angekommen Martin wieder in die Abstellkammer, trank einen Kaffee und machte mich dann ans Putzen der Falle und des Umsetzkäfigs.

Für den Abend hatte ich mir vorgenommen, die derzeitigen Bewohner des Hauses, an dem Mimi/Pussi in den letzten Monaten gelegentlich gefüttert wurde, zu fragen, ob ich dort die Falle aufstellen darf.
So fuhr ich also in der Dämmerung dorthin.
Das Paar war super-nett und völlig unkompliziert.
Sie erlaubten mir nicht nur die Falle aufzubauen, sondern fragten sogar nach, ob sie mich informieren sollten, wenn sie ausgelöst hätte oder sonst irgendwie helfen könnten!

Zur Sicherheit ließ ich zwar meine Handynummer da, aber ich erklärte, dass mich die Funkkamera über einen Fang informieren würde.

Wieder im Ferienhaus angekommen, wollte ich mir gerade zwei Brote machen, als ich das „Pling“ eines Mail-Eingangs der Wildcam hörte.
Tatsächlich, da saß eine getigerte Katze direkt vor der Falle.
Ich war total aufgeregt. Ob das wohl tatsächlich Mimi war?
Ich wollte (nein, konnte…;-) ) die erneute Auslösung nicht abwarten, setzte mich ins Auto und fuhr direkt dorthin.
Und wer schaute mich völlig entspannt aus der Falle heraus an?
Mimi!!!!!!

Mimi

Als ich sie ansprach, miaute sie mich an.
Ich konnte sie in der Falle sogar streicheln.
Also setzte ich sie in den Umsetzkäfig und lud sie ins Auto.

Die Falle machte ich erneut scharf - obwohl ich mir nun tatsächlich keine Hoffnung auf einen weiteren Fang mache. Höchstens vielleicht wieder ein Stacheltier…

Mimi jedenfalls schnurrte laut, als ich sie im Abstellraum ausgiebig durch das Gitter streichelte.
Es tut mir richtig leid, sie über Nacht nun eingesperrt lassen zu müssen ;-(((

Aber ich bin total glücklich. Endlich erfolgreich. Mehr konnte ich mir bei den widrigen Umständen nicht wünschen!
Ich hoffe sehr, dass unsere Leser sich mit mir/uns freuen.

Anke