Freitag, 30. November 2018

Nur ganz kurz vorweg...

März und November waren immer meine Zeiten in Dänemark.
Nun ist der November fast vorbei und ich habe nichts berichtet.
Dies liegt aber nicht etwa daran, dass ich meinen November-Aufenthalt storniert hätte oder nichts zu berichten gewesen wäre.
Und ich hatte mir auch ganz fest vorgenommen zu schreiben...
Aber wieder einmal habe ich es nicht geschafft, denn es gab viel, sehr viel, zu tun.
Elly, die mich begleitete in der zweiten Woche, und Cassandra, die mich tageweise besuchte und unterstützte, erlebten einmal mehr, dass es bei einem Projekt dieser Art manche Nacht eben nur 3-4 Stunden Schlaf gibt...;-)

Eine Woche verbrachte ich auf der Insel Römö mit ein paar Abstechern nach Ballum, die zweite Woche war wieder der Insel Fanö vorbehalten - mit einer unglaublichen (und erfolgreichen) Aktion in Bjerregard.

Obwohl ich nun schon fast eine Woche wieder Zuhause bin, habe ich es noch nicht geschafft die Fotos der Katzen zu sortieren und die kastrierten Tiere den implantierten Mikrochips für meine Aufzeichnungen zuzuordnen.
Zuerst einmal musste die Ausstattung gereinigt, getrocknet und weggeräumt werden.

Ich habe viel erlebt in den zwei Wochen.
Es gab freudige Wiedersehen mit bekannten Tieren und Menschen, das Kennenlernen neuer Fellnasen und Zweibeiner/Unterstützer, es wurden über 30 Kastrationen (mit einer deutlich überwiegenden Zahl weiblicher Tiere!!) durchgeführt, aber es gab auch Abschiede.

Diese kleine Mischung von Fotos dazu als Einstimmung:


Daher ist dieser Aufenthalt es wert, dass über ihn in mehreren Einträgen berichtet wird.

Anke

Samstag, 10. November 2018

Oktober auf Fanö - Teil 2

Wie ging es eigentlich weiter auf Fanö nach einem relativ guten Start, über den ich hier berichtet habe?

Es gab da ja noch das kleinste Kätzchen der bereits gefangenen kleinen Familie in Sönderho.
Zum Glück ging es mir wirklich nach zwei Tagen in die Falle. Aber schockiert war ich über den Zustand des kleinen Kerls.
Er war völlig abgemagert und die Geräusche, die er beim Atmen von sich gab, ließen nichts Gutes erahnen.
Zusammen mit seinen Geschwistern durfte ich ihn zu Bianca bringen, da die Katzen noch jung genug erschienen Vertrauen zum Menschen zu fassen, daher hoffentlich irgendwann vermittelbar sind und ein gutes und sicheres Zuhause finden.

Leider nämlich ist es auch im Süden der Insel nicht anders, als in den übrigen Bereichen von Fanö:
Katzen werden gefangen und dann getötet, da es "zu viele" gibt...
Auch auf die kastrierten und markierten Tieren wird da leider keine Rücksicht genommen.

Gerne wollte ich dennoch mein Augenmerk wieder auf die "echten" Sommerhauskatzen legen und war deswegen mit Cassandra an den Ferienhäusern Sönderhos und Rindbys unterwegs.
Wenn Spuren von Katzen zu entdecken waren, stellte ich eine Falle auf - wie auch an einer meiner Futterstellen, da auch dort neue unkastrierte Tiere hinzugekommen waren.

Und was soll ich sagen, es lief gut:
Sönderho brachte mir zwei weitere Fänge, einen Kater und eine Katze.

Jonna und Tammo

Auch an einem Futterhaus fingen Cassandra und ich - zehn Minuten nachdem die Falle scharf war und wir gerade wieder am Ferienhaus angekommen waren - einen bislang unkastrierten Kater:

Matteo

Und schließlich nahm ich mir sogar die Zeit mal wieder ein bisschen durch die Ferienhausgebiete zu laufen und nach Spuren zu suchen.
Lang schon hatte ich das nicht mehr getan, weil es immer noch irgendwo bereits einen konkreten Hinweis gab (wie z.B. die beiden Höfe, die ich im Januar und März abgearbeitet hatte) oder einfach zwischen dem Säubern der Ausrüstung und Auswerten der Bilder kein Raum blieb.

Dabei hat mit dieser "Spurensuche" das Katzenprojekt seinen Anfang genommen.
Aufgerissene Müllsäcke, Katzenpfoten im Sand oder hinterlassene Pfotenabdrücke auf den Holzterrassen, herumstehende Schalen, in denen sich das eine oder andere Katzenhaar fand...
Eine Zeit, in der wir noch ohne Wildkamera arbeiteten, vier kastrierte Katzen in 14 Tagen ein Erfolg waren und der Aufenthalt in Dänemark noch Entspannung (wenn auch der etwas anderen Art) war.

Jedenfalls konnte ich dank einiger festgestellter Spuren und im Anschluss aufgestellter Fallen zwei weitere Katzendamen fangen und kastrieren lassen und....

.... es gab noch weitere Hinweise, denen es sich bei meinem nächsten Besuch auf Fanö nachzugehen lohnt!

Einen traurigen Abschluss nahm mein Aufenthalt in dieser Woche aber leider dennoch:
Trotz Biancas Bemühen gab es für den kleinen Kasper kein Happy End.
Als ich am letzten Nachmittag gerade sämtliche Körbe und Fallen putzte, bekam ich einen Anruf.
Die Lungenentzündung bei dem kleinen Kater war bereits so weit fortgeschritten und sein Körper so geschwächt, dass es keine Heilung mehr für ihn gab. Einzig tröstlich waren die Bilder, die Bianca schickte: Kasper durfte in seinen letzten Tagen Wärme und Zuneigung spüren, die er annahm und offenbar genoss.

Anke