Samstag, 3. April 2021

Das Jahr 2020....

Wie für wohl fast alle Menschen war 2020 auch für mich, mein Projekt und nicht zuletzt ganz sicher auch für die Sommerhauskatzen Dänemarks anders als andere Jahre.
Für mich war es anders, da ich das erste Mal seit 14 Jahren im März nicht zu "meinen" Katzen nach Dänemark fahren konnte.
Für mein Projekt war es anders, weil ich sowohl im März, als auch im November keine dringend notwendigen Kastrationen durchführen lassen konnte, obwohl natürlich unkastrierte Tiere (teils auch an von mir bereits besuchten Örtlichkeiten) gemeldet wurden.
Und für die Katzen selbst war es anders, da es ein Jahr war mit deutlich weniger Urlaubern, was bedeutet, weniger Futter für die Fellnasen in den Ferienhausgebieten...

Im März 2020 wurde die Grenze eine Woche vor meiner geplanten Anreise geschlossen.
Dafür war ich im Herbst guter Dinge, dass wenigstens der November etwas werden könnte - aber wir alle wissen, es war anders.

So blieb mir nur eine Woche im Juni - ganz spontan entschloss ich mich unmittelbar nach der ersten Öffnung der Grenze zu einer Woche Fanö.
Mir war klar, dass ich nicht viel schaffen würde, da es eben keine günstige Reisezeit für die Arbeit im Sinne meines Projektes ist.
Die Katzen könnten trächtig sein oder Kleine bereits in irgendeinem Gebüsch haben.
Aber vielleicht sähe ich ein paar alte Bekannte wieder, und Futter hatte ich natürlich auch reichlich dabei, um einige meiner eingerichteten und von fest in Dänemark wohnenden Menschen betreuten Futterstellen zu unterstützen.

Insofern lud ich wie immer bereits kurz hinter der Grenze in Ballum an zwei "Katzen-Plätzen" mehrere Dutzend Kilo Trockenfutter und auch einige Dosen ab.

Die Fähre brachte mich dann nach Fanö, und es sollte eine Woche werden, in der ich fast ausschließlich mit kurzen Hosen und dünnem T-Shirt unterwegs war, traumhaft und ganz anders, als bei Minus-Graden oder Sturm und Regen im März oder November. 
Man könnte sagen, fast ein wenig wie Urlaub...;-)
 

Dennoch machte ich mich bereits am ersten Abend auf den Weg zu einem Haus in Nordby, an dem in der letzten Zeit ein unkastrierter Kater in den Wintergarten eingedrungen war.

Mit seiner dominanten Art störte er die dort heimische Katze.
Kater Pete war ein einfacher Fang, nach der Kastration durfte er wieder in die Freiheit. 
 

Ein Besuch bei einem dänischen Pärchen im Hedesvinget brachte mir viel Freude, denn das Paar war so begeistert wegen der im November 2019 durchgeführten Kastration ihrer beiden am Haus zugelaufenen und gefütterten Katzenmädchen. 
Mit noch besserem Gewissen werden sie nun, da sie keine Jungen mehr bekommen, versorgt und sie waren zutraulicher und heimischer geworden.

Ja, und dann wurde mir berichtet, dass ein guter Bekannter sich so ärgere, dass er das Angebot zum Fang und zur Kastration seiner Hof-Katzen nicht angenommen hatte - nun sei es doch bestimmt zu spät...
Zu spät, nein, zu spät kann es niemals sein. 
Wir setzten uns direkt ins Auto und fuhren auf einen Hof auf der Wattseite der Insel. 
Der Herr erklärte uns, dass er drei weibliche Katzen habe, deren Nachwuchs"problem" er seit jeher auf seine Art löse, damit aber eigentlich nicht glücklich sei. 
Natürlich konnte und wollte ich hier helfen - und am nächsten Tag gelang mir der Fang seiner drei Mädels plus zweier Kater, zwei der Mädchen waren zu diesem Zeitpunkt schon wieder beginnend tragend.
 
 
Der Hofbesitzer war so dankbar, er bezahlte mir sogar fast den kompletten für die Kastrationen entrichteten Betrag.
Und ich war noch viel glücklicher über diesen spontanen Fang.

Anders war es mal wieder mit dem deutschen Ehepaar im Vestertoft.
Noch immer nicht einverstanden mit Kastrationen der von ihnen mehr schlecht als recht auf dem Grundstück versorgten Katzen, entdeckte ich in der näheren Umgebung viele kranke Tiere. 
Diverse Kitten überleben, an Katzenschnupfen erkrankt, bereits die ersten Wochen nicht. 
Traurig und frustrierend, dass hier einfach nichts passiert. 

Mit einem weiteren Fang an einer anderen Futterstelle schloss ich meinen Aufenthalt auf der Insel ab und fuhr noch drei Tage zu meiner Freundin Sabine nach Nymindegab.
Von hier aus besuchte ich einen Tag das Ferienhausgebiet Vejlby Klit weiter im Norden, wo erste Kastrationen im März 2016 stattfanden.
 
Kurt - nach der Störung beim Mittagsschlaf...

Kaffee bei Nanni und Kurt auf der Terrasse war so gemütlich und brachte mir ein Wiedersehen mit den Katern Ben und Kurt und der ebenfalls kastrierten Thea. Alle Miezen waren wohlauf und wirkten sehr zufrieden. 
 
Bereits auf dem Weg dorthin hatte ich Glück und konnte am Hafen in Nörre Lyngvig zwei von den Fischern gut versorgte und im September 2017 kastrierte Katzen entdecken:
 
Afra und Mikkel
 
An einem weiteren Ferienhaus in Vejlby Klit, an dem Elly und ich im November 2019 gefangen hatten, lieferte ich ebenfalls Futter ab und Curt sagte mir, dass da noch ein unkastriertes Katzenmädchen sei. Und, als wollte es der Zufall, kam die Kleine aus den angrenzenden Rosenbüschen.
Rasch packte ich die Falle aus und stellte sie scharf. 
Keine zwei Minuten später war Isabel gefangen. Ich nahm sie mit zu Sabine. Brigitta war bereit, sie mir am nächsten Tag zu kastrieren.

Und da kam mir ein Gedanke: Es gab da in Blåvand noch eine unkastrierte Katzendame, die zu fangen mir im Frühjahr 2019 einfach nicht gelang. 
Vielleicht würde es mit der großen Drop Trap klappen.
Also morgens ganz früh aufgestanden und ab nach Blåvand auf den Parkplatz des Supermarktes. Und wer streifte da entlang? Tatsächlich, sie war es. 
Nun nicht nervös werden, denn ich kannte sie als so unglaublich vorsichtig. 
Aber es klappte!!!!
 
Isis Fang, in der Narkose und bei der Freilassung am nächsten Tag
 
Also ab zu Brigitta, die Kastration zweier weiterer Katzenmädchen (mal wieder "auf den letzten Drücker" meines Aufenthalts) war so wertvoll und wichtig für das Projekt. 
Und so hatte die Woche im Sommer doch noch ein paar Erfolge gebracht und damit viel zukünftiges Leid erspart.  So soll es sein, das ist der Sinn und Zweck meiner Arbeit. 
Dass ich zudem einige bereits kastrierte Tiere wiedersehen durfte, ist besonders schön und macht mich glücklich, da es zeigt, dass die Arbeit sinnvoll ist, da die Katzen versorgt und ohne Nachwuchs in den Ferienhausgebieten gut zurecht kommen.


Leider konnte ich nun seit Juni letzten Jahres nicht wieder nach Dänemark fahren, habe aber wenigstens meine Futterstellen mit großen Mengen Trocken- und auch Feuchtfutter unterstützt.

Die so wichtigen Kastrationen müssen leider noch warten, obwohl ich aus Ballum, Blåvand, Vejlby Klit und auch von Rømø ganz aktuell Mitteilungen von trächtigen Katzen erhalten habe.
Ich werde dies alles irgendwie im Spätherbst abzuarbeiten versuchen, wenn ich denn hoffentlich wieder zu "meinen" Sommerhauskatzen fahren darf. 

Anke

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