Donnerstag, 22. März 2012

12. Tag – 22.03.2012, Abschied von Paul


Ich möchte vorweg nehmen, was mich heute Abend so traurig macht, dass ich auch nun schon wieder weinen muss: Paul war zu krank, um ihn noch behandeln zu können, er wurde heute Nachmittag in der Tierklinik von seinen Leiden (und die hatte er wirklich) erlöst.

Als ich heute am Morgen zu unserer Futterstelle kam, da sah mich der alte Paul schon aus dem Futterhaus heraus an. Schnell ging ich also zu ihm, goss ein bißchen Katzenmilch in eine Schüssel, schob diese in die Falle und blieb daneben sitzen. Paul ging ganz brav hinein und ich schloss hinter ihm die Klappe. Er trank seine Milch aus und wollte dann gehen. Ein bisschen unruhig wurde er, aber ich bot ihm als Umstieg unseren dunklen Katzenkorb an - und er ging sofort hinein. Er legte sich sogar hin und als ich ihn dann fünf Minuten im Auto stehen hatte, war er schon eingeschlafen. Eigentlich befürchtete ich schon zu diesem Zeitpunkt, dass wir ihn nicht wieder aussetzen würden… Er schien ein so müder, alter Kater zu sein.

Also ließ ich ihm seine Ruhe und machte die Falle erneut scharf, denn schließlich wollten wir ja auch den zweiten Kater, den schwarz-weißen, am Vormittag noch namenlosen, fangen. Kaum war ich mit Paul zu Hause angekommen, um ihn dort „zwischenzuparken“, klingelte mein Handy. Per teilte uns mit, dass auch der andere Kater gefangen sei. Also holten wir auch ihn ab und fuhren in die Tierklinik. Auf dem Weg zu Pers Haus lief uns dabei nochmal Lilli über den Weg. Immer wieder kommt es zu Überraschungen am letzten Tag.

Sofus
Danach sichteten wir die Fotos unserer Wildkameras: Leider noch immer keine Neuigkeiten von Uta. Aber der kleine Sofus, den wir letztes Jahr kastrieren ließen, war in der Arvidvej unter unseren Futtergästen.
Danach machten wir einen ausgedehnten Spaziergang bei wundervollem Wetter. Und je länger es dauerte, bis uns jemand anrief, desto größer wurde meine Hoffnung, dass es gut ausgehen könnte…

Aber um kurz nach 14 Uhr dann klingelte das Telefon: Die Tierärztin sagte mir (und sie habe auch ihre Chefin zu Rate gezogen), dass es wohl keine Hoffnung mehr für Paul gebe. Die Entzündung sei schon zu lange vorhanden und zu weit fortgeschritten. Er bräuchte eine warme, zugfreie Umgebung über viele Wochen und jeden Tag Augentropfen. Zudem so meinte sie, müsse er aufgrund des Zustands des Auges große Schmerzen haben und es sei trotz einer möglichen Behandlung nicht klar, ob er die Infektion überstehen könnte. Sofort erinnerte ich mich an den Eindruck vom Morgen. Es schien mir, als sei er einfach nur froh, in diesem dunklen Korb seine Ruhe zu haben. So traf ich dann weinend die Entscheidung ihn zu erlösen, nicht ohne die Tierärztin zu bitten ihn dabei zu streicheln, da er das so liebte und so laut schnurren konnte…

Eine Stunde später rief man uns wiederum an und teilte mit, dass der andere Kater nun kastriert sei und wir auch ihn abholen könnten. Also fuhren wir nach Nörre Nebel und nahmen „Kimi“ (so soll unser schwarz-weißer Kämpfer ab heute heißen) und Paul in Empfang. Paul wollte ich hier in Bjerregard beerdigen.

Zuhause stellten wir Kimi in einen Abstellraum, wo er die Nacht dunkel und geschützt verbringen könnte.

Und mit Paul ging ich gemeinsam seinen letzten Weg. Ich legte ihn an einen stillen Platz, an dem er nun seine Ruhe und keine Schmerzen mehr hat. Viele Gedanken gingen mir dabei durch den Kopf. Wie viele Nachkommen mag er in seinen mindestens 9 Katerjahren wohl gezeugt haben? Ich erinnerte mich an das erste Mal, als ich ihn sah, als er mit einem anderen großen Kater, Peter, kämpfte. Auch Peter war regelmäßig an unserer Futterstelle, bis er im vorletzten Winter plötzlich nicht mehr wiederkam…

Fenja
Am Abend bestückten wir dann ein letztes Mal die Futterstelle in Hegnet (und ließen natürlich eine extra große Schale Trockenfutter dort) für Einar, Sofus und vielleicht andere und brachten dem deutschen Ehepaar eine Wurmtablette für Fenja.
Danach schaute ich nochmal bei dem älteren, dänischen Paar hier vorbei, das Nora versorgt und ließ auch dort eine Wurmtablette. Das Paar freute sich sehr mich zu sehen und erklärte, wie froh sie über ihre Nora seien.


Trotzdem war dies der traurigste letzte Abend in Bjerregard.
Paul ist sicher bereits über die Regenbogenbrücke gegangen… Er hat es verdient.

Anke