Samstag, 19. März 2016

6. Tag - letzter Tag in Vejlby Klit, aber ganz sicher komme ich wieder

Am Morgen war, wie hier inzwischen schon gewohnt, zuerst einmal die Freilassung der am Vortag kastrierten Tiere an der Reihe.
Dies lief sehr entspannt ab, die weißen erwachsenen Herren, denen wir die Namen Ben und Leon gegeben hatten, waren sehr ruhig:

Ben kurz vor seiner Freilassung
Den kleinen Krümel behielten wir noch bis zum Nachmittag, da wir ihn noch in Ruhe füttern wollten.

Als Ben dann seinen Korb verlassen hatte und wir an dem Haus die Futterschüssel neu befüllen wollten, trauten wir unseren Augen nicht:
Auf der Terrasse des Hauses kam uns Tom entgegen und wollte gleich um meine Beine streichen.
Noch viel besser aber war, dass auf der Fußmatte des Hauseingangs eine weitere Katze saß:


Es war ein hübsches grau-weißes Tier.
Es erinnerte mich unglaublich an den Kater, den wir in Bjerregard im zweiten Dänemark-Jahr (2004) an unserem Haus hatten und der uns letztlich auch mit dazu bewegte, dieses Projekt zu beginnen.
Herr Nebel hatten wir den Kater damals genannt - wegen seiner Fellfarbe.

Am heutigen Morgen dann hatte ich also wieder ein so hübsches Tier vor mir und wieder war es zutraulich und ließ sich streicheln.
Und es ließ einen Blick unter den Schwanz zu: ein Mädchen. Wow.
Also gaben wir dem aufdringlichen Tom auf der Terrasse Feuchtfutter und füllten für das grau-weiße Mädchen etwas Futter in eine Schüssel.
Diese stellten wir in den nach Bens Freilassung nun leeren Transportkorb.
Das kleine Mädchen ging mit den Vorderpfoten hinein und ich half mit sanften Druck nach, schob sie hinein und schloss die Klappe.
Nun war dann doch ein wenig Randale angesagt im Transportkorb, also schnell eine Decke darüber und ab nach Hause.
Ein Telefonat mit der Tierklinik in Lemvig: Ja, wir könnten um 10:15 Uhr kommen.
Wunderbar, so hatten wir noch Zeit für das Frühstück.

In der Tierklinik warteten wir dann, bis der heutige Fang in Narkose lag, wollten wir doch wirklich ganz sicher sein, noch ein Mädchen gefangen zu haben.
Ja, es wurde uns bestätigt.
Juchhu!
Bis zur Abholung würden noch ein paar Stunden vergehen, die wir nutzten, um bei den in Vejlby Klit ansässigen Ferienhausvermietern unsere Flyer auszulegen und mit den Mitarbeitern ins Gespräch zu kommen.
Leider war der Novasol-Mitarbeiter nicht wirklich interessiert.
Bei ihm hatte man den Eindruck, dass er selbst die Katzen als „Problem“ empfindet - hingegen waren die Damen der anderen Büros ehrlich interessiert und berichteten von Katzen in Vejlby Klit.
Zudem erfuhren wir sogar, dass es im Herbst eine schwarz-weiße Katzenmama mit drei weißen Jungtieren gegeben hatte.
Oh, also hatte unser kleiner Krümel ursprünglich noch zwei Geschwister…
Und anscheinend war es doch nicht die Mutter, mit der er da vor zwei Tagen so idyllisch im Gras lag.

Aber wer kennt schon die Verwandtschaftsverhältisse in einer Katzenpopulation, wenn es sich denn nicht um Rassekatzen und ihre Züchter handelt…
Hier sind es oftmals nur Spekulationen, wer da mit wem vielleicht wie verwandt sein könnte ;-)

Im Anschluss durfte auch der kleine Krümel in die Freiheit.
Zwar lief er direkt davon, blieb dann aber doch neugierig herausschauend unter der Terrasse sitzen.

Krümel nach seiner Entlassung
Ein goldiger kleiner Kerl, den Elly und ich sehr ins Herz geschlossen haben.
Wir wünschen ihm (wie natürlich auch allen anderen Katzen) alles Gute!

Da ein Ferienhaus ganz in der Nähe der Entlassungsörtlichkeit über die letzten Tage von Dänen bewohnt war, gingen wir im Anschluss zu der auf der Terrasse sitzenden Dame, um nach Katzen zu fragen.
Es entwickelte sich ein sehr nettes Gespräch auf englisch, in dem die Dänin uns sagte, dass sie unsere Arbeit ganz super finde und bat uns um einen Flyer, den sie in ihr Gästebuch legen wollte.
Perfekt.

Am frühen Nachmittag konnten wir dann die kastrierte Katze von der Tierklinik in Lemvig abholen.
Nebelchen, so habe ich sie genannt, hatte alles gut überstanden und war von der Tierärztin auf etwa 4-5 Jahre geschätzt worden.
Und auch sie war bereits wieder rollig gewesen!

Nachdem wir sie zurück ins Ferienhaus gebracht hatten, machten wir uns auf eine Runde durch den nördlichen Teil Vejlby Klits.
Hierbei sprachen wir auch etliche Urlauber und auch dänische Hausbesitzer an. Viele von ihnen sprechen ja (zum Glück für uns) deutsch oder englisch.

Allen war das „Katzenproblem“ bekannt und alle waren hoch erfreut über unsere Arbeit.
Wir ernteten sehr viel Lob und ein älteres dänisches Paar versprach uns sogar, dass man meine Sache in der Eigentümerversammlung ansprechen wolle!
Das ist absolut erfreulich. 
So könnte Unterstützung zustande kommen, wie ich sie inzwischen auch in Bjerregard erfahre - oder zumindest doch das Wissen über das Katzenprojekt.

Von vielen Urlaubern wiederum bekamen wir gesagt, dass man „viele Katzen“ gesehen habe.
Mit einem jüngeren deutschen Pärchen kamen wir ebenfalls in ein super-nettes Gespräch.
Die Beiden erzählten uns, dass sie nicht zum ersten Male hier seien und über diesen Urlaub sehr viele Katzen an ihrem Haus gefüttert hätten.
Einige von ihnen hätten sie aus früheren Aufenthalten wiedererkannt - von einem Tier vermuteten sie aufgrund der Dicke und Form des Bauches, dass es zur Zeit schon wieder tragend sei.
Auch hier freute man sich über das Projekt.
Schön, so viel Lob und Zustimmung für die Kastrationen zu erfahren!

Auch entdeckten wir bei unserem Rundgang noch die bereits kastrierten Katzen Tilda, Theo und Tim:
oben Tilda, unten Theo und Tim
Wunderbar, sie gesund und mit gutem Appetit nochmal vor der Abreise angetroffen zu haben.

Ein paar Hinweise auf uns noch nicht bekannte Katzen erhielten wir auch.
Diese Tiere gilt es - wie immer - beim nächsten Aufenthalt hier ausfindig zu machen und ebenfalls zu kastrieren.

Am Abend sammelten wir dann alle Kameras und Futterschüsseln ein und hinterließen an einigen der Häuser, an denen wir gefüttert hatten, noch Trockenfutter unter den Terrassen.

Morgen treten wir dann, wenn Nebelchen entlassen ist, unsere Heimreise an.
Und wie immer wird es in den kommenden Tagen irgendwann eine kurze Zusammenfassung der Geschehnisse der letzten vierzehn Tage geben.

Bedanken möchte ich mich aber schon jetzt vor allem bei Elly, die mich in dieser zweiten Woche mit sehr viel Tatkraft unterstützt hat.
Sie war eine perfekte Hilfe mit unglaublich viel Engagement. Mein „Lehrling“ hat gute Arbeit geleistet und ich würde mich sehr freuen, wenn sie mich im nächsten Jahr wieder hierher begleitet - denn zu tun gibt es ja reichlich!

Tja, und dann natürlich auch ein Dank an die Tierarztpraxis in Süderlügum und auch die Tierklinik in Lemvig - und selbstverständlich an alle Urlauber und dänischen Hausbesitzer, die uns halfen oder noch helfen werden.

Es kann gar nicht genug Unterstützer geben in dieser Sache - den Fellnasen zuliebe, die jede gute Tat wert sind!