Sonntag, 6. März 2016

2. Tag - Allerlei erlebt



Der erste Blick nach dem Aufstehen fiel natürlich auf die Terrasse, leider war über Nacht niemand an meinem bereitgestellten Futter. Schade.
Dennoch wurde die Schüssel stehengelassen - die Wildcam allerdings abgebaut, sie brauche ich anderweitig.
Beim Frühstück hatte ich Gesellschaft in Blickweite. Auf dem Grundstück hatten sich zwei Rehe, eine Ricke und ein Bock, niedergelassen. Wie schön!

Mein erster Weg am Vormittag führte mich zur Futterstelle in Kongsmark. 
Wieder sah ich Lale, die in den Büschen gewartet hatte und direkt zum Feuchtfutter lief, als ich im Auto saß und den Motor gestartet hatte.
Und - um es vorweg zu nehmen - tatsächlich waren auf der Wildcam über Nacht nur zwei Katzen zu sehen!
Was nur mit den anderen Tieren passiert sein mag??? Das ist wirklich traurig.

Im Anschluss fuhr ich zum Reiterhof in Sönderstrand.


Dort traf ich auf mehrere junge Mädchen, die sich mit den Pferden beschäftigten und mir auf Nachfrage erzählten, dass es hier im Stall vier Katzen gebe.



Wunderbar, das heisst, dass die Vier vom November noch da sind!

Und tatsächlich entdeckte ich auf dem Stroh wenige Minuten später Herta.
Nur, wo waren die kleinen Tigerchen?
Schnell holte ich eine Dose Katzenfutter aus dem Auto. Lang musste ich nicht klappern, schon tauchten die Kleinen auf - wie aus dem Nichts.

Herta links - die beiden Kleinen rechts (Kater und Katze)
Alle Drei stürzten sich auf das schnell in den Napf gefüllte Futter.
Nur Flora blieb fern.
Da die Tigerchen sich streicheln lassen, denke ich, dass ich sie morgen mit Futter in einen Transportkorb locken kann und keine Falle einsetzen muss.
Hoffen wir’s, der erste Tierarzt-Termin ist jedenfalls für den morgigen Nachmittag geplant.

Als der Reitstall-Besitzer dann zum Stall kam, begrüßte er mich freundlich und freute sich, dass nun auch die beiden Tiger zur Kastration dran seien - im vergangenen November waren sie dazu ja noch zu jung.
Und Sigurd erzählte mir auch, dass an seinem Wohnhaus unweit des Stalles ebenfalls Katzen seien.
Insgesamt drei, eine Mutter und ihre beiden Kleinen, die ebenso alt wie die Tiger aus dem Stall sind.
Allerdings seien diese Katzen komplett verwildert, ließen sich nicht anfassen und den Mensch nicht einmal in ihre Nähe.
Also sagte ich ihm, dass ich auch diese Katzen zu fangen versuchen will.
Die angebotene Fuchsfalle lehnte ich dankend ab. Schließlich habe ich ausreichend eigenes Equipment…;-)
Sigurds Angebot folgend ging ich dann zu seinem Wohnhaus, sprach dort mit seiner ebenfalls sehr netten Frau.
Ich sagte ihr, dass ich gern hinter dem Haus die Katzen fangen möchte.
Ich dürfe alles tun und gern auch hinter dem Haus die Fallen aufstellen. Perfekt.
Und tatsächlich entdeckte ich hinter dem Haus - vor mir flüchtend - auch schon das erste der beiden kleinen Wilden.


Im Anschluss begab ich mich ins Ferienhausgebiet Sönderstrand.
Ich entdeckte zwar keine Katzen, die Kompost-Futterstelle ist allerdings nach wie vor „in Betrieb“ und wurde von mir mit einer kleinen Portion Feuchtfutter bestückt.

Nach dem Kaffee im Ferienhaus traf ich mich kurz nochmal mit einer Mitarbeiterin eines Ferienhausvermieters, die mir ebenfalls von mehreren Katzen in der Nähe des Reitstalls berichtet hatte.
Es stellte sich heraus, dass es sich um dieselben handelt, von denen ich nun schon wusste.
Gut, keine neue „Baustelle“…
 
Auf dem Rückweg entdeckte ich dann unweit des Hauses, in dem ich im November mit Thomas wohnte, eine langhaarige Katze.
Sicherlich gehört sie zum selben Haus wie das langfellige Tier, das wir im November bereits entdeckt hatten.
Ein hübsches, total relaxtes, Exemplar.


Die „letzte Amtshandlung“ für heute (außer dem Weblog) war dann ein Besuch am Hotel Kommandoergaarden.
Thomas und ich hatten uns ja vorgenommen, den jetzigen Aufenthalt für eine „Bestandsaufnahme“ am Hotel zu nutzen.
Die Planung war, an einem Abend/in einer Nacht alle zur Futterstelle kommenden Katzen einzufangen und festzusetzen - egal, ob kastriert oder nicht. 
Grund hierfür ist, dass nicht zu viele Katzen um die Fallen herumschleichen und vor allem nicht mehrfach hineingehen und so die ängstlicheren Tiere durch das "Klapp" verschrecken.
Es ist eine echte Mammut-Aufgabe, ist es nicht nur so, dass man Stunden vor Ort warten muss und es eisig kalt ist, nein, die eigentlich schwierige Aufgabe ist, die Katzen von den Fallen in die Transportboxen umzusetzen, da diese nicht 1:1 auf den Eingang der Falle passen.
Das ist trickreich, erfordert eigentlich vier Hände.

Dennoch will ich es versuchen, ich habe hierfür den Mittwochabend eingeplant.
Ich kann nicht mehr als feststellen, dass ich es allein nicht schaffe.
Aber den Versuch will ich wagen.

Und genau zu diesem Zweck habe ich vorhin bereits mal an der Futterstelle gewartet.
Bis gegen 18 Uhr erschienen dort vier Katzen.

wahrscheinlich Mia oder Ulla, Olaf, Sixty und ?
 
Wäre natürlich super, wenn ich die direkt abgreifen kann am Mittwoch, bevor die scheueren Tiere erscheinen.
Einen Raum zum Unterstellen hat mir Therese, die Hotelbesitzerin, bereits zugesagt.

In einer Ecke im Bereich der Zugänge zu den Zimmern des Hotels entdeckte ich dann noch Grete.
Sie sieht leider sehr schlecht aus, das arme Mädchen.
Im März 2014 kastriert, wurde bei ihr bereits im November desselben Jahres chronischer Katzenschnupfen festgestellt.
Sie ist sehr dünn und leider hinkt sie auch stark.
Also muss sie definitiv mit zum Tierarzt!

Nun ist für morgen Nachmittag aber erstmal der hoffentlich einfache „Fang“ der beiden kleinen zutraulichen Tiger vom Reitstall geplant.

Am Vormittag erwarte ich Besuch von lieben Freunden.
Ein bisschen Schwätzen und gemeinsam etwas essen - darauf freue ich mich sehr.

Anke