Montag, 19. März 2012

9. Tag – 19.03.2012


Uta
Um 5 Uhr den Wecker gestellt und nochmal bei Uta reingeschaut, nachdem sie gestern Abend wieder eine Portion Katzenmilch verdrückt hatte. Auch die Sichtung der „Big Brother“-Aufnahmen in ihrem Käfig sprachen dafür, dass sie wieder munter ist. Das Feuchtfutter hat sie zwar nicht angerührt, dafür aber die vier Stückchen Leckerlie mit ihren Schmerztabletten. Und da ich ihr gestern Abend versprochen hatte, dass die „Knast-Zeit“ heute vorbei sei, verluden wir also nach dem Frühstück den Käfig und fuhren nach Hegnet.
Alle zur Verdunklung genutzten Handtücher und Bettlaken hochgeklappt, einen Moment gewartet und schon raus aus dem Korb und ab in die Dünen. Thomas blieb nur ein ganz schnelles Foto:

Uta zurück an ihrem Haus, kastriert und gesund

Nun haben wir dort die Wildkamera aufgestellt, um zu sehen, ob sie zum Fressen wieder an das Haus kommt (und natürlich, ob es ihr gut geht).

Auf der Rückfahrt hielten wir kurz am Haus eines deutschen Ehepaares, das den Winter über in Hegnet verbrachte und seit einigen Wochen Fenja füttert. Tatsächlich sahen wir sie in der Sonne liegen - sie meckerte uns an, weil wir sie bei ihrem Schönheitsschlaf störten…;-)
Fenja, 19.03.2012
An dieser Stelle muss der Webmaster einmal (nicht ganz ernst gemeint) bemerken, dass ich sie nicht gestört habe und sie mich auch nicht angemeckert hat! Thomas, der Webmaster, ;-)

Lilli, meckert auch...
Am Nachmittag dann hatten wir ja vor, noch einen der unkastrierten Kater bzw. Paul zur Tierklinik zu fahren. Natürlich kamen aber nur Gismo und Lilli - die anderen ließen sich nicht blicken.

So ging ich zu Jannik und Jette und habe mich sehr nett mit der dänischen Dame unterhalten. Sie wiederum war sehr erfreut, dass wir uns um die Bissverletzung von Jannik kümmern wollten und so musste eben er kurzentschlossen nochmal nach Nörre Nebel heute…

Er ließ sich - zwar unwillig, aber ohne bösartige Gegenwehr - in den Katzenkorb schieben und zwei Stunden später holten wir ihn wieder ab.
Die linke Wange musste geöffnet und gespült werden. Ein Depot-Antibiotikum soll die restlichen Keime vernichten. Ursache war wohl ein Katzenbiss - die durch die Zähne verursachten Löcher gut zu erkennen. Da natürlich aber auch er in Narkose behandelt werden musste, haben wir wieder einen Patient heute Nacht - der aber in seinem Korb im Auto schlafen wird.

Für morgen ist die Vorbereitung bereits im Gange: die (unscharfe) Falle steht vor dem Haus der dänischen Dame; Jette bekommt darin bereits ihr Abendessen serviert. Und morgen früh werde ich mein Glück versuchen.

Anke

Sonntag, 18. März 2012

8. Tag – 18.03.2012


Nichts gefressen hat die kleine Uta über die Nacht - und geschlafen hat sie in ihrer Toilette…
Also war unsere Stimmung dem Wetter entsprechend: schlecht.

Am Vormittag ging’s auf dem Weg zu Pers Haus bei Jannik und Jette vorbei, beide saßen wie üblich vor dem Haus. Jannik konnte ich dieses Mal sehr ausgiebig streicheln und fühlte dabei neben der sichtbaren Ohrverletzung auf derselben Kopfseite einen riesigen verkapselten Abzess, fast in Tischtennisballgröße. Das wird man aufschneiden müssen, also bleibt auch ihm eine erneute Narkose in der Tierklinik nicht erspart. Bei Jette mache ich mir mehr Gedanken, wie wir sie eingefangen bekommen, da sie so scheu und ängstlich ist.
Die letzten Tage werden wir also noch viel Arbeit haben.

Bei Per saß im strömenden Regen Gismo unter dem Vordach und freute sich sichtlich und hörbar, dass ich kam. Schnell ein wenig geschmust und dann 150 Gramm Feuchtfutter - mmh.
Nachmittags blieben wir Zuhause, es regnete weiter. Sabine kam zu Besuch, wir hatten sie vor zwei Jahren über ihren damals entlaufenen Kater „Kater“ kennengelernt, der sich nach ihrem Umzug entschlossen hatte, ebenfalls an unserer Futterstelle zu bleiben. Er ist ein echter Draußen-Kater, da er Sabine ursprünglich ebenfalls zugelaufen war, von ihr kastriert wurde und über Sommer immer mit ihr in einem kleinen Ferienhaus wohnte.
Abends hatte der Regen dann aufgehört und wir liefen nach Hegnet - im Gehen konnten wir gerade noch hören, dass Uta zumindest ihre frisch hingestellte Katzenmilch schleckte. Hoffentlich frisst sie über Nacht, dann können wir sie mit gutem Gewissen entlassen morgen früh.

In Hegnet füllten wir die Futternäpfe in der Arvidvej und tauschten die Speicherkarte der Wildkamera. Und auf dem Rückweg, aufgrund der Dämmerung kaum mehr zu erkennen, entdeckten wir noch einen Tiger - anscheinend derselbe, der auch an der vorübergehenden Futterstelle (mit Wild-Kamera) frisst.

Gerade eben ergab der Vergleich mit unseren Fotos aus 2010: es ist Einar!

Einar, 17.03.2012
Anke

Samstag, 17. März 2012

7. Tag – 17.03.2012

Gestern Abend noch bekam Uta eine Portion Katzenmilch in ihren Aufwachkäfig gestellt. Und während Thomas und ich noch beim Fernsehen saßen, hörten wir auf einmal ein unverkennbares „Schlabbern“. Ein paar Minuten später schaute ich nach: tatsächlich hatte Uta ihre Milch getrunken. Daher bekam sie dann vor unserem Zu-Bett-Gehen noch eine kleine Portion Milch und eine ebenso kleine Portion Feuchtfutter.
Um 6:00 Uhr heute am Morgen schaute ich das erste Mal nach unserer Patientin. Beide Schüsseln waren geleert - juchhu!!!  Und sogar ihr Katzenklo hatte sie benutzt, einen Bollen Urin konnte ich entfernen. Der Aufwachkäfig scheint eine wirklich gute Sache zu sein. Wird Uta eine Wunsch-Patientin?
Mit dem ersten Hunger wollte ich dann das Schmerzmittel verabreichen. Also die Tablette geviertelt und in vier Bissen Leckerlie versteckt in die Futterschüssel gelegt. Als wir um 8:00 Uhr aufstanden, waren auch diese gefressen.
Nora
Und Nora kam aus der Nachbarschaft zum Frühstück - gerne gaben wir ihr eine Portion Feuchtfutter.

Am Vormittag ging es eine Runde durch die Siedlung, Aufbruchsstimmung überall. Auf einigen Hausdächern saßen Möwen und wir schauten nach, ob vielleicht Urlauber, die nach Hause gefahren sind, dort Futter hinterlassen hätten - aber auch hier wurden wir nicht fündig.

Am Nachmittag machte ich mich daran, unseren Futterplatz an Pers Haus zu säubern. Einmal alles abgebaut, gekehrt und geputzt, wieder aufgebaut und die gelieferten Futter-Kartons in den Papp-Müll beim Kaufmann gebracht. Alles zusammen war ich zwei Stunden beschäftigt.

Paul
Und während ich putzte, kamen Paul und der schwarz-weiße Kater um mir zuzusehen.
Als ich Paul sah, bekam ich einen großen Schreck. Dort, wo sein rechtes Auge sein müsste, war nur noch eine große rote Stelle und dunkle Flüssigkeit läuft heraus. Offensichtlich hat er ganz starken Katzenschnupfen und „das Auge läuft aus“. Gehört und gelesen habe ich so etwas schon, aber zum Glück noch nie gesehen - schließlich sind unsere Katzen ja alle geimpft. Ich musste weinen, als ich ihn so sah. Trotzdem kam er zu mir, ließ sich streicheln und schnurrte. Und seinen Appetit hat er noch immer nicht verloren, 300 Gramm Dosenfutter fraß er in einem Happs. Auch wenn ich Angst davor habe, dass ich ihn nicht wieder mit zurück nehmen werde, versuchen wir auch ihn am Dienstag einzufangen und zur Tierklinik zu bringen. Vielleicht kann man ihm noch helfen, vielleicht muss man ihn erlösen. Paul ist der älteste Kater in der Siedlung, er ist der Vater vieler Katzen, auch wir haben sicher mindestens zwei seiner Kinder Zuhause. Aber ich glaube, obwohl es so sehr traurig ist, dass wir seine Krankheit nicht ignorieren dürfen und auch hier Verantwortung zeigen müssen.
Der schwarz- weiße Kater kam auch näher heran und legte sich unter die Büsche, beobachtete mich genau.
Lilly

Als wir gerade nach Hause wollten, kam Lilli zum Futterplatz. Sie ließ sich nicht beirren, ging frech sogar an mir vorbei, so dass ich sie nur von hinten fotografieren konnte.

Ja, und heute am Abend macht mir nun auch noch Uta Sorgen. Sie hat über den ganzen Tag nichts gefressen oder getrunken. Hoffentlich ist alles in Ordnung - und sie schläft nur (ohne Schmerzen) den Stress des Einfangens und der OP aus.

Morgen gibt’s hoffentlich wieder interessante Fotos. Wir haben die Wildkamera nun in Hegnet aufgestellt (@ Wiebke: an Eurem „Katzen“-Haus).

Bitte drückt uns, liebe Leser, alle Daumen, die Ihr habt für Uta, Paul und auch für alle anderen Katzen.
Soeben kam ein „Miau“ aus dem Aufwachkäfig. Ganz bestimmt eine Zustimmung.

Anke

Kastrationskosten Uta

Kastrationen sind in Dänemark deutlich teurer als in Deutschland. Zudem hatten wir bis heute noch keinen Rabatt in Sachen Tierschutz. Schade eigentlich.

Uta kostete 1530,18 dänische Kronen, entspricht 205,03 €.

Freitag, 16. März 2012

6. Tag – 16.03.2012


Ich sitze beim Schreiben vor einem großen Käfig über dem ein noch größeres Betttuch hängt. Ja, wir waren erfolgreich.

Am Morgen sind wir um 08:30 Uhr los zu der Futterstelle der grauen Katze und entdeckten sie bei unserer Ankunft schon in den Büschen. Die Urlauber hatten die Falle bereits scharf gestellt und die Katze mit Leckerlie hinein zu locken versucht - allerdings bis zu unserem Eintreffen ohne Erfolg. Also machten wir schnell drei kleine Futterportionen fertig - eine wie üblich dicht vor der Falle, eine 20 cm hinein und die andere auf dem Auslöser. Wir zogen uns schnell zum Auto zurück - kaum waren wir weg kam der graue Tiger auch schon zur Falle und leerte die erste Schüssel. Ganz ohne Skepsis ging es dann zur zweiten Portion - Thomas konnte gerade noch Fotos machen, und schon schlug die Falle zu. Sehr wild war der kleine Wicht. Und ab ging’s nach Nörre Nebel, wo wir ihn/sie um 09:00 Uhr zur Kastration abgaben.

Gerhard sahen wir dort wieder - und eigentlich war kein Tierarzt dort heute, sondern alle auf Außenterminen. Trotzdem werde er es möglich machen - man rufe uns an.

Also hieß es sich Zuhause die Zeit zu vertreiben. Bei dem nebligen, feuchten Wetter war Faulenzen angesagt.
Kurz schaute ich bei Per vorbei - nur Gismo ließ sich sehen. Und die dänische Dame, die Jannik und Jette füttert, hatte auf meine schriftliche Notiz auf ihrer Terrasse ebenso geantwortet. Sie bat uns darum, vielleicht mit beiden Katzen zum Tierarzt zu fahren, da sie ja auch keinen Korb habe. Sie schrieb, dass Janniks Ohrverletzung nicht besser werde und Jette habe eine Verletzung am Schwanz. Also wird es wohl das erste Mal sein, dass wir mit den Katzen hier nicht zur Kastration, sondern zur Behandlung, in die Tierklinik fahren - wenn wir sie denn am Montag oder Dienstag verpackt (Jannik) und eingefangen (Jette, die sich nicht anfassen lässt) bekommen. Auf jeden Fall wollen wir es versuchen, schließlich haben wir die Sache angefangen…

Gegen 16 Uhr hielten wir es nicht mehr aus und riefen in der Tierklinik an.
Das Mädchen (!!!!) liege noch auf dem OP-Tisch, aber um 17:00 Uhr könnten wir sie abholen.
Bei der Abholung berichtete man, dass die gerade 2,8 Kilo leichte Katze die doppelte Menge an Narkosemittel benötigte, als es für ihr Gewicht eigentlich erforderlich wäre. Sie sei sehr wild und wollte nicht einschlafen…;-(
Die OP sei gut verlaufen, allerdings habe man kein Schmerzmittel als Depot verabreichen können, weswegen wir dieses in den nächsten Tagen als Tablette geben sollten.
Ich erinnere mich an die ersten drei Katzen, die dasselbe durchmachen mussten. Es war so schwer, diese Tabletten zu verabreichen, da sie nichts fressen wollten. Mit einer mussten wir sogar wegen einer erneuten Spritze nochmals in die Tierklinik. Und die Tiere haben einen 7-8 cm langen Schnitt am Bauch. Man kann sich vorstellen, was sie für Schmerzen haben. Hinzu kommt, dass sie gefangen sind in einer unbekannten Umgebung, Kontakt zum Menschen haben, den sie nicht wollen…
Aber aufgrund der Schwere der OP ist bei den Mädchen eine Entlassung am nächsten Tag kaum möglich. Daher war ich froh, dass es bei den letzten Operationen ein 3-Tages-Depot Schmerzmittel gab.

Arme Uta (so haben wir sie getauft), sie muss also nun wieder leiden.
Nun ist Abwarten angesagt, wann sie zum ersten Mal frisst, trinkt und aufs Klo geht.

@ Uta K.:  Dank Deiner großen Spende im vorletzten Jahr, als Du uns die Geldgeschenke zu Deinem Geburtstag zukommen ließest, bist Du nun wie versprochen Namens-Patin einer besonders hübschen Mieze!

Anke

Min Ven Katten, Ausgabe Februar 2011

Noch nachzureichen ist der Artikel im dänischen Katzenmagazin Min Ven Katten, das seit einigen Jahren regelmäßig über uns berichtet.

Hier geht es zum Download des Artikels.

Der nächste Bericht ist für Mai 2012 geplant.

Donnerstag, 15. März 2012

Tag 5 – 15.03.2012


Nora
Früh aufgestanden sind wir heute, da wir ja an der Rebekkavej „einen Fang“ machen wollten.
So sahen wir dann auch gegen 7 Uhr einen vierbeinigen Gast auf unserer Terrasse. Ein hübsches kleines Tigerchen. Viel Hinschauen bedurfte es nicht - es war Nora. Sie ließ sich anfassen und verspeiste ihr Frühstück, einen 100 Gramm-Beutel. Wahrscheinlich waren ihre Menschen noch nicht wach und so schaute sie sich mal um, was es an anderen Häusern so gibt…;-)   Schön für mich, dass ich ein so weiches Fell kraulen durfte!

Dann ging es nach Hegnet. Gegen 8 Uhr wurde die Falle bestückt und scharf gestellt. Und dann begann das Warten. Jeden Morgen um 9 Uhr herum kam der (vermutliche) Kater seit vergangenem Sonntag zum Frühstück. Heute warteten wir bis 10:30 Uhr - erfolglos, leider. Unsere Falle blieb leer. Also morgen ein erneuter Versuch.



Auf dem Heimweg sammelten wir die Wildkameras ein, um die Akkus zu laden. Und da gab es etwas Interessantes bei Birgits Sohn. Es war ein Vierbeiner, der den Napf leerte, aber keiner, den wir uns gewünscht hatten. Zum Glück kam er in den letzten beiden Nächten immer erst am Morgen vorbei, so dass wir sicher sein konnten, dass über Nacht keine Katze leer ausgegangen wäre - allerdings war auch sonst niemand auf dieser Kamera.
Carrie
Bei Per hingegen hatten wir endlich auch Carrie im Visier - schön, dass es auch ihr gut geht. Immerhin haben wir von diesem Katzenmädchen (aus ihrem letzten Wurf vor der Kastration) 2007 vier Kätzchen mitgenommen und alle wunderbar vermittelt.

Am Nachmittag ging es mit dem Fahrrad eine Siedlung weiter gen Norden, dort, wo sich ein großes landwirtschaftliches Anwesen direkt an den Ferienhäusern und der Straße befindet. Viele Urlauber gab es aber nicht zu fragen, da dort kaum jemand wohnt. Aber die, die wir trafen, hatten dort noch nie Katzen gesehen.

Also durchgefroren (bei tiefhängenden Nebelschwaden) zurück nach Hause. Aber zuvor nochmal bei Pers Haus vorbei. Und endlich sah ich Gismo. Der war ja so froh geschmust zu werden, gleich begann er zu schnurren und schlug sich den Bauch voll - dazu gab’s eine Wurmkur. Und plötzlich tauchte dann auch der große schwarz-weiße Kater auf. Das erste Mal sah ich ihn auf nur drei Meter Entfernung und nicht nur auf den Fotos der Wildkamera. Er hat viele Narben im Gesicht und die Bindehaut seines linken Auges ist unterblutet. Er scheint ein Kämpfer zu sein - also auf jeden Fall ein unkastrierter Kater, der ja auch schon seit vielen Jahren in diesem Gebiet gesehen wird, anscheinend aber inzwischen auch nicht mehr soooo scheu ist. Wenn sich nicht noch andere Katzen sichten lassen, werden wir auch ihn nächste Woche einzufangen versuchen.

Bei Jannik und Jette war alles beim alten. Da die Frau die Tür wieder nicht öffnete, ließ ich einen Zettel vor dem Eingang zurück, da ich unbedingt noch mit Jannik zum Tierarzt möchte wegen der Verletzung an seinem Ohr.

Anke

Mittwoch, 14. März 2012

Was bisher geschah - in Bildern

Tag 4 – 14.03.2012

Am Morgen auf dem Weg zum Brötchen-Holen war natürlich auch ein Tausch unserer Wildkamera-Speicherkarten angesagt - wobei aber deren Auswertung keine Neuigkeiten erbrachte.

Wie also an neue Informationen gelangen? Oft schon hatte ich in den vergangenen Jahren beim Kaufmann die Urlauber angesprochen und nach Katzensichtungen gefragt. Dieses Mal wollte ich noch direkter sein. Thomas und ich fuhren nach Hegnet. Wir brachten zuerst die Falle an das Haus im Rebekkavej, um die dort gefütterte Katze schon mal an „das große grüne Metallteil“ zu gewöhnen und konnten dabei sogar schon einen Blick auf die morgen einzufangende  Katze werfen. Ob es sich wirklich - wie vermutet - um das Geschwisterchen von Ronja und Frida handelt, was wir bei unserer Einfangaktion im Herbst 2009 nicht zu Gesicht bekamen?
Arvidvej 14.03.2012

Zur Erinnerung: Fenja hatte in diesem Herbst (das letzte Mal vor der Kastration) Junge. Im Oktober hatte Wiebke noch ein "beiges" und zwei graue Kätzchen bei ihr gesehen. Wir entdeckten im Arvidvej am Einfangtag aber nur noch zwei, die wir dann mit nach Deutschland nahmen. Im Jahr darauf schickten uns Urlauber ein Foto einer grauen Katze, offensichtlich das dritte Kätzchen aus dem Wurf. Wir sind also gespannt!

Arvidvej

 Dann teilten wir heute Hegnet  in zwei Hälften. In einer ging Thomas von Haus zu Haus, in der anderen ich. Insgesamt haben wir an 19 Häusern deutsche Urlauber angetroffen und gefragt. Einen Herrn erwischte ich „frisch aus der Dusche“ nur mit Bademantel bekleidet. Trotzdem berichtete er mir von einer schwarz-weißen Katze, die er allerdings nicht näher beschreiben konnte. Und Thomas erhielt von vier Urlauberfamilien einen Hinweis auf eine getigerte Katze an einem bestimmten Haus. Tatsächlich konnten wir sie nach fast einer halben Stunde Wartezeit an diesem Haus entdecken - allerdings nur von Ferne, da sie sehr scheu ist, und Menschen waren auch nicht Zuhause. Eine Identifizierung war daher nicht möglich.

Wieder in unserer Siedlung versuchte ich es erneut an „Janniks und Jettes Haus“ - wieder war leider die dort wohnende Dame nicht da, aber Jette konnte ich fotografieren.

Jette
Und auf dem Weg nach Hause trottete vor mir plötzlich eine schwarz-weiße Katze entlang - auf Rufen allerdings lief sie deutlich schneller, so dass mir nur ein Foto von hinten gelang. Allerdings reichte es aus: es war zweifelsfrei der bei Per fressende Kater, der noch unkastriert ist, sich allerdings auch bislang nicht einfangen ließ.
Bjerregard
Am Nachmittag dann trafen wir uns auf einen Kaffee mit Frank und Nicole, einer Bjerregardkatzen-Bekanntschaft - eine super nette Unterhaltung!

Und danach fuhr ich per Fahrrad nochmal nach Hegnet.
In der Arvidvej war die deutsche Familie zuhause, die die Tigerkatze füttert. Sie sagten auf Nachfrage, dass sie einen Zettel im Haus gefunden hätten, auf dem der Vormieter bat, die dort erscheinende Katze zu füttern, was man auch tut. Leider hatte man bisher nicht auf eine Tätowierung geachtet und habe auch keinen Fotoapparat dabei.
Also wird es an uns sein, hier nochmal eine Identifizierung zu versuchen.

Ein letztes Mal vor der Einfangaktion begab ich mich dann zur Rebekkavej. Und nicht nur die deutschen Urlauber traf ich dort an, sondern auch den dänischen Vermieter. Und ein kurzes Gespräch mit ihm, ließ mich die ganze Heimfahrt strahlen:

Er berichtete in sehr gutem Deutsch, dass es eine Eigentümerversammlung der Ferienhäuser gegeben habe, an der etwa 70-80 Personen teilnahmen. Einer der Teilnehmer holte dann einen unserer dänischen Flyer heraus und berichtete über unser Projekt. Jeder wollte dann schauen und der Flyer wurde herumgegeben. Er erzählte, dass es so viele positive Reaktionen auf unser Projekt gegeben habe und man es gerne unterstützen wolle.

Ich bin unglaublich glücklich. Dies ist so etwas wie ein Durchbruch. Wir haben die Dänen gewonnen! Nun ist es an uns, mehr daraus zu machen - und das wollen wir.

Dienstag, 13. März 2012

PETA-Kampagne zu Sterilisation von Katzen


Tag 3, 13.03.2012


Nach dem Frühstück fuhren wir nach Thorsminde und haben uns dort an der Bebauungsgrenze mit Elena und Dennis getroffen. Die Beiden hatten uns geschrieben, da sie im Herbst eine sehr zutrauliche Katze an ihrem Ferienhaus hatten, die aber offensichtlich (, da völlig verwurmt) keinen Besitzer hatte. Dieses Tier wollten sie, wenn sie es wiedersähen, nun mitnehmen nach Deutschland. Da sie auch von anderen Katzen dort berichteten, wollten wir uns ein Bild von der Örtlichkeit machen - vielleicht käme Thorsminde als nächster Ort für Kastrationen infrage.
Nach einem netten Willkommenskaffee sind wir eine Stunde durch die Siedlung gelaufen. Tatsächlich haben wir zwei Katzen (auf unsrer Abfahrt dann noch eine) gesehen - auch Elena und Dennis sprachen von bisher drei Katzen in der Nähe der Ferienhäuser. Deutlich weniger Tiere also, als im Herbst.
Thomas und ich sehen allerdings ein Problem in Kastrationen dort, da es durchaus auch sein könnte, dass wir dann eine Katze einfangen, die einem dort wohnenden Dänen gehört - und wenn sie sich in der Lebendfalle nicht genau anschauen lässt, stellen wir am Ende erst in der Tierklinik fest, dass es sich um ein kastriertes Tier handelt. Das wäre super peinlich (und soll nicht sein!!) - scheint uns aber aufgrund der baulichen Gegebenheiten in Thorsminde (wenige Ferienhäuser und viele Häuser von dort wohnenden Dänen, die auch fließend ineinander übergehen) nicht sicher vermeidbar.
Wir wissen noch nicht, was wir tun werden.
Als wir wieder nach Hause fuhren, fragten wir auf dem Rückweg noch in Sondervig bei den Ferienhausvermietern „Novasol“ und „DanCenter“, ob dort Touristen-Meldungen über wildlebende Katzen bekannt seien.
Novasol sagte schlicht „nein“, der DanCenter-Mitarbeiter war sehr interessiert, da selbst Katzenbesitzer. Aber auch ihm war dies nicht bekannt, obwohl er selbst nur für Sondervig und die südlichen Häuser zuständig ist. Hier jedoch habe man dieses „Katzenproblem“ nicht.

Wieder zurück in Bjerregard führte uns der Weg zu unserer Futterstelle an Pers Haus. Unbedingt wollte ich aber zuvor  an dem Haus schauen, an dem im vergangenen Jahr Jannik und Jette von der Dänin gefüttert wurden, die dann plötzlich nichts mehr mit den Katzen zu tun haben wollte und sogar kattens vaern um deren „Beseitigung“ bat.
Ich traute meinen Augen nicht: Vor dem Haus saßen…..   Jannik und Jette!
Und nicht nur die Katzen saßen dort. Es gab zudem zwei Futterschüsseln und zwei große Styropor-Boxen, offensichtlich als Aufenthaltsort für kalte Nächte gedacht.
Auf viel und kräftiges Locken (auch mit einem Leckerlie) ließ sich „mein“ schöner Jannik herab, zu mir zu kommen. Zuerst durfte ich ihn nur leicht berühren, dann aber kräftiger streicheln. Fast ein bisschen dick ist er geworden, mein Lieblingskater.
Allerdings hat er eine große, ernst aussehende Wunde am linken Ohr. Also habe ich mir ein Herz gefasst und bei der Dänin geklopft. Ich wollte ihr vorschlagen, dass wir zur Behandlung mit Jannik zur Tierklinik fahren, es scheint leider wirklich nötig. Es war aber niemand Zuhause, so dass ich dort auf jeden Fall morgen wieder klopfen werde.

Bei Per war alles in Ordnung. Wir werden die Katzen dort über das Wochenende versorgen, wenn er unterwegs ist, und dann hoffentlich auch Gismo mal wieder zu Gesicht bekommen, den Schmuser.

Abends fuhr ich dann mit dem Rad schnell nochmal nach Hegnet - während Thomas unsere zweite Wildkamera beim Sohn unserer Freundin Birgit aufstellte, der in dieser Woche ebenfalls hier in Bjerregard ist und auf jeden Fall eine Katze (des Nachts) am Haus hat - die Spuren sind unverkennbar.
An unserem früheren Futterplatz in der Arvidvej waren leider nur die Möwen Abnehmer des Futters, obwohl ich es bereits gestern Abend hingestellt hatte.
An einem Haus an der Rebekkavej sprach ich dann auf der Terrasse befindliche Deutsche an. Und tatsächlich füttern diese seit gut einer Woche eine Katze.
Für morgen ist nun am Nachmittag ein Termin gemacht, an dem wir nochmals schauen dürfen (man will bis dahin ein Foto machen)- und sollte es ein nicht markiertes und damit unkastriertes Tier sein, wird am Donnerstag die Falle aufgestellt.

Fenja, 13.03.2012
Zu guter Letzt stattete ich dann noch Gitta und ihrem Mann einen Besuch ab, ein deutsches Ehepaar, das den Winter in Dänemark verbrachte. Nur eine Katze frisst derzeit an Gittas Haus - aber diese ist eine alte Bekannte, über die sich viele sehr freuen werden:  Fenja!