Dienstag, 26. November 2013

4. Tag, #Bjerregard2013

Ich hatte ja ein schlechtes Gewissen, den dicken Bamse die ganze Nacht in dem Korb zu lassen. Aber es war wohl doch ganz genau die richtige Entscheidung. Denn als wir ihn am Morgen vor dem Brötchen holen aus der beheizten Abstellkammer holten, war der Herr gut ausgeschlafen. Und er hatte weder in den Korb gepinkelt, noch sein großes Geschäft hinein gemacht - was für ein braver Kater.
Beim Anheben des Handtuchs zur Abdeckung kam auch nur ein leises „Miau“ und keine Ausbruchsversuche. Als wir dann an der Futterstelle die Tür des Korbes öffneten, ging er ganz gemächlich hinaus (Bamse-mäßig eben…;-)  … und dann aber ab in die Büsche, er musste doch mal dringend. Dann gab es an der Futterstelle noch extra Frühstück für ihn und danach im Ferienhaus für uns.

Bamse

Thomas schlug dann vor, dass wir uns aufteilen sollten. Er fuhr also nach Hemmet Strand, ich wollte durch die Siedlung laufen. Thomas stellte in Hemmet Strand am Futterautomat fest, dass zwar gefressen worden war, aber nur sehr wenig - und warum auch immer hatte die Wildkamera das Tier nicht aufgenommen.
Also leider dort keine neuen Erkenntnisse.

Aber ich war erfolgreich hier in Bjerregard:
Gegen 11 Uhr hatte ich mich auf das Fahrrad gesetzt und bin mal wieder die Straßen abgefahren:
Bjerregardsvej Richtung Strand, Julianevej zurück, ein Blick in die Dortheasvej, hinein in die Rauhesvej. Und…

Links an einem Haus eine schwarze Katze! Sie blieb sitzen, ich bremste hart ab. Noch einen Moment blieb sie sitzen, dann lief sie langsam hinter das Haus. Ich schnell das Fahrrad abgestellt, langsam hinterher, doch schon war sie weg. Also auf’s Fahrrad, in die Humlegardsvej hinein und geschaut, ob sie dort herauskommt - da sah ich auch Nora, aber die interessierte mich im Moment so gar nicht. Weg war die schwarze Katze.
Doch ich entdeckte einen Urlauber, der am Nachbarhaus in der Rauhesvej gerade auf der Terrasse rauchte.
Natürlich fragte ich ihn, ob er schon Katzen gesehen habe in seinem Urlaub. „Ja, ja“, bekam ich zur Antwort, „eine schwarze. Die ist öfter hier.“ Also wollte ich Futter auf die hintere Terrasse des Hauses stellen, an dem ich die Schwarze zuerst sah - das Haus ist derzeit unbewohnt. Da rief der Urlauber mir zu: „Sie sitzt hier vorn.“ Ich also langsam wieder zur Vorderseite des Hauses, mit einer gefüllten Futterschüssel.
Und was sah ich da: Nein, keine schwarze Katze, sondern einen wunderhübschen flauschigen dunklen Tiger!
Ein äußerst „aufdringliches“ Exemplar, das mir fast in die Schüssel sprang und Köpfchen gab. Ich konnte kaum die Schüssel abstellen, da hatte sie schon ihre Schnauze darin. Gierig schlang das Mädchen (eine Geschlechtsbestimmung war gut möglich) die Portion hinunter. Eine kleine Menge wollte ich ihr also noch zukommen lassen, drehte mich um und…

Da saß eine zweite Katze - und wieder nicht die schwarze, sondern auch ein dunkler Tiger mit weißen Füßen und einer weißen Brust. Ebenso hungrig - und wohl auch ein Mädchen, allerdings nicht anfassbar.

Tja, und schließlich tauchte dann auch das schwarze Kätzchen auf. Deutlich die Scheueste von den Dreien.

Wow, drei unbekannte Katzen auf einen Schlag. Das hätte ich nun so gar nicht erwartet. Dann ist klar, was morgen bei uns Ziel des Tages ist!!!

Weiter ging es dann trotzdem nach Hegnet.
Dort sprach ich in der Siedlungsmitte eine Dänin an, die dort mit ihren Dackeln wohnt. Sie erkannte mich wieder von den Jahren zuvor und berichtete mir, dass sie Fenja füttert, wenn es sich ergibt und die Möwen nicht schneller sind.

Und an der Futterstelle im Arvidvej waren alle Näpfe geleert. Und nach dem Befüllen dauerte es auch keine zwanzig Minuten (als ich auf dem Rückweg nochmal schaute), da saß schon jemand auf der Brüstung der Terrasse dieses Hauses. Einar oder Suse wohl wahrscheinlich - aber näher ließ die Mieze mich nicht heran, so dass ich sie nicht identifizieren konnte. Zufrieden fuhr ich ins Ferienhaus zurück. Inzwischen hatte es auch zu regnen begonnen.

Abends nochmal schnell die drei in der Rauhesvej gefüttert, damit sie morgen hoffentlich ebenso zuverlässig sind und sich einfangen lassen. Bei der sehr zutraulichen Katze schaute ich auch in die Ohren: keine Tätowierung. Und einen Chip hat sie auch nicht (denn auch unser Chip-Lesegerät konnte ich einsetzen).
Also sind es wohl drei neue verwilderte (ausgesetzte?) in der Siedlung…


Daumen drücken, bitte!

Anke