Dienstag, 22. März 2011

10. Tag - auf und ab

Frustriert bin ich heute Abend, denn der Tag war ereignis- und auch fast erfolglos.
Gerade eben bin ich von einem fast zweistündigen Einfangversuch in Hegnet nach Hause gekommen.
Obwohl ja das Futter in der Arvidvej morgens immer aufgefressen ist, haben wir dort noch nicht eine Katze gesehen. Im letzten Jahr hatten wir im Umkreis von 100 Metern um genau dieses Haus fünf unserer kastrierten Katzen gefangen.

Auch unser Versuch am heutigen Morgen (von 05:45 Uhr bis 07:30 Uhr) war leider vergeblich.

Um 10:00 Uhr kam uns Hanne besuchen - sie ist die Autorin des dänischen Katzenmazagins minvenKatten, in dem sie auch schon in einigen Ausgaben über uns berichtete. Sie hilft uns bei den notwendigen Übersetzungen ins Dänische und wir versuchen uns immer einmal während unseres Aufenthaltes hier zu treffen.

Wir sprachen über unsere Pläne für die nächste Zeit.
Wichtig ist uns eine zweite Futterstelle (insbesondere für den Winter) hier in Bjerregard und eine neue in Hegnet.
Aber wie macht man so etwas?
Am besten vielleicht die Einheimischen ansprechen, die auch fest hier in der Siedlung wohnen und ihre Nachbarn kennen.
So ging ich mit Hanne zu dem älteren Ehepaar, an dessen Haus ich vor zwei Tagen Nora fütterte.
Tatsächlich war die "Frau des Hauses" da, eine kurze Einleitung an der Haustür, dann bat sie uns hinein. Ein sehr nettes und wirklich informatives Gespräch. Sie gab uns einige Adressen und will sich umhören.
Und: sie werden Nora weiterfüttern und das Katzenmädchen darf auch bei ihnen ins Haus, wenn es kalt ist und dann kommt sie sogar auf die Couch!
Also ist sie gut versorgt.
Dazu, so sagte die Dänin, kommt manchmal auch ein Kater; der sei allerdings sehr scheu.
Na, ein Foto wollen sie bei Gelegenheit zuschicken.
Und auf die Frage, ob sie hier viele Katzen sehe, sagte auch sie, dass es weniger geworden seien, sie kenne noch eine ganz schwarze und eine schwarz-weiße.

Danach fuhren wir noch zusammen nach Hegnet zu der dort wohnenden Dänin mit den Hunden.
Sie freute sich aufrichtig uns zu sehen und erzählte, dass sie bereits Werbung unter den dort wohnenden Dänen für uns gemacht habe und dass sie gerne einige dänische Flyer verteilen wolle.
Und sie berichtete, dass sie immer wieder eine sahne-farbige Katze sehe.
Nun, wer das wohl ist....... na klar, Fenja.
Und wie auf Kommando sprang sie in der Ferne durch die Dünen.

Soweit, so gut.
Aber dann kam's dicke:
Eine der Tierärztinnen (eine super-nette, die unsere erste Katze in DK kastrierte) rief mich an und sagte mir, dass die Tierklinik von kattens vaern (dem "Tierschutzverein") kontaktiert worden sei und dass sie wissen wollten, wo unsere Futterstelle sei.
Ich sage ihr, dass ich das ausgerechnet kattens vaern nicht verraten werde und erklärte ihr dies auch.
Sie versuchte mir dann die unterschiedlichen Sichtweisen deutlich zu machen - die ich aber beim besten Willen nicht verstand.
Mehr darüber schreibe ich mal, wenn wir wieder Zuhause sind.
Man werde von Seiten kattens vaern unsere Arbeit aber nur respektieren, wenn wir auch für die Katzen sorgen.
Anscheinend ist hier die gewählte Lösung, die Tiere Nachwuchs bekommen zu lassen und eben immer so viele wie möglich einfach zu töten... unglaublich und frustrierend.

Jette
Und danach sprach uns dann die ältere Dame an, die über den Winter Jannik und Jette fütterte - was ich ja wirklich ganz toll finde.
Aber nun wollte sie die Katzen loswerden und wunderte sich, dass sie nicht einfach gehen (, wo sie doch immerhin lange Zeit bei ihr zu fressen bekamen.... - wie sollen die Tiere das verstehen?).
Ich sagte ihr, dass sie sie dann einfach nicht mehr füttern sollte, dann gingen sie von allein.
Aber sie sagte dann, wir sollten nun die Verantwortung für die Tiere übernehmen und sie dort entfernen. Schließlich hätten wir sie kastrieren und markieren lassen, so dass kattens vaern sie nun nicht mehr einfach töten könnte...!
Ich war so sauer.

Von Jette gelang mir trotzdem ein schönes Foto - nur Jannik bekam ich leider nicht zu Gesicht.
Hoffentlich wird der morgige Tag besser.