Montag, 21. November 2016

Schlechtes Wetter, dennoch keine Langeweile

Eine anstrengende Fahrt war es gestern: gut 900 Kilometer bis Vejlby Klit.
Mal wunderbarer Sonnenschein, mal ein kurzer Hagelschauer, regnete es bei unserer Ankunft am Ferienhaus und es war schon dunkel.
So räumten wir nur schnell das Auto aus und richteten uns im Haus ein.
Dann ab ins Bett...

Heute nach dem Frühstück wollte ich dann Petra die Örtlichkeiten der Siedlung zeigen, an denen Elly und ich im März unsere Fänge hatten und das Haus, an dem ich hoffte, das noch unkastrierte Geschwister-Pärchen finden und fangen zu können, das ich mit Martina im Mai entdeckt hatte.

Auf dem Weg dorthin streiften wir also an den Häusern entlang und wollten auf jeden Fall mal vor zum Strand.
Eine gute Entscheidung, wie sich herausstellte, denn tatsächlich saß kurz vor den Dünen im Strandhafer eine graue Katze - sich zum Schutz vor dem Wind ganz tief nach unten duckend.
Als sie dann beim Näherkommen langsam davonlief, glaubte ich meinen Augen nicht trauen zu können:
Es war der Kater des Geschwister-Pärchens, der da vor uns saß und völlig ausgehungert war.
Er war sogar bereit uns zu einem nahegelegenen Haus zu folgen, wo wir ihm natürlich eine Portion Feuchtfutter zu fressen gaben - in der Hoffnung ihn an dieser Stelle am Abend vielleicht fangen zu können:


Der weitere Weg führte uns in den Viktoriavej:
Hier entdeckten wir an einem Haus einen der bereits kastrierten weißen Kater, der die letzten 14 Tage hier von deutschen Urlaubern gefüttert worden war (ich hatte dies von den Beiden mitgeteilt bekommen).
Ob es Ben oder Leon ist, der vom wilden Streuner zum Ober-Schmuser mutiert ist, wird in den nächsten Tagen das Chip-Lesegerät klären - denn die einheitlich schmutzig-weiße Fellfärbung lässt eine eindeutige Identifizierung nicht zu.

Die nächste Katze, die wir entdeckten, befand sich nur 50 Meter weiter.
Hier wollten wir gerade an einem unter einem Carport eingerichteten "Futterplatz" mit ein paar Schüsseln dieselben füllen, als uns aus den Büschen jemand anmiaute.
Noch ein guter Bekannter: Tim - ebenfalls im März kastriert!

Tim

Damit noch nicht genug, saß wieder nur knappe 100 Meter weiter eine andere Katze geduckt in den Büschen.
Das gibt es doch gar nicht, dachte ich: es war das Mädchen des Geschwister-Pärchens!


Auch sie, die uns ebenfalls laustark aufforderte ihr doch endlich etwas zum Fressen zu geben, wurde natürlich gleich gefüttert.
Und sie schlang das Futter herunter, als hätte sie seit Tagen nichts gefressen, die arme Kleine.
Puh, ob wir sie wohl dort irgendwo fangen könnten die nächsten Tage??

Dann ging es weiter auf eine Runde bis in die nördlichste Ecke der Siedlung - ohne weitere Katzensichtungen.
Erst auf dem Rückweg, wieder im Viktoriavej angekommen, entdeckten wir die nächste bekannte Mieze: Lille.

Lille
Da es dann auch wieder zu regnen begann, gingen wir langsam zum Ferienhaus zurück.

Eine kleine Runde machte ich noch allein am Nachmittag - an den Futterschüsseln im Carport hatten zwischenzeitlich drei Katzen ihren Hunger gestillt.
Aber es waren die, die wir auch schon live gesehen hatten: Lille, Tim und (wahrscheinlich) Ben.

Ben? Oder doch Leon?

So entschlossen wir uns für den Abend die Geschwister zu fangen zu versuchen und machten uns nach dem Essen auf den Weg in den Viktoriavej.
Wir stellten die Falle wind- und regengeschützt auf.

Danach fuhren wir in den Lucievej, dorthin, wo wir bei unserem Rundgang am Vormittag den Kater entdeckt hatten.
Und, so als hätte er auf uns gewartet, saß er an dem Haus und machte sich mit einem lauten Miau bemerkbar.
Also Futter in die Falle - aber wir mussten uns noch nicht einmal entfernen, er ging in die Falle, trotzdem wir direkt daneben saßen.
Fang Nummer 1 für diesen Aufenthalt war geglückt.
Der Kater wurde schnell in den kleineren Umsetzkäfig umgeladen und dann ins heimische Bad gebracht.



Vorhin saß ich dann schon hier beim Schreiben, als sich die Funkkamera aus der Viktoriavej meldete. Eine Katze war auf dem Weg zur Falle:


Aber leider war es nicht das Katzenmädchen, das wir fangen wollten, sondern der im März kastrierte Kater Tom, den wir 10 Minuten später wieder in die Freiheit entließen.
Übrigens war der Herr danach entspannt genug, noch eine Schüssel mit Feuchtfutter zu fressen..;-)
Dann ging er nach einer Streicheleinheit seiner Wege.

Tom - gut zu erkennen an dem weißen Kinn und den markanten weißen Zehen

Die Falle ist nun wieder scharf und die Nacht wird schlaflos - obwohl ich kein gutes Gefühl habe...

Anke