Dienstag, 10. September 2019

Es war nur eine Schreibpause... ich bin noch aktiv!

Fast genau ein halbes Jahr ist mein letzter Eintrag hier nun her.
Die Facebook-Nutzer konnten zumindest noch lesen, dass Blavand zwar etliche Fänge und Kastrationen brachte, ich jedoch aufgrund widriger Umstände meine sehr hoch gesteckten Ziele im März leider nicht erreichte.

Einige Enttäuschungen über menschliche Verhaltensweisen und Anfeindungen meiner Arbeit sowie Drohungen per SMS führten schließlich dazu, dass meine Berichte ruhten.

Dennoch war ich nicht untätig. Im Gegenteil.
Auch im Mai und im Juli war ich im Sinne meines Projektes unterwegs und konnte trotz der eher "schwierigen" Sommermonate etwas erreichen.
Ja, mir gelangen sogar einige Kastrationen und ganz besondere Wiedersehen!

So zum Beispiel diese Beiden hier in Vejlby Klit:

Thea und Ben, kastriert 2016

Deshalb gibt es nun wieder was zu lesen, denn ich bin vom Sinn meiner Arbeit überzeugt - und ich hoffe sehr, dass man mir die Funkstille nicht übel nimmt.

Übrigens:
Mein alljährlicher November-Aufenthalt ist auch bereits in fortgeschrittener Planung. Die Ziele stehen fest.
Und wenn ich ganz viel Glück habe, wird mich meine Freundin Elly sogar die kompletten zwei Wochen begleiten.

Anke

Freitag, 8. März 2019

Los geht's - Ankunft in Blåvand

Nicht umsonst habe ich in der letzten Woche noch einen Fanö-Abschlussbericht geschrieben.
Denn nun bin ich in Blåvand.

Nach neun Stunden Fahrt bin ich heute am Nachmittag hier angekommen.
Für das Ferienhausgebiet Blåvand (grob zwischen Esbjerg und Bjerregard) habe ich mich entschieden, weil mir Bianca berichtete, dass sie von dort immer wieder kleine oder kranke Katzen auf ihren Gnadenhof Janderup gebracht bekommt oder zumindest Meldungen erhält.
Auch mir selbst war vor Jahren bereits erzählt worden, dass ich in Blåvand ganz sicher viel zu tun hätte. Aber Anderes war dazwischen gekommen.

So reiste ich dann heute mit mehr Fanggerät an, als jemals zuvor:



Leider kamen seit dem Spätherbst des letzten Jahres, als ich das erste Mal mit direkten Anwohnern Kontakt hatte, kaum Meldungen über Aufenthaltsorte von Katzen.
Dabei ist mit Hinweisen so viel geholfen, wenn man wirklich erfolgreich sein will und schon beim ersten Aufenthalt eben nicht mit zehn kastrierten Tieren zufrieden ist.

Heute jedoch erhielt Bianca nach einem erneuten Aufruf in einer dänischen Gruppe durch eine Bekannte endlich etliche weitere Meldungen!
Einige der Hinweise betreffen die Haupteinkaufsstraße von Blåvand - es könnte also auch sein, dass es dieselben Streuner sind, die sich an verschiedenen Futterstellen durchfressen.
Aber ein paar Örtlichkeiten befinden sich auch inmitten der Ferienhäuser.
Ein guter Anfang!

So war ich abends auch nochmal unterwegs, während sich die meisten anderen Menschen schon im Ferienhaus auf der Couch befinden.
Und, siehe da, wenigstens fünf Streuner an einer Futterstelle konnte ich entdecken:


Zusammen verputzten sie 800 Gramm Feuchtfutter und auch noch ein bisschen Trockenfutter.

Morgen gibt es tagsüber eine Sichtungs- und Aufklärungsrunde.
Denn auch ich selbst muss mich in diesem neuen Gebiet zuerst einmal orientieren.

Neben Blåvand habe ich übrigens noch eine neue kleine Baustelle in Jegum Ferieland, die ich hoffentlich abarbeiten kann - an einer Futterstelle sind dort nämlich zwei Katzen aufgetaucht, die ich noch nicht kenne:


Und Bianca wird versuchen in der nächsten Woche parallel im Ferienhausgebiet Houstrup zu fangen, da ich nicht überall gleichzeitig sein kann (obwohl ich es gern wäre).
Auch dort gibt es Futterstellen - an beiden sind zwei oder drei neue Katzen zum Fressen erschienen.
Ich bin gespannt, ob es auch ein Wiedersehen mit alten, bereits kastrierten, Bekannten gibt an diesen Stellen. Ich wünsche es mir!

Wieviele gefangene und kastrierte Katzen es wohl werden in den kommenden zwei Wochen....

Anke

Freitag, 1. März 2019

Nach 101 Kastrationen vorerst letzter Aufenthalt auf Fanö

Weitere Fänge gelangen uns im November auch wieder in der Nähe des Vestertofts, also in geringer Entfernung zum Haus des deutschen Paares, das sich den vorgeschlagenen und aufgrund der Masse an Katzen dringend notwendigen Kastrationen verweigert.
Leider schauen die Herrschaften wohl auch nicht so genau hin, wie es den Tieren geht.
Die Sorge um die kleinen Katzen wird zwar mit Schildern "öffentlich präsentiert", tatsächlich wird aber nicht nur die Vermehrung eben nicht unterbunden, so dass die Anzahl der Katzen nicht mehr überschaubar ist - auch Verletzungen und Erkrankungen bleiben offenbar zum allergrößten Teil unbehandelt.

Einer der gefangenen langhaarigen Kater, den ich bereits zuvor auf dem Grundstück gesehen und der eine Fellpflege dringend nötig hatte, stank bereits nach dem Fang in seinem Umsetzkäfig.
Als er dann in Narkose lag, entdeckten wir, dass die Haare zwischen den Pfotenballen völlig verklebt waren - leider auch mit Kot.
Eine Reinigung der Pfotenballen ergab dann dieses traurige Bild:


Der Kater musste große Schmerzen haben, von allein abheilen würde dies keinesfalls (vielleicht war es sogar eine tumoröse Veränderung). Aber er war kein zutrauliches Tier.
So entschlossen wir uns ihn aus der Narkose nicht mehr aufwachen zu lassen.

Ebenso, wie ein weiteres Katzenmädchen, das einen nicht gut verheilten Beckenbruch hatte und deshalb nicht nur stark humpelte, sondern sich ganz offenbar auch nicht mehr putzen konnte, da es um Hinterläufe und Schwanz verschmutzt und verklebt war. Zudem war kaum mehr Muskelmasse vorhanden.



Auch diese arme Fellnase wurde erlöst und beerdigt.

Nur zwei Tage vor unserer Abreise, also "auf den letzten Drücker" bekamen Elly und ich noch eine Bitte um Hilfe von einem Dänen, der einige Katzen füttert, sich aber Kastrationen - obwohl er sie gern machen lassen würde - nicht leisten kann.
So waren Elly und ich am Abend zur Fütterzeit dort.
Der freundliche Katzenfütterer wollte einen der Kater, der sich eigentlich anfassen ließ, gerne in die Box setzen. Dies bezahlte er mit tiefen, stark blutenden, Wunden an beiden Händen, so dass ich ihm dringend zu einem Arztbesuch riet...
Also setzten Elly und ich die Aktion auf unsere Art fort.
Die erste Falle war keine zwei Minuten scharf und es machte "Klapp". Der zweite und dritte Fang dauerte ebenfalls nicht länger als zehn Minuten.
Danach wurde es etwas schwieriger. Dennoch waren sechs Tiere innerhalb einer guten Stunde gefangen.
Wir stellten die Katzen zu Brigitta, der Tierärztin:



und fuhren in unser Ferienhaus zurück.
Die übrigen Katzen fingen wir zur Fütterzeit am nächsten Morgen, so dass unsere Kastrations-Ausbeute schließlich an nur einem Hof all diese Tiere waren:

Nur 2 Kater bei diesen 9 Tieren - wieviel Nachwuchs allein durch diese Kastrationen verhindert wurde...

Der bislang letzte Aufenthalt auf der Insel war nun im letzten Januar.

Auch hier gelangen noch ein paar neue Fänge, so auch Judy, die der bereits kastrierten July (vor allem im Dunkeln) so ähnlich sieht, dass Cassandra und ich sie beinahe wieder aus der Falle gelassen hätten.
Erst der zweite Blick ließ uns den Mikrochip checken und wir stellten fest, dass keiner vorhanden war.

links die bereits kastrierte July, rechts die neu gefangene Judy

Ein weiterer neuer Fang war ein junges Siam-Mix-Mädchen - einmal mehr in der Nähe des Vestertofts...
Die Kleine hatte - offenbar aufgrund einer Verletzung - ein schlimmes Auge, das eigentlich dringend behandlungsbedürftig war:

die kleine Sia

Nachdem die Kastration erfolgt war und ich Kontakt zu Bianca aufgenommen hatte, entschloss sich diese sofort das Katzenmädchen aufzunehmen.
Zum Glück war die Kleine so zutraulich, dass sie die notwendige Behandlung über sich ergehen ließ. Sie lässt sich streicheln und schnurrt, obwohl sie bei jedem Anfassen sich erst neu überwinden muss. So kann ihr nun geholfen werden.
Schlimm ist aber, dass es dem "Katzenhalter" im Vestertoft, auf dessen Grundstück sie zuvor bereits gesehen wurde (ich sie aber entsprechend seines Verbotes nicht gefangen habe!), zuvor egal war!!
Für ihn ist das ja alles Natur. Eine Schande und ein Grund, warum ich die Insel vorerst nicht mehr besuchen werde. Denn es tut weh diese Ignoranz zu erleben und kaum etwas dagegen tun zu können.

Ein bisschen glücklich machte mich dann ein Kater wie Robby, der unter schlimmem Katzenschnupfen litt, aber mit der Gabe eines Langzeit-Antibiotikums im Rahmen seiner Kastration im März 2018 bei seinem erneuten Fang im November 2018 dann wirklich gut aussah und auch wieder ohne hörbares Rasseln atmete:

Robby (oben im März 2018, unten im November)

Dann gab es noch eine Kastration einer in Sönderho von netten Menschen gefütterten Katze, die es Brigitta aufgrund der im Bauchraum befindlichen Veränderungen nicht ganz leicht machte. Wir konnten nicht sicher sein, ob sie die Operation überstehen würde, aber sie hatte es uns irgendwie besonders angetan:

Gitta (eine echte Kämpferin) bei ihrer Freilassung nach der Kastration

Und die Fütterer berichteten mir später, dass es Gitta gut geht und dass sie sich nun nach der Kastration sogar anfassen lässt. Wie wunderbar!

Und zum Abschied noch das Wiedersehen mit bereits kastrierten Tieren (hier nur eine kleine Auswahl):
Otto, die einäugige Inge, der einäugige Ulrich, Aki (links), Viggo, Pietro, Simon (rechts)

Einige davon aufgrund Hungers ein erneutes Mal in der Falle, andere irgendwo auf Fanö.
Die zahlreichen Wildkamera-Fotos habe ich jetzt mal weggelassen...

Nach insgesamt 101 Kastrationen und 5 aufgrund Krankheit oder Verletzung eingeschläferten Tieren seit November 2017 ist nun erst einmal Schluss auf der Insel Fanö.
Nur die Futterstellen werden selbstverständlich weiter betrieben.


Und sollte sich bei dem deutschen Paar im Vestertoft eine Verhaltensänderung einstellen, würde ich selbstverständlich sofort eine Sonderwoche auf Fanö einlegen um die Tiere bei ihnen zu fangen, kastrieren und medizinisch versorgen zu lassen!


Anke

Freitag, 22. Februar 2019

Fanö im November 2018

Nach der Woche Römö und Ballum war Umziehen angesagt. Ich verließ die Insel Römö an einem kalten, aber sehr sonnigen Morgen.
Und beim Abgeben des Ferienhaus-Schlüssels sah ich sogar zwei meiner 2016 kastrierten Miezen am Reiterhof:

Max und Molly

Alles einpacken, Elly in Niebüll abholen und weiter auf die Insel Fanö, einem inzwischen sehr vertrauten "Revier".
Auch das Ferienhaus war dasselbe wie bei den letzten Aufenthalten, so dass Fallen, Käfige und Technik bereits ihren festen Platz hatten.
Wir ließen es langsam angehen an diesem Abend und am folgenden Morgen stand noch ein gemütliches Frühstück auf dem Programm.

Danach gingen wir daran, Wildkameras aufzustellen, aber gleichzeitig auch Fallen scharf zu machen an Örtlichkeiten, die uns als Futterstellen bekannt waren.
Leider geschah den Tag und die Nacht über nichts. Zwar weckten uns die Kontrollfotos der Funkkamera, aber es ging, trotz dreier (!) scharfer Fallen, keine Katze hinein.
Allerdings war auch nicht wirklich "Katzenwetter".

Bei Auswertung der Wildcam-Fotos von der bereits im Vorfeld von Cassandra aufgestellten Kamera an dem neuen Futterhaus in Sönderho war die Freude groß, alle im Oktober kastrierten Katzen wiederzusehen - und einen eher ungewöhnlichen Futtergast (inzwischen ist der Eingang übrigens deutlich verkleinert worden):



Auch eine neue Katze kam regelmäßig:

Lola fingen Elly und ich ein paar Tage später ebenfalls zur Kastration

An einem Hof in Rindby, an dem ich im Oktober zu fangen begonnen hatte, wurden wir mit zwei weiteren neuen Miezen (Kater und Katze) belohnt und im Rahmen der Fangaktion gelang ein eher ungewöhnliches Foto mit der Funkkamera:


Da schaut offenbar jemand, wie es der gefangenen "Schwester" geht.

Wie sinnvoll feste Futterstellen auch für die Überwachung der Population und den Fang neu zugewanderter Tiere sind, zeigte sich im Ferienhausgebiet Rindby: dort kam ein junges Katzenmädchen neu auf die inzwischen große Kastrationsliste der Insel:

Pebbles
Wichtig ist die Dokumentation der Fellzeichnung, um die Tiere später auch mit wenigen Fotos der Wildcam identifizieren zu können.
Schließlich positionieren sich die Katzen zumeist nicht vor der Kamera, sondern huschen eher vorbei und man sieht mal eine rechte oder linke Seite oder einen Hinterlauf.


Einen Tag hatten Elly und ich dann die Idee einen Tagesablauf zeitlich zu protokollieren, denn irgendwie fragt man sich jedes Mal, wo die Stunden nur geblieben sind.
Hier also ein Auszug:

08:30 Uhr: notwendige (Fang-)Ausrüstung für den Tag packen
08:55 Uhr: kastrierte Tiere ins Auto
09:15 Uhr: ein kastrierter Kater bei .... freigelassen
09:25 Uhr: zweiter Kater bei ... freigelassen
09:35 Uhr: Falle bei ... scharf
09:50 Uhr: ungenutzte Futterstelle ...vej abgebaut
10:00 Uhr: Aufklärung in einem neuen Eck im südlichen Rindby
10:10 Uhr: Abbruch, da Foto von Funkkamera: Katze in Falle
10:20 Uhr: Katze ins Ferienhaus gebracht
10:25 Uhr: weitere Aufklärungsarbeit
10:50 Uhr: Anruf aus Bjerregard: Katzenmutter mit Jungen > kurze Überlegung, was getan werden kann
11:15 Uhr: Freilassung kastrierter Katze in Sönderho
11:30 Uhr: Aufstellen weiterer Falle auf Campingplatz
11:55-12:20 Uhr: SD-Karten Wildkameras getauscht
12:30 Uhr: gefangene Katze zum Tierarzt
13:15-13:45 Uhr: kurze Kaffee-/Toilettenpause
14:00 Uhr: Falle wieder scharf machen, die wegen "pfotelndem" Kater ohne Fang zu
14:10 Uhr: Fortsetzung Aufklärung
14:39 Uhr: Funkkamera-Foto: Katze in der kurz zuvor scharf gemachten Falle gefangen
15:00 Uhr: Katze zum Tierarzt
15:45 Uhr: mit kastrierter Katze ins Ferienhaus
16:00 Uhr: neuer Fang in Falle, Kater geholt und zum Tierarzt
16:20 Uhr: Falle auf Campingplatz wieder scharf machen, da durch Wind geschlossen
usw.....
22:20 Uhr: Abschluss des Tages 

Anke

Donnerstag, 7. Februar 2019

2. Teil: Ballum

Da die Insel Römö gut über einen Damm zu erreichen und deshalb keine Fährüberfahrt notwendig ist, war für mich klar, dass in der Woche meines Aufenthalts auch die Kontrolle an zwei Häusern zwischen diversen Höfen im Bereich Ballum dazugehört.
Schon seit vielen Jahren füttern zwei Hausbesitzer die bei ihnen regelmäßig erscheinenden Katzen, da die Tiere an den umliegenden Höfen nicht ausreichend versorgt und natürlich auch nicht kastriert werden.
Aufgrund eines Hilferufs hatte ich dort im Juli 2017  11 Katzen fangen und kastrieren lassen können, im Herbst holte ich dann die Jungtiere, gab sie zur Vermittlung weiter und ließ einige weitere Tiere kastrieren um den Bestand nicht noch weiter steigen zu lassen.

Im Sommer 2018 hatte nun ein Katzenmädchen Junge mitgebracht und eine weitere weibliche Katze sei nach Wissen von Allan ebenfalls noch unkastriert.

Als Cassandra und ich bei ihm am Haus eintrafen, entdeckten wir tatsächlich auf Anhieb zumindest zwei der Jungtiere.


Und wie sich beim Tierarzt herausstellte, hatte die Katzenmutter mit drei Mädchen und einem Kater ganze Arbeit geleistet.
Bea, Bente, Billa und der Kater Bastian

Leider jedoch war die Katzenmutter zum Zeitpunkt meines Aufenthalts schon einige Wochen nicht mehr an der Futterstelle erschienen - wer weiß, was ihr zugestoßen ist.

Dafür gelang mit Unterstützung von Allan auch noch der Fang des zweiten unkastrierten Mädchens und eines weiteren Katers.
Da Allan nun wirklich auch reichlich Katzen füttert, bestellte ich rasch noch eine Hundehütte, die Cassandra und ich aufbauten und die als Futterhaus in der kalten und nassen Jahreszeit gute Dienste leistet.



Auch bei Albert, wo die Fangaktion Ballum ursprünglich begann, fing ich noch zwei junge kräftige Kater, die erst im Herbst bei ihm aufgetaucht waren, aber nun auch regelmäßige Futtergäste sind:

Trix und Trax erschienen mir passend...;-)

Im kommenden Eintrag berichte ich nochmals über Fanö. Wieder eine Woche mit vielen Fängen, das heisst mit vielen Kastrationen, aber auch einigen traurigen Ereignissen und Entscheidungen.

Anke

Dienstag, 5. Februar 2019

Eine Woche Römö und Ballum - 1. Teil: Römö

Kurz berichtet hatte ich schon von der Nachmittagsaktion in Bjerregard, bei der wir drei Katzenmädchen fangen und kastrieren lassen konnten im November.
Aber da waren ja noch die ersten sieben Tage, die ich auf Römö und in Ballum verbrachte und die zweite Woche dann auf Fanö.

Auf Römö hatte ich an einem Tag ziemlich genau ein Jahr zuvor an einer Futterstelle etliche Katzen fangen und kastrieren lassen können und ich wollte wissen, ob ich wirklich alle Fellnasen dort erwischt hatte.

So wollte ich an einem Abend eine Wildcam platzieren - aber wie es der Zufall, oder das Schicksal, manchmal fügt, lief mir dabei eine Katze über den Weg, die von Statur und Fellfarbe zu den anderen passte.
Eine halbe Stunde später wussten wir, dass sie auch hungrig genug war um in die Falle zu gehen.
Es handelte sich um ein schon altes Katzenmädchen, welches, so die Tierärztin, leider auch sehr krank war und daher erlöst werden musste.
Der Rest der Miezen jedoch waren die bereits kastrierten Tiere. Ein erfreuliches Ergebnis, zumal fast alle auf meiner Wildcam zu sehen waren.

In einem kleinen Ferienhausgebiet zwischen dem Campingplatz Lakolk und der Siedlung Bolilmark war es dann ein hübscher getigerter und noch unkastrierter Kater, der mir in die Falle ging.

Sergio nach seiner Kastration

Die weitere Suche nach Katzen an den Ferienhäusern brachte kaum Erfolg, auch von den alten Bekannten war es lediglich Meike, die Freunde während ihres und meines Aufenthaltes füttern konnten, so dass ich im Bereich Sönderstrand wenigstens diese Mieze wiedersehen durfte:

Meike im November 2018 - kastriert wurde sie 2013

Es ist zu vermuten, dass die übrigen Katzen in Sönderstrand schon sehr früh nach ihrer Kastration den Jägern zum Opfer gefallen sind, da ich von vielen nie eine Meldung bekam und sie auch selbst nicht wiedersah.

In der Inselmitte, wo nun schon seit einigen Jahren eine feste Futterstelle betrieben wird, konnte ich - zumindest auf Fotos - bekannte Katzen wiedersehen, nämlich die kastrierten Katzenmädchen Lale und Sylvia und einen Unkastrierten, der ebenfalls standorttreu ist:

Lale und Sylvia (oben), Kater (unten)

Zudem waren dort aber auch weitere Fellnasen, die ich noch nie gesehen habe und die sich auch nur nachts blicken ließen:
mir unbekannte Katzen am Futterhaus
Da bei einer nächtlichen Fangaktion dort aber auch nur Lale in die Falle ging und die anderen Katzen auch in den Tagen im November nicht regelmäßig dort erschienen, können es natürlich durchaus auch Tiere mit festem Besitzer aus der Nachbarschaft sein, obwohl sie sich über das Futterangebot zu freuen scheinen...;-)


Am Hotel Kommandoergaarden war ich einen Abend mit zum Füttern dabei, denn auch dort gibt es ja seit 2014 ein Futterhaus, für dessen Futter ich finanziell aufkomme.

immerhin 4 der regelmäßig dort noch erscheinenden 7 Katzen ließen sich an dem regnerischen Abend sehen

Es freut mich, dass die Dame, die die Tiere allabendlich mit Feuchtfutter und Wasser versorgt und auch das Trockenfutter bereitstellt, nichts von Katzennachwuchs zu berichten wusste!


Auch die Besitzer des Reiterhofs in Sönderstrand, bei dem in den Jahren 2015 und 2016 sieben Katzen von mir zum Kastrieren gebracht wurden, waren noch immer glücklich mit ihren Miezen.
Sechs von ihnen sind am Hof geblieben, werden gefüttert und manche lassen sich von den Urlaubern sogar anfassen, was die Kinder dort besonders freut.



Einen Fangauftrag erhielt ich noch von einem anderen Hof in Juvre.
Katzen müssten dort schon sein, so sagte der Besitzer. Leider jedoch versäumte er es seine Fellnase kastrieren zu lassen.
Und so brachte sie im Sommer drei Junge zur Welt.
Nun, die Vermehrung deutlich vor Augen, aber nicht in der Lage die Tiere anzufassen um sie zum Tierarzt zu bringen, war ich zur rechten Zeit dort.

Beginnend am Nachmittag hatte ich schnell zwei der Kleinen gefangen. Wie immer beim Fang mehrerer Katzen und ohne vorherige "Gewöhnung" an die Falle wird es aber mit jedem Zuschlagen und der sichtbaren Aufregung des gefangenen Tieres schwieriger.
Und so dauerte es bis zum Vormittag des nächsten Tages, bis alle vier Katzen gefangen waren, wobei auch der unkastrierte Kater, der sich auf dem Hof herumtrieb, in die Falle ging und damit mit zum Tierarzt fuhr...

Ich staunte nicht schlecht, als mir die Tierärztin beim Abholen berichtete, dass die Mutterkatze drei Mädchen (!!!) zur Welt gebracht hatte.
Daraus wären spätestens in diesem Jahr sicher mehr als ein Dutzend Katzen für den Hof geworden.
Höchste Zeit also.
die Katzenmuter mit ihren drei Mädels und dem Nachbarskater von einem Hof in Juvre auf Römö

Zum Glück beteiligte sich der Besitzer auch mit einer finanziellen Unterstützung der Kastrationen und wird die Tiere weiter versorgen.

Zusammenfassend also ein recht versöhnliches Ergebnis auf der Insel Römö.
Ein Besuch hat nun wohl wieder ein paar Jahre Zeit.
Danke an alle, die ihre Zeit opfern und die eingerichteten Futterstellen betreuen.

Anke

Montag, 24. Dezember 2018

Was war los in Bjerregard im November?

Ich hatte bereits kurz erwähnt, dass während meines November-Aufenthalts auch in Bjerregard etwas zu tun war.
Viele meiner Leser wählen Bjerregard immer wieder als Urlaubsort, und einige kennen auch die Fellnasen dort - teils seit vielen Jahren.
Für mich ist Bjerregard etwas ganz Besonderes, denn dort begann die Arbeit für die Streuner Dänemarks.
Das ist lange her, doch unerfahren wie wir damals waren und weil es zu dieser Zeit eben auch immer noch ein bisschen Urlaub war, brauchten wir viele Jahre um sicher zu sein, dass wir alle Katzenmädchen "erwischt" hatten und dass es tatsächlich keinen Nachwuchs mehr gab.
Viele Jahre war der Katzenbestand danach stabil.
Ich erhielt keine Meldungen über Jungtiere, aber viele Fotos der alten Bekannten, und erst eine zufällige Information über Katzen neben dem Campingplatz ließ mich dort nochmal einen Tag aktiv werden. Das war im Herbst 2017.

Seit Spätherbst 2017 hielt mich dann die Insel Fanö auf Trapp. So auch in diesem November.
Doch als Elly und ich an einem Tag der zweiten Woche gerade die Dinge für die nächste Fang-Aktion zusammenpackten, klingelte mein Handy.
Eine Mitarbeiterin des Ferienhausvermieters Esmark erzählte mir von einem Urlauber in Bjerregard, vor dessen Terrassentür drei Katzen säßen. Diese seien noch jung. Ob wir uns darum kümmern könnten...
Aufregung kam bei mir auf und der unbedingte Wunsch in dieser Siedlung einer derartigen Meldung nachzugehen.
Der Kontakt zu dem Urlauber war dann schnell hergestellt.
Ich bat ihn die Tiere zu füttern um sie an dem Haus zu halten und überlegte, wie man eine solche spontane Aktion am sinnvollsten abarbeiten könnte.

Eigentlich blieben uns nur wenige Stunden an einem Tag für den Fang. Wie sollte das bloß funktionieren?
Tierärztin Brigitta auf Fanö erklärte sich bereit auch die Kastrationen für diese Katzen zu übernehmen, sollte uns ein Fang gelingen. So überlegten wir, was mitzunehmen wäre, denn es war ja ein Stück Weg von der Insel Richtung Norden.
Die Tiere kamen, wie fast immer, hauptsächlich abends in der Dämmerung zum Haus des Mitteilers, so berichtete er. Allerdings habe er zuletzt nur noch zwei der Tiere gesehen.

Elly und ich luden also Fallen und Umsetzkäfge ins Auto, Cassandra begleitete uns, denn sechs Augen sehen mehr als vier - und eine ebenso treue Unterstützerin seit vielen Jahren, Sabine, stieß in Nymindegab dazu.
Das Unternehmen "Bjerregard-Fang 2018" konnte also beginnen.
Und aufgeregt waren wir alle ein bisschen.

An dem genannten Haus eingetroffen, wurden schnell die Falle und die Funkkamera installiert.
Und dann machten wir uns in Zweier-Teams auf den Weg zu den angrenzenden Häusern in der Hoffnung, vielleicht doch noch Hinweise auf die Katzen, insbesondere auch das fehlende Tier, zu erhalten.

Während wir von der Funkkamera sehr schnell dieses Foto bekamen



konnte Sabine Urlauber finden, die seit ein paar Tagen zwei Katzen fütterten und dieselben Tiere bereits im September (damals waren es noch Katzenmutter und drei (!) Jungtiere) an ihrem Haus hatten.
Da die Urlauber uns nach Erklärung, was wir mit den Katzen vor hätten, auch das Aufstellen der Falle erlaubten, war die Position für den zweiten Fangort schnell gefunden.

Wir machten uns auf eine längere Wartezeit gefasst, Kekse wurden gekauft und überlegt, ob wir im Auto sitzen bleiben oder uns auf die Suche nach den Tieren begeben sollten.
Aber wir hatten nicht mit dem Hunger der Fellnasen gerechnet:


Und so waren tatsächlich bis kurz nach 18 Uhr alle in den letzten Tagen an den beiden Ferienhäusern gesichteten Katzen gefangen.

Aurora, Alessa und Arianna - die neuesten Fänge und Kastrationen im nördlichen Bjerregard

Zur Sicherheit ließen wir eine der Fallen mit der Funkkamera noch über Nacht stehen.
Sabine erklärte sich bereit die Falle zu holen, sollte über die Nacht tatsächlich noch eine weitere Katze dort auftauchen.

Cassandra, Elly und ich hingegen machten uns mit den Fängen rasch auf den Weg zurück nach Fanö, denn die Kastrationen mussten noch an diesem Abend stattfinden, um die Tiere am Freitag (dem letzten Tag des Aufenthalts) bereits wieder freilassen zu können.

Natürlich war ich wie immer gespannt, welches Geschlecht die Katzen wohl haben würden.
Wie wichtig es also tatsächlich war die Katzen kastrieren zu lassen um erneuten ungewollten Nachwuchs im Ferienhausgebiet zu verhindern.

Wir staunten nicht schlecht, als Brigitta uns schrieb, dass es sich um drei (!!) Mädchen handelte.
Wow, das war dann nun wirklich ein Volltreffer - und so wichtig für das Projekt und den Katzenbestand in Bjerregard.

So war die Freilassung am nächsten Nachmittag eine entspannte und freudige Angelegenheit, obwohl wir uns durch die Rush Hour um Esbjerg herum quälen mussten.

kaum gingen die Türchen der Transportboxen auf, waren die Mädchen auf und davon

Im Anschluss noch ein gemütliches Kaffeetrinken bei Sabine - und ein gemeinschaftliches Staunen darüber, wie gut das Alles funktioniert hatte.
Und es bleibt die Hoffnung, dass, sollte auch das dritte Jungtier noch am Leben sein und sich einen anderen Bereich gesucht haben, es sich bei ihm um den "Quoten-Kater" handelt.

Wichtig war aber vor allem auch die Sichtungs-Mitteilung von Uwe und seiner Frau.
Hätten sich die Katzen nämlich über den Winter auf der Suche nach Futter dann in der Siedlung verteilt, hätte man sie im nächsten Frühjahr nicht mehr so leicht fangen können und es wäre zu neuem Nachwuchs gekommen und sehr rasch hätte es in Bjerregard wieder viele hungrige Streuner gegeben.

Natürlich würde ich mich nun sehr freuen, wenn ich in den nächsten Monaten wieder Sichtungsmeldungen aus Bjerregard erhalte - und vor allem, wenn es sich dann vielleicht um Aurora, Alessa und Arianna handelt.
... vielleicht aber auch das noch fehlende unkastrierte Jungtier oder eine andere der bereits kastrierten Katzen in der Siedlung.


Und nun möchte ich es an dem heutigen Tag natürlich auch nicht versäumen allen Lesern und Unterstützern meiner Arbeit zu danken und frohe und geruhsame Weihnachtstage zu wünschen.
Denkt auch an die Streuner, die es nicht warm und trocken haben und deren Magen oft leer bleibt.

Ich habe diese Gedanken sehr oft, und daher wird es auch im nächsten Jahr für mich wieder einige Wochen des Jahres in die Ferienhausgebiete Dänemarks gehen... auf Katzenfang!

Anke

Freitag, 30. November 2018

Nur ganz kurz vorweg...

März und November waren immer meine Zeiten in Dänemark.
Nun ist der November fast vorbei und ich habe nichts berichtet.
Dies liegt aber nicht etwa daran, dass ich meinen November-Aufenthalt storniert hätte oder nichts zu berichten gewesen wäre.
Und ich hatte mir auch ganz fest vorgenommen zu schreiben...
Aber wieder einmal habe ich es nicht geschafft, denn es gab viel, sehr viel, zu tun.
Elly, die mich begleitete in der zweiten Woche, und Cassandra, die mich tageweise besuchte und unterstützte, erlebten einmal mehr, dass es bei einem Projekt dieser Art manche Nacht eben nur 3-4 Stunden Schlaf gibt...;-)

Eine Woche verbrachte ich auf der Insel Römö mit ein paar Abstechern nach Ballum, die zweite Woche war wieder der Insel Fanö vorbehalten - mit einer unglaublichen (und erfolgreichen) Aktion in Bjerregard.

Obwohl ich nun schon fast eine Woche wieder Zuhause bin, habe ich es noch nicht geschafft die Fotos der Katzen zu sortieren und die kastrierten Tiere den implantierten Mikrochips für meine Aufzeichnungen zuzuordnen.
Zuerst einmal musste die Ausstattung gereinigt, getrocknet und weggeräumt werden.

Ich habe viel erlebt in den zwei Wochen.
Es gab freudige Wiedersehen mit bekannten Tieren und Menschen, das Kennenlernen neuer Fellnasen und Zweibeiner/Unterstützer, es wurden über 30 Kastrationen (mit einer deutlich überwiegenden Zahl weiblicher Tiere!!) durchgeführt, aber es gab auch Abschiede.

Diese kleine Mischung von Fotos dazu als Einstimmung:


Daher ist dieser Aufenthalt es wert, dass über ihn in mehreren Einträgen berichtet wird.

Anke

Samstag, 10. November 2018

Oktober auf Fanö - Teil 2

Wie ging es eigentlich weiter auf Fanö nach einem relativ guten Start, über den ich hier berichtet habe?

Es gab da ja noch das kleinste Kätzchen der bereits gefangenen kleinen Familie in Sönderho.
Zum Glück ging es mir wirklich nach zwei Tagen in die Falle. Aber schockiert war ich über den Zustand des kleinen Kerls.
Er war völlig abgemagert und die Geräusche, die er beim Atmen von sich gab, ließen nichts Gutes erahnen.
Zusammen mit seinen Geschwistern durfte ich ihn zu Bianca bringen, da die Katzen noch jung genug erschienen Vertrauen zum Menschen zu fassen, daher hoffentlich irgendwann vermittelbar sind und ein gutes und sicheres Zuhause finden.

Leider nämlich ist es auch im Süden der Insel nicht anders, als in den übrigen Bereichen von Fanö:
Katzen werden gefangen und dann getötet, da es "zu viele" gibt...
Auch auf die kastrierten und markierten Tieren wird da leider keine Rücksicht genommen.

Gerne wollte ich dennoch mein Augenmerk wieder auf die "echten" Sommerhauskatzen legen und war deswegen mit Cassandra an den Ferienhäusern Sönderhos und Rindbys unterwegs.
Wenn Spuren von Katzen zu entdecken waren, stellte ich eine Falle auf - wie auch an einer meiner Futterstellen, da auch dort neue unkastrierte Tiere hinzugekommen waren.

Und was soll ich sagen, es lief gut:
Sönderho brachte mir zwei weitere Fänge, einen Kater und eine Katze.

Jonna und Tammo

Auch an einem Futterhaus fingen Cassandra und ich - zehn Minuten nachdem die Falle scharf war und wir gerade wieder am Ferienhaus angekommen waren - einen bislang unkastrierten Kater:

Matteo

Und schließlich nahm ich mir sogar die Zeit mal wieder ein bisschen durch die Ferienhausgebiete zu laufen und nach Spuren zu suchen.
Lang schon hatte ich das nicht mehr getan, weil es immer noch irgendwo bereits einen konkreten Hinweis gab (wie z.B. die beiden Höfe, die ich im Januar und März abgearbeitet hatte) oder einfach zwischen dem Säubern der Ausrüstung und Auswerten der Bilder kein Raum blieb.

Dabei hat mit dieser "Spurensuche" das Katzenprojekt seinen Anfang genommen.
Aufgerissene Müllsäcke, Katzenpfoten im Sand oder hinterlassene Pfotenabdrücke auf den Holzterrassen, herumstehende Schalen, in denen sich das eine oder andere Katzenhaar fand...
Eine Zeit, in der wir noch ohne Wildkamera arbeiteten, vier kastrierte Katzen in 14 Tagen ein Erfolg waren und der Aufenthalt in Dänemark noch Entspannung (wenn auch der etwas anderen Art) war.

Jedenfalls konnte ich dank einiger festgestellter Spuren und im Anschluss aufgestellter Fallen zwei weitere Katzendamen fangen und kastrieren lassen und....

.... es gab noch weitere Hinweise, denen es sich bei meinem nächsten Besuch auf Fanö nachzugehen lohnt!

Einen traurigen Abschluss nahm mein Aufenthalt in dieser Woche aber leider dennoch:
Trotz Biancas Bemühen gab es für den kleinen Kasper kein Happy End.
Als ich am letzten Nachmittag gerade sämtliche Körbe und Fallen putzte, bekam ich einen Anruf.
Die Lungenentzündung bei dem kleinen Kater war bereits so weit fortgeschritten und sein Körper so geschwächt, dass es keine Heilung mehr für ihn gab. Einzig tröstlich waren die Bilder, die Bianca schickte: Kasper durfte in seinen letzten Tagen Wärme und Zuneigung spüren, die er annahm und offenbar genoss.

Anke

Dienstag, 23. Oktober 2018

Oktober auf Fanö - Teil 1

Relativ kurzfristig habe ich mich zu einem Aufenthalt auf Fanö jetzt im Oktober entschieden.
Der Schwerpunkt soll dieses Mal auf dem Ort Sönderho liegen.
Denn es soll dort verwilderte und unkastrierte Katzen in der Ortsmitte geben, Streuner auf dem Campingplatz und natürlich auch im eigentlichen Ferienhausgebiet.

Angekommen war ich am Samstag bei sonnigem Wetter und es war noch so warm, dass ich keine Jacke brauchte beim Ausräumen des Autos.

Gestern Abend dann waren nach der Aufklärung über Tag, bei der wir diese beiden unkastrierten und hungrigen Katzen sahen,


die ersten Fänge geplant.

Und tatsächlich konnten wir im Ferienhausgebiet, wo an einem Haus eine Katzenmutter mit vier Jungtieren (allerdings wohl schon im späten Frühling oder frühen Sommer geboren) gefüttert wird, relativ schnell die ersten beiden Katzen fangen: Es waren zwei der Jungen.
Nachdem wir uns entfernt hatten, dauerte es nicht lange und die Funkkamera lieferte mir dieses Foto:

die Katzenmutter in der Falle

Auch sie wurde natürlich rasch von mir abgeholt und sicher untergebracht.

Leider nur konnten wir die beiden anderen Jungtiere nicht mehr fangen, und auch heute über Tag blieb das Kleinste der Geschwister in sicherer Entfernung. Es hat die Fänge gestern miterlebt und wagt sich vermutlich deshalb nicht mehr hinein...

der kleine Kerl wirkt verloren ohne seine Familie
So haben wir uns heute Abend entschlossen, die Falle unscharf zu machen und Futter daneben zu stellen, damit er überhaupt wieder etwas zu fressen bekommt.

An anderer Stelle hatten wir mehr Glück.
Von einem der Campinglätze in Sönderho war uns ebenfalls eine Katzenmutter gemeldet worden - diese allerdings mit deutlich jüngeren Kleinen, zwei an der Zahl.

Bereits gestern Abend konnten wir die Mutter und eines der Jungen bei unserer Aufklärungsarbeit entdecken und füttern.
Heute am Nachmittag war es dann soweit:
Da wir sie bei unserem Erscheinen auf dem Campingplatz alle sahen, wurde schnell die Falle geholt und aufgestellt.
Und es dauerte nicht lange, da war das erste Kitten in der Falle:


Auch die Mutter und das Geschwisterchen ließen sich durch das Futter locken und konnten eingefangen werden:

die Mutter und ihre beiden Kleinen in Sicherheit

Da sie auf dem Campingplatz (auch kastriert) jedoch unerwünscht sind, werde ich sie morgen zu Bianca bringen, die sie, sollten sie noch zutraulich zu machen sein, zu vermitteln versuchen wird.
Die Mutter ließ ich noch am Nachmittag kastrieren, die beiden Kleinen haben auch in Gefangenschaft einen gesunden Appetit, was ein gutes Zeichen ist.

Und nachdem wir auch in der Ortsmitte erfolgreich waren und einen besonders "chilligen" Kater fangen konnten,

Ist eine Katze so entspannt, hat man als Mensch auch beim Fangen kein schlechtes Gewissen...;-)

war der erste Tag mit sechs Kastrationen und zwei Fängen zur Vermittlung relativ erfolgreich - wobei morgen sicher gar nichts geht, da der Tag extrem stürmisch und regenreich werden soll. Leider.

Meine Gedanken werden jedoch heute Nacht bei dem kleinen Kerl sein, der hoffentlich ein trockenes und sturmgeschütztes Plätzchen für sich gefunden hat.

Anke

Freitag, 19. Oktober 2018

Das Netzwerk funktioniert phantastisch...

Nicht nur, wenn ich in Dänemark bin, werden im Rahmen meines Projektes Sommerhauskatzen kastriert...;-)
Diese tolle Erfahrung habe ich in den vergangenen drei Monaten zweimal machen dürfen und freue mich sehr darüber.

Im Juli wollte Cassandra, meine große Helferin auf Fanö, eigentlich eine Katze an einer der Futterstellen fangen, da aufgrund erheblichen Augenausflusses ein Tierarztbesuch sinnvoll erschien.

Oft genug bei mir zugesehen und selbst schon mehrfach Fallen scharf gemacht, bereitete Cassandra also alles vor - und es dauerte auch gar nicht lange und sie hatte eine Katze gefangen.
Es war auch nicht eine derjenigen, die immer wieder hineinlaufen. Aber es war auch nicht das gewünschte Tier.
Es war ein zierliches schwarzes mit weißen Abzeichen.

July kurz vor ihrer Kastration

Gut, nicht tätowiert und nicht gechipt wurde es also zu Brigitta, der Tierärztin, gebracht.
Und tatsächlich: Ein Mädchen, offenbar säugend, denn die Zitzen waren freigeleckt und augenscheinlich gerade "in Benutzung".
Sie wurde kastriert und zeitnah wieder freigelassen, damit sie sich um ihren Nachwuchs kümmern konnte, den sie übrigens auch ein paar Wochen später mit zur Futterstelle brachte.

Und dann erhielt ich noch ein Mitteilung aus der südlichsten Ortschaft Fanös, aus Sönderho. Dort hatte eine Katzenmutter schon ihre Jungen mitgebracht zur Futterstelle und war sogar bereits relativ zutraulich.
Das Einpacken gelang Cassandra daher entspannt (obwohl sie selbst sehr aufgeregt war) - und einen Tag nach der Kastration war es dann schön die Familie wieder gemeinsam zu sehen.

Augusta mit drei ihrer insgesamt fünf Jungen

Besonders freut mich auch, dass inzwischen drei der fünf Kleinen auf der Insel ein neues festes Zuhause gefunden haben, in dem sie versorgt und später auch kastriert werden.

Ganz herzlich bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch bei Bianca.
Denn sie ist nicht nur für mich da, wenn es kleine Kätzchen aufzunehmen gilt, die entweder ohne Mutter oder krank aufgefunden und mir gemeldet werden.
Dieses Mal hat sie mich mit einer wirklich grooooooooßen Spende Trockenfutter unterstützt, da sie selbst eine noch größere Menge für verwilderte Katzen erhielt und ich davon eine ganze Kofferraumladung bekommen habe.



Von Yvonne, einer Freundin hier in Deutschland, habe ich vor kurzem etliche Bettlaken und Handtücher erhalten, die sie bzw. ihre Oma ausrangiert haben.
Eigentlich noch viel zu gut erhalten, habe ich mich sehr gefreut, da sie gerade die richtige Größe zum Abdecken der Fallen haben.

Nicht vergessen will ich auch, den Menschen "Danke" zu sagen, die mir wieder Geld gespendet haben für die Kastrationen, so dass ich dieses Jahr sicher noch alle meine Fänge während der geplanten Aufenthalte durch die Spenden abdecken kann.

Ich bin wirklich froh, dass ich so viele Helfer und Unterstützer habe.

Anke

Sonntag, 7. Oktober 2018

Fanö im März - Teil 3

Der letzte Eintrag zu meinem Aufenthalt aus März fehlt hier noch, und das, wo es doch bald schon wieder Richtung Norden gehen soll für mich.

Von den Fangaktionen in Nordby und einem Hof in Rindby aus dem Frühjahr habe ich schon berichtet, beides gelungene Aktionen mit gesund wirkenden Katzen, die versorgt werden.
Da macht es Spaß einfach nur für den "Vermehrungs-Stop" zu sorgen und nicht auch noch eine Katze vor sich zu haben, bei der man traurig ist, da man an ihrem eigenen körperlichen Zustand auf die Dauer nicht wirklich etwas verbessern kann.

Ein bisschen anders stellt sich das Ganze ja leider am "Katzenhaus" in Rindby dar (ich hatte die Situation bereits in meinem Eintrag vom 31.03. beschrieben).

Dennoch oder auch gerade deshalb wollte ich in der Nähe natürlich weiterfangen, damit nicht noch mehr Katzenkinder dort an Katzenschnupfen, anderen ansteckenden Krankheiten oder einfach den untragbaren Gegebenheiten sterben.

Und tatsächlich gelangen mir an meiner dritten "Baustelle" in den letzten drei Tagen auf der Insel noch vier Fänge, drei Kater und eine Katze.
Bei allen vier Tieren waren leider deutliche Anzeichen von Infektionen und/oder Katzenschnupfen zu erkennen und bei dem OP-Check zudem deutliche Lungen-Geräusche zu hören:

Inge, Ulrich, Robby und Simon

Mit der Gabe eines Langzeit-Antibiotikums und dem kommenden Frühling und Sommer hatten die Tiere hoffentlich eine Chance.

Wann erkennt das starrsinnige Ehepaar nur endlich, dass seine Form der "Katzenhaltung" keine Tierliebe, sondern Tierleid, bedeutet??

Dennoch:
Mein März-Aufenthalt brachte insgesamt 22 Kastrationen, davon die Hälfte weibliche Tiere!
Das sollte sich bei der Zahl des Nachwuchses bemerkbar machen...:-)

Anke