Freitag, 22. Juni 2018

Mein März-Aufenthalt auf Fanö - Teil 1

Gestern waren es drei Monate, dass ich auf der Heimfahrt von meinem März-Aufenthalt aus Dänemark war. Und ich habe hier noch nichts geschrieben - fast so, als gäbe es nichts zu berichten.
Aber weit gefehlt...:-)
Schon zuvor gab es aber für mich hier Zuhause viel zu organisieren, denn diejenige, die sonst meine Katzen während meiner Abwesenheit versorgt, wurde operiert und konnte sich daher nicht kümmern.
So stand mein kompletter Aufenthalt auf der Kippe - aber letztlich klappte es, nur ein wenig verkürzen musste ich.
Und so beschränkte ich mich auf Fanö und musste einen "Kontroll-Besuch" in Vejlby Klit mit der Kastration von einzelnen zugewanderten Katzen leider verschieben.

Bereits Anfang des Jahres hörte ich von einer Dame in Nordby auf Fanö, die täglich, jeden Abend, an ihrem Haus mehrere Streuner füttert. Langsam jedoch wurden ihr die Tiere zu viel. Man überlegte, ob man sie einfangen und einschläfern lassen sollte, um ihnen ein weiteres Leben mit Hunger zu ersparen.
Leider erfuhr ich zu Anfang nicht, wo die Örtlichkeit sein sollte, aber jedenfalls war dies Punkt 1 auf meiner Liste für März, denn irgendwie würde ich das schon herausbekommen.

Punkt 2 sollte der Nachbar des Hofes in Rindby werden, wo ich im Januar gefangen hatte und kastrieren ließ. Auch dort seien etliche Katzen, wiederum viele schwarze Tiere - so hoffte ich, dass es doch einige von denen sind, die ich bereits erwischt hatte und nicht wieder eine neue Population.

Punkt 3 waren die Ferienhauskatzen, die ich an den während meiner Anwesenheit eingerichteten Futterstellen abgreifen könnte.

Unterstützt wurde ich während meiner Anwesenheit auf Fanö von Martina, die mich nach Dänemark begleitete, und die treue Cassandra - den tierärztlichen Beistand erhielt ich von Brigitta.
Dank an Euch Drei!

Und mit meiner Anreise erfuhr ich dann auch, dass man in Nordby nun mit einem Fangen der Katzen zur Kastration einverstanden war, ich war willkommen!
So starteten wir am zweiten Abend, und ich war überrascht, wieviele Tiere sich dort aufhielten und nach und nach zum Fressen eintrudelten. Hier nur ein kleiner Eindruck im Dämmerlicht:


Wirklich wunderschöne Tiere in allen Farben und mit gepflegtem Fell - offenbar litten sie wirklich keinen Hunger und finden im Ort trockene Plätze zum Schlafen.
Wie gut, wenn ich sie alle einfangen und kastrieren lassen könnte, dachte ich mir.

Nach einem ersten Versuch der fütternden Dame die Katze mit den Händen in eine Box zu setzen (der leider gründlich schief ging), stiegen wir auf die Lebendfalle um und konnten auch relativ schnell vier Katzen fangen

Arabella
und mit Cassandras Hilfe wurden sie wie üblich noch vor Ort in die kleineren Transportkäfige gesetzt, so dass sie leichter und (auch für sie) stressfreier zu transportieren waren:


Auch am folgenden Abend waren wir nochmals vor Ort. Drei weitere Fänge gelangen.
Doch es fehlte noch ein Katzenmädchen, eine Siam-Mix, die die Jahre zuvor auch schon Junge beschert hatte.
Sie war schlau, lief immer wieder um die Falle herum, aber ging nicht weiter als einen Schritt hinein.
Vielleicht also eine Nachtfang-Aktion mit zwei Fallen...
Und sie brachte Erfolg. Zwei weitere Tiere waren zwar erst skeptisch, schließlich aber siegte dann doch der Appetit auf Feuchtfutter und Käsepaste:
hier Ariane
Noch immer fehlte aber die Siam. Ohne sie wollte ich den März nicht abschließen. Keinesfalls. So probierte ich etwas Ungewöhnliches aus:
Am hellichten Nachmittag wollte ich mein Glück versuchen.
Und, manchmal kommt es eben anders, schon während ich aufbaute, sah ich das Mädchen in der Nähe. Jetzt nur nicht nervös werden...
Ja, wirklich, auch ich bin noch immer ein wenig (oder manchmal auch ein bisschen mehr) aufgeregt, wenn ich zum Katzenfang unterwegs bin. Vor allem dann, wenn man ein ganz bestimmtes Tier unbedingt noch fangen möchte.
Und wenn es dann gelingt, ist es umso schöner:

Helena, die Schöne...;-)

Und so sehen die Stationen einer jeden von mir gefangenen und kastrierten Katze aus, hier am Beispiel von Sanja:
Eingefangen, dann in Narkose, in der Box nach der Kastration - und die Freilassung

Und so konnten wir schließlich alle regelmäßig dort gefütterten Katzen fangen und kastrieren lassen.
Selbstverständlich wurden sie auch tätowiert und mit einem Mikrochip versehen.
Sie bescheren nun keinen unerwünschten Nachwuchs mehr, der zu einer Vergrößerung der ohnehin schon zu großen Zahl an Streunern führt - ein Füttern ist dort also nun ohne schlechtes Gewissen erlaubt und erwünscht:

Arabella, Nane, Adrian und Dorian, Sanja, Herr Hase, Ariane und Aki, Helena
Natürlich gingen meine Aufklärungsarbeiten in den Ferienhausgebieten der Insel zwischen den Fang-Aktionen in Nordby weiter.
Ich stieß auf alte, bereits im November kastrierte, Bekannte (über diese Wiedersehen freute ich mich natürlich besonders!), aber es gab auch neue Sichtungen.

So kann ich bald weiter berichten aus dem März.

Anke

Freitag, 6. April 2018

Wieviel ist ein Katzenleben wert?

Eine Überschrift und Frage, die provoziert, das ist mir bewusst.
Und mir ist klar, dass es - warscheinlich auch unter meinen Lesern - auf diese Frage sehr unterschiedliche Antworten gibt.
Ich erlebte zu diesem Thema im Januar nach über 10 Jahren Arbeit für die Sommerhauskatzen Dänemarks eine ganz besondere Geschichte:

Wie in meinem letzten Eintrag berichtet, fing ich an einem der auf Fanö aufgestellten Futterhäuser in einer Nacht drei Katzen. Eine davon, ein getigertes Mädchen, war mir ja bereits vor meinem Aufenthalt im November als Sichtung gemeldet worden, aber ein Fang gelang mir damals nicht.
So war ich glücklich, dass ich sie nun doch in der Falle hatte und kastrieren lassen konnte.

Wie üblich holte ich die operierten Tiere (dieses Mal aus einer Tierklinik auf dem Festland) ab und stellte sie bei mir im Ferienhaus dunkel und warm, damit sie in Ruhe ihre Narkose ausschlafen können.
Bei einer Nachschau am späteren Abend jedoch bekam ich einen gewaltigen Schreck.
Die Tigerin Wilma saß in ihrer Box auf einer großen Blutlache und wirkte benommen:


Eine minimale Nachblutung hatte ich bereits erlebt, aber das war zu viel!
Es war nach 22 Uhr und ich saß auf einer Insel...
Also wählte ich die Nummer der Tierklinik, die die Kastration am Vormittag durchgeführt hatte. Doch die hatte keinen Notdienst.
So entschied ich mich auf gut Glück für eine der Kliniken in Esbjerg. Dort sagte mir die offenbar Notdienst habende junge Tierärztin, dass etwas Blut durchaus normal sei.
Wenn es nur etwas Blut wäre, hätte ich auch nicht angerufen, so erklärte ich und sagte ihr, dass ich mich jetzt mit der wilden Ferienhauskatze auf die Fähre und ans Festland zu ihr in die Klinik begeben werde. Man erwartete mich also.

Nach einem ersten Blick in die Box hieß es dann, ich solle die Katze doch bitte mal herausholen, um sie anschauen zu können.
Nein, so einfach sei das nicht, die Katze sei wild, erklärte ich nochmals. Man werde sie in Narkose legen müssen um sie zu untersuchen.
Gut, dass ich meinen Zwangskorb im Auto hatte. So gelang das Umsetzen und auch das anschließende Spritzen ohne größere Aufregung.

Als die Tierärztin dann die Blutansammlung im Bauchraum tastete und man die Beule auch bereits sehen konnte, schaute sie mich an und fragte mich, wie weit man mit den tierärztlichen Maßnahmen gehen solle.
Es sei doch eine Sommerhauskatze, die niemandem gehöre... Wieviel ich für dieses Tier also ausgeben wolle?
Ich überlegte nicht und antwortete: "Tun Sie, was nötig ist um ihr Leben zu retten."

Sie sah mich erstaunt an, nickte dann aber, sagte mir, dass sie ihren Chef für eine Not-OP anrufen werde und dass ich nach Hause fahren solle.
Ich wiederum nahm ihr das Versprechen ab, dass sie mich anruft, wenn man mit der OP fertig ist.
Schlafen könnte ich sowieso nicht.

Auf der Heimfahrt und auf der Fähre weinte ich.
Es hätte für mich nie eine andere Antwort gegeben, denn diese Katze war völlig gesund zuvor.
Ich hatte sie mit meiner Aktion in diese Situation gebracht.
Hätte ich hier jetzt anders entscheiden können? Niemals!
Zum Glück waren zwei Freundinnen noch wach und ich hatte mitten in der Nacht jemanden, bei dem ich mich ausweinen konnte, denn es stand nicht gut um die hübsche und tapfere Wilma.
Tausend Dank für Eure mitfühlenden und mutmachenden Worte, Elly und Cassandra!

Gegen halb drei kam dann der Anruf von der Tierklinik: Wilma hatte die OP überstanden. Die Naht war aufgegangen und der Bauchraum voller Blut gewesen.
Man hatte nun den Bauchraum gespült, eine Total-OP gemacht und ihr eine Infusion gegeben.
Armes Mädchen.

Am frühen Morgen dann fuhr ich wieder mit der Fähre nach Esbjerg.
Wilma war wach und sah mich ganz anders an, als am Abend zuvor. Der Blick war klar, es schien ihr trotz der Strapazen besser zu gehen.

Dass die Rechnung nicht gerade günstig sein würde, das wusste ich.
Der zu zahlende Betrag ließ mich dann aber schon ein wenig blass werden: 8.296,97 dänische Kronen, umgerechnet  1.135 Euro. Puh.
(Nur der Form halber: Den Betrag zahlte ich natürlich nicht aus der Spendenkasse, sondern aus eigenen Mitteln.)
Wilma war also ab sofort meine wertvollste Ferienhauskatze, quasi vergoldet...;-)

Ich solle die Katze nun ein paar Tage beobachten, hieß es.
Diesem Wunsch würde ich nicht nachkommen können, denn ich musste Wilma am nächsten Morgen in die Freiheit entlassen, denn ich musste nach Hause. Auch hatte ich in der Vergangenheit bereits andere Katzen einen Tag nach einer Total-OP wieder freigelassen. Und einen Gefallen würde man ihr mit einer Haltung in der Box auch nicht tun. Denn sie ist eben eine verwilderte Mieze.

Und so begleitete mich Cassandra bei der Entlassung, und wir wünschten Wilma beim Öffnen des Türchens der Katzenbox nicht nur das übliche Glück, sondern eine ganze Menge mehr!

In den folgenden Tagen dachten wir viel an Wilma, daher stand auch die Wildcam mehrfach am Futterhaus.
Und endlich, eine Woche später war Wilma auf der Kamera.

Wilma nach ihren OPs das erste Mal wieder am Futterhaus

Sie bewegte sich normal, sah gut aus und ist nun, wie vier andere dort gefangene und kastrierte Katzen, ein regelmäßiger Gast am Futterhaus.
Ein weiterer schwarzer Kater scheint neu zugewandert zu sein:
Betty, Wilma, Barney (links) und Viggo, Toni und der Unkastrierte (rechts)

Leider fehlt jedoch die zuerst dort kastrierte Ginny im Moment.
Hoffentlich ist ihr nichts zugestoßen und sie hat einfach nur, zutraulich und kommunikativ wie sie ist, Urlauber gefunden, die sie füttern.

Und Wilma hat ihre Chance genutzt - sie hatte sie verdient, zweifellos!

Anke

Samstag, 31. März 2018

Erster Aufenthalt in 2018

Eigentlich war für mich der Januar seit vielen Jahren dem Wandern auf schneebedeckten Wegen in den österreichischen Alpen vorbehalten.
Dieses Jahr jedoch kamen mir die Fotos dazwischen, die ich von Cassandra nach Auswertung meiner an den Futterstellen aufgestellten Wildkamera geschickt bekam. Denn hier war Betrieb - und eben nicht nur kastrierte Katzen...
Zudem hatte ich gehört, dass es einen Hof mit Großviehhaltung gebe, dessen Besitzer mich bat seine Katzen zu fangen und zu kastrieren, da es sonst zu viele würden.
Also sagte ich den (zum Glück bislang nur gedanklich geplanten) Urlaub in Österreich ab und buchte kurzfristig ein Ferienhaus auf der Insel Fanö.

Die Örtlichkeiten für die Fänge waren mir inzwischen vertraut, Tierärztin Brigitta nahm sich Zeit und auch auf Cassandras Unterstützung konnte ich bauen.

So waren es dann auch wieder die Campingplätze und Gebüsche rund um das "berühmte Katzenhaus" in der Straße Vestertoft, die mir die ersten Fänge brachten.
Eines der Mädchen jedoch bereitete uns Sorge, denn es hatte eine starke zu tastende Verstopfung, hoffentlich würde ein noch in der Narkose verabreichtes Klistier Abhilfe schaffen.
Und wieder fiel auch auf, dass die Katzen, die von der Fang-Örtlichkeit dem Katzenhaus zuzurechnen sein könnten, fast allesamt verschnupft waren.

Sissy

ihn mussten wir erlösen
Bei einem der Kater war es so schlimm, dass sich eine Lungenentzündung ausgebildet hatte und das Tier von der Tierklinik nur noch eingeschläfert werden konnte.


Einmal mehr war ich wütend und unendlich traurig über die angebliche Liebe der Besitzer des "Katzenhauses" zu den Katzen.

Die Katzen schlafen dort (insbesondere eben an den kalten oder verregneten Tagen) in am Haus stehenden Holzhütten, manchmal sechs oder mehr Tiere in einer Box.

die Schlafboxen am "Katzenhaus" in Rindby

Dort ist die Ansteckung untereinander nur eine Frage der Zeit!
Und da eine Behandlung der Katzen nicht stattfindet, sind fast alle von ihnen "rotzig", teilweise eben mit Auswirkungen, die insbesondere die jungen und alten Tiere am schlimmsten trifft.
Auch Kastrationen sind nicht erwünscht. Das berichtete ich schon.
Diese Einstellung kann nicht richtig sein!
Aber ich stehe auf verlorenem Posten, da es zu diesem Thema in Dänemark keine Vorschriften zu geben scheint und das deutsche Ehepaar beratungsresistent ist - leider auf Kosten der Katzen, die dort leben, erkranken, leiden müssen und sich dennoch ungehindert vermehren, da sie es eben nicht beeinflussen können.

Da die Tiere aber auch weitläufig um das Grundstück herum streunen und die Campingplätze betreten, habe ich Chancen zumindest einige der Katzen zu fangen, da sie nicht markiert und daher für mich nicht zuzuordnen und von streunenden Katzen nicht zu unterscheiden sind.
Zwei der Platz-Betreiber lassen mich mit meiner Arbeit gewähren und haben versprochen, die Tiere nicht mehr gezielt erschießen zu lassen, weil es zu viele sind - denn auch das war bisher eine der traurigen Auswirkungen.

Viel Zeit zum Herumlaufen und Ausschau halten blieb mir in der Woche nicht, und so war ich dankbar für einen weiteren konkreten Hinweis auf Katzen in Fanö Bad, wo sich auch eine Falle perfekt wettergeschützt aufstellen ließ. Zwei Katzen konnte ich dort fangen:

der noch junge Kalle (oben) und die Katzendame Nelly

Nun war es an mir von Tag zu Tag zu entscheiden, wann und wo ich die Fallen aufstellen sollte.
Aber leider passierte es immer wieder, dass um den Vestertoft bereits kastrierte Katzen in die Falle gingen und so den Platz für die scheueren Tiere blockierten bzw. diese durch das Geräusch der zuschlagenden Falle verjagten.

Eineinhalb Tage kostete mich dann auch der Hof in Rindby, dessen Besitzer mich um Hilfe gebeten hatte.
Schon bei meinem Eintreffen saßen die Tiere an dem Futterplatz, denn wie versprochen hatte Per nicht gefüttert, und er ließ mir freie Hand mich auf dem Hof zu bewegen und die Fallen aufzustellen.


Das war ein tolles und entspanntes Arbeiten!
Und so ging es auch rasch, dass die Falle das erste Mal zuklappte.
Auch das zweite Tier war hungrig genug, obwohl es inzwischen kalt und windig war.


Dann jedoch wurde es schwieriger, da die übrigen Katzen die tobenden Artgenossen in der Falle sahen und hörten und vorsichtiger wurden.
So stellte ich die Falle dann sogar in den Kuhstall. Und dieser Fang war ein ganz besonderer, denn die alte weibliche Mieze war komplett taub.
So fraß sie sogar zufrieden in der Falle weiter, als diese sich bereits hinter ihr mit lautem Geräusch geschlossen hatte.


Erst als sie sich umdrehte und gehen wollte und der Ausweg versperrt war, wurde sie panisch. Aber natürlich war ich zur Stelle und als ich sie zugedeckt hatte, kam sie schnell zur Ruhe.

Am zweiten Tag fing ich dort die restlichen Katzen, so dass zumindest dieser Hof nun auch keinen Katzennachwuchs mehr zu erwarten hat.

Am späten Nachmittag des drittletzten Abends versuchte ich es wiederum mit Fängen an den Campingplätzen, doch nichts geschah oder die falschen, schon kastrierten, Katzen näherten sich. Offenbar waren die anderen nicht hungrig genug bzw zu vorsichtig um in die Fallen zu gehen.
Zum Glück schaute ich mir aber parallel die neuesten Fotos der Wildkamera an einem Futterhaus im südlichen Rindby an.
Neben den drei bereits kastrierten Katzen entdeckte ich nämlich drei weitere, die dort - vornehmlich nachts - ein und aus gingen.
So baute ich die Fallen an den Campingplätzen ab und eine im südlichen Bereich des Slunden neben dem Futterhaus auf.
Ich blieb bei nur 2 Grad im Auto sitzen und wartete mehrere Stunden.
Aber es rentierte sich, ich war erfolgreich, sogar dreifach:

Wilma, Barney und Betty
Leider jedoch verlief bei der Kastration am Folgetag nicht alles nach Plan, und ich hatte einen aufregenden folgenden Abend... aufregender, als es mir lieb war.

Anke

Freitag, 9. März 2018

Futterstellen auf Fanö, Kastrationen in Vejlby Klit und anderes

Die Überschrift wundert vielleicht, liegen doch die beiden Örtlichkeiten 140 km auseinander.

Aber mein Erfolg auf Fanö im November brachte mich dazu Futterstellen auf der Insel einzurichten, um die kastrierten Katzen, die sich an wenigen Stellen mit einer großen Anzahl von Tieren aufhalten, über die kalte Jahreszeit versorgen zu können.

Um nicht wieder ein Ferienhaus auf der Insel mieten zu müssen und flexibler zu sein, quartierte ich mich Anfang Dezember letzten Jahres bei meiner Freundin Sabine in der Nähe von Bjerregard ein.
Von hier aus konnte ich in kurzer Zeit auf die Insel Fanö und auch nach Nörre Lyngvig - denn von dort war mir berichtet worden, dass eine der im September kastrierten Katzen wieder Junge bekommen hatte...😲

Zuerst waren die Futterhäuser auf Fanö an der Reihe.
Der Aufbau verlief unkompliziert. Ich hatte zwei Helferinnen und inzwischen ja auch genug Erfahrung. Und im südlichen Rindby gelang uns auch sofort nach Aufstellen des Hauses die immer hungrige Ginny an und schließlich sogar in das Futterhaus zu locken, so dass sie schon kurze Zeit später regelmäßig ein und aus ging:


Mit diesem Anfang würden auch andere Katzen den Weg finden!
Danke, Cassandra, für Deine Tätigkeit als "Katzenfänger von Fanö".

Der folgende späte Nachmittag führte mich dann an den Hafen von Nörre Lyngvig.
Die beiden Kleinen entdeckte ich bald und zum Glück dauerte es auch nicht lang und ich konnte sie fangen.
Um die Mutter werde ich mich jedoch erneut kümmern müssen. Vielleicht ist sie in der Tierklinik schlicht vergessen worden zu kastrieren.
Natürlich waren die Fischer etwas ungehalten, denn sie hatten sich auf mein Versprechen verlassen, dass es von den Katzen dort keine Nachkommen mehr geben würde...
Immerhin geht es aber den drei erwachsenen Miezen gut dort, und die Kleinen musste man nach meinem Fang auch nicht mehr versorgen.

Finja, Afra und Mikkel

Schon mal "in der Nähe" wollte ich dann auch einen Abend für eine der Futterstellen in Vejlby Klit opfern, denn Anette (die dort fütternde Dänin) hatte berichtet, dass sie auf ihrer Terrasse wieder kleine Kätzchen gesehen habe im Spätsommer.
Tatsächlich konnte ich in einer Nachtaktion zwei der neuen Tiere fangen - beides waren jedoch Kater, so eilig wäre es hier also nicht gewesen. ;-)

Mattes und Malthe

Zwei Tage stand dann die Wildcam während meiner Anwesenheit auch in Houstrup - und ich bekam Inka mit ihren Jungen zu Gesicht. Sie suchen das Futterhaus zu meiner Freude ebenfalls regelmäßig auf:
Jonas, Lea und ihre Mutter Inka

Tja, und zum Abschluss meines Aufenthalts war es dann nochmals Fanö:
Die im November kastrierte Tara hatte ja drei Junge mit zum Ferienhaus gebracht. Auch sie waren erst 11-12 Wochen alt und hätten eine schwere Zeit vor sich, also wollte ich sie mitnehmen zur Vermittlung in Deutschland.

Es gelang die zwei noch dort befindlichen Kleinen zu fangen, so trat ich meinen Heimweg mit vier Katzenkindern an:


Wie sich später herausstellte, waren es vier Mädchen!!!
Danke, Sabine, dass Du mich in den Tagen so toll unterstützt und das Wohnzimmer vorübergehend als Katzenasyl zur Verfügung gestellt hast.


Damit schloss ich das Jahr 2017 mit sechs Dänemark-Aufenthalten und insgesamt 80 Kastrationen ab.
Puh, auch ich bin gerade erstaunt über diese unglaubliche Zahl...

Anke

Samstag, 10. Februar 2018

Der Endspurt auf Fanö im November


Die Facebook-Leser meiner Seite haben einen Wissensvorsprung, da ich dort schon kurz über einen neuerlichen Aufenthalt berichtete.
Aber der Reihe nach:

So viel Erfolg Elly und ich in der ersten gemeinsamen Fang-Nacht in meiner zweiten November-Woche hatten, konnten wir weiter hoffen, da an zwei weiteren eingerichteten Futterstellen Katzen auf der Wildcam zu sehen waren - die wir in den Folgetagen auch fangen konnten.

Das Schöne an neuen Projektgebieten ist eben auch, dass quasi jeder Fang ein Treffer, heisst ein zu kastrierendes Tier, ist und man nicht die Problematik der Folgejahre hat, dass bereits kastrierte Katzen in die Fallen gehen und damit auch noch den unkastrierten zeigen was passiert, wenn man hineinläuft.
So hatten wir jedenfalls auch im südlichen Bereich von Rindby weitere Fänge, die wir der Tierärztin der Insel bringen konnten:
Liva vor ihrem Fang und Elliot bei der Entlassung danach

Ein großes Problem blieb jedoch das vielen Fanö-Urlaubern bekannte „Katzenhaus“ in der Nähe der Campingplätze Rindbys.
Ein älteres, deutsches Paar wohnt dort.
Die Zahl der Katzen, die sich an diesem Haus aufhalten, ist kaum überschaubar.
Wie sie ursprünglich dorthin kamen, weiß ich nicht. Möglicherweise waren es streunende Ferienhauskatzen, die das Paar fütterte, weil sie ihnen leid taten.
Vielleicht begann die "Tierhaltung" also auch mit dem Wunsch den Katzen zu helfen.

Inzwischen ist es jedoch leider alles andere als eine sinnvolle und tierschützerische Katzen"haltung". Das Ehepaar füttert zwar die Katzen, lässt ihnen aber fast oder gar keine notwendige tierärztliche Behandlung zukommen.
Und:  eine Kastration wird vehement abgelehnt! Der Betreffende jagte mich sogar vom Grundstück. Die Vermehrung der Katzen sei „Natur“.
Auf seinem Grundstück dürfe ich nicht fangen. Ich solle woanders hingehen.
Jedoch erfuhr ich auf Nachfrage auch nicht, welche und wieviele Katzen er „hält“. Auch markiert sind die Katzen nicht.
Manche „seiner“ Tiere wandern spätestens mit Geschlechtsreife ab in die Ferienhausgebiete und suchen dort ihr Glück bei den Urlaubern, manche bleiben und bekommen Nachwuchs - jedes Jahr erneut, meist mehrfach.
Geschwister paaren sich, Mütter und Söhne, Väter und Töchter, wieder und wieder.
Die Inzucht führt zu der Weitergabe von Gendefekten, Krankheiten und Missbildungen treten häufiger auf.
Aber Kastrationen sind wider die Natur, so sagt er.
Wütend war ich, sehr wütend, obwohl ich die Tiere bei ihm bis dahin nur aus der Ferne gesehen hatte und noch nicht wusste, dass sehr viele von ihnen unter Katzenschnupfen leiden und sich selbstverständlich gegenseitig anstecken.

Entsprechend entschlossen Elly und ich uns in Laufweite der Katzen um das Haus auf den Campingplätzen zu fangen.
Die Betreiber der Plätze waren uns dankbar, denn die Tiere sind nicht jedem Camper willkommen, wenn sie sich in den Vorzelten "einnisten" oder im Müll nach Futter suchen. 
Auch Abschüsse durch die Jäger sollten daher zur Lösung dieses "Problems" beitragen und wurden auch schon oft vollzogen.

Tatsächlich waren wir dann zum Glück auch nicht vergeblich unterwegs, auch wenn die Fangaktionen ungleich schwerer und zeitaufwändiger als in den Ferienhausgebieten waren, denn die Katzen sind nicht sehr hungrig und haben daher kaum einen Grund in eine Falle zu gehen. 

4 Fotos der Funk-Wildcam, die die scharf gestellten Fallen "überwacht", so dass die Tiere nur kurz in den Fallen sitzen müssen

Insgesamt wurden es auf Fanø  24 kastrierte Katzen in meinen ersten zwei Wochen auf der Insel. Jedes der davon zwölf weiblichen Tiere wird in diesem Jahr keine Jungen mehr bekommen, jeder Kater mit weniger Territorialkämpfen leben können. 

So hatte ich dann doch zunächst meinen Frieden geschlossen mit der hübschen Insel und (den meisten) ihrer tierischen Bewohner:


… obwohl ich vor lauter Arbeit in zwei Wochen tatsächlich nicht einmal am Strand war.

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch nochmal ganz besonders bei Elly:
Mit Dir kann man Pferde stehlen...;-)
Aber auch Susanne und Peter, Brigitta und Kirsten sei Dank für ihre Unterstützung.

Anke

Montag, 8. Januar 2018

Und weiter ging's auf Fanö

Nach dem Römö-Ausflug lag mein Augenmerk dann wieder auf Fanö im vergangenen November.
Ein hübscher und kräftiger Kater ging mir in der ersten Urlaubs-Woche im November noch in die Falle. So mutig und entspannt er in der Zeit des Eingesperrtseins war, so flink war er, nachdem sich die Tür des Transportkorbes öffnete:

Toni

In Vorfreude auf eine gute zweite Woche mit weiterer Unterstützung, holte ich am Samstag dann Elly vom Bahnhof in Deutschland ab.
Es folgten nach Ankunft im Ferienhaus ein gemütliches Abendessen und das Schmieden der Pläne für den Folgetag.
So machten wir uns nach dem Frühstück ausgerüstet mit Katzenfutter, Schüsseln, Fotoapparat, einer Karte der Insel und guter Laune auf zu einer großen Katzen-Such-Runde.

Und tatsächlich gab es ein paar Stellen, die uns zum Einrichten von vorübergehenden Futterstellen zum Anlocken der Tiere geeignet erschienen, und in Fanö Bad sahen wir dann sogar zwei Miezen "live". Da sie hungrig waren, stellten wir rasch eine Futterschüssel auf und weil eine der Katzen, nachdem wir uns entfernt hatten, sofort wieder näher kam, waren wir guter Dinge, dass ein Fang gelingen sollte.
Signe und Silje

Und so waren wir dann am Abend tatsächlich beschäftigt, denn es dauerte nicht lange, da lieferte uns die Funkkamera auch schon das erste Foto:


Und es ging weiter in den folgenden Stunden. Entsprechend konnten wir am nächsten Morgen sechs Katzen zur Kastration bringen und die Überfahrt zum Festland zur Tierklinik in Bramming rentierte sich.
Parallel dazu klärten wir an anderen Stellen auf und hatten einige Katzen auf den Kameras - damit sollte es wohl doch noch aufregend und arbeitsreich werden die nächsten Tage.

Auch wirklich überraschende Fotos brachte die Wildcam an unserem eigenen Ferienhaus, denn die schon kastrierte Tara brachte jemanden mit zum Fressen:


Zuerst zwei Kitten, die sie noch vor ihrer Kastration bekommen hatte, später sogar drei...

Anke

Donnerstag, 21. Dezember 2017

Weihnachtsgrüße und ein Dankeschön

Kurz vor den Feiertagen möchte ich mich bedanken für die Unterstützung, die ich in diesem Jahr erhalten habe. Sei es durch Mails oder andere Nachrichten über Katzensichtungen, durch aufmunternde oder lobende Worte, durch tatkräftige Hilfen oder durch Spenden.
Ich freue mich über jede einzelne dieser Taten und bin auch ein bisschen stolz auf das mir damit entgegengebrachte Vertrauen.

Schon lange wollte ich hier über meinen Aufenthalt auf der Insel Fanö im November berichten.
Denn so langsam es anlief, so mega-erfolgreich wurde es zum Ende hin.
Und ich werde auch noch berichten, aber es gibt allein einfach viel zu organisieren.
Es ist Futter zu bestellen, der Weblog auf der Spenden- und Kastrationsseite zu aktualisieren, die Spenden zu erfassen, die Tausende von Fotos auf den Speicherkarten der Wildkameras zu sichten und zu sortieren, die Homepage zumindest bzgl der Kastrationen aktuell zu halten, die kastrierten Tiere mit ihren Mikrochips bei Tasso registrieren zu lassen und all den Menschen, die mit mir Kontakt aufnehmen auch zu antworten und in Kontakt zu bleiben...
Wenn eine Antwort oder ein neuer Eintrag hier einmal länger dauert, bitte ich daher nicht enttäuscht zu sein.

Etwas kann ich wegen Fanö vorab verraten.
Ich hatte mir das erste Mal dänische Kronen mitgenommen und mir das Ziel gesetzt, den gesamten Betrag nach Möglichkeit auch für Kastrationen zu verbrauchen:


Es ist mir gelungen - und dies, obwohl mir die mich unterstützenden Tierärzte wirklich gute Preise machten. So werden meine Leser schon erahnen, dass es gut lief mit den Fängen...:-)
Jedenfalls war meine Spendenkasse Anfang Dezember fast leer.
Doch auch auf meinem Konto war schon wieder Bewegung.


Mir bleibt, mich ganz herzlich zu bedanken!
Ich freue mich auf 2018, auf alle Fellnasen, die ich wiedersehen oder fangen darf und auf alle Menschen, die mir Mut machen und mir bei meiner Arbeit für die Sommerhauskatzen Dänemarks helfen.
Wir haben schon so viel bewegt.

Ein frohes Weihnachtsfest und ein gesundes und zufriedenes nächstes Jahr!

Anke

Montag, 27. November 2017

Abstecher nach Römö - mit Erfolg

Ich bin wieder Zuhause inzwischen.
Und es ist auch nicht so, dass es nichts zu berichten gegeben oder dass ich meine Leser und das Tagebuch vergessen hätte.
Es war ganz einfach viel zu viel zu tun und die Zeit zum Schreiben fehlte - zum Schlafen übrigens auch...;-)
So will ich nun versuchen die nach dem letzten Eintrag verbleibenden Tage hier aufzubereiten.

Ich berichtete schon, dass ich den Eindruck hatte, dass Fanö nicht so ganz leicht werden würde und Vorarbeit vor Ort notwendig wäre.

Da die neu entdeckte Futterstelle auf Römö hingegen für mich allein abzuarbeiten war und ich ab Samstag Unterstützung erhalten würde, beschloss ich am Mittwoch der vorletzten Woche einen Fangtag auf Römö einzulegen.
So stand ich früh auf und begab mich auf die so vertraute Insel und noch dazu fast sogar an einen vertrauten Ort im Bereich Kongsmark.
Schon bei meinem Eintreffen liefen drei Katzen davon, so hoffte ich auf Fangglück, denn auch das Wetter schien geeignet.
Und es dauerte auch nicht lange, da bekam ich dieses Foto von meiner Funkkamera:


Und nur ganz kurz später hörte ich das vertraute "Klapp" der Falle. Na also!
Zwei Mal noch klappte es  ;-) in der nächsten Stunde, so dass ich mich mit den ersten drei Fängen auf den Weg zum Tierarzt machen konnte. Und während dort fleißig kastriert wurde, fuhr ich zurück und konnte weiter fangen.
Es lief also perfekt. Dank an Hanneke, meine "Stamm-Tierärztin", für die spontane Unterstützung!
Nochmals drei Tiere wurden es - und auch sie wurden noch am selben Nachmittag kastriert.
Es blieb daher für mich bei einer weiteren Fahrt am nächsten Tag nach Römö, um die Tiere wieder auszusetzen.
Zwei Katzen und vier Kater:
Manni, Josy, Melli, Bodo, Palle und Sammy

So sollte der Bereich nun wieder sicher vor Katzennachwuchs sein im nächsten Frühjahr.

Und da ich Freunden, die in dieser Zeit auf der Insel waren, die Wildcam für ein paar Tage lieh, gab es auch ein Wiedersehen mit der süßen Meike:

Meike, kastriert im März 2013

Dank an Conny und Werner.
Diese Ergebnisse machten Mut für die neue Insel!

Anke

Dienstag, 14. November 2017

Die ersten Tage auf der zweiten dänischen Insel: Fanö

Vierzehn Tage bin ich nun aktuell wieder für die dänischen Ferienhauskatzen unterwegs.

Und auf meiner Anreise nach Fanö am Sonntag machte ich einen Abstecher auf die Insel Römö.
Tatsächlich scheint es an einem Haus in der Inselmitte etwas für mich zu tun zu geben. Zumindest sprechen die Schüsseln und Schlafgelegenheiten eine deutliche Sprache...
Einen Hinweis auf dieses Haus hatte ich ja bei meinem letzten Besuch der Insel erhalten.
Einen Tag werde ich hierfür aufwenden müssen, denn es wäre ärgerlich, wenn mir meine Erfolge dort zunichte gemacht werden.
Zudem ist es mir wichtig Örtlichkeiten, an denen ich aktiv war, auch weiterhin im Rahmen meiner Möglichkeiten im Blick zu behalten.

Als ich dann schon im Dunkeln am Hafen in Esbjerg ankam und die Fähre der Insel anlegte, fiel mein Blick auf den Namen des Schiffes: Fenja.
Ausgerechnet.... Nun gut, wir werden in 12 Tagen wissen, ob der Name der alten Katzenlady (und wohl bekanntesten Bjerregard-Katze) mir Glück bringt für meinen ersten Aufenthalt auf Fanö.

Zufrieden mit meinem Ferienhaus ging ich auch bald ins Bett.


Gleich früh am nächsten Morgen stellte ich eine Falle an einer der Futterstellen auf, aber schnell wurde klar, dass auf Fanö die Uhren anders gehen.
Hier gibt es nicht nur eine gigantische Anzahl an Kaninchen, die mich immer wieder aufschrecken lassen, weil ich eine Bewegung sehe, die man aus den Augenwinkeln auch für eine Katze halten könnte, nein, auf Fanö gehen sogar Elstern in eine Katzenfalle...:


Das bedeutet, dass hier Fangaktionen über Tag kaum möglich sein werden, was die Sache nicht gerade leichter macht.
Jedenfalls zog ich von dieser Stelle zuerst einmal entnervt ab.
Zum Glück hatte ich einen weiteren Hinweis auf eine Katze, die bis Sonntag von einer Urlauberin gefüttert wurde. (Danke, Claudia, für Deinen Hinweis und die Fürsorge.)
Und tatsächlich, die kleine schwarze Mieze war zur Stelle, als ich die Terrasse des Hauses im Mosevej betrat.
So ging das Einfangen auch leicht von der Hand, und das Mädchen war ganz friedlich und ließ sich sogar anfassen.

Leider konnte ich sie aber erst am Nachmittag beim Tierarzt abgeben.
Gut für mich war hingegen, dass ich, zurück im Ferienhaus, so noch eine weitere Mieze einfangen konnte, die ganz zufällig über mein Grundstück lief.
Auch sie war hungrig, so dass sie sich leicht locken und fangen ließ.

Ginny (links) und Tara (rechts)

Am Abend wusste ich, dass meine ersten beiden Fänge zwei Mädchen waren!
Und heute konnte ich die Katzen, Tara und Ginny, bei schönem Wetter wieder entlassen.

Auch meine ersten Spaziergänge ergaben den einen oder anderen Hinweis auf Katzen, ja sogar ein paar eigene Sichtungen hatte ich.

Aber es wird nicht leicht hier, denn die Insel ist weitläufig, und konkrete Hinweise auf feste Aufenthaltsorte der Tiere habe ich nicht.

Anke

Mittwoch, 1. November 2017

Ein letzter Nachtrag vor der nächsten Reise

Noch ein abschließender Bericht von meinem August/September-Aufenthalt, bevor es dann hoffentlich bald wieder Aktuelles zu erzählen gibt:

Wie schon erwähnt hatten mich - als ich selbst gerade in Ballum angekommen war - Urlauber aus Nörre Lyngvig angeschrieben.
An ihrem Ferienhaus war eine Katzenmutter erschienen, die schließlich nach und nach insgesamt vier Junge mitbrachte.
Ich sagte zu zu helfen, da ich ja noch drei Tage bei meiner Freundin Sabine in Nymindegab wohnte und es von dort nicht so weit bis Nr Lyngvig ist.
Schon bei meinem ersten Besuch am Ferienhaus von Danny und Familie war die Mutter mit ihren Kleinen (es waren zu diesem Zeitpunkt nur noch drei - ob Urlauber das vierte Junge mitgenommen hatten?) anwesend.
Eine wirklich bunte Mischung:


Und Danny berichtete mir, dass man schon drauf und dran sei, einen Platz für die Kleinen in Deutschland zu organisieren, so dass also nur noch die Mutter zu kastrieren wäre...
Das sollte hinzukriegen sein, dachte ich mir.
Obendrauf kam aber noch Dannys Entdeckung von Katzen am Hafen des kleinen Ferienortes.
Na, warum nicht, man wächst mit seinen Aufgaben...;-)

So holte ich also gleich am folgenden Abend die Katzenmutter bei Danny ab, um sie am nächsten Morgen früh zur Kastration zu bringen.
Die Kleinen würden weiter am Ferienhaus versorgt, so dass sie auch keinen Grund hätten sich von da zu entfernen.

Nach dem Einpacken von Naya, der Mutter, fuhr ich an den Hafen, um dort mein Glück zu versuchen.
Leider aber kam ich zu spät. Die Fütterungszeit war vorbei und ich sah gerade noch ein paar Katzenschwänze, die sich in verschiedene Richtungen verteilten:


Aber ich sprach einen der Fischer an und dieser sagte mir, dass man derzeit drei erwachsene Katzen und ein Junges am Hafen habe.
Nein, kastriert seien die Katzen nicht - und der Tierschutz habe auch im Frühjahr / Frühsommer ein Dutzend Tiere eingefangen und vermutlich getötet. Sie seien ja alle nicht wirklich zutraulich.
Leider entsprach diese Info ja auch meinen Erfahrungen mit den dänischen Tierschutzvereinen.

So fuhr ich also nach erfolglosem Warten mit Naya nach Hause.
Aber nur mit einer Katze am nächsten Morgen in die Tierklinik nach Ringköbing? Nein, das konnte ja wohl nicht angehen.
Also um 6 Uhr aufgestanden und nochmal an den Hafen. Ich musste vor dem morgendlichen Füttern alles eingefangen haben!
Und so stellte ich noch in der Dämmerung zwei Fallen auf und wartete.


Kurze Zeit später hatte ich bereits den Kater in der Falle, nur zwanzig Minuten später auch das erste Weibchen und schon nach dem Umladen des Mädchens auch die zweite erwachsene weibliche Katze!
Wow.

Lediglich das jüngste Tier, sehr sicher auch ein Mädchen, war noch zu klein zum Kastrieren...
Finja, Afra, Mikkel und die Kleine, noch namenlose
Nachdem ich die Miezen allesamt bei der Tierklinik abgegeben hatte, wollte ich einem Hinweis auf eine Futterstelle in Bjerregard nachgehen, auf die ich über eine Freundin gekommen war.

So begab ich mich also zu einem Haus unweit des Campingplatzes von Bjerregard. Eine deutsche Mieterin erreichte ich dort und die bestätigte mir, dass "man schon von mir gehört habe" und es hier tatsächlich Katzen gäbe.
Sie seien alle grau...
Sofort fiel mir da Bamse ein, der an meiner ältesten Futterstelle in Bjerregard ganz plötzlich im Jahr 2013 erschienen war und im Frühjahr noch ein weiterer Kater dort auftauchte.
Alle sahen ein bisschen wie Kartäuser oder Russisch Blau aus.

Und mit ein wenig Umherschau auf dem Hof dauerte es auch nicht lange und ich entdeckte zwei der Fellnasen.
Ob ich die denn wohl fangen und kastrieren lassen dürfte, fragte ich.
Eine kurze telefonische Nachfrage bei den Hofbesitzern, und es kam ein: "Ja, sehr gern!".
Fehlte nur noch ein Termin in der Tierklinik. Nörre Nebel würde mir da sicher helfen, da man dort inzwischen zum Glück auch völlig unkompliziert mit meinen spontanen Anlieferungen umgeht..
Auch dort ein "Ja, klar." -
und schon standen zwei Fallen im hinteren Bereich des Hofes...;-)

Bailey und Cookie

Und kurze Zeit später bekam auch die Tierklinik in Nörre Nebel zu tun: Kater und Katze hatte ich gefangen, Geschwister, beide etwa eineinhalb Jahre alt und in einem sehr guten Zustand.
Auch die Tierärztin sagte, dass da sicher ein bisschen "Russisch Blau" drin sei, wenn es nicht sogar reinrassige Tiere wären - wo auch immer sie herkommen...

Nach so viel Erfolg wollten Sabine und ich am Abend gemütlich Essen gehen.
Das erste Mal wäre das für mich gewesen in Dänemark...
Aber es wurde nichts daraus, denn gerade, als wir uns aufmachen wollten, um die kastrierten Miezen in Ringköbing abzuholen, erreichte mich die Nachricht von Bjerregard, dass man nun im Stall zwei ganz kleine Miezen gefunden hätte, ebenso grau, wie die gefangen.

Bei unserem Eintreffen lagen die Beiden im Stroh, sie schnieften laut. Schnell packte ich sie in einen Korb mit Handtüchern und suchte zur Sicherheit nach weiteren Tieren.
Nicht viel später fand ich ein drittes, das dann aber quasi in meinen Händen starb.

So musste schnell erneut die Falle her, denn die Mutter mussten wir nun unbedingt fangen, so klein, wie die Kleinen noch waren.
Den Korb also neben die Falle gestellt, dauerte es nicht lange und die dritte erwachsene graue Katze war gefangen:


In der Tierklinik, wo ich die anderen vom Morgen abholte, schaute man sich die Kleinen an.
Sie bekamen ein Antibiotikum, was offenbar auch dringend nötig war:


Aber ohne weitere - auch medikamentöse - Versorgung hätten die Kleinen sicher keine Chance.
Zum Glück nahm meine Katzen-Freundin Bianca die Kleinen und ihre Mama auf.
Nach viel Auf und Ab scheinen die Kleinen nun mit heutigem Stand über den Berg zu sein.
Ihre Mutter Candy war eine tolle Pflegemutter für noch viele andere Kitten, die bei Bianca als Notfellchen ankamen.
Inzwischen ist aber auch sie kastriert und wieder in Bjerregard freigelassen:

Candy bei ihrer Freilassung

Auch die Hafen-Katzen in Nr. Lyngvig sind wieder an ihrem Platz und die drei Jungen von Naya haben tatsächlich einen Platz in Deutschland gefunden, auf dem sie zusammen bleiben durften und sich offenbar richtig wohl fühlen:

Sie heißen jetzt Khaleesi, Mogwai und Scully

Eine unglaublich aufregende Woche habe ich da erlebt.
Erfolgreich im Kastrations-Sinne, mit einem tollen Ausgang für die Kleinen, neue nette Bekanntschaften gemacht und so viele Unterstützer, auf die ich mich verlassen kann!

Von Herzen vielen Dank dafür.

Anke