Freitag, 19. Oktober 2018

Das Netzwerk funktioniert phantastisch...

Nicht nur, wenn ich in Dänemark bin, werden im Rahmen meines Projektes Sommerhauskatzen kastriert...;-)
Diese tolle Erfahrung habe ich in den vergangenen drei Monaten zweimal machen dürfen und freue mich sehr darüber.

Im Juli wollte Cassandra, meine große Helferin auf Fanö, eigentlich eine Katze an einer der Futterstellen fangen, da aufgrund erheblichen Augenausflusses ein Tierarztbesuch sinnvoll erschien.

Oft genug bei mir zugesehen und selbst schon mehrfach Fallen scharf gemacht, bereitete Cassandra also alles vor - und es dauerte auch gar nicht lange und sie hatte eine Katze gefangen.
Es war auch nicht eine derjenigen, die immer wieder hineinlaufen. Aber es war auch nicht das gewünschte Tier.
Es war ein zierliches schwarzes mit weißen Abzeichen.

July kurz vor ihrer Kastration

Gut, nicht tätowiert und nicht gechipt wurde es also zu Brigitta, der Tierärztin, gebracht.
Und tatsächlich: Ein Mädchen, offenbar säugend, denn die Zitzen waren freigeleckt und augenscheinlich gerade "in Benutzung".
Sie wurde kastriert und zeitnah wieder freigelassen, damit sie sich um ihren Nachwuchs kümmern konnte, den sie übrigens auch ein paar Wochen später mit zur Futterstelle brachte.

Und dann erhielt ich noch ein Mitteilung aus der südlichsten Ortschaft Fanös, aus Sönderho. Dort hatte eine Katzenmutter schon ihre Jungen mitgebracht zur Futterstelle und war sogar bereits relativ zutraulich.
Das Einpacken gelang Cassandra daher entspannt (obwohl sie selbst sehr aufgeregt war) - und einen Tag nach der Kastration war es dann schön die Familie wieder gemeinsam zu sehen.

Augusta mit drei ihrer insgesamt fünf Jungen

Besonders freut mich auch, dass inzwischen drei der fünf Kleinen auf der Insel ein neues festes Zuhause gefunden haben, in dem sie versorgt und später auch kastriert werden.

Ganz herzlich bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch bei Bianca.
Denn sie ist nicht nur für mich da, wenn es kleine Kätzchen aufzunehmen gilt, die entweder ohne Mutter oder krank aufgefunden und mir gemeldet werden.
Dieses Mal hat sie mich mit einer wirklich grooooooooßen Spende Trockenfutter unterstützt, da sie selbst eine noch größere Menge für verwilderte Katzen erhielt und ich davon eine ganze Kofferraumladung bekommen habe.



Von Yvonne, einer Freundin hier in Deutschland, habe ich vor kurzem etliche Bettlaken und Handtücher erhalten, die sie bzw. ihre Oma ausrangiert haben.
Eigentlich noch viel zu gut erhalten, habe ich mich sehr gefreut, da sie gerade die richtige Größe zum Abdecken der Fallen haben.

Nicht vergessen will ich auch, den Menschen "Danke" zu sagen, die mir wieder Geld gespendet haben für die Kastrationen, so dass ich dieses Jahr sicher noch alle meine Fänge während der geplanten Aufenthalte durch die Spenden abdecken kann.

Ich bin wirklich froh, dass ich so viele Helfer und Unterstützer habe.

Anke

Sonntag, 7. Oktober 2018

Fanö im März - Teil 3

Der letzte Eintrag zu meinem Aufenthalt aus März fehlt hier noch, und das, wo es doch bald schon wieder Richtung Norden gehen soll für mich.

Von den Fangaktionen in Nordby und einem Hof in Rindby aus dem Frühjahr habe ich schon berichtet, beides gelungene Aktionen mit gesund wirkenden Katzen, die versorgt werden.
Da macht es Spaß einfach nur für den "Vermehrungs-Stop" zu sorgen und nicht auch noch eine Katze vor sich zu haben, bei der man traurig ist, da man an ihrem eigenen körperlichen Zustand auf die Dauer nicht wirklich etwas verbessern kann.

Ein bisschen anders stellt sich das Ganze ja leider am "Katzenhaus" in Rindby dar (ich hatte die Situation bereits in meinem Eintrag vom 31.03. beschrieben).

Dennoch oder auch gerade deshalb wollte ich in der Nähe natürlich weiterfangen, damit nicht noch mehr Katzenkinder dort an Katzenschnupfen, anderen ansteckenden Krankheiten oder einfach den untragbaren Gegebenheiten sterben.

Und tatsächlich gelangen mir an meiner dritten "Baustelle" in den letzten drei Tagen auf der Insel noch vier Fänge, drei Kater und eine Katze.
Bei allen vier Tieren waren leider deutliche Anzeichen von Infektionen und/oder Katzenschnupfen zu erkennen und bei dem OP-Check zudem deutliche Lungen-Geräusche zu hören:

Inge, Ulrich, Robby und Simon

Mit der Gabe eines Langzeit-Antibiotikums und dem kommenden Frühling und Sommer hatten die Tiere hoffentlich eine Chance.

Wann erkennt das starrsinnige Ehepaar nur endlich, dass seine Form der "Katzenhaltung" keine Tierliebe, sondern Tierleid, bedeutet??

Dennoch:
Mein März-Aufenthalt brachte insgesamt 22 Kastrationen, davon die Hälfte weibliche Tiere!
Das sollte sich bei der Zahl des Nachwuchses bemerkbar machen...:-)

Anke

Montag, 30. Juli 2018

Geglückte Rettungsaktion am Fjord

Gestern am Nachmittag befand ich mich zu Besuch bei Katzenfreunden und Unterstützern meines Projektes in Bayern, als mich ein Notruf aus Bork Havn erreichte.
Die Mitarbeiterin einer Ferienhausvermietung hatte von Urlaubern erfahren, dass diese ein noch sehr junges Kätzchen unter der Terrasse des Nachbarhauses entdeckt hatten und deshalb um Hilfe baten.
Nachdem ich die Telefonnummer der Urlauberin kannte, schickte ich ihr eine Nachricht, und bald bekam ich dieses Foto des Findelkindes:


Natürlich fiel es mir nun nicht mehr leicht stillzusitzen, denn das Kleine wirkte nicht gerade gut genährt, und trinkbares Wasser ist in diesem Sommer auch in Dänemark nicht überall ausreichend vorhanden für die felligen Streuner.
Also schrieb ich meine Freundin Sabine an, ob sie es übernehmen könnte, das kleine Kätzchen zu holen.
Die Urlauber berichteten, dass das Kitten sehr zutraulich sei - so sollte die Sicherung ohne Falle gelingen.
Und man kam auch umgehend meiner Bitte nach dem Kleinen etwas zum Fressen anzubieten, damit es nicht auf der Suche nach Futter weiterziehen würde und dann für uns nicht mehr auffindbar wäre.

Sabine machte sich am heutigen Morgen sofort auf den Weg nach Bork Havn.
Das Kleine war schnell eingepackt, und es ist wirklich verschmust und offenbar glücklich in streichelnden Händen zu liegen:


Sogar zum Spielen aufgelegt war es, nachdem es gefressen hatte:


Und schließlich konnte es am Nachmittag dann in die Pflegestelle gebracht werden.
Nach erster Inaugenscheinnahme durch Bianca handelt es sich um ein Katerchen, das aufgeweckt ist und gut zu den anderen dort bereits vorhandenen Kitten passen wird - bis es hoffentlich irgendwann ein schönes und festes Zuhause bekommt.

Einmal mehr sage ich "Danke" an meine Unterstützer Sabine und Bianca vor Ort, die Urlauberin Uta und die Mitarbeiterin der Ferienhausvermietung, Uli.
Nur durch das Zusammenspiel aller Beteiligten irrt das kleine Katerchen nun nicht mehr durch die Ferienhaussiedlung.

Und übrigens:
Uta hält die restlichen Tage ihres Urlaubs die Augen und Ohren offen, nicht dass der kleine Kerl doch noch ein gleichaltriges Geschwisterchen hat. Wobei einige Tage zuvor wohl eine überfahrene Katze auf der Straße entdeckt wurde. Vielleicht war dies ja auch die Mutter...

Anke

Donnerstag, 5. Juli 2018

Fanö im März - Teil 2

Dass ich in Nordby bei den gefütterten Streunern erfolgreich war, berichtete ich im letzten Eintrag.
Und ich schrieb auch, dass Arbeit an einem Hof in Rindby auf mich wartete, da sich dort ein paar schwarze Katzen aufhalten sollten, die auch gefüttert, aber eben langsam zu viele, würden.

Mit Martina fuhr ich also an einem Vormittag zu der beschriebenen Örtlichkeit.
Auf dem Weg dorthin ging es an dem Hof vorbei, an dem im Januar alle 9 Tiere von mir gefangen worden waren. Fünf davon waren schwarz und ohne Besonderheiten.
Da der neue Hof nur gut 200 Meter entfernt lag, war ich mir fast sicher, dass es bestimmt nur 1,2 oder vielleicht 3 Tiere wären, die noch nicht kastriert sind.
Leider aber eben auch alle schwarz.
So müsste ich sie sicher alle fangen und kurz in den Boxen sitzen lassen, um sicher zu sein, dass ich wirklich keine vergessen habe.
Wir reisten also mit entsprechendem Material an.
Und nach kurzer Rücksprache mit den Bewohnern, die sich sehr freuten und uns freie Hand gaben, ging es los.
Keine Minute später dann dieser hübsche Kerl in exponierter Position, um auch nur bloß nicht übersehen zu werden:


Und als wir uns umdrehten, dann dieses Bild,


und mir war relativ schnell klar, dass diese Katzen viel zutraulicher waren, als die des Nachbarhofes - also wohl doch andere schwarze Miezen.
Sogar der Check nach einem möglichen Chip war einfach, da sich viele der Tiere streicheln ließen:


Tatsächlich war keine der ersten fünf überprüften Katzen gechipt und bei einigen konnte man deutlich erkennen, dass sie noch in der Lage waren Nachwuchs zu zeugen...;-)

Das Fangen selbst gestaltete sich in der Hauptsache deshalb schwierig, weil die Katzen fast schon aufdringlich waren und daher ein Fallenfang der zweiten oder dritten mit hineinlaufenden hätte gefährlich werden können, wenn die Klappe dann zuschlägt.
So blieb mir nichts übrig, als mich geduldig hinzusetzen und eine nach der anderen festzusetzen, bis die Kapazität meiner Tierärztin erreicht war.

Und am nächsten Tag ging es weiter.
Praktisch, denn noch saßen die frisch Kastrierten ja in den Boxen, so dass nur die unkastrierten Tiere in die Falle gehen konnten.
Und da es nun im zweiten Schritt die weniger zutraulichen Tiere waren, auf die wir es abgesehen hatten, war das auch gut so.

Lediglich ein einziger Kater ging uns in den zwei Tagen in die Falle, der bereits in der Januar-Aktion abgearbeitet worden war.
So wurden es  9(!) neue kastrierte Tiere (davon 5 Mädchen) an diesem Hof, deren Freilassung großteils eben so entspannt war wie der Fang.
Kein Flüchten nachdem sich die Türchen der Boxen geöffnet hatten, sondern ein Verweilen und Fressen in geselliger Runde:


Eine tolle Aktion, und so gelang also auch Punkt 2 auf meiner März-Liste.

Und die Rückmeldung der fütternden Familie vor drei Wochen freute mich sehr:  Keine kleinen Katzen in diesem Frühjahr! Perfekt.

Anke

Freitag, 22. Juni 2018

Mein März-Aufenthalt auf Fanö - Teil 1

Gestern waren es drei Monate, dass ich auf der Heimfahrt von meinem März-Aufenthalt aus Dänemark war. Und ich habe hier noch nichts geschrieben - fast so, als gäbe es nichts zu berichten.
Aber weit gefehlt...:-)
Schon zuvor gab es aber für mich hier Zuhause viel zu organisieren, denn diejenige, die sonst meine Katzen während meiner Abwesenheit versorgt, wurde operiert und konnte sich daher nicht kümmern.
So stand mein kompletter Aufenthalt auf der Kippe - aber letztlich klappte es, nur ein wenig verkürzen musste ich.
Und so beschränkte ich mich auf Fanö und musste einen "Kontroll-Besuch" in Vejlby Klit mit der Kastration von einzelnen zugewanderten Katzen leider verschieben.

Bereits Anfang des Jahres hörte ich von einer Dame in Nordby auf Fanö, die täglich, jeden Abend, an ihrem Haus mehrere Streuner füttert. Langsam jedoch wurden ihr die Tiere zu viel. Man überlegte, ob man sie einfangen und einschläfern lassen sollte, um ihnen ein weiteres Leben mit Hunger zu ersparen.
Leider erfuhr ich zu Anfang nicht, wo die Örtlichkeit sein sollte, aber jedenfalls war dies Punkt 1 auf meiner Liste für März, denn irgendwie würde ich das schon herausbekommen.

Punkt 2 sollte der Nachbar des Hofes in Rindby werden, wo ich im Januar gefangen hatte und kastrieren ließ. Auch dort seien etliche Katzen, wiederum viele schwarze Tiere - so hoffte ich, dass es doch einige von denen sind, die ich bereits erwischt hatte und nicht wieder eine neue Population.

Punkt 3 waren die Ferienhauskatzen, die ich an den während meiner Anwesenheit eingerichteten Futterstellen abgreifen könnte.

Unterstützt wurde ich während meiner Anwesenheit auf Fanö von Martina, die mich nach Dänemark begleitete, und die treue Cassandra - den tierärztlichen Beistand erhielt ich von Brigitta.
Dank an Euch Drei!

Und mit meiner Anreise erfuhr ich dann auch, dass man in Nordby nun mit einem Fangen der Katzen zur Kastration einverstanden war, ich war willkommen!
So starteten wir am zweiten Abend, und ich war überrascht, wieviele Tiere sich dort aufhielten und nach und nach zum Fressen eintrudelten. Hier nur ein kleiner Eindruck im Dämmerlicht:


Wirklich wunderschöne Tiere in allen Farben und mit gepflegtem Fell - offenbar litten sie wirklich keinen Hunger und finden im Ort trockene Plätze zum Schlafen.
Wie gut, wenn ich sie alle einfangen und kastrieren lassen könnte, dachte ich mir.

Nach einem ersten Versuch der fütternden Dame die Katze mit den Händen in eine Box zu setzen (der leider gründlich schief ging), stiegen wir auf die Lebendfalle um und konnten auch relativ schnell vier Katzen fangen

Arabella
und mit Cassandras Hilfe wurden sie wie üblich noch vor Ort in die kleineren Transportkäfige gesetzt, so dass sie leichter und (auch für sie) stressfreier zu transportieren waren:


Auch am folgenden Abend waren wir nochmals vor Ort. Drei weitere Fänge gelangen.
Doch es fehlte noch ein Katzenmädchen, eine Siam-Mix, die die Jahre zuvor auch schon Junge beschert hatte.
Sie war schlau, lief immer wieder um die Falle herum, aber ging nicht weiter als einen Schritt hinein.
Vielleicht also eine Nachtfang-Aktion mit zwei Fallen...
Und sie brachte Erfolg. Zwei weitere Tiere waren zwar erst skeptisch, schließlich aber siegte dann doch der Appetit auf Feuchtfutter und Käsepaste:
hier Ariane
Noch immer fehlte aber die Siam. Ohne sie wollte ich den März nicht abschließen. Keinesfalls. So probierte ich etwas Ungewöhnliches aus:
Am hellichten Nachmittag wollte ich mein Glück versuchen.
Und, manchmal kommt es eben anders, schon während ich aufbaute, sah ich das Mädchen in der Nähe. Jetzt nur nicht nervös werden...
Ja, wirklich, auch ich bin noch immer ein wenig (oder manchmal auch ein bisschen mehr) aufgeregt, wenn ich zum Katzenfang unterwegs bin. Vor allem dann, wenn man ein ganz bestimmtes Tier unbedingt noch fangen möchte.
Und wenn es dann gelingt, ist es umso schöner:

Helena, die Schöne...;-)

Und so sehen die Stationen einer jeden von mir gefangenen und kastrierten Katze aus, hier am Beispiel von Sanja:
Eingefangen, dann in Narkose, in der Box nach der Kastration - und die Freilassung

Und so konnten wir schließlich alle regelmäßig dort gefütterten Katzen fangen und kastrieren lassen.
Selbstverständlich wurden sie auch tätowiert und mit einem Mikrochip versehen.
Sie bescheren nun keinen unerwünschten Nachwuchs mehr, der zu einer Vergrößerung der ohnehin schon zu großen Zahl an Streunern führt - ein Füttern ist dort also nun ohne schlechtes Gewissen erlaubt und erwünscht:

Arabella, Nane, Adrian und Dorian, Sanja, Herr Hase, Ariane und Aki, Helena
Natürlich gingen meine Aufklärungsarbeiten in den Ferienhausgebieten der Insel zwischen den Fang-Aktionen in Nordby weiter.
Ich stieß auf alte, bereits im November kastrierte, Bekannte (über diese Wiedersehen freute ich mich natürlich besonders!), aber es gab auch neue Sichtungen.

So kann ich bald weiter berichten aus dem März.

Anke

Freitag, 6. April 2018

Wieviel ist ein Katzenleben wert?

Eine Überschrift und Frage, die provoziert, das ist mir bewusst.
Und mir ist klar, dass es - warscheinlich auch unter meinen Lesern - auf diese Frage sehr unterschiedliche Antworten gibt.
Ich erlebte zu diesem Thema im Januar nach über 10 Jahren Arbeit für die Sommerhauskatzen Dänemarks eine ganz besondere Geschichte:

Wie in meinem letzten Eintrag berichtet, fing ich an einem der auf Fanö aufgestellten Futterhäuser in einer Nacht drei Katzen. Eine davon, ein getigertes Mädchen, war mir ja bereits vor meinem Aufenthalt im November als Sichtung gemeldet worden, aber ein Fang gelang mir damals nicht.
So war ich glücklich, dass ich sie nun doch in der Falle hatte und kastrieren lassen konnte.

Wie üblich holte ich die operierten Tiere (dieses Mal aus einer Tierklinik auf dem Festland) ab und stellte sie bei mir im Ferienhaus dunkel und warm, damit sie in Ruhe ihre Narkose ausschlafen können.
Bei einer Nachschau am späteren Abend jedoch bekam ich einen gewaltigen Schreck.
Die Tigerin Wilma saß in ihrer Box auf einer großen Blutlache und wirkte benommen:


Eine minimale Nachblutung hatte ich bereits erlebt, aber das war zu viel!
Es war nach 22 Uhr und ich saß auf einer Insel...
Also wählte ich die Nummer der Tierklinik, die die Kastration am Vormittag durchgeführt hatte. Doch die hatte keinen Notdienst.
So entschied ich mich auf gut Glück für eine der Kliniken in Esbjerg. Dort sagte mir die offenbar Notdienst habende junge Tierärztin, dass etwas Blut durchaus normal sei.
Wenn es nur etwas Blut wäre, hätte ich auch nicht angerufen, so erklärte ich und sagte ihr, dass ich mich jetzt mit der wilden Ferienhauskatze auf die Fähre und ans Festland zu ihr in die Klinik begeben werde. Man erwartete mich also.

Nach einem ersten Blick in die Box hieß es dann, ich solle die Katze doch bitte mal herausholen, um sie anschauen zu können.
Nein, so einfach sei das nicht, die Katze sei wild, erklärte ich nochmals. Man werde sie in Narkose legen müssen um sie zu untersuchen.
Gut, dass ich meinen Zwangskorb im Auto hatte. So gelang das Umsetzen und auch das anschließende Spritzen ohne größere Aufregung.

Als die Tierärztin dann die Blutansammlung im Bauchraum tastete und man die Beule auch bereits sehen konnte, schaute sie mich an und fragte mich, wie weit man mit den tierärztlichen Maßnahmen gehen solle.
Es sei doch eine Sommerhauskatze, die niemandem gehöre... Wieviel ich für dieses Tier also ausgeben wolle?
Ich überlegte nicht und antwortete: "Tun Sie, was nötig ist um ihr Leben zu retten."

Sie sah mich erstaunt an, nickte dann aber, sagte mir, dass sie ihren Chef für eine Not-OP anrufen werde und dass ich nach Hause fahren solle.
Ich wiederum nahm ihr das Versprechen ab, dass sie mich anruft, wenn man mit der OP fertig ist.
Schlafen könnte ich sowieso nicht.

Auf der Heimfahrt und auf der Fähre weinte ich.
Es hätte für mich nie eine andere Antwort gegeben, denn diese Katze war völlig gesund zuvor.
Ich hatte sie mit meiner Aktion in diese Situation gebracht.
Hätte ich hier jetzt anders entscheiden können? Niemals!
Zum Glück waren zwei Freundinnen noch wach und ich hatte mitten in der Nacht jemanden, bei dem ich mich ausweinen konnte, denn es stand nicht gut um die hübsche und tapfere Wilma.
Tausend Dank für Eure mitfühlenden und mutmachenden Worte, Elly und Cassandra!

Gegen halb drei kam dann der Anruf von der Tierklinik: Wilma hatte die OP überstanden. Die Naht war aufgegangen und der Bauchraum voller Blut gewesen.
Man hatte nun den Bauchraum gespült, eine Total-OP gemacht und ihr eine Infusion gegeben.
Armes Mädchen.

Am frühen Morgen dann fuhr ich wieder mit der Fähre nach Esbjerg.
Wilma war wach und sah mich ganz anders an, als am Abend zuvor. Der Blick war klar, es schien ihr trotz der Strapazen besser zu gehen.

Dass die Rechnung nicht gerade günstig sein würde, das wusste ich.
Der zu zahlende Betrag ließ mich dann aber schon ein wenig blass werden: 8.296,97 dänische Kronen, umgerechnet  1.135 Euro. Puh.
(Nur der Form halber: Den Betrag zahlte ich natürlich nicht aus der Spendenkasse, sondern aus eigenen Mitteln.)
Wilma war also ab sofort meine wertvollste Ferienhauskatze, quasi vergoldet...;-)

Ich solle die Katze nun ein paar Tage beobachten, hieß es.
Diesem Wunsch würde ich nicht nachkommen können, denn ich musste Wilma am nächsten Morgen in die Freiheit entlassen, denn ich musste nach Hause. Auch hatte ich in der Vergangenheit bereits andere Katzen einen Tag nach einer Total-OP wieder freigelassen. Und einen Gefallen würde man ihr mit einer Haltung in der Box auch nicht tun. Denn sie ist eben eine verwilderte Mieze.

Und so begleitete mich Cassandra bei der Entlassung, und wir wünschten Wilma beim Öffnen des Türchens der Katzenbox nicht nur das übliche Glück, sondern eine ganze Menge mehr!

In den folgenden Tagen dachten wir viel an Wilma, daher stand auch die Wildcam mehrfach am Futterhaus.
Und endlich, eine Woche später war Wilma auf der Kamera.

Wilma nach ihren OPs das erste Mal wieder am Futterhaus

Sie bewegte sich normal, sah gut aus und ist nun, wie vier andere dort gefangene und kastrierte Katzen, ein regelmäßiger Gast am Futterhaus.
Ein weiterer schwarzer Kater scheint neu zugewandert zu sein:
Betty, Wilma, Barney (links) und Viggo, Toni und der Unkastrierte (rechts)

Leider fehlt jedoch die zuerst dort kastrierte Ginny im Moment.
Hoffentlich ist ihr nichts zugestoßen und sie hat einfach nur, zutraulich und kommunikativ wie sie ist, Urlauber gefunden, die sie füttern.

Und Wilma hat ihre Chance genutzt - sie hatte sie verdient, zweifellos!

Anke

Samstag, 31. März 2018

Erster Aufenthalt in 2018

Eigentlich war für mich der Januar seit vielen Jahren dem Wandern auf schneebedeckten Wegen in den österreichischen Alpen vorbehalten.
Dieses Jahr jedoch kamen mir die Fotos dazwischen, die ich von Cassandra nach Auswertung meiner an den Futterstellen aufgestellten Wildkamera geschickt bekam. Denn hier war Betrieb - und eben nicht nur kastrierte Katzen...
Zudem hatte ich gehört, dass es einen Hof mit Großviehhaltung gebe, dessen Besitzer mich bat seine Katzen zu fangen und zu kastrieren, da es sonst zu viele würden.
Also sagte ich den (zum Glück bislang nur gedanklich geplanten) Urlaub in Österreich ab und buchte kurzfristig ein Ferienhaus auf der Insel Fanö.

Die Örtlichkeiten für die Fänge waren mir inzwischen vertraut, Tierärztin Brigitta nahm sich Zeit und auch auf Cassandras Unterstützung konnte ich bauen.

So waren es dann auch wieder die Campingplätze und Gebüsche rund um das "berühmte Katzenhaus" in der Straße Vestertoft, die mir die ersten Fänge brachten.
Eines der Mädchen jedoch bereitete uns Sorge, denn es hatte eine starke zu tastende Verstopfung, hoffentlich würde ein noch in der Narkose verabreichtes Klistier Abhilfe schaffen.
Und wieder fiel auch auf, dass die Katzen, die von der Fang-Örtlichkeit dem Katzenhaus zuzurechnen sein könnten, fast allesamt verschnupft waren.

Sissy

ihn mussten wir erlösen
Bei einem der Kater war es so schlimm, dass sich eine Lungenentzündung ausgebildet hatte und das Tier von der Tierklinik nur noch eingeschläfert werden konnte.


Einmal mehr war ich wütend und unendlich traurig über die angebliche Liebe der Besitzer des "Katzenhauses" zu den Katzen.

Die Katzen schlafen dort (insbesondere eben an den kalten oder verregneten Tagen) in am Haus stehenden Holzhütten, manchmal sechs oder mehr Tiere in einer Box.

die Schlafboxen am "Katzenhaus" in Rindby

Dort ist die Ansteckung untereinander nur eine Frage der Zeit!
Und da eine Behandlung der Katzen nicht stattfindet, sind fast alle von ihnen "rotzig", teilweise eben mit Auswirkungen, die insbesondere die jungen und alten Tiere am schlimmsten trifft.
Auch Kastrationen sind nicht erwünscht. Das berichtete ich schon.
Diese Einstellung kann nicht richtig sein!
Aber ich stehe auf verlorenem Posten, da es zu diesem Thema in Dänemark keine Vorschriften zu geben scheint und das deutsche Ehepaar beratungsresistent ist - leider auf Kosten der Katzen, die dort leben, erkranken, leiden müssen und sich dennoch ungehindert vermehren, da sie es eben nicht beeinflussen können.

Da die Tiere aber auch weitläufig um das Grundstück herum streunen und die Campingplätze betreten, habe ich Chancen zumindest einige der Katzen zu fangen, da sie nicht markiert und daher für mich nicht zuzuordnen und von streunenden Katzen nicht zu unterscheiden sind.
Zwei der Platz-Betreiber lassen mich mit meiner Arbeit gewähren und haben versprochen, die Tiere nicht mehr gezielt erschießen zu lassen, weil es zu viele sind - denn auch das war bisher eine der traurigen Auswirkungen.

Viel Zeit zum Herumlaufen und Ausschau halten blieb mir in der Woche nicht, und so war ich dankbar für einen weiteren konkreten Hinweis auf Katzen in Fanö Bad, wo sich auch eine Falle perfekt wettergeschützt aufstellen ließ. Zwei Katzen konnte ich dort fangen:

der noch junge Kalle (oben) und die Katzendame Nelly

Nun war es an mir von Tag zu Tag zu entscheiden, wann und wo ich die Fallen aufstellen sollte.
Aber leider passierte es immer wieder, dass um den Vestertoft bereits kastrierte Katzen in die Falle gingen und so den Platz für die scheueren Tiere blockierten bzw. diese durch das Geräusch der zuschlagenden Falle verjagten.

Eineinhalb Tage kostete mich dann auch der Hof in Rindby, dessen Besitzer mich um Hilfe gebeten hatte.
Schon bei meinem Eintreffen saßen die Tiere an dem Futterplatz, denn wie versprochen hatte Per nicht gefüttert, und er ließ mir freie Hand mich auf dem Hof zu bewegen und die Fallen aufzustellen.


Das war ein tolles und entspanntes Arbeiten!
Und so ging es auch rasch, dass die Falle das erste Mal zuklappte.
Auch das zweite Tier war hungrig genug, obwohl es inzwischen kalt und windig war.


Dann jedoch wurde es schwieriger, da die übrigen Katzen die tobenden Artgenossen in der Falle sahen und hörten und vorsichtiger wurden.
So stellte ich die Falle dann sogar in den Kuhstall. Und dieser Fang war ein ganz besonderer, denn die alte weibliche Mieze war komplett taub.
So fraß sie sogar zufrieden in der Falle weiter, als diese sich bereits hinter ihr mit lautem Geräusch geschlossen hatte.


Erst als sie sich umdrehte und gehen wollte und der Ausweg versperrt war, wurde sie panisch. Aber natürlich war ich zur Stelle und als ich sie zugedeckt hatte, kam sie schnell zur Ruhe.

Am zweiten Tag fing ich dort die restlichen Katzen, so dass zumindest dieser Hof nun auch keinen Katzennachwuchs mehr zu erwarten hat.

Am späten Nachmittag des drittletzten Abends versuchte ich es wiederum mit Fängen an den Campingplätzen, doch nichts geschah oder die falschen, schon kastrierten, Katzen näherten sich. Offenbar waren die anderen nicht hungrig genug bzw zu vorsichtig um in die Fallen zu gehen.
Zum Glück schaute ich mir aber parallel die neuesten Fotos der Wildkamera an einem Futterhaus im südlichen Rindby an.
Neben den drei bereits kastrierten Katzen entdeckte ich nämlich drei weitere, die dort - vornehmlich nachts - ein und aus gingen.
So baute ich die Fallen an den Campingplätzen ab und eine im südlichen Bereich des Slunden neben dem Futterhaus auf.
Ich blieb bei nur 2 Grad im Auto sitzen und wartete mehrere Stunden.
Aber es rentierte sich, ich war erfolgreich, sogar dreifach:

Wilma, Barney und Betty
Leider jedoch verlief bei der Kastration am Folgetag nicht alles nach Plan, und ich hatte einen aufregenden folgenden Abend... aufregender, als es mir lieb war.

Anke

Freitag, 9. März 2018

Futterstellen auf Fanö, Kastrationen in Vejlby Klit und anderes

Die Überschrift wundert vielleicht, liegen doch die beiden Örtlichkeiten 140 km auseinander.

Aber mein Erfolg auf Fanö im November brachte mich dazu Futterstellen auf der Insel einzurichten, um die kastrierten Katzen, die sich an wenigen Stellen mit einer großen Anzahl von Tieren aufhalten, über die kalte Jahreszeit versorgen zu können.

Um nicht wieder ein Ferienhaus auf der Insel mieten zu müssen und flexibler zu sein, quartierte ich mich Anfang Dezember letzten Jahres bei meiner Freundin Sabine in der Nähe von Bjerregard ein.
Von hier aus konnte ich in kurzer Zeit auf die Insel Fanö und auch nach Nörre Lyngvig - denn von dort war mir berichtet worden, dass eine der im September kastrierten Katzen wieder Junge bekommen hatte...😲

Zuerst waren die Futterhäuser auf Fanö an der Reihe.
Der Aufbau verlief unkompliziert. Ich hatte zwei Helferinnen und inzwischen ja auch genug Erfahrung. Und im südlichen Rindby gelang uns auch sofort nach Aufstellen des Hauses die immer hungrige Ginny an und schließlich sogar in das Futterhaus zu locken, so dass sie schon kurze Zeit später regelmäßig ein und aus ging:


Mit diesem Anfang würden auch andere Katzen den Weg finden!
Danke, Cassandra, für Deine Tätigkeit als "Katzenfänger von Fanö".

Der folgende späte Nachmittag führte mich dann an den Hafen von Nörre Lyngvig.
Die beiden Kleinen entdeckte ich bald und zum Glück dauerte es auch nicht lang und ich konnte sie fangen.
Um die Mutter werde ich mich jedoch erneut kümmern müssen. Vielleicht ist sie in der Tierklinik schlicht vergessen worden zu kastrieren.
Natürlich waren die Fischer etwas ungehalten, denn sie hatten sich auf mein Versprechen verlassen, dass es von den Katzen dort keine Nachkommen mehr geben würde...
Immerhin geht es aber den drei erwachsenen Miezen gut dort, und die Kleinen musste man nach meinem Fang auch nicht mehr versorgen.

Finja, Afra und Mikkel

Schon mal "in der Nähe" wollte ich dann auch einen Abend für eine der Futterstellen in Vejlby Klit opfern, denn Anette (die dort fütternde Dänin) hatte berichtet, dass sie auf ihrer Terrasse wieder kleine Kätzchen gesehen habe im Spätsommer.
Tatsächlich konnte ich in einer Nachtaktion zwei der neuen Tiere fangen - beides waren jedoch Kater, so eilig wäre es hier also nicht gewesen. ;-)

Mattes und Malthe

Zwei Tage stand dann die Wildcam während meiner Anwesenheit auch in Houstrup - und ich bekam Inka mit ihren Jungen zu Gesicht. Sie suchen das Futterhaus zu meiner Freude ebenfalls regelmäßig auf:
Jonas, Lea und ihre Mutter Inka

Tja, und zum Abschluss meines Aufenthalts war es dann nochmals Fanö:
Die im November kastrierte Tara hatte ja drei Junge mit zum Ferienhaus gebracht. Auch sie waren erst 11-12 Wochen alt und hätten eine schwere Zeit vor sich, also wollte ich sie mitnehmen zur Vermittlung in Deutschland.

Es gelang die zwei noch dort befindlichen Kleinen zu fangen, so trat ich meinen Heimweg mit vier Katzenkindern an:


Wie sich später herausstellte, waren es vier Mädchen!!!
Danke, Sabine, dass Du mich in den Tagen so toll unterstützt und das Wohnzimmer vorübergehend als Katzenasyl zur Verfügung gestellt hast.


Damit schloss ich das Jahr 2017 mit sechs Dänemark-Aufenthalten und insgesamt 80 Kastrationen ab.
Puh, auch ich bin gerade erstaunt über diese unglaubliche Zahl...

Anke

Samstag, 10. Februar 2018

Der Endspurt auf Fanö im November


Die Facebook-Leser meiner Seite haben einen Wissensvorsprung, da ich dort schon kurz über einen neuerlichen Aufenthalt berichtete.
Aber der Reihe nach:

So viel Erfolg Elly und ich in der ersten gemeinsamen Fang-Nacht in meiner zweiten November-Woche hatten, konnten wir weiter hoffen, da an zwei weiteren eingerichteten Futterstellen Katzen auf der Wildcam zu sehen waren - die wir in den Folgetagen auch fangen konnten.

Das Schöne an neuen Projektgebieten ist eben auch, dass quasi jeder Fang ein Treffer, heisst ein zu kastrierendes Tier, ist und man nicht die Problematik der Folgejahre hat, dass bereits kastrierte Katzen in die Fallen gehen und damit auch noch den unkastrierten zeigen was passiert, wenn man hineinläuft.
So hatten wir jedenfalls auch im südlichen Bereich von Rindby weitere Fänge, die wir der Tierärztin der Insel bringen konnten:
Liva vor ihrem Fang und Elliot bei der Entlassung danach

Ein großes Problem blieb jedoch das vielen Fanö-Urlaubern bekannte „Katzenhaus“ in der Nähe der Campingplätze Rindbys.
Ein älteres, deutsches Paar wohnt dort.
Die Zahl der Katzen, die sich an diesem Haus aufhalten, ist kaum überschaubar.
Wie sie ursprünglich dorthin kamen, weiß ich nicht. Möglicherweise waren es streunende Ferienhauskatzen, die das Paar fütterte, weil sie ihnen leid taten.
Vielleicht begann die "Tierhaltung" also auch mit dem Wunsch den Katzen zu helfen.

Inzwischen ist es jedoch leider alles andere als eine sinnvolle und tierschützerische Katzen"haltung". Das Ehepaar füttert zwar die Katzen, lässt ihnen aber fast oder gar keine notwendige tierärztliche Behandlung zukommen.
Und:  eine Kastration wird vehement abgelehnt! Der Betreffende jagte mich sogar vom Grundstück. Die Vermehrung der Katzen sei „Natur“.
Auf seinem Grundstück dürfe ich nicht fangen. Ich solle woanders hingehen.
Jedoch erfuhr ich auf Nachfrage auch nicht, welche und wieviele Katzen er „hält“. Auch markiert sind die Katzen nicht.
Manche „seiner“ Tiere wandern spätestens mit Geschlechtsreife ab in die Ferienhausgebiete und suchen dort ihr Glück bei den Urlaubern, manche bleiben und bekommen Nachwuchs - jedes Jahr erneut, meist mehrfach.
Geschwister paaren sich, Mütter und Söhne, Väter und Töchter, wieder und wieder.
Die Inzucht führt zu der Weitergabe von Gendefekten, Krankheiten und Missbildungen treten häufiger auf.
Aber Kastrationen sind wider die Natur, so sagt er.
Wütend war ich, sehr wütend, obwohl ich die Tiere bei ihm bis dahin nur aus der Ferne gesehen hatte und noch nicht wusste, dass sehr viele von ihnen unter Katzenschnupfen leiden und sich selbstverständlich gegenseitig anstecken.

Entsprechend entschlossen Elly und ich uns in Laufweite der Katzen um das Haus auf den Campingplätzen zu fangen.
Die Betreiber der Plätze waren uns dankbar, denn die Tiere sind nicht jedem Camper willkommen, wenn sie sich in den Vorzelten "einnisten" oder im Müll nach Futter suchen. 
Auch Abschüsse durch die Jäger sollten daher zur Lösung dieses "Problems" beitragen und wurden auch schon oft vollzogen.

Tatsächlich waren wir dann zum Glück auch nicht vergeblich unterwegs, auch wenn die Fangaktionen ungleich schwerer und zeitaufwändiger als in den Ferienhausgebieten waren, denn die Katzen sind nicht sehr hungrig und haben daher kaum einen Grund in eine Falle zu gehen. 

4 Fotos der Funk-Wildcam, die die scharf gestellten Fallen "überwacht", so dass die Tiere nur kurz in den Fallen sitzen müssen

Insgesamt wurden es auf Fanø  24 kastrierte Katzen in meinen ersten zwei Wochen auf der Insel. Jedes der davon zwölf weiblichen Tiere wird in diesem Jahr keine Jungen mehr bekommen, jeder Kater mit weniger Territorialkämpfen leben können. 

So hatte ich dann doch zunächst meinen Frieden geschlossen mit der hübschen Insel und (den meisten) ihrer tierischen Bewohner:


… obwohl ich vor lauter Arbeit in zwei Wochen tatsächlich nicht einmal am Strand war.

Bedanken möchte ich mich an dieser Stelle auch nochmal ganz besonders bei Elly:
Mit Dir kann man Pferde stehlen...;-)
Aber auch Susanne und Peter, Brigitta und Kirsten sei Dank für ihre Unterstützung.

Anke

Montag, 8. Januar 2018

Und weiter ging's auf Fanö

Nach dem Römö-Ausflug lag mein Augenmerk dann wieder auf Fanö im vergangenen November.
Ein hübscher und kräftiger Kater ging mir in der ersten Urlaubs-Woche im November noch in die Falle. So mutig und entspannt er in der Zeit des Eingesperrtseins war, so flink war er, nachdem sich die Tür des Transportkorbes öffnete:

Toni

In Vorfreude auf eine gute zweite Woche mit weiterer Unterstützung, holte ich am Samstag dann Elly vom Bahnhof in Deutschland ab.
Es folgten nach Ankunft im Ferienhaus ein gemütliches Abendessen und das Schmieden der Pläne für den Folgetag.
So machten wir uns nach dem Frühstück ausgerüstet mit Katzenfutter, Schüsseln, Fotoapparat, einer Karte der Insel und guter Laune auf zu einer großen Katzen-Such-Runde.

Und tatsächlich gab es ein paar Stellen, die uns zum Einrichten von vorübergehenden Futterstellen zum Anlocken der Tiere geeignet erschienen, und in Fanö Bad sahen wir dann sogar zwei Miezen "live". Da sie hungrig waren, stellten wir rasch eine Futterschüssel auf und weil eine der Katzen, nachdem wir uns entfernt hatten, sofort wieder näher kam, waren wir guter Dinge, dass ein Fang gelingen sollte.
Signe und Silje

Und so waren wir dann am Abend tatsächlich beschäftigt, denn es dauerte nicht lange, da lieferte uns die Funkkamera auch schon das erste Foto:


Und es ging weiter in den folgenden Stunden. Entsprechend konnten wir am nächsten Morgen sechs Katzen zur Kastration bringen und die Überfahrt zum Festland zur Tierklinik in Bramming rentierte sich.
Parallel dazu klärten wir an anderen Stellen auf und hatten einige Katzen auf den Kameras - damit sollte es wohl doch noch aufregend und arbeitsreich werden die nächsten Tage.

Auch wirklich überraschende Fotos brachte die Wildcam an unserem eigenen Ferienhaus, denn die schon kastrierte Tara brachte jemanden mit zum Fressen:


Zuerst zwei Kitten, die sie noch vor ihrer Kastration bekommen hatte, später sogar drei...

Anke