Samstag, 17. März 2012

7. Tag – 17.03.2012

Gestern Abend noch bekam Uta eine Portion Katzenmilch in ihren Aufwachkäfig gestellt. Und während Thomas und ich noch beim Fernsehen saßen, hörten wir auf einmal ein unverkennbares „Schlabbern“. Ein paar Minuten später schaute ich nach: tatsächlich hatte Uta ihre Milch getrunken. Daher bekam sie dann vor unserem Zu-Bett-Gehen noch eine kleine Portion Milch und eine ebenso kleine Portion Feuchtfutter.
Um 6:00 Uhr heute am Morgen schaute ich das erste Mal nach unserer Patientin. Beide Schüsseln waren geleert - juchhu!!!  Und sogar ihr Katzenklo hatte sie benutzt, einen Bollen Urin konnte ich entfernen. Der Aufwachkäfig scheint eine wirklich gute Sache zu sein. Wird Uta eine Wunsch-Patientin?
Mit dem ersten Hunger wollte ich dann das Schmerzmittel verabreichen. Also die Tablette geviertelt und in vier Bissen Leckerlie versteckt in die Futterschüssel gelegt. Als wir um 8:00 Uhr aufstanden, waren auch diese gefressen.
Nora
Und Nora kam aus der Nachbarschaft zum Frühstück - gerne gaben wir ihr eine Portion Feuchtfutter.

Am Vormittag ging es eine Runde durch die Siedlung, Aufbruchsstimmung überall. Auf einigen Hausdächern saßen Möwen und wir schauten nach, ob vielleicht Urlauber, die nach Hause gefahren sind, dort Futter hinterlassen hätten - aber auch hier wurden wir nicht fündig.

Am Nachmittag machte ich mich daran, unseren Futterplatz an Pers Haus zu säubern. Einmal alles abgebaut, gekehrt und geputzt, wieder aufgebaut und die gelieferten Futter-Kartons in den Papp-Müll beim Kaufmann gebracht. Alles zusammen war ich zwei Stunden beschäftigt.

Paul
Und während ich putzte, kamen Paul und der schwarz-weiße Kater um mir zuzusehen.
Als ich Paul sah, bekam ich einen großen Schreck. Dort, wo sein rechtes Auge sein müsste, war nur noch eine große rote Stelle und dunkle Flüssigkeit läuft heraus. Offensichtlich hat er ganz starken Katzenschnupfen und „das Auge läuft aus“. Gehört und gelesen habe ich so etwas schon, aber zum Glück noch nie gesehen - schließlich sind unsere Katzen ja alle geimpft. Ich musste weinen, als ich ihn so sah. Trotzdem kam er zu mir, ließ sich streicheln und schnurrte. Und seinen Appetit hat er noch immer nicht verloren, 300 Gramm Dosenfutter fraß er in einem Happs. Auch wenn ich Angst davor habe, dass ich ihn nicht wieder mit zurück nehmen werde, versuchen wir auch ihn am Dienstag einzufangen und zur Tierklinik zu bringen. Vielleicht kann man ihm noch helfen, vielleicht muss man ihn erlösen. Paul ist der älteste Kater in der Siedlung, er ist der Vater vieler Katzen, auch wir haben sicher mindestens zwei seiner Kinder Zuhause. Aber ich glaube, obwohl es so sehr traurig ist, dass wir seine Krankheit nicht ignorieren dürfen und auch hier Verantwortung zeigen müssen.
Der schwarz- weiße Kater kam auch näher heran und legte sich unter die Büsche, beobachtete mich genau.
Lilly

Als wir gerade nach Hause wollten, kam Lilli zum Futterplatz. Sie ließ sich nicht beirren, ging frech sogar an mir vorbei, so dass ich sie nur von hinten fotografieren konnte.

Ja, und heute am Abend macht mir nun auch noch Uta Sorgen. Sie hat über den ganzen Tag nichts gefressen oder getrunken. Hoffentlich ist alles in Ordnung - und sie schläft nur (ohne Schmerzen) den Stress des Einfangens und der OP aus.

Morgen gibt’s hoffentlich wieder interessante Fotos. Wir haben die Wildkamera nun in Hegnet aufgestellt (@ Wiebke: an Eurem „Katzen“-Haus).

Bitte drückt uns, liebe Leser, alle Daumen, die Ihr habt für Uta, Paul und auch für alle anderen Katzen.
Soeben kam ein „Miau“ aus dem Aufwachkäfig. Ganz bestimmt eine Zustimmung.

Anke