Freitag, 19. November 2010

Zwei hinter Gittern, aber in bester Obhut

Neugierig schauen die Kätzchen in Richtung Fotografen. Inzwischen ist auch ihre Mama wieder bei ihnen. Das Team des Tierheims kümmert sich derzeit um die Katzenfamilie.
Es klickten zwar keine Handschellen, trotzdem glückte der Oberurseler Polizei eine außergewöhnliche Verhaftung. Die «Täter» müssen nicht bei Wasser und Brot schmoren, ein Schüsselchen voll Katzenmilch tut‘s auch.

Oberursel. Zu einer «Festnahme» der besonderen Art kam es am Dienstag im Hof der Polizeistation. Am frühen Dienstagmorgen war Polizeibeamten ein Katzenjunges im Innenhof aufgefallen. Doch immer, wenn sich die Beamten dem Kleinen nähern wollten, verkroch es sich unerreichbar unter einem Container.
Ein Blick unter den Container zu werfen, war schwierig, da sich viel Laub dort gesammelt hatte – dennoch glaubten die Polizisten, mindestens zwei Jungtiere erkennen zu können. Wie waren sie nur dorthin gekommen? Das war die Frage. Eine Kollegin hatte vor Wochen immer wieder eine Katze im Hof gesehen.
Mit vor dem Container aufgestelltem Katzenfutter konnten die Beamten die Kleinen zumindest zu ein paar Schritten nach draußen bewegen. Die erste «Täterbeschreibung» lautete: Rote beziehungsweise rot-weiße Fellfarbe, langhaarig, circa acht bis neun Wochen alt. Das Tierheim Oberursel – hilfsbereit wie immer – brachte auf Bitten drei Lebendfallen zur Polizeistation.
Nicht lange, nachdem diese mit Futter bestückt waren, kam das erste Katzenjunge hervor und löste die Falle nach einigen Runden um das Gitter herum aus – der Hunger besiegte die Vorsicht. Auch das zweite Kleine war ohne Probleme auf dieselbe Weise zu fangen und beide Tiere wurden noch am frühen Vormittag ins Tierheim gebracht. Zwei Fallen blieben im Innenhof stehen und wurden regelmäßig kontrolliert.
Am Nachmittag dann das typische Geräusch einer zuschnappenden Falle: Auch das dritte Jungtier wurde in den Forsthausweg gebracht. Blieb nur noch die Katzenmutter. Auch die war aber – in diesem Fall zum Glück – hungrig genug, um kurz nach 18 Uhr in die verbliebene Falle zu gehen, um zu fressen.
«Unseren Neuzugängen geht es den Umständen entsprechend gut», sagt Hans-Joachim Ettel, Tierpfleger beim Tierheim Hochtaunus. «Sie leiden zwar alle unter Katzenschnupfen, werden aber von unserer Tierärztin behandelt und auf weitere Krankheiten durchgecheckt.»
In circa vier Wochen wird die kleine Katzenfamilie dann voraussichtlich bereit zur Vermittlung sein. Leider ist das Schicksal der Vier kein Einzelfall. «Allein in diesem Jahr wurden bei uns 80 herrenlose Katzen abgegeben», berichtet Hans-Joachim Ettel. csc

Artikel vom 18. November 2010, 20.40 Uhr (letzte Änderung 19. November 2010, 04.23 Uhr)

von taunus-zeitung.de

Und jetzt ist drei Mal zu raten, wer diejenige war, die das Ganze angezettelt, durchgeführt und an die Presse gegeben hat...



Anke wars.